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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Mittwoch, 26. Mai bis Samstag, 29. Mai 1999.

V A T I K A N

Die gemeinsame Erklärung der katholischen und der lutherischen Kirchen über die Rechtfertigung steht vor der Unterzeichnung. Am 11.06. werden der Präsident des Päpstlichen Einheitsrates, Kardinal Edward Cassidy, und der Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes, Ismael Noko, den positiven Abschluss des gemeinsamen Prüfungsprozesses ducrh die beiden Kirchen der Presse vorstellen. Das gab der Vatikanische Pressesaal am 27.05. bekannt. Eine erste positive Reaktion darüber kommt vom Konfessionskundlichen Institut des Evangelischen Bundes. Bei der Erklärung handele es sich um einen " bemerkenswerten Konsens in der Rechtfertigungslehre und um einen ersten Schritt auf dem Weg zu mehr ökumenischer Gemeinschaft".

Vor Monopolen in den Medien, angesichts der Globalisierung, hat Papst Johannes Paul II. am 28.05. gewarnt. Bei einer Audienz katholischer Rundfunk - und Fernsehfachleute betonte er, die Medien dürften den Kontakt zur lokalen Wirklichkeit nicht verlieren. Die sozialen Kommunikationsmittel werden nach Ansicht des Papstes immer wichtiger für die Formung der Mentalität der Gesellschaft. Die Medien hätten die Aufgabe, Anregung zum Nachdenken zu geben. Zudem sollten sie mit Kompetenz und Kreativität Hilfen anbieten für eine Kommunikation, die im Dienst des Guten steht.

Der Apostolische Stuhl hat die Ahndung der Menschenrechtsverletzungen im Kosovo durch die internationale Justiz begrüsst. Die Vatikanzeitung "Osservatore Romano" schreibt am 28.05. , der Haager Gerichtshof macht Slobodan Milosevic direkt für Kriegsgreul und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantwortlich. Wichtig sei in diesem Zusammenhang, dass auch in den internationalen Beziehungen die Rechte von Menschen und Völkern Vorrang haben, so der Osservatore Romano.

Der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Joseph Ratzinger, ist in den Malteser-Orden aufgenommen worden. Grossmeister Andrew Bertie verlieh ihm den Titel eines Ehren - und Devotionsgrosskreuz-Bailli. Das wurde am 29.05. in Rom bekannt. Diesen sehr selten vergebenen Rang erhalten in dem Ritterorden nur Kardinäle oder Chefs regierender Adelshäuser.

Papst Johannes Paul II. hat die deutsche Kirche dazu aufgerufen, die katholischen Diasporagemeinden im In-und Ausland weiterhin ideel und materiell grosszügig zu unterstützen. In einer Botschaft zum 150-jährigen Bestehen des Bonifatiuswerkes der deutschen Katholiken unterstrich der Papst die Bedeutung des Werkes, das für Diasporaseelsorge zustänig ist. Das Bonifatiuswerk ist nach Ansicht des Papstes ein wichtiges Intsrument der Evangelisierung. Deshalb sollten die Verantwortlichen und Förderer des Bonifatiuswerkes sowie Katholiken in der Diaspora gemeinsam das Netz des Gebens und Nehmens weiterknüpfen. In Paderborm, dem Sitz der Organisation, feierten am 29.05. rund 1000 Gäste mit einem Festgottesdienst und einem Jubiläumsakt den 150. Geburtstag des Diasporawerkes.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Die orthodoxen Bischöfe des Landes haben eine Waffenruhe auf dem Balkan zum orthodoxen Pfingstfest am 30.05. gefordert. In einer gemeinsamen Pfingstbotschaft, die am 25.05. veröffentlicht wurde heisst es, jeder Krieg ist eine moralische und existentielle Niederlage der Menschheit. Die orthodoxen Kirchenführer beklagen die immer grössere Zahl der Opfer des Krieges, die bei den Vertreibungen zugrunde gehen, und jene, die den Bomben und Raketen zum Opfer fallen, sind geschaffen nach dem Gleichnis Gottes, so die orthodoxen Bischöfe.

Deutschland

Nach Ansicht des Präsidenten der Bischofskommission der Europäischen Union, Bischof Josef Homeyer, ist die Teilnahme an den Europawahlen am 13.06. eine Antwort auf die Jugoslawienkatastrophe. In einem Interview mit der Katholischen Nachrichtenagentur betonte der Hildesheimer Bischof, die Wahl zum Europaparlament sei gleichsam ein Protest gegen die Bedrohung der europäischen Einigung. Mit der Teilnahme an der Europawahl können die Wähler für die Hoffnungen eintreten, unter denen die Osteuropäer 1989 bei der Wende in ihren Staaten aufgebrochen sind. Das sind auch die Hoffnungen aller Völker auf dem Balkan, so Homeyer. Der Bischof warnte davor, die nationale Souveränität als Alternative zur europäischen Einigung überzubewerten. Der Nationalismus habe Europa vielmehr in diesem Jahrhundert an den Abgrund geführt , so Bischof Homeyer.

