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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Mittwoch, 9. Juni bis Samstag, 12.Juni 1999.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II hat am 11.Juni in Warschau vor dem Polnischen Parlament gesprochen. Dabei rief er die großen politischen Veränderungen in seinem Heimatland in Erinnerung und forderte die Pollitiker auf, verantwortlich mit der erkämpften Freiheit umzugehen. Ziel der Demokratie sei es, eine gerechte Ordnung herzustellen. Die Basis dafür sei Respekt vor der Würde des Menschenund das Bemühen um das Gemeinwohl. Schon vorher hatte er dem polnischen Präsidenten Alexander Kwasniewski einen Höflichkeitsbesuch abgestattet.

Der Papst ehrte vor dem ehemaligen Warschauer Ghetto durch eine kurze Gebets- und Gedenkpause auch die aus Warschau nach Auschwitz deportierten Juden. Außerdem gedachte er am Sibirien-Denkmal der Polen, die von den Sowjets nach Sibirien verschleppt worden waren. Bis vor 10 Jahren durfte in Polen nicht davon gesprochen werden, daß fast eine Million polnischer Bürger nach Sibieren verschleppt worden sind.

Vorher hatte er am 10. Juni in Siedlce die Kirche zur Einheit aufgerufen. Vor Kirchenvertretern aus den nahegelegenen Litauen und Weißrußland bat er vor allem auch die Laienchristen alles in ihrer Macht stehende für die Einheit der Christen zu tun.

In Sandomiercz rief er vor allem die jungen Polen auf, sich nicht von den Irrtümern der Pornographie verführen zu lassen. Reinheit sei weiterhin eine hohe Tugend. Unweit von der ukrainsichen Grenze in Zamosc ermahnte er seine Landsleute, die Schöpfung zu ehren. Wer sie zerstöre, zeige, daß auch in seinem Inneren etwas nicht in Ordung sei.

In der Nähe von Wigry im äußersten Nordosten Polens hatte der Ppast am 9.Juni einen Ruhetag eingelegt.

Bei einem Sturz in der Warschauer Nuntiatur hat der Papst sich am 12.Juni morgens eine kleine Fleischwunde am Kopf zugezogen. Sie mußte genäht werden. Ein VAtikansprecher teilte mit, Herz und Kreislauf des Papstes seien in Ordnung, daher werde das Programm nicht geändert.

Nach Überzeugung des Ökumene-Verantwortlichen im Vatikan , Kardinal Edward Cassidy, sind in jüngster Zeit drei wichtige ökumenische Schritte gelungen: die Rumänienreise des Papstes, die Rechtfertigungserklärung mit den Lutheranern und das katholisch-anglikanische Dokument über die Autorität in der Kirche. In einem Interview mit der Katholischen Nachrichtenagentur meinte Kardinal Cassidiy, der Wunsch des Papstes, dass die Kirchen im Jahr 2000 der Einheit näher gekommen sein sollten, sei erreicht, auch wenn noch viel zu tun bleibe. Cassidiy sprach die Hoffnung aus, dass die Orthodoxie die Rumänienvisite des Papstes positiv bewerten möge. Freilich sei ein Moskau-Besuch immer noch in weiter Ferne. Zum Rechtfertigungsdokument mit den Lutheranern sagte Cassidy, man habe im letzten Jahr hart gearbeitet, und daher sei es jetzt auch für die annehmbar, die früher noch Schwierigkeiten damit gehabt hätten.

Vatikan/Schweiz

Am Reformationstag, dem 31.10. dieses Jahres wird die gemeinsame Rechtfertigungserklärung der katholischen und der lutherischen Kirchen in Augsburg unterzeichnet werden. Das haben Vertreter der beiden Seiten am 11.06. am Sitz des Weltrates der Kirchen in Genf bekanntgegeben . Man habe den Reformationstag gewählt, weil an ihm deutlich werde, dass die Reformatoren nicht die Spaltung suchten, sondern die Reform. Der Generalsekretär des lutherischen Weltbundes, Ismael Noko, erklärte: Die gemeinsame Erklärung bestätigt, dass die Lehrverurteilungen der Reformationszeit die heutigen Partner nicht mehr treffen. Der entscheidende Inhalt der Rechtfertigung laute: Der Mensch ist von Gott angenommen, nicht weil er gut ist, sondern weil Gott gut ist. Von katholischer Seite wird der Präsident des Päpstliche Rates für die Einheit der Christen, Kardinal Edward Cassidiy, die Erklärung unterzeichnen.

 

Der Papstbesuch in Armenien wird wegen des schlechten Gesundheitszustandes des armenischen Kirchenoberhauptes , Karekin, verschoben. Nach Angaben eines Vatikansprechers habe ein Abgesandter des armenischen Patriarchen den Papst darum gebeten.

