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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit Sonntag, 27. Juni bis Dienstag, 29. Juni 1999


Wir starten heute mit einer Bitte aus der Redaktion:

Wir suchen K o r r e s p o n d e n t e n im Ausland.

Wir wären vor allem interessiert, Personen in folgenden Ländern zu finden, die uns dann und wann über Kirchliches und Religiöses in ihren Ländern berichten könnten: Brasilien, Mexiko, Chile, Indien, Indonesien, Japan, China, Nigeria, Kenia, Südafrika - aber auch die großen Länder Europas.

Es geht dabei um Korrespondententätigkeit über kirchlich-religiöse Ereignisse, nicht Politik oder Wirtschaft.

Wir wären dankbar für Rückmeldungen.

Danke

P.Eberhard v.Gemmingen SJ
E-Mail: deutsch@vatiradio.va
Fax: 0039 06 69 88 38 44
Tel. 0039 06 69 88 41 01
Post: Radio Vatikan, deutschspr. Abt, I-00120 Città del Vaticano.


 

V A T I K A N

Bei der Angelusansparche am Fest Peter und Paul hat Papst Johannes Paul II angekündigt, er würde gerne eine Pilgerfahrt auf den Spuren Abrahams in den Irak, auf den Spuren des Moses am Sinai und im Heiligen Land, nach Bethlehem, Nazareth und Jerusalem machen. Er habe dazu ein päpstliches Schreiben verfaßt, in dem er seine Reisewünsche im Jubeljahr darlegt.

Wenn Gott ihm die Gnade schenke, würde er diese Pilgerfahrt gerne persönlich durchführen. Der Papst wies gleichzeitig alle Spekulationen über politsiche Ziele eines solchen Unternehmens zurück. Es habe ausschließlich spirituell-religiöse Bedeutung.

Zum sonntäglichen Angelusgebet auf dem Petersplatz am 27.06. haben Gläubige aus der italienischen Region Molise Darstellungen von Glaubensgeheimnissen und Heiligen gebracht. Ähnlich den auf Schultern getragenen Statuen einer Fronleichnamsprozession oder den Wagen eines Karnevalszug bewegte sich eine Reihe von 13 sogenannten Mysterien oder Geheimnissen auf dem Platz vor St. Peter. Papst Johannes Paul II. interpretierte in seiner sonntäglichen Ansprache die Darstellungen. Es handle sich dabei nicht nur um Folclore, wie man meinen könne, so der Papst. Die Figuren wollten auch die Menschen von heute einladen, über die Geheimnisse des Glaubens nachzudenken. Maria nehme unter den kunstvollen Darstellungen einen besonderen Platz ein - direkt hinter dem Symbol für den Kampf der guten gegen die gefallenen Engel. Johannes Paul II. sprach die Hoffnung aus , dass die kunstvollen Darstellungen nicht nur an die grosse Glaubensgeschichte der Region Molise erinnern. Sie sollten auch der heutigen Generation Wege zu einem vertieften Glauben zeigen. Die dargestellten Mysterien sollten Hilfen zur Evangelisation sein.

Papst Johannes Paul II. hat am Fest Peter und Paul am 29.06. seiner Tradition entsprechend den neu ernannten Erzbischöfen aus allen Teilen der Welt zum Zeichen ihrer besonderen Verantwortung das Pallium überreicht. An der Festmesse im Petersdom nahm auch die orthodoxe Delegation des ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel teil. Es war eine besonders grosse Feier im Petersdom, in deren Rahmen der Papst 37 Erzbischöfen den weissen Wollschal-das Pallium- überreichte. Es symbolisiert seit uralter Zeit die besondere Verantwortung der Metropoliten, die im deutschen Sprachraum meist Erzbischöfe genannt werden. In seiner Predigt unterstrich der Papst die Pflicht aller Bischöfe, der kirchlichen EInheit zu dienen. Die Überreichung des Palliums durch den Papst sei schon immer ein besonderes Zeichen der Einheit mit dem Bischof von Rom gewesen. Johannes Paul II. grüsste feierlich die orthodoxen Metropoliten und Bischöfe, die als Delegierte des ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomäus, an der Messe teilnahmen. Er gab bekannt, dass er auf Bitte von Bartholomäus im Jubeljahr 2000 auf den Vortag des Festes der Verklärung Christi einen Gebets-und Festtag festgesetzt habe. Gleichzeitig rief der Papst Katholiken und Orthodoxen auf, die Irrtümer der Vergangenheit zu überwinden und das Heilige Jahr gemeinsam zu feiern. Er sprach die Hoffnung aus, dass Gott auf die Fürbitte dre Apostel Petrus und Paulus das ökumenische Engagement in allen Christen stärken möge.

