Stichwortsuche
Archiv
Programmvorschau
Freundeskreis
Real Audio
www.kath.de

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigtsen Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Sonntag, 16. Mai bis Dienstag, 18. Mai 1999.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat am 16.05. vor Caritasmitarbeitern die Christen zu verstärktem Einsatz gegen die alte und neue Armut aufgerufen. Es gebe heute in der Welt offene und versteckte Formen von Ungerechtigkeit und Elend, die es zu bekämpfen gebe, so der Papst. Er feierte auf dem Petersplatz mit mehreren zehntausend Menschen - zumeist ehrenamtliche Mitarbeiter caritativer Einrichtungen - einen Gottesdienst anlässlich des Welttages der Caritas.

Papst Johannes Paul II. hat am 18.05. den deutschen Bundeskanzler, Gerhard Schröder, in Audienz empfangen. Anschliessend erklärte der Politiker vor Journalisten, er habe dem Papst und Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano die Sicht der NATO erläutert. Man sei durch Präsident Milosevic gezwungen, die Bombardaments fortzusetzen. Auf Anfrage unterstrich Schröder die Bedeutung der Kirchen für das gesellschaftliche Leben. Seit seiner Regierungsübernahme habe sich im Verhältnis zwischen Staat und Kirche nichts verändert. Er wisse um die Bedeutung der Kirchen und stehe mit der Bischofskonferenz und der EKD in gutem Austausch.

Christliche Caritas ist nicht identisch mit Solidarität. Sie ist vielmehr Ausdruck der christlichen Verantwortung für den Mitmenschen in der Gesellschaft. Das betonte der Präsident des Päpstlichen Rates Cor Unum, Erzbischof Paul-Josef Cordes, zum Abschluss des Caritas-Weltkongresses in Rom. Die grossen Hilfsstrukturen dürften den Einsatz des einzelnen und einzelner Gemeinden nicht ersetzen. Zudem betonte Cordes, der Dienst der Freiwilligen sei ein starkes Zeichen gegenüber der Gesellschaft. In ihm kämen Werte wie Bereitschaft, Selbstlosigkeit und Aufmerksamkeit gegenüber den anderen zum Ausdruck.

Der Papstbesuch in Rumänien hat die Tür für die Ökumene geöffnet. Das betonte Fernseh-Kaplan , Augusto Paterno, nach seiner Rückkehr aus Bukarest gegenüber der Nachrichtenagenur "Kathpress". Besonders beeindruckt ist er von der Ökumene an der Basis. Über den ökumenischen Aspekt hinaus habe der Papstbesuch aber auch die katholische Kirche beider Riten in Rumänien gestärkt.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Nach Ansicht des Münchner Kardinals, Friedrich Wetter, muss die deutsche Kirche bei ihren Institutionen "abspecken". Die deutsche Kirche sei überinstitutionalisiert. Davon seien nicht nur die Räte betroffen, sondern auch die Ordinariate, so Wetter. Zugleich betonte der Münchner Kardinal, dass das Gespräch innerhalb der Kirche verstärkt werden müsse. Das sei wichtiger, als die Schaffung neuer Strukturen, so Wetter.

Deutschland

Der Staat ist nach Ansicht der thüringischen Ministerin für Bundesangelegenheiten, Christine Lieberknecht, auf die Kirchen angewiesen. Die Politikerin sieht keine Instanz, die die Aufgaben der Kirche als Begründerin und Vermittlerin von Werten übernehmen könnte. Da der Staat dies weder leisten könne noch dürfe, gebe es zur Partnerschaft zwischen Staat und Kirche keine Alternative, so Lieberknecht.

Deutschland

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands, KFD, hat auf ihrer Delegiertenversammlung in Mainz ein aktualisiertes Verbandsprogramm verabschiedet. Darin plädiert die KFD für eine Verwirklichung gleicher Rechte für Frauen und Männer in Gesellschaft und Kirche sowie für ein Leben in Ehrfurcht vor Gottes Schöpfung. Ausserdem spricht sich die KFD für eine gerechtere Wirtschaftsordnung aus.

