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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Sonntag, 6. Juni bis Dienstag, 8. Juni 1999. V A T I K A N Papst Johannes Paul II. hat nach seiner Ankunft in Polen folgende Städte besucht: Pelplin, Elbing und Lichen, Bromberg, Thorn, Elk und Wigry besucht. An mehreren Orten hielt er Eucharistiefeiern, in denen er unter anderem über die Heiligung der Christen, die Märtyrer, die Hilfe für die Armen sprach. Alle Veranstaltungen waren sehr gut besucht. Die Besucherzahl lag meist um eine halbe Million. Die Begeisterung der Bevölkerung war sehr groß. In den Predigten gab es nur wenige politische Akzente. In Elbing weihte der Papst die Menschheitsfamilie dem Heiligsten Herzen Jesu. In Lichen segnete der Papst eine Dreifaltigkeits-kapelle, die die Krypta unter einer neuen Marienkirche bilden wird. Es handelt sich dabei um einen monumentalen Bau einer Marienkirche. Anschließend feierte er in Bydgoszsz, dem ehemaligen Bromberg, die Messe. In Thorn sprach der Papst vor fast tausend Universitätsrektoren und Professoren über das Verhältnis von Glaube und Vernunft. Dort wurde er auch mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet. Am gleichen Abend sprach er den Priester Vinzenz Frelichowski selig. Er war im Konzentrationslager Dachau 32-jährig an den Folgen der Malaria gestorben, da er heimlich Malaria-Kranke pflegte. An der Messe in Elk unweit der litauischen Grenze nahmen auch viele Gläubige aus Litauen und Weißrussland teil. Hier sprach der Papst den eindringlichen Wunsch aus, daß in Polen alle Armut überwunden werden müsse. Niemand dürfe mehr obdachlos sein. Auf der anderen Seite dürfe der wirtschaftliche Fortschritt nicht auf Kosten des Menschen gehen. Der Mensch sei das Ziel der Wirtschaft. In den kommenden Tagen will der Apostolische Stuhl über eine mögliche Verschiebung des Papstbesuches in Armenien entscheiden. Wie Vatikansprecher Navarro Valls am Rande der Polenreise des Papstes sagte, wird ein Gesandter des armenischen Katholikos Karekin I. in den nächsten Tagen in Warschau mit Papst Johannes Paul II. zusammentreffen. Der Gesundheitszustand des armenischen Kirchenoberhauptes habe sich in letzer Zeit verschlechtert, fügte Navarro Valls hinzu. Der Apostolische Stuhl hat sich für eine vollständige Vernichtung aller chemischer Waffen ausgesprochen und eine weitere umfassende Abrüstung gefordert. Dies wäre ein wesentlicher Beitrag zum Frieden und zur Zusammenarbeit auf der Welt, heisst es in einer Mitteilung des Vatikan , anlässlich der Ratifizierung des Abkommens zum Verbot der Herstellung, Lagerung und des Einsatzes chemischer Waffen durch den Apostolischen Stuhl. D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M Deutschland Der Speyrer Bischof, Anton Schlembach, hat einen Scheck über 1, 2 Millionen Mark für die Domrestaurierung erhalten. Der Betrag war am 5.06. bei einem Benefizspiel zwischen dem deutschen Fussballmeister Bayern München und dem Vorjahresmeister 1. FC Kaiserslautern eingenommen worden. Der Speyrer Dombauverein schätzt die Gesamtausgaben für die umfassende Restaurierung auf 42 bis 50 Millionen Mark. Bislang liegen, nach Bistumsangaben, Spendenzusagen von rund 10 Millionen Mark vor. Deutschland Von Laien getragene Hilfsorgansationen sind der Sauerteig der Kirche in der Welt. Diese Meinung vertrat der nicaraguanische Kardinal, Miguel Obando Bravo, am 6.06. beim einem Gottesdienst zum 30-jährigen Bestehen der Missionsprokur der Salesianer Don Bosco in Bonn. Die Christen müssen sich für eine Chancengleichheit aller Menschen engagieren. Solidarität sei nicht nur ein Akt der Nächstenliebe, sondern eine Verpflichtung, so Obando Bravo. Deutschland Die Hospizstiftung hat von den Gesundheitsministerien des Bundes und der Länder eine bessere finanzielle Absicherung der Hospizarebit gefordert. Obwohl die Notwenidgkeit eine menschenwürdigen Sterbebegleitung allgemein anerkannt sei, fehle es Geld, so der Geschäftsführer der Stiftung, Eugen Brysch, am 8.06. Zugleich verlangte Bryscheine finanzielle Absicherung der ambulanten Hospizdienste sowie eine Ausbildung der Ärzte in der Schmerztherapie. Deutschland Das 50-jährige Bestehen der SOS-Kinderdorf-Idee wird am 13.06. in Eisenberg in der Pfalz gefeiert. Das erste SOS-Kinderdorf entstand 1949 in Österreich. Inzwischen gibt es 385 Einrichtungen in mehr als 130 Ländern, davon 14 in Deutschland. Deutschland Der ökumenische Kirchentag in Berlin wird einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Einheit bringen. Diese Meinung vertrat