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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen ! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Mittwoch, 19. Mai bis Samstag, 22. Mai 1999

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat bei der Generalaudienz am 19.05. die Nato aufgefordert für Dialog und Verhandlungen einzutreten. Gleichzeitig kündigte der Vatikan an, dass er eine Sonderbriefmarke herausbringen werde. Mit dem Erlös des Verkaufs soll den albanischen Flüchtlingen aus dem Kosovo geholfen werden.

Am 20.05. ist der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Lehmann, von Papst Johannes Paul II. in Audienz empfangen worden. Über den Inhalt der Gespräche wurde nichts bekannt. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass die kirchliche Schwangerschaftskonfliktberatung in Deutschland zur Sprache kam. Es wird erwartet, dass der Papst in den kommenden Monaten sein Votum zu dem Thema abgeben wird.

Papst Johannes Paul II. hat grundsätzlich jede Art von ethischen Säuberungen verurteilt. Vor acht neuen Vatikan-Botschaftern richtete er am 20.05. einen Appell an alle Nationen , ihren "Einsatz für Frieden, Zusammenarbeit, Solidarität und Einvernehmen zwischen den Völkern" zu intensivieren. Der Vatikan trete im Rahmen seiner Möglichkeiten dafür ein, dass die Waffen schweigen.

Vor dem Jubeljahr 2000 wird im Vatikan eine interreligiöse Versammlung stattfinden, zu der mehr als 200 Angehörige christlicher Konfessionen und anderer Religionen geladen sind. Vom 24.10. bis 29.10. dieses Jahres soll es um die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Religionen gehen.

Der Apostolische Stuhl hat am 19.05. offiziell das Programm der Reise von Papst Johannes Paul II. nach Armenien im kommenden Juli bekanntgegeben. Ein Besuch des Denkmals für den armenischen Völkermord ist darin ebenso vorgesehen, wie eine Eucharistiefeier nach armenischem Ritus.

Papst Johannes Paul II. hat am 20.05. die Bischöfe Kenias anlässlich ihres Ad-Limina-Besuches in Audienz empfangen. In seiner Ansprache forderte der Papst die Bischöfe auf, sich in ihrem Land beosnders für eine neue Moral und eine verantwortungsbewusste Politik einzusetzen. Nur unter diesen Voraussetzungen könnte die von der Bevölkerung schon lang erwartete Demonkratie, auch auf der Basis einer ethischen Erneuerung, verwirklicht werden, so der Papst.

Der Pressesprecher des Vatikan, Joaquin Navarro-Valls, hat am 21.05. Meldungen dementiert, wonach eine Reise des Papstes in den Irak für Herbst vorgesehen sei. Richtig sei allerdings, dass der Papst die Heimat des Patriarchen Abraham gerne besuchen würde, wie er in der Ankündigung des Jubiläumsjahres 2000 bereits geschrieben habe. Mehrere Nachrichtenagenturen hatten eine Papstvisite im chaldäischen Ur für November des Jahres gemeldet.

Mit einer Gebetswache auf dem Petersplatz am Vorabend des Pfingstfestes am 22.05. beschliesst Papst Johannes Paul II. die "römische Stadtmission". An der Aktion im Hinblick auf das Jubiläumsjahr 2000 haben sich tausende von Ordensleuten, Missionaren und Laien beteiligt.

