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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen ! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Mittwoch, 2. Juni bis Samstag, 5. Juni 1999.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. ist am 5.Juni zu seiner 7.Polenreise aufgebrochen. Bis zum 18.Juni wird er 20 Städte besuchen, die in 14 verschiedenen Diözesen liegen. In Danzig wurde er von Vertretern von Kirche und Staat, sowie von der Bevölkerung sehr herzlich begrüßt. Die Stadt sei - so der Papst auf dem Flughafen - ein Symbol für den Aufbruch zu einem neuen Polen. Johannes Paul II. versteht seine Reise als Fortsetzung der Visite vor zwei Jahren. Wenn er den jetzigen Besuch abgeschlossen haben wird, hat er alle 40 Diözesen Polens mindestens einmal besucht. Er hält während der Reise mehrere Selig- und eine Heiligsprechung.

Papst Johannes Paul II. hat bei seiner Generalaudienz am 2.06. einen dringenden Friedensappell an Kolumbien gerichtet. Dort befinden sich nach einer Massenentführung in einer Kirche noch immer 100 Geiseln in der Hand linksgerichteter Rebellen. Die katholische Kirche des Landes hat die Entführer exkommuniziert.

Papst Johannes Paul II. hat am 3.06. den UNO-Generalsekretär, Kofi Annan, in Privataudienz empfangen. Wie vom Vatikanischen Pressesaal verlautete, stimmten beide Seiten grundlegend darin überein, dass die Krise auf dem Balkan schnell gelöst werden müsse. Vor allem das menschliche Drama erfordere umgehende Initiativen, hiess es von vatikanischer Seite. Der Papst lobte dabei die Rolle der Vereinten Nationen.

Papst Johannes Paul II. hat während der Fronleichnamsmesse am 3.06. in Rom die neuen Friedenshoffnungen für das Kosovo begrüsst und als ermutigend bezeichnet. Gleichzeitig kritisierte er in seiner Predigt indirekt die bisherige Kriegsführung auf dem Balkan. Der Papst betonte, der Friede Christi sei nicht jener weltlicher Friede, der durch List, militärische Überheblichkeit und Gewalt herbeigeführt werde. Sein Friede sei vielmehr ein Ergebnis des gewaltlosen Kampfes gegen das Übel der Welt. Ein Sieg, der mit den Waffen der Warheit und der Liebe errungen werde.

Mit Nachdruck will der Apostolische Stuhl den Dialog zwischen Katholiken und Orthodoxen vorantreiben. Das unterstrich Papst Joahnnes Paul II. in einem Brief an den Präsidenten des Vatikanischen Einheitsrates , Kardinal Edward Cassidy. Das am 4.06. veröffentlichte Dokument bezieht sich darauf, dass wegen des Balkankrieges die Plenarsitzung der gemischten internationa-len Kommission für den Dialog zwischen orthodoxer und katho-lischer Kirche nicht stattfinden konnte. Sie wurde auf das nächste Jahr vertagt.

Vor den gesellschaftlichen Folgen einer Ehe ohne Trauschein und gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften hat Papst Johannes Paul II. gewarnt. Vor den Teilnehmern einer Tagung des Päpstlichen Familienrates, die er am 4.06. in Audienz empfing, unterstrich der Papst die Wichtigkeit einer unwiderruflichen Verpflichtung , wie sie das Sakrament der Ehe darstelle. Ausserdem sei die Erziehung der Kinder eine heilige Pflicht beider Elternteile.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Ein menschliches und gerechtes Europa haben am 2.06. die christlichen Kirchen am Vorabend der EU-Gipfels gefordert. In einer ökumenischen Feier in der Kirche St. Maria im Kapitol in Köln beteten Repräsentanten der Glaubensgemeinschaften auch für einen Frieden auf dem Kosovo. Nach dem Gottesdienst zogen die Teilnehemr in einer Lichtprozession zum Kölner Dom, wo ein ökumenisches Abendgebet mit dem Ratsvorsitzenden der evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Manfred Kock, und Kölns Kardinal, Joachim Meisner , stattfand. Meisner rief dabei die Christen auf, überall Gerechtgekeit vor allem für die Armen einzufordern. Dies geschehe als ein Schritt hin zur Zivilisation der Liebe. Bei der Kölner Feier meldete sich auch Präses Kock zu Wort. Der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche beklagte mangelnden Umweltschutz in Europa. Was von der Wirtschaft als Standortvorteil angesehen werde sei kurzsichtig und ignoriere die Interessen der kommenden Generation. An dem Gottesdienst nahmen auch mehrere Politiker und Diplomaten europäischer Staaten teil.

Deutschland

Der Bundesvorsitzende der FDP, Wolfgang Gerhard, hat sich für ein kircheneigenes Beitragssystem als Alternative zur Kirchensteuer ausgesprochen. Im Hessischen Rundfunk stellte Gerhard fest, bei einer Steuerreform mit höheren Grenzen bei den Freibeträgen, würde die Kirche sowieso Einnahmen verlieren. Daher sei auf lange Sicht ein eigenes Beitragssystem der Kirchen besser. Der FDP-Chef machte zugleich deutlich, dass er die Wertegemeinschaft Kirche nicht in Frage stelle.

