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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Sonntag, 9. Mai bis bis Dienstag, 11. Mai 1999.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat am 9.05 seine 3tägige Pastoralreise in Rumänien beendet. Die Höhepunkte am Tag der Abreise bildeten die Teilnahme an einem orthodoxen Gottesdienst der rumänischen Kirche sowie die Heilige Messe im Podul Izvor Park in Bukarest. Nur als Gast am Altar, weil eine Konzelebration nicht möglich war, verfolgte Papst Johannes Paul II. am 9.05. auf dem Platz der Revolution und Freiheit, wo sich rund 70.000 Menschen eingefunden hatten, die Heilige Liturgie des heiligen Johannes Chrysostomos. Es war das 2. Mal seit der Spaltung zwischen Ost-und Westkirche im Jahr 1054, dass der römische Pontifex mit einem Patriarchen der orthodoxen Kirchen während der Liturgie den Friedensgruss austauschte. Die Liturgie zog sich - wie das im Ostritus üblich ist - über mehr als drei Stunden hin. Der ökumenische Gedanke der Feier wurde dreimal deutlich: die gemeinsame Ehrung der Feier des Altares durch den Papst und Patriarch Teoctist, beim Friedensgruss zwischen den beiden Kirchenführern und bei der gemeisamen Erteilung des jeweiligen Segens. Bei den Fürbitten wurde der leidenden Menschen im Kosovo und in ganz Jugoslawien gedacht. Den Rahmen der Feier bildete der historisch bedeutsame Uniriplatz. Nach dem Gottesdienst hielt Patriarch Teoctist eine ausführliche Ansprache. Als Zeichen des Bemühens um bessere Beziehungen überreichte er dem Papst eine Ikone des Heiligen Apostel Andreas, den die Rumänen als Gründer ihrer Kirche verehren. Der Papst erwiderte das Geschenk mit einem Kelch für das rumänische Kirchenoberhaupt. Den Abschluss des Rumänienaufentahltes von Papst Johannes Paul II. bildete die grosse Heilige Messe im Podul Izvor Park. Dazu hatten sich tausende von Gläubige eingefunden, die mit über dreissig Sonderzügen aus ganz Rumänien angereist waren. Bei der Messe konzelebrierten nicht nur Kardinäle und die Bischöfe Rumäniens, sondern auch geladene Bischöfe der angrenzenden Länder. Im Gegensatz zum Morgen wohnte diesmal Patriarch Teoctist als Zuschauer bei. Nach der Messe am Sonntag nachmittag begab sich der Papst zum Flughafen von Bukarest wo er von Patriarch Teoctist,sowie von verschiedenen politischen Repräsentanten verabschiedet wurde. Die Abschiedsrede auf dem Flughafen Bukarest unterschied sich stark von sonstigen den Ansprachen des Papstes am Ende einer Pastoralreise. Johannes Paul II. sprach von einem neuen Pfingsten in Rumänien. Hier einige Auszüge aus seiner Rede: "Auch die Kirche atmet hier in besonders sichtbarer Weise mit ihren beiden Lungen. Die neue Sprache , die uns geschenkt wurde, ist die Sprache der brüderlichen Einheit. Jetzt sind wir aufgerufen, aus unseren gewohnten Grenzen auszubrechen, damit der Sturm von Pfingsten im alten Kontinent, bis an die Grenzen der Erde gehört wird. Ich erneuere den Wunsch, dass die Waffen endlich niedergelegt werden, damit man zum Dialog zurückkehrt. Ich möchte Euch meinen Traum von der Einheit der Kirchen und der Brüderlichkeit unter den Völkern anvertrauen, vor allem euch Jugendlichen von Rumänien." Der Papst bedauerte dann , dass er kein eigenes Treffen mit der Jugend halten konnte, aber er legte ihr den Traum Gottes - wie er ausdrücklich sagte - ans Herz, dass alle Menschen Glieder einer einzigen Familie und alle Christen eins sind, so Johannes Paul II. wörtlich. Der letzte Satz des Papstes auf rumänischer Erde lautete:" Tretet mit diesem Traum ins neue Jahrtausend ein". Die Presse Rumäniens wertet den Besuch des katholischen Kirchenführers positiv. Viele sprechen von der Hoffnung, die die Visite geweckt hat. Anerkannt wird auch das unermüdliche Bemühen des Papstes, womit er den Rumänen, so schreibt eine Zeitung , eine eindrucksvolle Lektion der Liebe, der Toleranz und der Bescheidenheit erteilt hat. Der Wiener griechisch-orthodoxe Metropolit, Michael Staikos, bezeichnete den Besuch des Papstes als Meilenstein. Er könnte einen Durchbruch bedeuten. Inzwischen gubt es auch die ersten Kommentare von Kirchenleuten zu den ökumenischen Schritten in Bukarest. Ein Berater des Patriarchen Teoctist sagte gegenüber einer Nachrichtenagentur: Die bisherigen Begegnungen haben nicht nur wesentlich zur Verbesserung der Beziehungen zwischen Katholiken und Orthodoxen beigetragen, sondern sie sind ein entscheidender Schritt voran, um die Einheit unter den Kirchen wieder herzustellen. Der katholische Erzbischof von Paris, Kardinal Jean-Marie Lustiger, meinte:" diese Reise hat grosse Hoffnungen geweckt. Sie könnte auch grosse Folgen haben, da der Wille zur Versöhnung und Liebe, der Wille zu einer wirklichen Kircheneinheit gesiegt habe."