Papst Johannes Paul II. hat am 22.05. erneut an die Verantwortlichen des Kosovokrieges appelliert, die Gewalt zu beenden. Sie sollten in einen offenen und ehrlichen Dialog eintreten, der zu einem gerechten und dauerhaften Frieden führt. In aller Schärfe kritisierte der Papst die Folgen der Vetreibung und des Krieges. Bei einer Audienz für den Ministerpräsidenten Mazedoniens, Ljubco Georgiewski, und Geistliche der orthodoxen Kirche aus Mazedonien würdigte der Papst das Engagement des Landes für Kosovoflüchtlinge. Mazedonien sei für viele Vertriebene zu einem Hafen der Sicherheit geworden, so der Papst.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Die Kirchen müssen nach Ansicht der Unionskandidatin für das Amt, des Bundespräsidenten, Dagmar Schipanski, in der Gesellschaft eine grössere Rolle spielen. Heute werde öffentlich zu wenig über Werte und die Grundlagen der Gesellschaft gesprochen. Gerade deshalb seien die Kirchen "nötiger denn je", so Schipanski gegenüber der Katholischen Nachrichtenagentur.

Deutschland

Der scheidende Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Walter Kasper, hat die katholische Kirche vor einem nachlassenden gesellschaftlichen Engagement gewarnt. Gegenüber der Katholischen Nachrichtenagentur meinte der künftig in Rom tätige Bischof, die Kirche solle sich in den öffentlichen Diskurs einmischen und öffentliche Verantwortung für das ganze Volk in sozialem, kulturellem und politischem Bereich wahrnehmen.

Deutschland

Die Kirchen sollen sich nach Angaben des SPD-Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten, Johannes Rau, auf ihre Rolle als Verkünder der christlichen Botschaft beschränken. In einem Interview mit der Katholische Nachrichtenagentur erklärte Rau, dass die Kirchen glaubwürdiger seien, wenn sie sich nicht zu Sachverständigen für alle Lebensbereiche erklärten. Der Politiker sprach sich ausserdem gegen eine Abschaffung der Kirchensteuer aus. Allerdings müssten die Kirchen selbst entscheiden, wie sie ihren Finanzbedarf decken. Der Staat könne hier nur Hilfestellung leisten.

Deutschland

Der Kölner Kardinal, Joachim Meisner, hat den Diözesanvorstand der Katholischen Frauengemeinschaft, KFD, in seinem Erzbistum zu einem Gespräch bestellt. Die KFD-Bundesversammlung forderte letzte Woche den Zugang für Frauen zu allen kirchlichen Ämtern. Diese Forderung und die Position der Frauen zu Ehe und Familie richteten sich frontal gegen kirchliche Grundauffassungen, erklärte das Erzbistum Köln am 20.05. Meisner wolle nach dem Gespräch mögliche Konsequenzen prüfen.

Deutschland

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Karl Lehmann, hat am 22.05. das Grundgesetz gewürdigt. In einem Artikel der Mainzer Allgemeinen Zeitung schreibt Lehmann, das Zusammenleben der Menschen auf der Grundlage des Grundgesetzes hat Deutschland bei vielen ehemaligen Gegnern und anderer Nationen Vertrauen geschaffen.

Deutschland

Hans Peter Roethlin ist zum neuen Präsidenten des internationalen Hilfswerks Kirche in Not/ Ostpriesterhilfe gewählt worden. Der gebürtige Schweizer war bislang als Untersekretär im päpstlichen Medienrat einer der ranghöchsten Laienmitarbeiter im Vatikan. Er wird sein Amt am 5.10. am internationalen Zentralsitz des Werkes in Königstein bei Frankfurt antreten.

Österreich

Der Caritasdirektor, Michael Landau, hat an Bundeskanzler Viktor Klima appelliert, die Hilfe der Bevölkerung für die Kosovo-Flüchtlinge nicht bürokratisch zu blockieren. Der Grossteil der von der Bevölkerung angebotenen Quartiere für die Flüchtlinge stehe noch immer leer, erklärte Landau am 18.05. Eine Mischung aus Bürokratie und mangelndem politischen Willen verhindere derzeit, dass Menschen, die um ihr Überleben kämpfen, in Österreich Schutz und Sicherheit finden können, betonte Landau in einem Schreiben an Bundeskanzler Klima.

