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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von, Sonntag 2. Mai bis Dienstag, 4. Mai 1999.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat am 2.05. den italienischen Volksapostel, Padre Pio da Pietrelcina, seliggesprochen. Im Rahmen einer grossen Feier auf dem Petersplatz der mit 150. 000 Gläubigen so voll war wie wohl noch nie im Laufe seiner Geschichte, unterstrich der Papst vor allem das Gebetsleben von Padre Pio, seine Messfeiern und das Sakrament der Beichte. Da nicht alle Gläubigen, die aus Italien und der ganzen Welt nach Rom gekommen waren, vor der Petersbasilika Platz fanden, wurde die Feier auch zur Lateransbasilika übertragen. Unter den Gläubigen waren sämtliche Spitzen der italienischen Politik . Mehrere Millionen Italiener verfolgten die Zeremonie im Fernsehen. Die Aufforderung der Eingangsantifon drücke die Freude vieler Gläubiger aus - so der Papst - die seit langer Zeit erwarten, dass Padre Pio zur Ehre der Altäre erhoben wird. Dieser bescheidene Kapuziner habe die Welt in Staunen versetzt durch sein Leben, das ganz vom Gebet und dem Hören auf die Mitmenschen gewidmet war. Anschliessend wandte der Papst seine Gedanken an die Kriegsgebiete Jugoslawien und Afrika. Wörtlich sagte er:" Mein Herz wendet sich denen zu, die weinen, leiden und sterben. Noch einmal erhebe ich meine Stimme, um im Namen Gottes zu rufen: die Gewalt des Menschen gegen Menschen muss ein Ende haben, die Instrumente der Vernichtung und des Todes müssen gestoppt werden. Jeder Weg ist zu nutzen, um denen zu helfen, die gezwungen sind, unter unsäglichen Grausamkeiten ihr Land zu verlassen" , so Johannes Paul II. Weiter rief der Papst auf, dass in allen Diözesen der Weltkirche im Monat Mai für den Frieden auf dem Balkan und in Afrika, besonders zu Maria , gebetet werde.

Zum buddhistischen Vesakh-Fest hat der Präsident des Päpstlichen Rates für den Dialog zwischen den Religionen allen Anhängern Buddhas eine Botschaft gesandt. Kardinal Francis Arinze spricht darin den Wunsch aus, mit den Anhängern der fernsötlichen Religion noch besser für das Wohl der ganzen Menschheit zusammenzuarbeiten. Trotz aller Verschiedenheit unter den Religionen gebe es genügend Gemeinsamkeiten. Kardinal Arince erinnert in seiner Botschaft an die negativen Seiten der heutigen Welt. Alle Übel gingen letztlich auf den menschlichen Egoismus zurück. Christen und Buddhisten seien von ihrer Religion her gerufen, gegen diese Übel, gemeinsam anzukämpfen. Die Katholische Kirche - so der Kardinal - will vor allem im Blick auf das Jahr 2000 mit den Anhängern der anderen grossen religiösen Traditionen zusammenarbeiten - vor allem für die Reinigung und die Umkehr der Herzen.

Vatikan/Rumänien

Der Verantwortliche für die Beziehungen der orthodoxen Kirche zur katholischen hat am 4.05. die Papstreise nach Rumänien als historisch bezeichnet. Es sei das erste Mal seit der Kirchenspaltung vor fast 1000 Jahren, dass ein Papst in ein mehrheitlich orthodoxes Land Osteuropas komme, sagte Pater Mircea Alexa Uta, gegenüber der Presse. Der Sprecher der orthodoxen Kirche hofft, dass durch die Papstvisite die Spiritualität der orthodoxen Kirche besser bekannt wird. Es müsse eine Brücke zwischen Osten und Westen, damit ein christliches Europa aufgebaut werden könne, so Pater Alexa Uta.

Papst Johannes Paul II. hat zu einem vertieften Bibelstudium aufgerufen. In einer Botschaft an die Mitglieder der Internationalen Bibelföderation wandte sich der Papst gegen eine von blossen Meinungsströmen beeinflusste Auslegung der heiligen Schrift. Im Hinblick auf die angestrebte Einheit der Kirche erklärte Johannes Paul II. , dass das eingehende Studium der gemeinsamen Quelle von vitaler Bedeutung sei.