Papst Johannes Paul II. hat am 28.06. den neuen tschechischen Botschafter beim Apostolischen Stuhl, Martin Stropnicky, empfangen. Der Diplomat überreichte im Vatikan den Beglaubigungsschreiben. Der Papst unterstrich in seiner Ansprache den Fall des Kommunismus. Seither erlebe der alte Kontinent ein Zeit der ausserordentlichen Gelegenheiten für die Einheit Europa. Dabei müssten die einzelnen Länder trotz unvermeidlicher Spannungen lernen, sich nicht als Gegner zu betrachten, sondern zu einem Europa der Nationen zusammenwachsen. Das bedeutet nicht, dass die kulturellen Eigenheiten der einzelnen Länder verwischt werden, so Johannes Paul II. Nur dann, wenn die Religionsfreiheit wirklich garantiert werde, könne ein neues Europa des friedlichen Zusammenlebens entstehen. Der christliche Glauben bilde nicht nur eine der Säulen in der Geschichte des Kontinents, auch für die Zukunft sei er wegweisend. Für das Problem der Rückgabe von Kirchenbesitz, der während des Kommunismus enteignet wurde, stellte der Papst klare Forderung: die Bildung einer paritätischen Kommission aus Vertretern von Staat und Kirche, die nach adäquaten Lösungen sucht und die Frage der staatlichen Unterstützung für kirchliche Institutionen klärt.

Der Seligsprechung der beiden Seherkinder Jacinta und Francisco von Fatima steht nichts mehr im Wege. Das hat Papst Johannes Paul II. durch die Bestätigung eines Wunders auf ihre Fürsprache hin bestätigt. Grund für diese Erhebung zur Ehre der Altäre ist nicht, dass sie schon als Kinder die Erscheinung der Gottesmutter hatten, sondern, dass sie trotz ihrer Jugend ein vorbildliches christliches Leben geführt haben. Jacinta und Francisco starben bereits 1919 und 1920 mit 11 bzw. 10 Jahren. Papst Johannes Paul II. hat am 28.06. offiziell anerkannt, dass auf ihre Fürsprache hin Wunder geschehen seien. Ferner bestätigte Johannes Paul II. das Martyrium von mehreren Christen, die wegen ihres Glaubens während des spanischen Bürgerkrtieges ermordet worden.

Papst Johannes Paul II. hat den sexuellen Missbrauch von Jugendlichen durch Geistliche und Ordensleute in Irland verurteilt. Die irischen Bischöfe rief er bei ihrem Ad-Limina-Besuch jetzt zu Solidarität mit den Opfern auf. Gleichzeitig müsse man auch für die Schuldigen beten, damit sie ihre Tat bereuen, so der Papst. In den vergangenen Jahren waren Vorfälle aus den siebziger Jahren bekannt worden, bei denen irische Kirchenleute schutzbefohlene Minderjährige missbraucht hatten.

Der Apostolische Stuhl will offenbar rechtlich gegen den Autor eines Enthüllungsbuches über angeblichen vatikanischen Karrierismus vorgehen. Wie Luigi Marinelli, der frühere Abteilungsleiter in der Ostkirchenkongregation jetzt gegenüber Journalisten mitteilte, sei er vom Kirchengericht Rota Romana zu einer Anhörung vorgeladen worden. Man habe ihn als Autor des im Februar erschienen Bandes "Via col Vento in Vaticano" ausgemacht. Ausserdem sei ihm untersagt worden, das Buch weiterzuverbreiten und in andere Sprachen zu übersetzen.

