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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Mittwoch, 5. Mai bis Samstag, 8. Mai 1999.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. ist am 7.Mai zu einer dreitägigen Reise nach Rumänien aufgebrochen. Der Besuch hat vorwiegend ökumenische Bedeutung. Das katholische Kirchenoberhaupt war vom rumänischen Staatspräsidenten Constantinescu und von Patriarch Teoctist der rumänisch-orthodoxen Kirche eingeladen worden. Der Papst wird sich ausschließlich in Bukarest aufhalten und in der Hauptstadt am Sonntag an einem orthodoxen Gottesdienst teilnehmen. Außerdem zelebriert er am Sonntag eine Messe unter freiem Himmel, zu der mehrere hunderttausend Katholiken aus vielen Teilen Rumäniens erwartet werden. Am Freitag hatten ihn sowohl das Staatsoberhaupt, der Patriarch, aber auch das Volk und die rumänsiche Presse herzlich willkommen geheißen. In seinen Ansprachen machte der Papst klar, daß die rumänische Kultur tief durchdrungen ist vom christlichen Geist und daß das Volk daher nach den Verfolgungen durch die Kommunisten heute an dieses Erbe anknüpfen müsse. Der Papst rühmte die Glaubenstreue vieler Katholiken und Orthodoxer, die während des atheistischen Kommunismus bis zum Tod widerstanden hätten. Ihr Beispiel sollte die Christen heute stärken und Hoffnung verleihen für den Aufbau einer solidarischen, demokratischen und gerechten Gesellschaft.

Vor den orthodoxen Würdenträgern forderte der Papst Anstrengungen, um die fortdauerende Kirchenspaltung zu überwinden. In diesem Punkte stimmte Patriarch Teoctist dem Paspt zu, wünschte aber eine Begrenzung des päpstlichen Primats auf einen Ehrenvorsitz.

Zur Frage der umstrittenen Gotteshäuser der griechisch-orthodoxen Kirche Rumäniens wünschte der Papst, daß wenigstens die wichtigeren Kirchen zurückgegeben würden. Auch habe die Kirche Anspruch darauf, daß die enteigneten katholischen Schulen zurückerstattet werden. Staatspräsident Constantinescu unterstrich in einer Begrüßungsansprache an den hohen Gast, daß viele Rumänen durch die Leidenszeit gewachsen seien und den Wert von Freiheit und Wahrheit schätzen gelernt habe. Das Leiden sei nicht sinnlos gewesen.

Papst Johannes Paul II. und der rumänisch-orthodoxe Patrirach Teoctist haben in einem gemeinsamen Appell das sofortige Ende des Krieges im Kosovo gefordert. Die Kriegsgegner sollten die Waffen endgültig niederlegen. Die Kirchenführer rufen alle Verantwortlichen im Namen Gottes auf, den Mut zum Dialog und zur Schaffung eines gerechten und dauerhaften Friedens aufzubringen. Den Flüchtlingen und Vertriebenen müsse die Rückkehr in ihre Heimat ermöglicht werden. Der Papst und Teoctist sprechen ihre Solidarität mit allen Vertriebenen und allen Bombenopfern aus.

Papst Johannes Paul II. wird sich in der kommenden Woche mit dem Führer der gemässigten Kosovo-Albaner, Ibrahim Rugova treffen. Das erklärte am 8.05 am Rande der Papstreise Vatikansprecher, Joaquin Navarro-Valls in Bukarest. Rugova hatte bereits am 7.05. den vatikanischen Aussenminister, Erzbischof Jean-Louis Tauran, getroffen.

Als ein "Drama im Drama" hat Vatikansprecher Joaquin Navarro-Valls die Zerstörung der chinesischen Botschaft in Belgrad am 8.05. durch eine NATO-Bombe bezeichnet. Am Rande der Papstreise in Rumänien erklärte der Vatikansprecher, die Ereignisse der letzten Stunden bestätigten, dass der militärische Weg zu nichts führe. Es seien daher andere Initiativen notwendig.

Die päpstliche Schweizergarde hat am 4.05. mit einer Totenmesse der Bluttat vor einem Jahr gedacht, bei der der damalige Gardekommandant Alois Estermann, seine Frau und der Gardist Cedric Tornay ums Leben gekommen waren. Bei der Messe habe man bewusst auf eine schlichte Gestaltung des Gottesdienstes geachtet und auf eine Predigt verzichtet, berichtete der Gardekaplan Jehle am 5.05. Jedes Wort wäre ein Wort zuviel gewesen, so Jehle.