Der Chef der gemässigten Kosovo-Albaner, Ibrahim Rugova, ist am 10.05. von Papst Johannes Paul II. in Privataudienz empfangen worden. Wie vom vatikanischen Pressesaal verlautete, beglückwünschte der Papst Rugova für seine Bemühungen, einen gerechten Frieden im Kosovo zu erreichen.In seiner Unterredung habe Rugova dem Papst über die Lage im Kosovo informieren wollen. Zum Abschluss appellierte Rugova vor Journalisten erneut an die Regierung in Belgrad, eine internationale Friedenstruppe zu akzeptieren und nicht mit der Welt auf Konfrontationskurs zu gehen. Der Kosovo-Albaner, der nach London Paris und Washington weitereisen wird, möchte durch seine Initiative etwas Konkretes für die Rückkehr seines Volkes erreichen.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Trotz des Kosovokrieges soll Bundeskanzler Gerhard Schröder auf seiner Chinareise klar und ohne falsche Rücksichten auf Wirtschaftsbeziehungen für Menschenrechte eintreten. Dies forderte Amnesty International. Trotz der wirtschaftlichen Reformen, die zu mehr Freiheit geführt hätten, werde in China jede Form von Opposition untedrückt, heisst es in einer am 10.05. in Bonn veröffentlichten Erklärung. Ausserdem komme es noch immer zu schweren Menschenrechtsverletzungen.

Deutschland

Eine Gegenkultur bedrohe die Menschen von heute, erklärte der Kölner Erzbischof, Kardinal Joachim Meisner. Um dem entgegenzusteuern sei eine Kultur notwendig " die von der Natur getragen wird" so Meisner am 9.05. bei einem Festgottesdienst anlässlich des 150jährigen Bestehens des Kolpingwerks. Eine entnaturalisierte Kultur propagiere und praktiziere Abtreibung und Euthanasie, Treuebruch in der Ehe, Auflösung der Familien und die Ehe zwischen Homosexuellen.

Deutschland/Kosovo

Zur Verhinderung eines Bürgerkrieges in Mazedonien müssten schnell einige zehntausend Kosovoflüchtlinge in andere Länder gebracht werden. Das erklärte der Mazedonien-Beauftragte der Caritas, Ludwig Grunwald, am 9.05., gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Mazedonien sei ein Pulverfass, das jederzeit explodieren könne, so Grunwald wörtlich. Spannungen zwischen Mazedoniern und Albanern seien unerträglich hoch, Übergriffe häuften sich. Grunwald appellierte an die westlichen Staaten, mehr Flüchtlinge aufzunehmen.

Deutschland

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend, BDKJ, hat den umgehenden Stopp aller Kriegshandlungen in Jugoslawien gefordert. Ausserdem wurde der Abzug aller jugoslawischen, militärischen und paramilitärischen, Truppen aus dem Kosovo verlangt. So der BDKJ am 9.05. Zusätzlich müsse die Hilfe für die Kosovoflüchtlinge verstärkt werden.

Deutschland

Der Gründer des Hilfswerkes Cap Anamur, Rupert Neudeck, hat den Bürokratismus internationaler Organisationen bei der Verteilung der Hilfsgüter im Kosovo beklagt. Gegenüber der Katholischen Nachrichtenagentur erklärt er , dass besonders die grossen Organsationen durch Bürokratie eine schnelle Verteilung der Hilfe verzögerten. Neudeck mahnte, dass es entscheidend sein, den Kosovoflüchtlingen bald eine Perspektive zur Rückkehr in ihre Heimat zu entwickeln.

Deutschland

Milliardenschwere Investionen des Westens für den Wiederaufbau auf dem Balkan hat der Bosnienbeauftragte der Bundesregierung, Hans Koschnik, gefordert. In einem Interview erklärte Koschnik, dass einem Waffenstillstand im Kosovo ein Marshall-Plan folgen müsse. Dieser sollte von den Amerikanern beschlossen und von den Europäern bezahlt werden.