Geschichtswissenschaftler aus verschiedenen europäischen Ländern sowie aus Übersee haben sich in diesen Tagen mit der Geschichte der Heiligen Jahre befasst. Es ging um Entstehung, Durchführung und Entwicklung der Jubiläen. Organisiert wurde die Zusammenkunft vom Komitee für das Heilige Jahr. Bezeichnend ist schon der Beginn der Jubiläumswallfahrten nach Rom im Jahr 1300. Damals waren Reisen ins Heilige Land durch dessen Besetzung durch die Muslime wesentlich schwerer geworden.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Das zukünftige Europa muss von christlichen Werten geprägt sein. Diese Forderung hat am 26.06. der Päpstliche Nuntius, Erzbischof Giovanni Lajolo, in Königstein erhoben. Zum Abschluss des Jahreskongresses von Kirche in Not verlangte der Vatikandiplomat gleichzeitig, dass alle Religionen in Europa sich nach ihren eigenen Gesetzen und Überzeugungen bestätigen sollten. Daher weise die Kirche auch die Vorstellung zurück, man wolle ein christliches politisches Gebilde schaffen. Das würde zur Diskriminierung von Nichtchristen führen und sei daher abzulehnen, so Erzbischof Layolo. Er rief die Politiker und Bürger auf, sich für ein geeintes Europa mit christlichen Werten einzusetzen.

Deutschland

Der Berufsverband von Deutschlands Frauenaärzten hat erhebliche Bedenken gegen die Anwendung der Abtreibungspille RU 486 -Mifegyne. Auch nach der für Juli erwarteten Zulassung der Pille bestehe "ein hohes rechtliches Risiko" sagte der Verbandsvorsitzende, Armin Malter, dem Nachrichtenmgazin "Focus". Die Gynäkologen sollten "die Finger davon lassen".

Deutschland

Der neue Beratungsschein der katholischen Kirche erlaubt nach Ansicht von Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin weiterhin eine straffreie Abtreibung. Der modifizierte Schein habe keine rechtlichen Folgen, so Däubler-Gmelin in einem Zeitungsinterview. Ausserdem sprach sich die Ministerin dafür aus, die katholischen Einrichtungen im Beratungsverbund zu halten.

Deutschland

Der evangelische Berliner Bischof, Wolfgang Huber, hat die Entscheidung der Bischofskonferenz zur Schwangerenberatung kritisiert. Der Konflikt zwischen den kirchlichen Autoritäten werde an die Adressaten der Beratung weitergereicht, so Huber. Die Kirche überlasse es den Frauen mit dem Widerspruch des Scheins klarzukommen.

Deutschland

Der Berliner Kardinal, Georg Sterzinsky, hat die Kritik an dem modifizierten Schein der katholischen Schwangerschaftskonflikt-beratung zurückgewiesen. Die Entscheidung der Bischöfe für den Zusatz sei die einzige Möglichkeit gewesen, in der Beratung zu bleiben, so Sterzinsky am 28.06.

Deutschland

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Lehmann, hat die Bundestagsdebatte über den Beschluss der Bischöfe zur Schwangerenkonfliktberatung kritisiert. Es sei kein Wort darüber gefallen, dass die Abtreibung, von den Indikationen abgesehen, unrecht sei und bleibe, jedoch sei dies das Fundament von allem. Das erklärte Lehmann am 29.06. in einem vorab veröffentlichten Beitrag.

Österreich

Der Bischof von Klagenfurrt, Egon Kapellari, hat am 26.06. auf Schloss Strassburg im Gurktal eine Ausstellung des bekannten Künstlers Arnulf Rainer eröffnet. Es handelt sich dabei um Illustrationen zum Alten und Neuen Testament. Nach Überzeugung von Kapellari weisen die Kunstwerke von Rainer in die Tiefe und in das Herz der Dinge. Rainer mache vieles sichtbar, indem er zunächst etwas ganz oder teilweise übermale. Die Ausstellung bleibt bis 22.08. geöffnet.