Papst Johannes Paul II. hat vor allem die Führungskader der Schweizergarde aufgefordert, Vertrauen zu fördern und alle - auch in schwierigen Momenten - zu unterstützen. Bei einer Privataudienz am 5.05. begrüsste der Papst die Reformbestrebungen der Truppe umd mahnte die Gardisten zur Schärfung ihres christlichen Profils.

Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder wird am 18.Mai von Papst Johannes Paul II. in Privataudienz empfangen. Anschliessend wird er ein Gespräch mit Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano führen. Das teilte am 7.05. ein Regierungssprecher in Bonn mit.

Papst Johannes Paul II. teilt die Sorge angesichts der tragischen und gewalttätigen Ereignisse auf dem Balkan. In einer Botschaft anlässlich des 50jährigen Bestehens des Europrates forderte er die Mitglieder dazu auf, die Bemühungen im Kampf für die Achtung der Menschenrechte fortzusetzen. Im Schreiben, das vom Untersekretär des Apostolischen Stuhles, Erzbischof Celestino Migliore am 6.05. in Budapest verlesen wurde, unterstrich der Papst, bei der Suche nach einer neuen Ordnung in Europa immer den Menschenrechten Priorität einzuräumen.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, EKD, Präses Manfred Kock, hat die Diskussion um die Aufnhame von Kosovo-Flüchtlingen als "Trauerspiel" bezeichnet. In einem Interview mit dem Südwestrundfunk forderte er, dass Deutschland mehr als die zunächst zugesagten 10.000 Flüchtlinge aufnehme. Berichte aus Flüchtlingslagern zeigten, dass eine Entlastung der Anrainerstaaten des Kosovo dringend notwendig sei. Die Erhöhung des deutschen Flüchtlingskontingents werde Signalwirkung auch für die anderen europäischen Länder haben, erklärte Kock.

Deutschland

Mit einer Plakataktion will die Diözese Augsburg für den Priesterberuf werben. Slogans wie "Wer die Herzen der Menschen öffnen will, wird Chirurg oder Priester" , sollen den Beruf positiv ins Gespräch bringen. Das sagte der Regens des Augsburger Priesterseminars, Bernhard Ehler, am 6.05. bei der Vorstellung der Kampagne.

Deutschland

Ein Sprecher der Bischofskonferenz hat am 6.05 die sogenannte "Hamburger Ehe" für Homosexuelle, kritisiert. Der Sekretär der Kommission für Ehe und Familie, Bernhard Laux, betonte auf Anfrage, dass der Unterschied zwischen der Lebensgemeinschaft Gleichgeschlechtlicher und der Ehe erhalten bleiben müsse. Die Ehe garantiere das Weiterbestehen der Gesellschaft. Daher sei die standesamtliche Eintragung von homosexuellen Gemeinschaften das falsche Signal, auch wenn sie keine Rechte und Pflichten hätten.

Deutschland

Am 7.05. haben weltweit Glocken von Gotteshäusern verschiedener Religionen für den Frieden geläutet. Neben Kirchen und Tempeln in Bosnien, Israel, Russland und den USA wird sich für Deutschland die Berliner Sankt-Hedwigs-Kathedrale am Friedensläuten beteiligen. Initiator dieser Aktion war eine Glockengiesserei in Innsbruck.

Deutschland/Pakistan

In Deutschland hat sich nach dem Selbstmord von Bischof John Joseph aus Pakistan, der Bischof- Joseph- Kreis gebildet. Bischof Joseph hatte sich vor einem Jahr, aus Protest gegen das Blasphemiegesetz, das die Beleidigung des Propheten mit dem Tod bestraft, erschossen. Als Teil der internationalen Gesellschaft für Menschenrechte hat dieser Kreis am ersten Todestag des Bischofs die pakistanische Regierung aufgefordert, religiöse Minderheiten nicht weiter zu diskriminieren. Der Bischof-Joseph-Kreis weist darauf hin, dass nicht nur das Blasphemiegesetz hauptsächlich gegen Christen und die Minderheit der Ahmadis angewandt würde. Auch das Schariagesetz von 1991 engt die Minderheiten weiter ein. Bei einem Seminar in Karlsruhe wird der Bischof-Joseph-Kreis am 9.05. über die aktuelle Situation der christlichen Minderheit in Pakistan informieren.