E U R O P A

Nordirland

Am 4.07. soll der traditionelle Marsch des teilweise militanten protestantischen Oranierordens in Nordirland stattfinden. Seit Tagen gibt es bereits Ausschreitungen zwischen Katholiken und Protestanten. Am 20.05. sind in Portadown neun Menschen, darunter mehrere Polizisten verletzt worden. Britische Radiosender berichten von acht Verhaftungen. Die Oranier bestehen darauf, ihre jährlichen Paraden im überwiegend von Katholiken bewohnten Stadtteil Drumcree, zu führen. Die Katholiken bewerten das als unannehmbare Provokation. Derzeit stockt der Friedensprozess in Nordirland. Grund ist vor allem der Streit über die Entwaffnung der Untergrundorganisationen.

Nordirland

Die anglikanische Kirche Irlands hat sich offiziell von dem teilweise militanten Oranierorden distanziert. Wenn die pro-britische Organisation ihren traditionellen Marsch in Portadown durchführen wolle, dürfe sie nicht an einem Gottesdienst in der nahgelegenen anglikanischen Kirche teilnehmen, erklärte die Kirchenleitung am 18.05. in Dublin. Die Kirche verurteile "uneingeschränkt die Gewalt und die Einschüchterungen" die seit mehreren Jahren mit dem Sreit um den Marsch in Portadown einhergingen, sagte der irische Primas, Erzbischofs Robin Eames .

Jugoslawien

Die katholische Bischofskonferenz des Landes hat ein ursprünglich für den 19.05. geplantes Treffen abgesagt. Grund sind die durch die Luftangriffe zerstörten Verkehrswege, die die Reise nach Belgrad unmöglich machen. Wie der katholische Erzbischof von Belgrad, Frank Perko, am 19.05. erklärte , werde es vor Kriegsende kaum zu einem Treffen der Bischöfe kommen. Auf dem Programm der Versammlung der sechs Bischöfe hätten die generelle Lage im Land sowie die Arbeit der Caritas und anderer Hilfswerke gestanden.

Rumänien

Staatspräsident Emil Constantinescu hat zwei Vertretern der orthodoxen und katholischen Kirche des Landes die höchsten Orden verliehen. Ausgezeichnet wurden der Patriarch der orthodoxen Kirche, Teoctist, und der Kardinal Alexandru Todea. Ziel der Ehrung ist es, die Beziehungen zwischen den beiden Glaubensgemeinschaften zu fördern, die in der Vergangenheit von Streit über Kircheneigentum überschattet wurden.

Italien

Der neue Staatspräsident, Carlo Azeglio Ciampi, hat mit einem besonderen Gruss an Papst Johannes Paul II. und einer Würdigung des Papsttums sein Amt angetreten. Bei der Vereidigungszeremonie am 18.05. im Parlament bezeichnete er den Papst als eine Gestalt von universeller Bedeutung für die höchsten menschlichen Werte.

Eine der ersten Amtshandlungen des neuen Präsidenten, der ein praktizierender Katholik ist, war ein Glückwunschtelegramm an den Papst anlässlich seines 79. Geburtstages.

Frankreich

Führende Religionsvertreter des Landes haben sich für bessere Sterbebegleitung und gegen Euthanasie ausgesprochen. Dazu sagte der katholische Strassburger Bischof, Joseph Dore`, bei einer Medizinertagung in Paris, dass alles getan werden müsse, um todkranken Menschen ihre Schmerzen zu lindern. Wenn dadurch der Tod eher einträte, sei dies dennoch ethisch vereinbar. Auch die Vertreter der französischen Protestanten, Juden und Muslime vertraten auf der Tagung ähnliche Meinungen.

Griechenland

Der ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I. , hält sich seit 20.05. erstmals zu einem offiziellen dreiwöchigen Besuch in Athen auf. Dabei wird er vor allem die Diözesen der griechisch-orthodoxen Kirche in den Landesteilen Epirus und Makedonien kennenlernen.