Deutschland

In der evangelischen Kirche übernimmt zum zweiten Mal eine Frau das Bischofsamt. Margot Kässmann wurde am 5.06. zur Bischöfin der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers gewählt. Die 41-jährige tritt ihr Amt im Herbst an.

Österreich

Mehr politischen Willen zur Umsetzung längst fälliger "flankierenden Massnahmen" zur Senkung der Abtreibungszahl hat Familien-Bischof Klaus Küng, gefordert. Am internationalen "Tag des Lebens" rief Küng die Politiker auf, der oft gehörten Aussage, nach der "jede Abtreibung eine zuviel ist" auch Taten folgen lasen. Die Zusage des Bischofs, dass jeder werdenden Mutter geholfen wird, wenn sie sich an die Kirche wendet, ist allein in Vorarlberg auf ein breites Echo gestossen.

Schweiz

Die Vereingung "Ja zum Leben" hat eine Petition zur Verhinderung der Abtreibungspille RU 468 lanciert. Sie richtet sich nach Angaben der Schweizerischen Katholischen Wochenzeitung vom 3.06. an Bundesrat und Parlament sowie an die internationale Kontrollstelle für Heilmittel. Die Lebensvereinigung möchte mit ihrer Petition verhindern, dass die Abtreibungspille in der Schweiz zugelassen wird.

Schweiz

Für die evangelische Synode Bern-Jura soll die diakonische und seelsorgliche Begleitung von Menschen in besonderen Lebenslagen künftig auch als gottesdienstliche Feier gestaltet werden können. Diese Bestimmung soll gleichermassen für Alleinstehende, verheiratete und unverheiratete Personen, gleichgeschlechtlich empfindende Paare, Geschiedene und getrennt Lebende gelten, berichtet die schweizer katholische Presseagentur.

E U R O P A

Jugoslawien

Die Führung der serbisch-orthodoxen Kirche wird am 8.06. die Lage nach Annahme des internationalen Friedensplan durch die Belgrader Führung beraten. Am 4.06. wollte der Heilige Synod noch keine Stellungnahme zum Friedensplan abgeben, weil man noch nicht über dessen Details infomiert sei,hiess es. Inoffiziell wurde jedoch die Hoffnung geäussert dass der Friede nun tatsächlich ein gros-ses Stück näher gerückt sei, so die Katholische Nachrichtenagen-tur.

Jugoslawien

Die Flüchtlinge des Kosovo können auch nach dem möglichen Ende des Krieges auf dem Balkan nicht sofort in ihre Heimat zurückkehren. Das erklärte ein Sprecher von Caritas Internatio-nalis am 4.06. in Freiburg. Die Zerstörung der Wohnungen der Kosovo-Albaner sei Teil der Vertreibungsstrategie gewesen. Der Wiederaufbau werde nicht vor dem nächsten Winter abgeschlossen sein, betonte ein Sprecher des Hilfswerkes.

Bosnien-Herzogowina

Der Bischof von Banja-Luka, Franjo Komarica, hat den Einsatz der NATO im Kosovo scharf kritsiert. Gegenüber der Katholischen Nachrichtenagentur erklärte Komarica am 4.06. , die Waffenhändler regierten die Welt. Sie versuchten immer wieder Krisen in der Welt zu provozieren, um die Produktion neuer Waffen anzukurbeln. Zur Situation in Bosnien-Herzegowina stellte Komarica fest, es fehle am Willen der westlichen Politiker, das Friedensabkommen von Dayton tatsächlich umzusetzen. Bislang sei nur der militärische Teil des Abkommens verwirklicht. Für die Menschen und ihre Rechte werde wenig getan ,so der Bischof.

Belgien

Eine neue Afrikapolitik der Europäischen Union haben die belgischen Missionsorden gefordert. Im Hinblick auf die bevorstehenden Europawahlen und die belgischen Parlamentswahlen legen die Missionare den Kandidaten nahe, sich dabei für gerechten Handel, für Schuldenerlass und Kontrolle des Waffenhandels einzusetzen.

Grossbritannien

Immer mehr britische Eltern wollen ihre Kinder auf kirchliche Schulen schicken. Presseberichten zufolge versuchen deshalb auch mehrere öffentliche Schulen in kirchlicher Trägerschaft zu wechseln, wodurch sie mehr Freiheiten bei der Lehrstellenbe-setzung und eine grössere Unabhängigkeit von örtlichen Behörden erlangen. Ausserdem erhalten sie neben staatlichen Zuwendungen auch Finanzhilfen von Kirchen und Fördervereinen.