Deutschland

Einen "Abbau von Grundrechten" hat die katholische Friedensbewegung Pax Christi anlässlich des 50jährigen Bestehens des Grundgesetzes kritisiert. Der ursprüngliche Sinn von Grundrechten, "die individuelle Freiheitssphäre der Bürgerinnen und Bürger vor dem Zugriff des Staates zu schützen" habe sich in sein Gegenteil verkehrt. Das schrieb die deutsche Sektion von Pax Christi am 16.05.in einer Presseerklärung. Die Friedensbewegung fordert Bundestag und Parteien auf, den Raum für eine "dringend erforderliche Verfassungsdiskussion- und entscheidung für die Bürger freizugeben. Damit könne die Debatte nachgeholt werden, die nach der Wiedervereinigung Deutschlands versäumt worden sei.

Österreich

Für die Katholiken in Osteuropa war die Wahl von Papst Johannes Paul II. 1978 ein Zeichen Gottes in der Welt- und Kirchengeschichte. Daran hat jetzt der Vatikanische Nuntius in Wien , Erzbischof Donato Squicciarini, anlässlich des Geburtstages des Papstes am 18.05. erinnert. In der polnischen Nationalkirche von Wien wies der Vatikanvertreter auf die Kontinuität der päpstlichen Ostpolitik von Johannes XXIII. bis zu Johannes Paul II. hin. In den Jahren des Pontifikats von Johannes Paul II. sei in den sogenannten sozialistischen Ländern ein "innerer Prozess" gereift, so der Erzbischof. Die Rolle des Papstes bei der Wende von 1989 sei international unbestritten.

Österreich

Vertreter der Konferenz Europäischer Kirchen, des Moskauer Patriarchats und des Vatikan haben am 18.05. in Wien über die Kosovokrise und Jugoslawienkrieg beraten. Zum Abschluss des Gespräches soll eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht werden. Der Vatikan wurde dabei von seinem "stellvertretenden Aussenminister", Erzbischof Celestino Migliore, vertreten, das Moskauer Patriarchat vom Leiter seines Aussenamtes, Metropolit Kyrill.

Österreich

Der ökumenische Rat der Kirchen in Österreich hat scharfe Kritik an europäischen Aussagen von Wirtschaftsminister Hannes Farnleitner geübt. Dieser hatte bei einer Tagung in der Slowakei gesagt, Zitat: "Europa endet dort, wo die Orthodoxie beginnt". Mit dieser Äusserung habe Farnleitner Gräben aufgerissen und sowohl der orthodoxen als auch den anderen Kirchen ein grosses Ärgernis gegeben, heisst es in einem offenen Brief des Vorstandes des Rates der Kirchen. Er fordert Farnleitner auf, seine Aussage in aller Form zu wiederrufen. Dem ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich gehören alle christlichen Kirchen des Landes an.

Schweiz

Der neue Apostolische Nuntius in Bern, Erzbischof Giacomo de Nicolo', hat seine diplomatische Tätigkeit aufgenommen. Sein Beglaubigungsschreiben wird er am 28.05. übergeben. De Nicolo' war von Papst Johannes Paul II. im Januar zum Nuntius für die Schweiz und Lichtenstein ernannt worden.

Schweiz

Der Weltrat der Kirchen hat am 18.05. in einer Pfingsbotschaft die Christen in aller Welt aufgerufen, in der Kraft des Gottesgeistes die Einheit zu suchen. Über die Grenzen der verschiedenen Traditionen und Kulturen hinweg möge der Geist von Pfingsten die Kirchen führen, sich gegenseitig zu verständigen.

E U R O P A

Jugoslawien

Die serbisch-orthodoxe Kirche und die katholischen Bischöfe Europas wollen gemeinsam an einer Friedenslösung für den Balkan arbeiten. Das geht aus einer Erklärung hervor, die am 16.5. in Belgrad veröffentlicht wurde. Sie ist das Ergebnis einer gemeinsamen Konferenz, an der neben dem serbisch-orthodoxen Patriarchen Pavle auch der Präsident der Kommission der EU-Bischofskonferenzen, Josef Hohmeyer, teilgenommen hat. Hohmeyer bezeichnete seine Belgrader Gespräche als ernsthaft, tiefgehend und brüderlich. Man habe auch über die Rückkehr der Vertriebenen in das Kosovo und die Möglichkeit eines künftigen Zusammenlebens der Volksgruppen erörtert.

Jugoslawien

In der jugoslawischen Teilrepublik Montenegro sind drei stellvertretende Religionsminister ernannt worden. Je einer der Vizeminister ist für die orthodoxe Kirche, die katholische Kirche und die islamische Religionsgemeinschaft zuständig. Der katholische Erzbischof von Bar, Zef Gashi, begrüsste diesen Schritt der montenegrinischen Regierung.