Polen

Der Lubliner Erzbischof, Jozef Zycinski, hat seine Gläubigen vor der von Rom abgespaltenen Priesterbruderschaft, Pius X. gewarnt.

Wer mit der traditionalistischen Bewegung sympathisiere, riskiere den Ausschluss aus der Kirche. Man könne nicht gleichzeitig den Papst anerkennen und Anhänger der Priesterbruderschaft des exkommunizierten ehemaligen Erzbischofs, Marcel Lefebvre, sein so Zycinski.

A S I E N

Vietnam

Seit Anfang des Monats gelten neue, von der Regierung verabschiedete Vorschriften für das religiöse Leben. Nach Angaben des vatikanischen Nachrichtendienstes FIDES behindern die Regeln eine freie Religionsausübung der Katholiken und führen zu einer persönlichen Kontrolle der einzelnen Gläubigen.

A F R I K A

Ruanda

Die Vatikanische Tageszeitung, Osservatore Romano, hat am 18.05. in einem Leitartikel beklagt, die katholische Kirche Ruandas werde diffamiert. Die Regierung in Kigali wolle den Eindruck erwecken, die Bischöfe seien Schuld am Völkermord vor fünf Jahren. Die Gerichte gingen sehr einseitig vor, heisst es. Es gebe eine Kampagne, um die katholische Kirche schlecht zu machen. Die Vatikanzeitung bezieht sich dabei unter anderem auf die Verhaftung von Bischof Augustin Misago vor drei Wochen.

A M E R I K A

Guatemala

Die Landesregierung hat die Einführung eines "Nationalen Tages des ungeborenen Lebens" beschlossen. Vom Jahr 2000 ab soll er jeweils am 25. März, für die Katholiken Tag der Empfängnis Jesu, begangen werden. Zu ihrer Entscheidung beruft sich die guatemaltekische Regierung auf die mehrmals von Papst Johanns Paul II. geforderte "Kultur des Lebens".

V E R E I N T E N A T I O N E N

Am Sitz der Vereinten Nationen in New York tagt derzeit das

"Forum geistlicher Führer". Thema der Beratungen ist das Verbot von nuklearen Waffen. Der Vatikanvertreter bei den Vereinten Nationen, Erzbischof Renato Martino, forderte bei der Konferenz am 20.05. eine Abschaffung aller Atomwaffen im 21. Jahrhundert. Erzbischof Martino hob hervor, dass der Vatikan immer wieder darauf hingewiesen habe, dass nukleare Waffen nicht vereinbar sind mit dem Frieden, den die Menschen für das 21. Jahrhundert suchen. Zwar hätten 152 Staaten den Vertrag von 1995 unterzeichnet, aber weit weniger hätten ihn auch ratifiziert. Martino forderte, das Verbot der Verbreitung von Nuklearwaffen müsse zu ihrer völligen Abschaffung führen.

Das Gefälle zwischen armen und reichen Ländern wird auch im Gesundheitsbereich immer grösser. Das hat Erzbischof Lozano Baragan am 21.05. bei der Versammlung der Weltgesundheitsorganisation der UNO betont. Der Vertreter des Vatikan wies ausserdem darauf hin, dass für die Bekämpfung des AIDS- Virus der Zugagng von Medikamenten nicht nur wohlhabenden Patienten vorbehalten sein dürfe. Besorgt zeigte sich Barragan auch darüber, dass Tuberkulose und andere Infektionskrankheiten sich wieder verbreiteten.

 

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Samstag:" Wochenkommentar" und "Sonntagsbetrachtung"

Sonntag:" Sie schreiben-wir antworten"

Montag:" Weltkirchen-Magazin"

Dienstag:" Radioakademie"

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Für die Internet-Nachrichten verantwortlich: Eva Rohrmann

Redaktion dieser Ausgabe : Eva Rohrmann

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E-Mail:DEUTSCH@VATIRADIO.VA

Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Dienstag,25.Mai 1999

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