Mit neuen Kriterien bei der Rekrutierung ,sowie bei der Beförderung hat die Schweizer Garde ein Jahr nach dem tragischen Mordfall an Oberst Alois Estermann, Konsequenzen gezogen. Wie ein Pressekommunique anlässlich des Jahrestages sowie zwei Tage vor der Vereidigung neuer rekruten mitteilt, sind erste Schritte für eine bessere Ausbildung und Spezialisierung eingeleitet worden. Angekündigt wurden des weiteren eine neue Dienst- und Disziplinarordnung sowie ein Leitfaden über Beförderungen.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

In Berlin ist am 2.05. mit einem Gottesdienst von Kardinal Sterzinsky die Pfingstaktion des katholischen Hilfswerkes Renovabis für Mittel-und Osteuropa eröffnet worden. Sie steht unter dem Motto " Auf Gott hoffen, einander vertrauen". Anschliessend würdigte Bundestagspräsident Wolfgang Thierse das Hilfswerk; es fördere eine Entfeindungskultur in Osteuropa. Der Erzbischof von Sarajewo, Kardinal Vinko Puljic, dankte für die bislang geleistete Hilfe und erklärte, dass ohne die Renovabis-Unterstützung in den Nachfolgestaaten Jugoslawiens eine neue Lebensperspektive nur schwer gefunden werden könne.

Deutschland

Am 2.05. ist in Düsseldorf die ökumenische "Woche für das Leben" eröffnet worden. Ausser den Spitzen der beiden Kirchen nahmen an der Eröffnungsveranstaltung auch Ministerpräsident Wolfgang Clement und Bundesinnenminister Otto Schily teil. Die Veranstaltung konzentriert sich in diesem Jahr auf Schöpfung und Umwelt.

Deutschland

Die " 5. Theatertage der Kirche" finden vom 12. bis 16. Mai in Dresden statt. Sie stehen unter dem Motto "Zeitzeichen - Zeit - Zeichen der Zeit". Die Theatertage wollen 10 Jahre nach der politischen, sozialen und religiösen Revolution in Europa Zeitzeichen der Veränderungen warnehmen. Schirmherr der Veranstaltung ist die evangelisch-lutherische Landeskirche Sachsen.

Österreich

Rund 1000 Christen haben am 2.05. im Linzer Dom an einer "Gebetsstunde für den Frieden auf dem Balkan" teilgenommen. Diözesanbischof Maximilian Aichern, die Katholische Aktion und die katholische Friedensbewegung "Pax Christi" hatten zu dem Gebet aufgerufen. Dabei sollte ausgedrückt werden, dass man sich nicht mit der Kriegssituation abfinde, so Aichern. Die Ehrenpräsidentin des Internationalen Versöhungsbundes, Hildegard Goss-Mayr, betonte, dass Gewalt und Gegengewalt kein Unrecht beseitigen. Sie betonte, Beten und Handeln für den Frieden seien untrennbar.

Österreich

Die Europäische Gesellschaft für Theologie sucht engeren Kontakt zum kirchlichen Lehramt. Das hat am 4.05. der Präsident der Gesellschaft, Gerhard Larcher, in Wien erklärt. Zehn Jahre nach der Kölner Erklärung, in der mehr Forschungsfreiheit gefordert worden war, suchten die Theologen den Dialog , sowohl mit den Ortsbischöfen als auch mit dem Vatikan.

E U R O P A

Jugoslawien

Die Spitzen der 20 Athosklöster haben jetzt in Serbien einen Solidaritätsbesuch gemacht. Dazu wurde in Belgrad mitgeteilt, dass ein derartiger Schritt eine ganz ausserordentliche Angelegenheit sei und nur selten stattfinde. Die Mönche rufen den - wie sie sagen - christlichen Westen auf, seinen grossen Irrtum einzusehen und die Menschheit nicht weiter zu bedrohen.