Papst Johannes Paul II. hat den Patriarchen der rumänisch-orthodoxen Kirche, Teoctist, zu einem Besuch im Vatikan eingeladen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Rompress wurde die Einladung von Kardinal Paul Poupard in Bukarest übergeben.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Das sogenannte philosophisch-theologische Studium in Erfurt ist von der Vatikanischen Kongregation für das katholische Bildungswesen zur kirchlichen Fakultät erhoben worden. Am 9.06. teilte das Bistum Erfurt mit, dass auch Vorsondierungen zur Integration der Fakultät in die Universität Erfurt unternommen würden.

Deutschland

Mangelnden politischen Willen für einen durchgreifenden Schuldenerlass hat die Nord-Süd-Initiative "Wirtschaft, Ökologie und Entwicklung" den G-7-Staaten vorgeworfen. Vor dem Weltwirtschaftsgipfel in Köln sei die geplante Schuldeninitiative für die ärmsten Entwicklungsländer zu einem unerträglichen Gefeilsche verkommen. Das kritisierte die Vorsitzende der Nord-Süd-Initiative, Barbara Unmüssig, am 9.06. in Bonn. Die Organisation befürchtet, dass es durch den lähmenden Streit am Ende für die Entwickungsländer kaum spürbare Entlastungen geben werde.

Deutschland

Am 12.06. haben Mitglieder der Kampagne Erlassjahr 2000 vor dem Frankfurdert Tagungsort der Finanzminister der G-7-Staaten eine Mahnwache gehalten. Sie fordern eine wesentlich weitgehende Entschuldung der ärmsten Staaten, als dies von den sieben reichsten Industrienationen bisher vorgesehen sei.

 

Deutschland

Die Finanzierung der Kirchen ist nach Ansicht des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten , Kurt Beck, letztlich eine Wertefrage. Angesichts zunehmender ethischer Orientierungslosigkeit wäre es ausserordentlich problematisch, wenn sich die Kirchen aus dem öffentlichen Raum zurückzögen. Das betonte Beck am 11.06. Zudem bekräftigte er seine Auffassung, dass ein neuer gesellschaftlicher Konsens über die Finanzierung der Kirchen notwendig sei.

Deutschland

Die Bischöfe haben zu einer grosszügigen Spende für die Christen in der Diaspora aufgerufen. Anlässlich des Diaspora-Sonntags am 13.06. , erinnerten die deutschen Bischöfe an ihrem Aufruf an die Arbeit des vor 150 Jahren gegründeten Bonifatiuswerkes. Durch die Unterstützung vieler Christen habe dieses Werk wertvolle Hilfe zur Selbsthilfe leisten können.

Deutschland

Das bischöfliche Hilfswerk Misereor hat die Pläne zur Haushaltskürzung von Bundesfinanzminister Hans Eichel, als "Rasenmähermethode" kritisiert. Es zeuge von wenig Augenmass, wenn auch in der Entwicklungszusammenarbeit gekürzt werde, so Misereor-Hauptgeschäftsführer, Josef Saier am 11.06. in Bonn. Jede Mark, die in diesem Bereich gespart werde, müsse später mehrfach für die Behebung der Folgeschäden ausgegeben werden.

Deutschland

Der Magdeburger Bischof, Leo Nowak, hat sich gegen eine grundsätzliche Öffnung der Läden an Sonntagen gewandt. Dies wäre ein weiterer Schritt in eine ausschliesslich wirtschaftsorientierte Gesellschaft, betonte er am 9.06. im Magdeburg. Der Sonntag sei für die Gesellschaft von unschätzbarem Wert. Jeder Mensch braucht Zeiten der Ruhe und Besinnung, so Nowak wörtlich.

Deutschland

Die Emanzipation der Frauen ist einer unter mehreren Gründen für den sogenannten Sex-Tourismus. Diese Ansicht hat jetzt die Fachfrau von den Philippinen , Mary Soledad Perpinan, vertreten. DIe Männer versuchten ihr Gefühl der Leere und Sinnlosigkeit durch billigen Sex zu überspielen. Sie brauchten unkomplizierte Frauen. In einen Interview mit Missio forderte die Ordensfrau ein internationales Netzwerk zur Bekämpfung der sexuellen Ausbeutung von Frauen in der dritten Welt. Nach Angaben der Katholischen Nachrichtenagentur reisen jährlich rund 400 400.000 deutsche Männer als Sextouristen in andere Länder.

Österreich

Am 11.06. hat Bischof Karl Lehmann den Festvortrag anlässlich des 30-jährigen Dienstjubiläums des Bischofs von Graz Johann Weber gehalten. In seiner Ansprache unterstrich er den Preis , der von allen gezahlt werden müsse, die Freiheit und Pluralismus wünschten. Nötig sei für jede Gesellschaft ein Grundkonsens über Werte.