die Präsidentin des Deutschen Evangelischen Kirchentages, Barbara Rinke, zu der für 2003 geplanten Veranstaltung. Im Deutschlandfunk sagte Rinke am 6.06., dass viele evangelische und katholische Laien kein Verständnis mehr dafür hätten, dass eine gemeinsame Abendmahlfeier noch immer unmöglich sei. Dieses heisse Eisen müsse unbedingt angepackt werden. Deutschland Die Teilnahme an der Menschenkette beim Weltwirtschaftsgipfel ist ein Zeichen der Bereitschaft zu persönlichem Verzicht. Diese Ansicht vertrat der Kölner Kardinal, Joachim Meisner, in einem Interview mit der katholischen Nachrichtenagentur. Jeder, der einen Schuldenerlass für die Entwicklungsländer verlange, sollte wissen, dass es nicht um eine Forderung an die da oben gehe, sondern konkret bedeute:" Akzeptieren, dass ich zugunsten anderer weniger in der eigenen Lohntüte" habe, so Meisner. Deutschland Lebensfreude, die aus dem Glauben kommt ist nach Ansicht des Luxemburger Erzbischofs, Fernand Franck, ansteckend und überzeugend. Deshalb sollten die Katholiken das Zukunftsträchtige in der Botschaft Christi verbreiten. Dies sagte Franck am 6.06. bei der Eröffnung der diesjährigen Fuldaer Bonifatiuswallfahrten. Österreich Die Bischöfe des Landes schätzen die Stifte und Klöster als geistliche Zentren und Tankstellen für die Seelen. Dort können die Menschen immer wieder Kraft schöpfen. Das betonte der Linzer Diözesanbischof, Maximilian Aichern, jetzt bei einer Priester-und Diakonenweihe im Prämonstratenserstift Geras. Zur Rolle des Priesters und des Diakons in Kirche und Gesellschaft sagte Aichern, dass jeder Geistliche für die Berufung dankbar sein solle. Österreich Die Notwendigkeit kirchlicher Medienarbeit hat die "Arbeitsgemeinschaft kirchlicher Verbände" betont. Im Hinblick auf den Welttag der Medien erinnert die Arbeitsgemeinschaft daran, dass in der modernen Mediengesellschaft die Botschaft des Evangeliums zunehmend verstummt. Anlässlich des Medientags finden in mehrern österreichischen Diözesen, Begegnungen zwischen Bischöfen und Journalisten statt. Schweiz Zwei junge Journalisten sind für ihre Arbeiten über das Verhältnis Christen und Muslime ausgezeichnet worden. Geehrt wurden Iwona Meyer Swietlik von der Neuen Luzerner Zeitung und Samuel Vuillermont von Radio Chablais. Der mit je 1000 Franken dotierte Medienpreis war vom Schweizerischen Verein Katholischer Journalistinnen und Journalisten ausgeschrieben worden. A S I E N Ost-Timor Der Bischof von Dili, Carlos Belo, hat sein Volk zu einer Gewissensentscheidung aufgefordert. Bei einer Messe in Dili warnte Belo vor rund 8000 Gläubigen davor, sich bei ihrer Abstimmung über die ost-timoresische Unabhängigkeit von Indonesien, von aussen beeinflussen zu lassen. Das Votum ist für August einberaumt. Naher Osten Die Katholiken des Nahen Ostens wollen die Auswanderung der Christen aus den Ursprungsländern der Bibel stoppen und ihrer Jugend Zukunftschancen in ihren Heimatländern garantieren. Das hat die Versammlung katholischer Patriarchen und Bischöfe aus dem Libanon, Israel, Jordanien und angrenzenden Ländern kürzlich beschlossen. Sie wollen die Spitzen der nicht-katholischen Kirchen bei einem weiteren Nahostkongress in diesem Sinne versammeln. Ihr Motto lautet: Im Orient werden wir gemeinsam Christen sein oder es wird dort keine Christen mehr geben. Grund ihrer Sorge ist nicht nur die massive Abwanderung der christlichen Jugend, sondern auch der Verlust der kirchlichen und kulturellen Identität in den Aufnahmeländern Europas, Nord-und Südamerikas. Im Nahem Osten aber bleiben sie nur, wenn ihnen gleiche Rechte wie allen Bürgern garantiert werden. Israel Der hohe islamische Rat in Jerusalem, die höchste islamische Instanz in Palästina, hat eine fortgesetze israelische Politik "religiöser und ethnischer Säuberung" beklagt. Die Israelis versuchten, den arabischen Charakter der besetzten Heiligen Stadt zu ändern, heisst es in einer am Wochenende veröffentlichten Erklärung. Der Rat verurteilte besonders die Siedlungspolitik als "grössten Landraub in der Menschheitsgeschichte". A F R I K A Südafrika Die Kirchen haben die Wahl Thabo Mbekis zum neuen Präsidenten des Landes begrüsst. Der Sekretär der katholischen Bischofskonferenz Südafrikas, Richard Mentasi, bezeichnete Mbeki jetzt als praxisnahen Mann. Mentasi betonte zugleich, dass sich der neue Präsident mehr für eine Gleichberechtigung der Weissen und Schwarzen einsetzen müsse. Ansonsten bestehe die Gefahr des Verrats an den Armen, so der Kirchenvertreter.
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