Stichwortsuche
Archiv
Programmvorschau
Freundeskreis
Real Audio
www.kath.de

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Sonntag, 23. Mai bis Dienstag, 25. Mai 1999.

V A T I K A N

Am 22.05. hat auf dem Petersplatz eine Feier zum Abschluss der römischen Stadtmission stattgefunden. Dabei rief Papst Johannes Paul II. die Gläubigen in aller Welt erneut zum Gebet für den Frieden auf den Balkan auf. Besonders am Fronleichnamfest sollten die Gläubigen für die Menschen im Kosovo beten. Rund 50.000 Katholiken aus der Diözese des Papstes haben an der Vigilfeier zu Pfingsten teilgenommen, die die drei Jahre dauernde Volksmission der Stadt Rom abschloss. Während dieser Zeit haben rund 15.000 Freiwillige Hausbesuche bei etwa 70 Prozent aller römischen Haushalte unternommen und dabei über zwei Millionen Exemplare der Apostelgeschichte des Neuen Testamentes verteilt.

Papst Johannes Paul II. hat beim Mittagsgebet am 23.05. die Hoffnung ausgesprochen, dass die neuen geistlichen Gemeinschaften weiterhin gut mit Diözesen und Pfarreien zusammenarbeiten. Er erinnerte an die Grossveranstaltung der geistlichen Bewegungen vor genau einem Jahr in Rom. Sie hätten bereits gute Früchte gebracht. Diese würden - so die Hoffnung des Papstes - demnächst durch einen Kongress des Vatikanischen Laienrates über die Zusammenarbeit der Bewegungen mit den Bischöfen noch verstärkt. Dann sprach Johannes Paul II. die Hoffnung aus, dass die römische Stadtmission die erhofften Früchte trägt. Die säkularisierte Welt von heute brauche die Verkündigung durch jeden Christen.

Papst Johannes Paul II. hat am 24.05. eine staatliche Delegation Bulgariens gebeten, sich für den Frieden auf dem Balkan einzusetzen. Die Gäste halten sich unter Leitung von Premierminister Ivan Kostov aus Anlass des Festes der heiligen Slavenapostel Cyrill und Methodius in Rom auf. Erstmals besuchen sie gemeinsam mit einer Delegation aus Mazedonien das Grab des heiligen Cyrill in einer römischen Basilika. Der Papst erinnerte in seiner Ansprache an die völkerverbindende Arbeit der Slavenapostel. Sie seien frühe Vorreiter der Ideale eines in Frieden vereinten Europas.

Radio Vatikan hat am 24.05. eine tägliche Sondersendung auf Albanisch und Italienisch für die Flüchtlinge aus dem Kosovo begonnen. Zielsetzung der Sendereihe ist Hilfe und Kontakt. Es geht um die humanitäre Hilfe, die noch lange nötig sein wird, so Programmdirektor, Federico Lombardi. Radio Vatikan wurde von Hilfsorganisationen vor allem der katholischen Kirche darum gebeten. Zwei Mitarbeiter von Radio Vatikan haben sich während der letzten Tage vor Ort nach den Wünschen und Hoffnungen der Geflohenen und der Hilfseinrichtungen informiert, und daher ist Radio Vatikan zu der Erkenntnis gekommen, die humanitäre Tradition aus der Zeit des Zweiten Weltkriges wieder aufnehmen zu sollen, so Pater Federico Lombardi.

Papst Johannes Paul II. hat am 25.05. den Bürgermeister von Moskau, Jurj Luschkow, in Privataudienz empfangen. Anschliessend sprach der russische Gast mit Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano. Ein Vatikansprecher erklärte, es sei bei den Gesprächen um eine Zusammenarbeit zum geistlichen und materiellen Nutzen der Bewohner Moskaus gegangen. Agenturmeldungen, denen zufolge Luschkow den Papst nach Moskau eingeladen hat, wurden vom Vatikansprecher nicht bestätigt.