E U R O P A

Rumänien

Rund 300 Serben und Rumänen haben sich am 9.05. in einer orthodoxen Kirche im Süden des Landes zu einem Protest gegen die NATO-Angriffe in Jugoslawien versammelt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP habe einer der Teilnehmer an der Gedenkfeier für Kosovo-Opfer den Papstbesuch in Rumänien kritisiert. Er bdeaurte, dass der Papst instrumentalisiert worden sei.

Belgien

In einem Abschiebelager illegaler Ausländer in Brügge hat ein Hungerstreik begonnen. Die Illegalen protestieren damit gegen die geplante Abschiebung mehrer Bürgerkriegsflüchtlinge aus Sierra Leone. Darüberhinaus sollen auch die Haftbedingungen in dem Abschiebelager für den Hungersterik sein.

Grossbritannien

Der britische Schatzkanzler, Gordon Brown, hat dem internationalen Währungsfonds vorgeschlagen, Goldreserven von mindestens einer Milliarde US- Dollar zu verkaufen. Mit dem Erlös solle die Entschuldung der ärmsten Länder finanziert werden. Nach Browns Angaben sollen den ärmsten Ländern insgesamt 50 Milliarden US- Dollar erlassen werden.

A S I E N

Thailand

Erstmals haben sich rund 200 Fachleute aus mehreren ostasiatischen Ländern zu einem Kongress über die Förderung geistlicher Berufe getroffen. Die Tagung , die am 9.05. in Bangkok zu Ende ging, war von der Einrichtung Serra International organisiert worden. Diese Bewegung zur Weckung geistlicher Berufe kommt aus den Vereinigten Staaten und hat in 35 Ländern 22.000 Mitglieder.

Israel

Die Regierung des Landes will die angekündigte Schliessung des Orienthauses, dem Sitz der PLO in Jerusalem, nun doch realisieren. Das verlautete am 10.05 aus Jerusalemer Regierungskreisen. Vor wenigen Tagen hatte der lateinische Patriarch von Jerusalem, Michel Sabbah, sowie der Mufti der Stadt, Akrama Sabri, alle Versuche der israelischen Regierung verurteilt, das Büro der Palästinenser zu schliessen. Nach Meinung Israels ist die Palästinenser Regierung im Orienthaus politisch aktiv und verletzt damit das israelisch-palästinenische Übergangsabkommen.

A F R I K A

Burundi

Der Generalvikar der Diözese Bubanza, Andre Simbayara, ist am Wochenende knapp einem Attentat entgangen. Das berichtet die Nachrichtenagentur MISNA unter Berufung auf Quellen in Bujumbura. Es wird vermutet, dass der Anschlag auf den Wagen des Generalvikars eigentlich dem Bischof gegolten habe. Wer hinter dem Überfall steckt ist nicht bekannt. Unterdessen hat die Nuntiatur in Bujumbara polnische Missionare, die in Musongati arbeiten, aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen und die Missionstation zu verlassen.

E U R O P Ä I S C H E U N I O N

Die Bischofskonferenzen der Gemeinschaft haben sich für eine Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament beim "Aufbau einer immer gerechteren Gesellschaft" ausgesprochen. Die Bischöfe der Europäischen Union riefen in einer am 9.05. vorbereiteten Botschaft zur Europawahl zu einer regen Wahlbeteiligung auf. Gleichzeitig warnten sie, dass in allen Bereichen die Würde des menschen gewahrt werden müsse, insbesondere bei der Anwendung neuer Technologien und bei der Sorge um den Lebens-und Gesundheitsschutz in Europa.

V E R E I N T E N A T I O N E N

Das UN-Flüchtlingshilfswerk, UNHCR, hat die Staatengemeinschaft aufgefordert, mehr finanzielle Hilfe für die Kosovoflüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Alle Gelder seien aufgebraucht, erklärte UNHCR-Sprecherin, Judith Kumin, am 11.05. in Genf. Wenn nicht sofort neue Zusagen erfolgten, sei die Unterstützung der Kosovoflüchtlinge in Mazedonein und Albanien gefährdet, so das UNHCR.

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Mittwoch:" Römische Woche"

Donnerstag:"Kreuz des Südens"

Freitag:"Prisma-Magazin"

Samstag:" Wochenkommentar" und "Sonntagsbetrachtung"

Man hört Radio Vatikan

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

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Für die Internet-Nachrichten verantwortlich: Eva Rohrmann

Redaktion dieser Ausgabe : Eva Rohrmann

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Post:Radio Vatikan-sezione tedesca,I-00120 Citta del Vaticano

E-Mail:DEUTSCH@VATIRADIO.VA

Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Samstag,10.10.1998

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