Deutschland

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Karl Lehmann, hat das Vorgehen der rot-grünen Koalition der Posten der EU-Kommissare kritisert. Es habe ihn geärgert, dass die Besetzung in der Koalitionsvereinbarung zwischen SPD und Bündnisgrünen festgeschrieben wurde. Für die Neubesetzung sollte man den Besten oder die Beste holen, so Lehmann am 28.05. Lehmann ist überzeugt, dass die Politik durch ein solches Verfahren viel kaputt mache.

Deutschland

Unter dem Motto " Gehen - Sehen - Handeln - Frauen bewegen die Ökumene" sind am 29.05. in Kassel 50 Jahre Weltgebetstag der Frauen in Deutschland gefeiert worden. Der Weltgebetstag der Frauen gilt als grösste ökumenische Basisbewegung von Frauen. Er wird nach Angaben des internationalen Komitees des Weltgebetstages jährlich in mehr als 170 Ländern begangen.

Deutschland

Bischof Karl Lehmann hält eine Entscheidung der katholischen Kirche über das Frauendiakonat für unabsehbar. In einem Vorwort zu dem Buch " Diakonat der Frau" von Dorothea Reininger schreibt der Vorsitzende der Bischofskonferenz, das Thema Diakonat der Frau sei mit ausserordentlich komplexen und schwierigen Problemen verbunden. Sie mache auch Fachtheologen schwer zu schaffen. Dabei seien dornige Fragen zu lösen. Das Buch Diakonat der Fau erscheint in wenigen Wochen im Schwaben-Verlag.

Deutschland

"Weil Wenige reich sind, sind so Viele arm". Unter diesem Motto hat die Initiative " Ordensleute für den Frieden" am 28.05. gegen das gegenwärtige Wirtschaftssystem protestiert. In einer an Bundeskanzler Gerhard Schröder gerichteten Botschaft fordern die Demonstranten eine Infragestellung der jetzigen Geldordnung und den Primat der Politik über die Wirtschaft. Gleichlautende Botschaften sollen auch dem Kölner Erzbischof, Kardinal Joachim Meisner, übermittelt werden.

Deutschland

Die Kirchen können in Deutschland zu den letzten Garanten des sozialen Ausgleichs werden. Wie der innenpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Cem Özdemir, am 26.05. in Berlin erklärte, müssten sie sich aber aufraffen, ihren Auftrag ernst zu nehemn. Konkret forderte er die Kirchen auf, von ihrer institutionellen Macht abzugehen.

Deutschland

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Karl Lehmann, hat Johannes Rau zur Wahl als Bundespräsident gratuliert. Lehmann würdigte in seinem Glückwunschschreiben die Glaubwürdigkeit Raus und seine Bereitschaft zum Dialog mit den Kirchen.

Österreich

Kardinal Christoph Schönborn hat in einer Grussbotschaft zum orthodoxen Pfingstfest seine Hoffnung auf einen baldigen und dauerhaften Frieden auf dem Balkan zum Ausdruck gebracht. In einem Schreiben an den ökumenischen Patriarchen, Bartholomöus I., und den serbisch-orthodoxen Patriarchen, Pavle, hob Schönborn ausserdem die Gemeinsamkeiten von Orthodoxen und Katholiken hervor.

Schweiz

Der Sekretär der Bischofskonferenz, Roland Trauffer, hat mehr Sachlichkeit in der Diskussion um Ausländer und Asylsuchende in der Schweiz gefordert. Bei der Jahresversammlung der katholischen Ausländerseelsorge kritisierte Trauffer am 28.05. , aufgrund der anstehenden Wahlen in die eidgenössischen Kammern werde die Frage der Ausländer so polemisch thematisiert, wie seit 20 Jahren nicht mehr. Die ausländischen Mitchristen in der Schweiz müssten helfen, in dieser schwierigen Phase immer wieder um Verständnis zu werben.

 

E U R O P A

Jugoslawien

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen - UNICEF - hat psychologische Hilfsprogramme für traumatisierte Kinder aus dem Kosovo gefordert. Tausende Kinder hätten schwere seelische Schäden erlitten und bräuchten dringend psychologische Nothilfe, erklärte UNICEF am 26.05. in Bonn. Die Kinder waren nach Angaben des Kinderhilfswerkes oft Zeugen von Morden und Misshandlungen. Hilfsmassnahmen dürften sich daher nicht auf reine Überlebenshilfe beschränken, sondern müssten auch psychologische Hilfe einschliessen, so UNICEF.