Rumänien

Der 86-jährige Kardinal, Alexandru Todea, ist jetzt von Staatspräsident Emil Constantinescu, mit dem grossen Stern von Rumänien ausgezeichnet worden. Todea hatte unter dem kommunistischen Regime 43 Jahre seines Lebens im Gefängnis verbracht. Papst Joahnnes Paul II. hatte ihn bei seinem jüngsten Besuch in Rumänien besonders geehrt.

Griechenland

Die Europäische Investitionsbank wird die Restaurierung mehrerer Klöster auf dem Berg Athos mit rund 13 Millionen Schweizer Fran-ken finanzieren. Das Geldinstitut unterzeichnete am 4.06. in Athen einen entsprechenden Vertrag mit der griechischen Regierung. Die Vereinbarung wurde im Rahmen eines 1996 begonnenen Zehnjahresplans der Regierung in Athen getroffen.

 

A S I E N

Armenien

Das Patriarchat in Erewan hat am 4.06. alle Gläubigen des Landes aufgefordert, für den Katholikos Karekin zu beten, da es ihm gesundheitlich sehr schlecht gehe. Die russische Agentur ITAR-TASS meldete am 5.06., die armenische Kirche habe deswegen den Papst gebeten, seine Armenien-Reise Anfang Juli zu verschieben. Aus dem Vatikan gibt es dazu keine Antwort.

Ost-Timor

Der Bischof von Dili, Carlos Belo, hat die Verschiebung des Referendums über die ost-timoresische Unabhängigkeit gefordert. Das Militär versuche derzeit, alle Befürworter einer Unabhängig-keit mit systematischer Gewalt einzuschüchtern, so Bischof Belo gegenüber der Presse. Die Ost-Timoresen sollen am 8.08. über die Zukunft ihrer Heimat entscheiden. Sie können dabei zwischen einem erweiterten Autonomiestatus oder der Unabhängigkeit von Indoneisen wählen. Das Land hatte Ost-Timor 1976 annektiert.

A F R I K A

Sierra Leone

Der Bischof von Makeni, Giorgio Biguzzi, hat den bisherigen Verlauf der Friedensgespräche für das afrikanische Land positiv bewertet. Gegenüber der Nachrichtenagentur MISNA erklärte Biguzzi am 5.06., er sei zuversichtlich, dass vielleicht schon in der kommenden Woche eine Einigung zwischen Regierung und Rebellen erzielt werden könnte. In dem Bürgerkrieg in Sierra Leone geht es um die politische Vorherrschaft.

A M E R I K A

Kuba

Die erste katholische Studentenverbindung seit der Revolution ist jetzt auf der Insel gegründet worden. Wie die Erzdiözese Havanna am 4.06. mitteilte, trifft sich die Gruppe wöchentlich in einer Pfarrei. Eine Zusammenkunft an der Universität sei nicht gestattet worden. Nach kubanischem Gesetz sind derartige Zusammenschlüsse bisher verboten.

Kolumbien

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz des Landes, Alberto Giraldo Jaramillo, hat die Regierung zu harten Verhandlungen mit der ELN-Guerrilla aufgefodert. Die Rebellen halten seit dem Überfall auf eine katholische Kirche am 30.05. noch immer rund 60 Geiseln gefangen. Wie der Anführer der ELN-Rebellen am 2.06. gegenüber der Nachrichtenagentur REUTERS sagte, sollte der Überfall die Reichen - so wörtlich - " die Raserei des Krieges" spüren lassen.

Kolumbien

Bischof Emil Stehle darf nicht mehr in das lateinamerikanische Land einreisen. Das teilte der Leiter von Interpol-Kolumbien im Auftrag der staatlichen Sicherheitsbehörde am 3.05. in Bogota mit. Zur Begrünung hiess es, dass der Bischof Verhandlungen zur Freilassung von Geiseln geführt habe. Das verstosse gegen geltendes Recht. Emil Stehle ist Bischof von Santo Domingo de los Colorados in Ecuador. Er hat bereits in mehreren lateinamerikanischen Ländern in Konflikten zwischen Rebellen und Regierung vermittelt. Nach Militärangaben wurden in Kolumbien in diesem Jahr bereits 650 Menschen entführt.

Vereinigte Staaten

Gegen die Todesstrafe hat der Apostolische Nuntius in den USA, Erzbischof Gabriel Montalvo, interveniert. Im Auftrag von Papst Johannes Paul II. bat Montalvo die zuständigen Behörden im US-Bundesstaat Oklahoma um Gnade für einen Mörder, der am 3.06. hingerichtet werden sollte. Der Nuntius wies in seinem Schreiben darauf hin, dass der Papst immer nachdrücklicher die Abschaffung der Todestrafe fordere. Kritik an der Todestrafe übte auch der Erzbischof von Louisville im Bundesstaat Kentucky.

 

 

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Samstag:" Wochenkommentar" und "Sonntagsbetrachtung"

Sonntag:" Mit dem Papst in Polen"

Montag:" Weltkirchen-Magazin"

Dienstag: Radioakademie"

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Redaktion dieser Ausgabe : Eva Rohrmann

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten :

Dienstag,9. Juni 1999

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