E U R O P A

Jugoslawien

Mehrere Friedensnobelpreisträger und Repräsentanten der Ökumene haben am 26.06. die Kosovo-Albaner dringend aufgerufen, die christlichen Stätten und Denkmäler im Kosovo zu respektieren. Sie könnten in dieser schweren Zeit ein Zeichen ihrer Grossherzigkeit geben, heisst es in einer Erklärung, die in Wisconsin veröffentlicht worden ist. Der Koran verpflichte zum gegenseitigen Respekt. Dieser betreffe nicht nur Moscheen, sondern auch Kirchen und Synagogen, Wallfahrtsorte, Friedhöfe und Ikonen.

Jugoslawien

Die serbisch-orthodoxe Kirche hat US-Präsident Bill Clinton und UNO-Generalsekretär Kofi Annan zum besseren Schutz der Serben im Kosovo aufgerufen. Ansonsten werde ihr Volk endgültig jedes Vertrauen in die internationalen Truppen verlieren, die Zusammenarbeit mit der Kfor verweigern und ihre eigene Verteidigung organisieren. So das Belgrader Patriarchat in einem am 29.06. veröffentlichten Schreiben.

A S I E N

Armenien

Das geistliche Oberhaupt aller armenischer Christen, Katholikos Karekin , ist am 29.06. im Alter von 66 Jahren gestorben. Das hat ein Sprecher der armenischen Kirche in Erewan bestätigt. Der Geistliche hatte sich ausserordentlich für die Ökumene und insbesondere für die Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche engagiert. Daher war es der dringende Wunsch des Papstes gewesen, der armenischen Kirche eine Visite abstatten zu können oder Karekin wenigstens noch am Krankenbett besuchen zu können, was dann aber wegen einer leichten Erkrankung des Papstes selbst nicht mehr gelang. Der Verstorbene war vor wenigen Wochen an Krebs operiert worden.

Israel

Am 26.06. haben Christen, Juden und Muslime auf dem Ölberg, vor den Toren von Jerusalem gemeinsam für den Frieden gebetet. Die Zusammenkunft stand im Rahmen des internationalen Priestertreffen, das von der Vatikanischen Kongregation für den Klerus organisiert wurde. Der Vatikanische Nuntius in Israel, Erzbischof Sambi, erläuterte, dass sich die Gebete an ein und denselben Gott richten. Sie erflehten von ihm Frieden für die heilige Stadt Jerusalem und für die ganze Welt.

Indonesien

Ein herausragender islamischer Wissenschaftler hat am 26.06. in Jakarta die Ansicht zurückgewiesen, der Islam verbiete, dass eine Frau Regierungschef werde. Nurcholisch Madjid erklärte gegenüber der Presse, die Geschichte zeige viele Beispiele von regierenden Frauen. Wer die Ansicht vertrete, eine Frau könne nicht Premierministerin werden, sage dies vermutlich mehr aus politischen Gründen, denn wegen der sachlichen Wahrheit.

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Dienstag:" Kreuz des Südens"

Mittwoch:" Römische Woche"

Donnerstag:"Jugendmagazin"

Freitag:"Prisma-Magazin"

Samstag: "Sonntagsbetrachtung" und "Rosenkranzgebet"

Man hört Radio Vatikan

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

Mittelwelle : 1530 Khz

Kurzwellen: 5880, 7250, 9645 Khz

Radio Vatikan ist ferner zu hören über Astra 1A durch

Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr

Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital) verbreitet wird.

World-Radio-Network um 1.00, 9.30, 16.00 und 19.30 Uhr

Tonunterträger von Sky Movies (7.38 MHz analog)

und ZDF (7.56 MHz digital)

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen

Tel.: 0 21 02/2 30 31 Fax: 0 21 02/ 2 14 13

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich: Eva Rohrmann

Redaktion dieser Ausgabe : Eva Rohrmann

Tel.:0039 06 6988 4101, Fax: 0039 06 6988 3844

Post:Radio Vatikan-sezione tedesca,I-00120 Citta del Vaticano

E-Mail:DEUTSCH@VATIRADIO.VA

Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Samstag,3.07.1999

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