Österreich

Am 13.06. feiert die katholische Kirche in der Steiermark den alljährlichen " Tag von Masan." Seit dem Jahr 1972 gibt es zwischen den Diözesen Graz-Seckau und Masan in Südkorea eine Partnerschaft. Der Tag von Masan soll an die Partnerschaft der beiden Diözesen erinnern und zur Solidarität mit benachteiligten Menschen der Partnerdiözese aufrufen. Mit Hilfe der steirischen Katholiken werden verschiedene Projekte im südkoreanischen Bistum finanziell unterstützt.

Schweiz

Der Bischof von Graz-Seckau, Johann Weber, hat sich gegen die Einführung einer Bischofswahl ausgesprochen. Zudem betonte Weber, der Bestellungsmodus von neuen Bischöfen sollte verbessert werden. Die Verhältnisse der jeweiligen Diözesen sollten von kompetenten Leuten erfragt werden, so Weber. Konkret nannte er in diesem Zusammenhang den Priester und den Diözesanrat.

Schweiz

Der ökumenische Rat der Kirchen hat die Vorschläge der G-8-Staaten zur Lösung der Schuldenkrise kritisiert. Nicht so sehr finanzielle Fragen, sondern der fehlende politische Wille stehe einer dauerhaften Lösung des Schuldenproblems entgegen. So der Weltkirchenrat in einer Erklärung, die am 11.06. in Genf veröffentlicht wurde. Darin werden die G-8-Staaten zudem aufgefordert, einem Schuldeneralss für die ärmeren Länder auch eine Reform des Finanz-und Handelsystems zur Seite zu stellen.

E U R O P A

Frankreich

Fast die Hälfte aller Franzosen findet die Darstellung der Religionen in den Medien unzureichend. Das geht aus einer Umfrage der Pariser katholischen Tageszeitung " La Croix" hervor. Drei Viertel der Befragten sprachen sich auch gegen die Verwendung religiöser Symbole in der Werbung aus.

Jugslawien

Der für die katholischen Kosovo-Albaner zuständige Weihbischof, Marko Sopi, ist wohlauf. Das erklärte der katholische Bischof von Skopje, Joakim Herbut, gegenüber der Katholischen Nachrichtenagentur. Über das Schicksal des Weihbischofs, der während der NATO-Luftangriffe im Kosovo geblieben war, hatte lange Zeit Unklarheit bestanden. Der Kontakt zu ihm war unterbrochen worden.

Russland

Die gemeinsamen Werte zwischen Islam und orthodoxer Kirche haben Vertreter der beiden Gemeinschaften nach einem Treffen in Moskau hervorgehoben. Zugleich verurteilten sie , die aus ihrer Sicht westlichen Angriffe auf ihre religiösen und kulturellen Traditionen. An den theologischen Gesprächen in Moskau hatten unter anderem der russische Metropolit Kyrill und der Präsident der iranischen Organisation für kulturelle und islamische Beziehungen teilgenommen.

A F R I K A

Angola

Nach Einschätzung von Caritas Internationalis und der deutschen Welthungerhilfe droht Angola eine neue schwere Hungerkatastrophe. In einer am 9.06. in Bonn veröffentlichten Erklärung fordern die beiden Organisationen die Staatengemeinschaft auf, mehr Geld für das afrikanische Land bereitzustellen. In Angola gibt es 1,5 Millionen hungernde Bürgerkriegsflüchtlinge. Die Nahrungsmittelvorräte des Landes reichen noch für knapp zwei Monate.

 

A M E R I K A

Honduras

Der Bischof von San Pedro Sula, Angel Garancha, hat die Weltkirche aufgerufen, die katholische Gemeinschaft seines Landes zu unterstützen. Die Kirche vorort sei in ihrer pastoralen Tätigkeit überfordert, zumal es kaum Priesternachwuchs gebe. Als besorgniserregend bezeichnete der Bischof die Kindersterblichkeit von über 40 Prozent und die ähnlich hohe Arbeitslosenquote.

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Hinweise auf unser Wochenprogramm

Samstag:" Wochenkommentar" und "Sonntagsbetrachtung"

Sonntag:" Menschen in der Zeit"

Montag:"Weltkirchen-Magazin"

Dienstag:"Radioakademie"

Man hört Radio Vatikan

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

Mittelwelle : 1530 Khz

Kurzwellen: 5880, 7250, 9645 Khz

Radio Vatikan ist ferner zu hören über Astra 1A durch

Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr

Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital) verbreitet wird.

World-Radio-Network um 1.00, 9.30, 16.00 und 19.30 Uhr

Tonunterträger von Sky Movies (7.38 MHz analog)

und ZDF (7.56 MHz digital)

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen

Tel.: 0 21 02/2 30 31 Fax: 0 21 02/ 2 14 13

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich: Eva Rohrmann

Redaktion dieser Ausgabe : Eva Rohrmann

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E-Mail:DEUTSCH@VATIRADIO.VA

Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Dienstag:15.Juni 1999

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