Der Päpstliche Rat für "Menschen unterwegs" hat am 25.05. ein Dokument über die Wallfahrtsorte vorgestellt. Fachleute machen darauf aufmerksam, dass Pilgerreisen aufgrund der heutigen Mobilität wieder grössere Bedeutung gewinnen. Im Zusammenhang mit dem Jubeljahr 2000 werden nicht nur in ROm, sondern auch an anderen Wallfahrtsorten Millionen von Pilgern erwartet.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Bischof Walter Kasper von Rottenburg-Stuttgart hat am 23.05. im Südwestfunk gefordert, dass die Kirchen ihre gegenseitigen Verurteilungen aufheben. Es sei Zeit, in versöhnter Verschiedenheit zu leben. Man müsse zwischen den Kirchen grosszügige Freiheit in den Formen zulassen. Ökumene muss nach Kaspers Auffassung von dem ausgehen, was eint und nicht was trennt. Derweil verabschiedete sich Bischof Kasper am 24.05. feierlich von seiner Diözese. in seiner Predigt bezeichnete Kasper die Weitergabe des Glaubens an kommende Generationen als Schicksalsfrage der Kirche. Am 1. Juni wird Kasper im Vatikan Sekretär des Rates für die Einheit der Christen.

Deutschland

Priester sollen von Verwaltungsarbeit befreit werden , damit sie sich mehr ihren spirituellen Aufgaben widmen können. Das hat Kardinal Josef Ratzinger jetzt in einem Fernsehinterview gefordert. Die Bischöfe seien verpflichtet, dafür zu sorgen, dass die Priester nicht durch Sitzungen und Administration erdrückt werden.

Deutschland

Im Berliner Dom hat zum 50. Jahrestag der Gründung der Bundesrepublik am 24.05. ein ökumenischer Gottesdienst stattgefunden. In seiner Predigt hat der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Karl Lehmann, den Gottesbezug in Präambel des Grundgesetzes verteidigt. Gott sei das letzte Fundament für die Untastbarkeit der Menschenwürde. Darin seien sich Juden, Christen und Muslime einig. Nur die Gottesebenbildlichkeit des Menschen kann nach Ansicht des Mainzer Bischofs verhindern, dass der Mensch "Mittel zum Zweck" und allerlei Instrumentalisierungen unterordnet wird. Den im Grundgesetz festgeschriebenen Bezug auf Gott wird nach Lehmanns Worten jedoch kein Christ allein für sich beanspruchen. Niemand könne es aber Christen verwehren, darin den "Schöpfer des Himmels und der Erde sowie den Vater Jesu zu entdecken und zu benennen". Dieses Bekenntnis dürfe niemandem auferlegt, es dürfe aber auch nicht vernebelt werden. Lehmann betonte, in konkreten Fragen werde die in Anspruch genommene Würde des Menschen "eine schwere Bürde". Als Beispiele nannte er Probleme um Embryonenforschung und Genetik, Hirntod und Organtransplantation, Abtreibung und Euthanasie.

Deutschland

Der Berliner Kardinal, Georg Sterzinsky, und der evangelische Bischof, Wolfganf Huber, sind am 25.05. mit dem Comenius-Preis ausgezeichnet worden. Die beiden Kirchenvertreter wurden für ihr Engagement zur Einführung des Religionsunterrichtes in den neuen Bundesländern geehrt.

Deutschland

Eine Delegation des Zentralkomitees Deutscher Katholiekn, ZDK, wird in der kommenden Woche zu Gesprächen mit Vertretern jüdischer und christlicher Institutionen nach Paris reisen. Die Reise die vom 30. 05. bis 2.06. andauert, findet zu einem Zeitpunkt statt, wo die französischen Dachverbände des Judentums über ihre Haltung zum Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern über ihre Haltung zum Friedensprozess zerstritten sind.

Österreich

Kardinal Christoph Schönborn hat die Katholiken Wiens ersucht, für den Frieden auf dem Balkan zu beten. Es gehe um die Versöhnung zwischen den Völkern, die zerrissen, geplagt und bis ins Innerste verletzt seien. Schönborn meinte, das Pfingstgeheimnis zeige, dass die Kirche immer schon in der Sprache aller Völker spreche. Gleichzeitig sei das Fest eine Absage an alles Lagerdenken innerhalb der Kirche. Das Kommen des Heiligen Geistes habe aus den verängstigten Aposteln mutige Zeugen gemacht.