Jugoslawien

Die grossen christlichen Kirchen Europas lancieren eine gemeinsame Initiative für den Frieden auf den Balkan. In den kommenden Tagen soll dem jugoslawischen Präsidenten Milosevic und dem UNO-Generalsekretär Annan ein Dokument übergeben werden, das Katholiken, Orthodoxe und Protestanten gemeinsam unterzeichnen. Was genau in dem Dokumnet drin steht, das Annan und Milosevic übergeben wird, ist Geheimsache. Bekannt ist nur, dass darin ein Waffenstillstand gefordert wird.

Russland

Der russisch-orthodoxe Patriarch, Alexj II. , hat Zweifel an der Nützlichkeit eiens Papstbesuches in Moskau geäussert. Wie die Nachrichtenagentur ITAR- TASS am 26.05. meldete, wolle Alexj es nicht mit einem Händedruck vor Fernsehkameras beenden lassen. Er wünscht die Unterezcihnung eines gemeinsamen Dokumentes über die Frage der katholischen Aktivitäten in der Ukraine. Den Katholiken dieser Region wird Proselytismus vorgeworfen.

Italien

Mit grosser Mehrheit hat das römische Parlament am 26.05. eine Änderung des umstrittenen liberalen Abtreibungsrechtes gefordert. Den Antrag haben katholische Abgeordnete aller Parteien durchgesetzt, denen es in der gleichen Sitzung auch gelungen war, das Gesetz zur künstlichen Befruchtung einzuengen: danach ist nur eine homologe Befruchtung mit dem Samen des Parteners, nicht aber dem Samen Dritter, erlaubt.

A S I E N

Israel

Der lateinische Patriarch von Jerusalem, Michel Sabbah, hat am 28.05. in einem Pastoralbrief die Christen zur Einmischung in die Politik aufgerufen,da, wie er schreibt, manche den Frieden mit Gewalt erzwingen wollen. Es gehe nicht darum, Partei zu ergreifen, warnt Sabbah, sondern darum, Gerechtigekeit für die Unterdrückten zu fordern und die Schwachen zu schützen. Israel habe mit Kraft und durch Gewalt seine Schlachten gewonnen und einen Staat geschaffen. Die Suche nach Frieden sei bislang ergebnislos verlaufen. Zudem versuche Israel, den Frieden mit Gewalt zu erzwingen. Hundert Jahre Konflikt zwischen Juden und Arabern hätten nur Opfer gefordert und keinen Frieden gebracht.

A F R I K A

Sudan

Die Regierung des Landes hat jetzt eine Kommission eingesetzt, die das Phänomen der Sklaverei bekämpfen soll. Das neue Organ soll sich für die sichere Rückkehr von Frauen und Kindern in den Südsudan einsetzen. Die Befugnisse der Kommission gehen nach Angaben des Rundfunksenders BBC sogar so weit, dass die Verdächtige verhaften lassen und Entführer gerichtlich verfolgen kann.

A M E R I K A

Mexiko

Bischof Samuel Ruiz hat angekündigt, weiterhin im Chiapas-Konflikt vermitteln zu wollen. Nach einem Treffen von Kirchenführern aus der Region erklärte Ruiz am 25.05. , dies sei die Arbeit, die man von ihm erwarte, so die Nachrichtenagentur REUTER. Der katholische Bischof hatte bereits früher in dem Konflikt zu vermitteln versucht. Im letzten Jahr hatte er sich aber aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. In Chiapas kämpfen Zapatisten-Rebellen für die Rechte der indigenen Völker.

Kuba

Die Regierung in Havanna hat nach Angaben eines Oppositionspolitikers die bei der Papstreise im letzten Jahr gegebenen Versprechen nicht eingehalten. Statt der angekündigten 300 politischen Gefangenen, seien nur rund 90 freigelassen worden, so ein kubanischer Politiker. Zwar habe das Regime Castros nach dem Papstbesuch seine Einschüchterungspolitik abgemildert, jedoch habe sich in den letzten Monaten die harte Haltung gegenüber der Opposition wieder verstärkt.

V E R E I N T E N A T I O N E N

Die Kulturorganisation der Vereinten Nationen - UNESCO - hat am 28.05 die Gemeinschaft St. Egidio mit der Medaille "Mahatma Ghandi für den Frieden" ausgezeichnet. Die römische Basisgemeinschaft wurde für ihre Bemühungen um den Frieden zwischen den Völkern und den Aufbau einer neuen Kultur, die von Prinzipien der Toleranz geprägt ist, geehrt.

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Samstag:" Wochenkommentar" und "Sonntagsbetrachtung"

Sonntag:" Aktenzeichen"

Montag:"Weltkichen-Magazin"

Dienstag:" Radioakademie"

Man hört Radio Vatikan

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

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World-Radio-Network um 1.00, 9.30, 16.00 und 19.30 Uhr

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und ZDF (7.56 MHz digital)

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Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen

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Für die Internet-Nachrichten verantwortlich: Eva Rohrmann

Redaktion dieser Ausgabe : Eva Rohrmann

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E-Mail:DEUTSCH@VATIRADIO.VA

Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Dienstag,1.06.1999

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