Deutschland

Noch vor der Sommerpause wollen die Bundesregierung und die Kirchen eine gemeinsame Arbeitsgruppe zur Kirchensteuer einsetzen. Das teilten Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche nach einem Gespräch mit der Regierung am 6.05. in Bonn mit. Die Arbeitsgruppe wird über neue Konzepte zur Finanzierung der Kirche beraten, die von den Kirchen selbst eingereicht werden sollen.

Deutschland

Kirchen und Gewerkschaften in Berlin und Brandenburg haben ihren "entschiedenen Widerstand" gegen eine Aushöhlung des Sonntagsschutzes angekündigt. Die Unterbrechung des Alltags durch den Sonntag dürfe nicht wirtschaftlichen Interessen untergeordnet werden. Schichtarbeit über sieben Tage bedeute Raubbau an der Gesundheit und zerstöre soziale Beziehungen vor allem von Familien. Das erklärten der evangelische Bischof, Wolfgang Huber, und Kardinal Georg Sterzinsky, gemeinsam mit dem Landesvorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Dieter Scholz, am 7.05. in Berlin.

Deutschland

Das Kindermissionswerk hat zusammen mit dem Deutschen Fussballbund und der UEFA jeweils 100.000 Mark für Flüchtlingskinder aus dem Kosovo zur Verfügung gestellt. Wie der Präsident des Werkes, Prälat Arnold Poll , am 6.05. in Aachen mitteilte, spendete der Fussballbundesligaklub Bayer-Leverkusen, weitere 81.200 Mark.

Deutschland

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Karl Lehmann, hat die Arbeit des Sozialdienstes Katholischer Frauen, SKF, gewürdigt. Anlässlich des 100jährigen Bestehens, lobte Lehmann besonders die Leistungen des SKF bei der Arbeit in sozialen Brennpunkten und in der Familienberatung.

Deutschland

Kardinal Georg Sterzinsky, hat die Vorschläge der Bonner Koalition zur Entlastung der Familie als unzureichend kritisiert. Sie blieben erheblich hinter den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichtes zurück, erklärte er am 8.05 gegenüber dem Sender Freies Berlin. Der Familie sei nicht gedient, wenn sie ihre steuerlichen Entlastungen durch neue Zahlungen selbst finanzieren muss, so der Kardinal wörtlich. Sterzinsky forderte eine tatsächliche Nettoentlastung der Familien.

Österreich

Der Generalsekretär des Weltkirchenrates, Konrad Raiser, hat am 4.05. erklärt, auch die Kirchen seien - so wörtlich - ein Teil des Übels im Kosovokrieg. Sie dürften sich nicht selbst rechtfertigen. Die Politiker forderte Raiser auf, in dem Krieg wieder die Initiative in die Hand zu nehmen, sonst gehe es nur noch um Sieg oder Niederlage im militärischen Sinne. Die Kriegslogik dürfe nicht die Oberhand behalten.

E U R O P A

Jugoslawien

Der serbisch-orthodoxe Patriarch Pavle ist tief bedrückt, dass auf Serbien nicht nur materiell die Bomben fallen, sondern das serbische Volk auch den - so wörtlich - " Bomben der Verleumdung" ausgesetzt sei. Das erklärte der Wiener griechisch-orthodoxe Metropolit, Staikos, am 5.05. in Wien nach einem Besuch in Belgrad. Pavle habe erneut betont, dass seine Kirche die nationalistischen Tendenzen ablehne. Er vermisse die geschwisterliche Hilfe der westlichen Kirche zur Linderung der Not in Serbien.

Jugoslawien

Der serbisch-orthodoxe Bischof des Kosovo, Artemije Radosalvjevic, hat die Belgrader Regierung scharf kritisiert. In einem Hirtenbrief vom April, der aber erst jetzt veröffentlicht werden konnte, wirft der Bischof von Raska Prizren, der Führung eine verfehlte Politik in den letzten zehn Jahren vor. Ausserdem kritisiert er die Meinungsmanipulation durch die von der Regierung gesteuerten Medien. Eindringlich appelliert der Bischof schliesslich an die Serben im Kosovo, von Gewalt und ungesetzlichen Handlungen Abstand zu nehmen. Die NATO-Angriffe verurteilte der Bischof auch als verbrecherisch.