E U R O P A

Ungarn

Die evangelischen und orthodoxen Kirchen Europas und Nordamerikas bemühen sich um eine gemeinsame Linie in ihrer Beurteilung des Kosovo-Konfliktes. Am 26. und 27.05. werden Kirchenvertreter in Budapest konkrete Massnahmen zur Förderung des Friedens auf dem Balkan besprechen. Das Gewicht der Kirchen für einen dauerhaften Frieden soll dabei verstärkt werden, so der Europasekretär des Weltkirchenrates in Genf.

Russland

Am 22.05. sind in Sankt Petersburg drei junge Russen zu Priestern geweiht worden. Es war dies die erste katholische Priesterweihe in dem mehrheitlich othodoxen Land seit 1917. Aus dem Vatikan nahm als Gast der Präfekt der Ostkirchenkongregation, Kardinal Achille Silvestrini, teil.

Russland

Das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Alexji II., hat am 24.05. zu verstärkten Bemühungen für ein Ende des Kosovo-Krieges aufgerufen. Am Rande einer Prozession zum Gedenken an die heiligen Cyrill und Methodius forderte er ausserdem, dass die sterblichen Überreste des Gründers des Sowjetstaates, Vladimir Lenin, vom Mausoleum am Roten Platz an eine andere Begräbnisstelle verbracht werden. Es sei unmoralisch, wenn an diesem Ort Konzerte und andere Veranstaltungen in unmittelbarer Nähe zu den sterblichen Überresten von Politikern stattfänden, so der Patriarch.

Griechenland

Das Oberhaupt der griechisch-orthodoxen Kirche, Christodoulos, hat am 23.05. - wie er sagt - eine " europäische Verachtung" gegenüber dem serbischen Volk beklagt. In einer gemeinsam mit dem ökumenischen Patriarchen Bartholomäus I. zelebrierten Liturgie erklärte er, das christliche Bewusstsein Europa verachte Glauben und Geschichte eines gesamten Volkes. Christodoulos gilt als ultra- nationalistisch. Der ökumenische Patriarch Bartholomäus bot bei der Messe allen Menschen ,unabhängig von ihrem Glauben, die Unterstützung der Orthodoxie an.

Griechenland

Der ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomäus I. , hat sich erneut scharf gegen die Nato-Bombardaments in Jugoslawien ausgesprochen. In Athen bezeichnete der Patriarch das Vorgehen der Nato als Kriegswahnsinn und erklärte, dass das ursprünglich humanitäre Ziel im Kosovo zur Unmenschlichkeit verzerrt worden sei.

Europäische Union

Die Europäischen Bischöfe wollen mit dem neu zu wählenden Eu-Parlament in Strassburg zusammenarbeiten. In einer gemeinsamen Erklärung nannten die Oberhirten die Bereiche, in denen sie gemeinsam mit den Parlamentariern aktiv werden möchten. Gemeinsame Lösungen müssten vor allem gegen Arbeitslosigkeit, Ausländerhass und Ausgrenzung gefunden werden, so die Bischöfe.

Frankreich

Die Kirchenjury hat bei den Filmfestspielen von Cannes den Film "Alles über meine Mutter" ausgezeichnet. Das Werk des Spaniers, Pedro Almodovar, zeichne sich durch Brillanz und Humor aus. Eine weitere Prämie der ökumenisch besetzten Jury erhielt der Streifen "Rosetta" von dem belgischen Brüderpaar Luc und Jean-Pierre Dardenne.

A S I E N

Israel

Der oberste religiöse Führer der Palästinenser hat am 22.05. den neu gewählten israelischen Ministerpräsidenten, Ehud Barak, als Kriegsverbrecher bezeichnet. Beim Freitagsgebet in der Al-Akscha-Moschee warf Scheich Ikrima Sabri den Verantwortlichen der arabischen Länder vor , mit - wie er sagte - internationalen imperialistischen Kräften zusammenzuarbeiten. Der von Palästinenserpräsident Yassir Arafat berufene Scheich erklärte, die Muslime würden von korrupten Führern gelenkt. Man hätte Israel bombardieren müssen, statt zu applaudieren. Die Freitagspredigt wurde über Lautsprecher nach Aussen übertragen und von den palästinensischen Medien verbreitet. Darin hiess es, das Heilige Land sei schon immer islamischer Besitz.