Jugoslawien

Vor einem einseitigen Frieden auf dem Balkan hat der katholische Erzbischof von Belgrad, Franc Perko, gewarnt. Wenn die NATO ihre Luftangriffe einstelle, könne es zu noch mehr Gewalt kommen. Das westliche Militärbündnis solle vielmehr den Druck auf den serbischen Präsidenten , Slobodan Milosevic,so erhöhen, dass dieser einer internationalen Friedenstruppe im Kosovo zustimmen müsse.

Griechenland

Der orthodoxe Erzbischof von Athen, Christodoulos, hat am 17.05. für ein Ende der NATO-Angriffe in Jugoslawien gebetet. Bei einer Gebetswache in Athen unterstrich der Kirchenführer, dass sofort alles getan werden müsse, um den orthodoxen Brüdern beizustehen und den Albanern beim Wiederaufbau ihres Landes zu helfen.

Polen

Trotz behördlichen Verbotes ist am 16.05. eine hölzerne Kapelle am Rande des Konzentrationslagers Auschwitz eingeweiht worden. Der Führer der nationalistischen katholischen Bewegung, hatte den Holzbau errichtet. Anfang Mai hatte Staatspräsident Alexander Kwasniewski ein Gesetz unterzeichnet, mit dem Schutzzonen um ehemalige Konzentrationslager geschaffen wurden. Darin dürfen ohne ausdrückliche Genehmigungen keine Konstruktionen aufgebaut werden sowie keine Versammlungen stattfinden.

A S I E N

Israel

Der lateinische Patriarch von Jerusalem ,Erzbischof Michel Sabbah, hat dem neugewählten israelischen Präsidenten, Ehud Barak, gratuliert. Sabbah gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass Barak das Land zu Frieden, Gerechtigkeit und Versöhung führen werde. Die Bevölkrung mahnte er, gleich ob israelisch oder palästinensisch, zu Friedensbringern zu werden.

Korea

Erstmals hat in der vergangenen Woche ein Treffen zwischen dem Erzbischof von Seoul, Cheong Jin-Suk, und dem Führer der Buddhisten in Südkorea stattgefunden. Erzbischof Cheong betonte bei dem Gespräch, der Dialog und die Versöhnung zwischen den Religionsführern sei wesentlich, für die Wiederversöhnung und die nationale Einheit Koreas. Cheong äusserte daher den Wunsch, dass es noch weiter Treffen zwischen den Religionsführern geben wird.

A F R I K A

Sudan

Wenige Tage vor dem Besuch eines neuen UNO-Sonderberichterstatters im Sudan hat die Regierung des Landes jetzt der Sklaverei Krieg erklärt. Die Ankündigung ruft bei Beobachtern Skepsis hervor, da die Behörden selbst die Praxis zu unterstützen schien, der sie nun den Kampf angesagt haben. Der Vorgänger des neuen UNO-Berichterstatters hatte vor kurzem mit der Begründung seien Arbeit gekündigt, die Vereinten Nationen unterstützten ihn nur schwach. Die Menschenrechtslage im Sudan habe sich in den letzten Jahren nicht verbessert.

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Dienstag:" Radioakademie"
Mittwoch:"Römische Woche"
Donnerstag:"Kreuzfeuer"
Freitag:"Prisma-Magazin"
Samstag:"Wochenkommentar und Sonntagsbetrachtung"

 

Man hört Radio Vatikan

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr
Mittelwelle : 1530 Khz
Kurzwellen: 5880, 7250, 9645 Khz

Radio Vatikan ist ferner zu hören über Astra 1A durch
Radio Horeb
um 16.00 und 18.00 Uhr
Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital) verbreitet wird.
World-Radio-Network um 1.00, 9.30, 16.00 und 19.30 Uhr
Tonunterträger von Sky Movies (7.38 MHz analog)
und ZDF (7.56 MHz digital)

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen
Tel.: 0 21 02/2 30 31 Fax: 0 21 02/ 2 14 13

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich: Eva Rohrmann
Redaktion dieser Ausgabe : Eva Rohrmann

Tel.:0039 06 6988 4101, Fax: 0039 06 6988 3844

Post:Radio Vatikan-sezione tedesca,I-00120 Citta del Vaticano

E-Mail:DEUTSCH@VATIRADIO.VA

Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Samstag,22.05.1999

top