Albanien

Die katholische Bischofskonferenz des Landes hat jetzt alle Christen zu Gebet und Solidarität für die Kosovo-Albaner aufgerufen. Um eine bessere Zukunft aufzubauen, sei vor allem ein neues Herz nötig. Das Volk des Kosovo sei durch die Vertreibung zerstört. Die katholische Kirche Albaniens versucht , nach Angabe ihrer Bischöfe, in jeder nur möglichen Form, den Kosovaren zu helfen.

Zypern

Muslimische und jüdische Thoelogen haben am 4.05. die Trennung von Religion und Politik gefordert. Ein Islamprofessor forderte auf einer Konferenz, an der jüdische, muslimische und christliche Theologen teilnahmen, dass die Politik aller drei Religionen von den moralischen Prinzipien des Glaubens beherrscht werden müsse. Der Nahe Osten erlebe eine neue Form des Götzendienstes. Im Falle des Judentums sei dies die Idee des Zionismus, der Islam erleide den arabischen Nationalismus, so Mahmoud Ayoub von der Universität Philadelphia.

A S I E N

Indien

Die katholische Bischofskonferenz des Landes plant für das Jahr 2000 eine nationale Versammlung, um der Kirche eine neue Richtung für das dritte Jahrtausend zu geben. Die "Versammlung 2000" soll Missverständnisse über die Mission aufklären, sagte der Sekretär der Bischofskonferenz jetzt. Man werde auch versuchen, das kulturelle Erbe der Kirchen wiederzuentdecken und zu vertiefen.

Israel

Der Religionsphilosoph und Schriftsteller Shalom Ben- Chorim ist am 7.05 im Alter von 85 Jahren gestorben. Der gebürtige Münchner war einer der bedeutensten Vertreter der christlich-jüdischen Verständigung.

Libanon

Der erste Kongress aller Patriarchen und Bischöfe der mit Rom unierten Ostkirchen findet vom 9. bis 22. Mai in Beirut statt. Delegationen der Bischofskonferenz der Türkei, des Iran und der nordafrikanischen Länder nehmen als Gäste an dem Treffen teil. Der Vatikan ist mit mehreren Kurienkardinälen vertreten. Im Mittelpunkt der Arbeiten stehen unter anderem der Dialog mit Juden und Muslimen sowie die zukünftige Rolle Jerusalems und die Vorbereitungen auf das Jubiläumsjahr 2000.

A M E R I K A

Guatemala

Mit DNA-Tests bei 12 Offizieren und einem Priester hat die Staatsanwaltschaft erneut begonnen, den Mord an Weihbischof Juan Gerardi, aufzuklären. Das Testergebnis soll in die USA geschickt werden, wo weiter Analysen gemacht werden sollen. In einer ersten Stellungnahme begrüsste der Direktor des kirchlichen Menschenrechtsbüros in Guatemala Stadt den Vorgang. Anlässlich des Jahrestages der Ermordung von Gerardi am 26.04. hatten Menschenrechtsorganisationen und die USA das schleppende Verfahren bei der Aufklärung des Falles kritisiert.

Brasilien

Die Bischöfe des Landes haben an die Politiker appelliert, den Wert des lebens entschiedener zu verteidigen. In einem "Manifest für das Leben" wenden sich die Bischöfe gegen einen ihrer Meinung nach heimlichen Versuch, Abtreibungen in Brasilien zu legalisieren. Das sehe ein Entwurf zur Änderung des Strafrechtes in Brasilien vor, der im April vorgestellt wurde.

 

 

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Samstag:" Mit dem Papst in Rumänien"

Sonntag:" Mit dem Papst in Rumänien"

Montag:" Weltkirchen-Magazin"

Dienstag:" Radioakademie"

Man hört Radio Vatikan

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

Mittelwelle : 1530 Khz

Kurzwellen: 5880, 7250, 9645 Khz

Radio Vatikan ist ferner zu hören über Astra 1A durch

Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr

Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital) verbreitet wird.

World-Radio-Network um 1.00, 9.30, 16.00 und 19.30 Uhr

Tonunterträger von Sky Movies (7.38 MHz analog)

und ZDF (7.56 MHz digital)

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen

Tel.: 0 21 02/2 30 31 Fax: 0 21 02/ 2 14 13

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich: Eva Rohrmann

Redaktion dieser Ausgabe : Eva Rohrmann

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E-Mail:DEUTSCH@VATIRADIO.VA

Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Dienstag,11.Mai 1999

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