Iran

Staatspräsident Khatami hat am 23.05. dazu aufgerufen, eine islamische Demokratie einzurichten. Anlässlich einer Feier zum 2. Jahrestag seiner Bestellung in das höchste Staatsamt forderte er die Einführung von Oppositionsparteien und offenen Parlamentsdebatten. Vor rund 100.000 Gemeinderäten aus dem ganzen Iran meinte der Reformpolitiker, der Iran stehe an einem Scheideweg. Man müsse jetzt ein muslimische Demokratie werden.

China

Am 23.05. ist es im Zentrum der Volksrepublik zu blutigen Zusammenstössen zwischen rund 500 Christen und der Polizei gekommen. Die Behörden planen die älteste Kirche von Xian schliessen zu lassen und in ein Geschäftszentrum zu verwandeln. Dagegen protesierten rund 500 aufgebrachte Christen. Das Gotteshaus ist der Regierung seit langem ein Dorn im Auge, da es vor allem sonntags bis zu dreitausend Gläubige anzieht.

Philippinen

Die Kirche widersetzt sich dem neuen Gesetz, das die Zusammenarbeit zwischen dem US-amerikanischen mit dem einheimischen Militär auf den Philippinen regeln soll. Am 23.05. hatte Kardinal Jaime Sin von Manila das Vorhaben energisch zurückgewiesen. Ihm zufolge unterliegen die US-Soldaten auf den Philippinen nicht dem dortigen Gesetz. Die Kirche fürchtet vor allem die sexuelle Ausbeutung der philippinischen Frauen durch US-Soldaten.

Sri Lanka

Im Kultusministerium des ehemaligen Ceylon gibt es seit eingen Tagen eine Behörde, die sich mit Angelegenheiten der Christen befasst. Ziel der neuen Institution ist es, die Rechte der Christen zu fördern und eine entsprechende Untersützung des Staates zu erreichen.

A M E R I K A

Kuba

Kardinal Jaime Ortega hat in Havanna Gnade für zwei zum Tode verurteilte salvadorianische Priester gefordert. In einem Brief an Staatspräsident Fidel Castro verlangte der Kardinal, aus humanitären und christlichen Gründen von der Bestätigung des Gerichtsurteils abzusehen. Die beiden Geistlichen waren im März des Terrorismus für schuldig befunden und zum Tod durch Erschiessen verurteilt worden.

Vereinigte Staaten

Eine Ethikkommission hat nach Zeitungsangaben jetzt erklärt, medizinischer Nutzen rechtfertige Forschung an menschlichen Embryonen und ihre Zerstörung. Die "Washington Post" berichtete am 23.05., dass die von Präsident Clinton berufenen Ethik-Fachleute, sich damit über ein Votum des Kongresses hinwegsetzten. Dieser hatte Forschung an menschlichen Embryonen verboten. Die Ethiker verlangen staatliche Förderung der Wissenschaft an Embryonen.

 

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Dienstag:" Radioakademie"

Mittwoch:" Römische Woche"

Donnerstag:"Kreuz des Südens"

Freitag:"Prisma-Magazin"

Samstag:" Wochenkommentar" und "Sonntagsbetrachtung"

Man hört Radio Vatikan

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

Mittelwelle : 1530 Khz

Kurzwellen: 5880, 7250, 9645 Khz

Radio Vatikan ist ferner zu hören über Astra 1A durch

Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr

Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital) verbreitet wird.

World-Radio-Network um 1.00, 9.30, 16.00 und 19.30 Uhr

Tonunterträger von Sky Movies (7.38 MHz analog)

und ZDF (7.56 MHz digital)

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen

Tel.: 0 21 02/2 30 31 Fax: 0 21 02/ 2 14 13

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich: Eva Rohrmann

Redaktion dieser Ausgabe : Eva Rohrmann

Tel.:0039 06 6988 4101, Fax: 0039 06 6988 3844

Post:Radio Vatikan-sezione tedesca,I-00120 Citta del Vaticano

E-Mail:DEUTSCH@VATIRADIO.VA

Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Samstag,29.Mai 1999

top