Jugoslawien

Der katholische Erzbischof von Belgrad, Frank Perko, hat einen Kurzbesuch des Papstes in der serbischen Hauptstadt kategorisch angeschlossen. In einem Interview mit einer italienischen Zeitschrfit meinte der Oberhirte, die Friedensappelle des Papstes seien in Belgrad hoch geschätzt. Ein Zwischenstopp auf dem Weg nach Rumänien sei aber eine reine Spekulation, da es eine Unterstützung für Präsident Milosevic bedeute. Das könne der Vatikan nicht tun.

Jugoslawien

Das Oberhaupt der serbisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Pavle, ist mit Oppositionsführer Vuk Draskovic zusammengetroffen. Draskovic erklärte anschliessend vor Journalisten, er sei sich mit dem einig, dass die Kosovo-Tragödie schnellstens beendet und allen Flüchtlingen die Rückkehr ermöglicht werden müsse. Der Patriarch habe seine Aktivitäten begrüsst und ermutigt, so Draskovic.

Grossbritannien

Den Anschlag auf ein Homosexuellen-Lokal in London hat der katholische Erzbischof von Westminster, Kardinal Basil Hume, scharf verurteilt. Gewalt gegen Homosexuelle sei durch nichts zu rechtfertigen, erklärte Hume am 2.05. gegenüber der BBC in London. Auch der anglikanische Primas und Erzbischof von Canterbury, George Carey, zeigte sich - Zitat, "geschockt und entsetzt" - über den Terrorakt. Bei dem Bombenanschlag im Londoner Stadtteil Soho waren am 30.04. drei Menschen getötet und siebzehn verletzt worden.

A S I E N

Israel

Die letzten Mitglider eines christlichen Versöhnungsmarsches sind - nach Zeitungsangaben - in Israel eingetroffen. In der Ausgabe der Jerusalem Post vom 3.05. schreibt die Zeitung, dass im Lauf der letzten drei Jahre insgesamt etwa 2000 Personen an dem Weg der Wiedergutmachung für die Verbrechen während der Kreuzzüge teilgenommen hätten. Aus 27 verschiedenen Nationen hätten sich Freiwillige gemeldet, die Juden und Muslime ihr Bedauern ausdrücken wollten, dass vor genau 900 Jahren unendliches Leid über die Menschen im nahen Osten gekommen sei. Der Weg hatte von Köln über Istambul und Antiochien nach Israel geführt

Pakistan

Der Präsident des Päpstlichen Missionswerkes " Missio", hat den Politikern des Landes Missbrauch der Religion zu politischen Zwecken vorgeworfen. In einem Interview am 3.05. warf Pater Hermann Schallück den politischen Machthabern auch jahrzehntelanges Missmanagement vor. Die pakistanischen Christen würden durch das bestehende Wahlrecht daran gehindert, aktiv den Staat mitzugestalten. Ein Jahr nach dem vermutlichen Selbstmord des pakistanischen Bischofs, John Josef, bezeichnete Schallück seine Selbstötung als Opfer und Symobol des Mutes, des Widerstandes und des Kampfes.

China

25 Christen sind bei einem Gottesdienst festgenommen worden. Polizisten drangen in ein Haus in der Provinz Henan ein, verhafteten die protestantischen Gläubigen und beschlagnahmten Bibeln. Nach Angaben des Informationszentrums für Menschenrechte sind in der Provinz Henan seit Oktober mindestens 250 Christen verhaftet worden. Ihnen werde gedroht, sie in ein Arbeitslager zu verlegen, wenn sie nicht bereit seien, eine Geldstrafe zu zahlen.

A M E R I K A

Vereinigte Staaten

Tausende von Menschenrechtlern haben an diesem Wochenende in Washington für die Schliessung einer militärischen Folterschule demonstriert. In Fort Benning wurden nach ihren Angaben Soldaten unterrichtet, die später mit Diktatoren in Lateinamerika zusammengearbeitet haben. Maryknoll-Pater, Roy Bourgeois, veröffentlichte vor dem Weissen Haus eine Liste von 300 ehemaligen Schülern der Anstalt, denen Folter in Lateinamerika vorgeworfen wird.

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Dienstag: "Radioakadmie"
Mittwoch:" Römische Woche"
Donnerstag:"Jugendmagazin"
Freitag:"Mit dem Papst in Rumänien"
Samstag:" Mit dem Papst in Rumänien"

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Samstag, 8.05.1999

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