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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Donnerstag, 29. April bis Samstag, 1. Mai 1999.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat am 29.04. in einem Schreiben an UNO-Generalsektretär Kofi Annan gefordert, dass die Vereinten Nationen im Kosovo-Konflikt wieder das Heft in die Hand nehmen. Er sei überzeugt, dass nur ein geduldiger und realistischer Dialog zum Erfolg führe. Das Recht und die internationalen Einrichtungen müssten wieder lauter werden als die Waffen, schreibt der Papst. Angesichts der Vertreibungen und der Bombardaments müsse der diplomatische Dialog wieder aufgenommen werden, um zu einem Friedensplan zu gelangen.

Am 2.05. wird Papst Johannes Paul II. den weltberühmten Kapuziner, Padre Pio, selig sprechen. Zu dem Gottesdienst werden rund 600.000 Gläubige in Rom erwartet. Der Papst wird die Messe auf dem Petersplatz feiern und anschliessend mit dem Hubschrauber zur Lateransbasilika fliegen. Dort werden rund die Hälfte der Gläubigen die Seligsprechung auf einer Videoleinwand mitverfolgen.

Die jüngste Entscheidung der italienischen Regierung, den allerärmsten Ländern umgerechnet rund 3 Milliarden Mark Schulden nachzulassen ist vom Apostolischen Stuhl mit Genugtuung aufgenommen worden. Wie dazu der Generalsekretär des Zentralkomitees für das Jubiläumsjahr 2000, Erzbischof Crescenzio Sepe, sagte, komme diese Geste der Bitte des Papstes nach. Dieser setze sich unermüdlich für einen Nachlass der Auslandsschulden der ärmsten Länder, im Rahmen des Heiligen Jahres, ein.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Der Euro ist ein gute Sache. Das erklärte jetzt eine wissenschaftliche Arbeitsgruppe der Bischofskonferenz. Sie warnt allerdings vor höherer Staatsverschuldung zu Lasten künftiger Generationen, vor einer Abschottung der Europäischen Union nach aussen sowie vor mehr finanziellen Transferleitungen innerhalb der Europäischen Union.

Deutschland

Renovabis, die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken für Mittel- und Osteuropa hat am 29.04. in Berlin ihre Pfingstaktion eröffnet. Dabei gab der Renovabis-Geschäftsführer, Pater Eugen Hillengass, das Spendenergebnis des vergangenen Jahres bekannt. Im vergangenen Jahr erbrachte die Pfingstkollekte rund 17 Millionen Mark. Das gesamte Spendenaufkommen des vergangegen Jahres umfasst jedoch rund 25 Millionen Mark.
Renovabis-Bilanz 1998

Deutschland/Israel

Der Repräsentant der Konrad-Adenauer-Stiftung in Jerusalem, Johannes Gerster, hat Christen,Juden und Muslime im Heiligen Land zu einer stärkeren Verständigung aufgefordert. Gegenüber der Katholischen Nachrichtenagentur betonte er am 28.04., dass die Religionen in Bezug auf die Versöhung eine Vorbildfunktion hätten. Nach Ansicht Gersters ist es bedauerlich, dass die Religionen nicht in der Lage seien, sich auf einen Grundkonsens zu einigen. Der langjährige CDU-Bundestagsabgeordnete forderte aber gerade dies von den Religionen. Juden, Christen und Muslime sollten gemeinsam einen Grundkatalog aufstellen. Darin sollten unter anderem, Besitz und Verwaltung der religiösen Stätten durch die Religionen sowie der freie und ungefährdete Zugang zu ihnen festgeschrieben werden.

Deutschland

Der Familienbund deutscher Katholiken hat am 29.04. ein eigenes Modell zur Umsetzung des Familienurteils des Bundesverfassungs-gerichtes vorgestellt. Der Entwurf sieht vor, das Kindergeld für das erste bis dritte Kind bis 2002 stufenweise auf je 480 Mark zu erhöhen. Im Gegensatz zu den Vorschlägen der Bundesregierung, entspreche dieses Modell allen Vorgaben des Bundesverfassungs-gerichtes, so der Präsident des Familienbundes, Andreas Birkmann, am 29.04. in Bonn. Zur Gegenfinanzierung schlägt der Familienbund vor, die jährlichen Bundesbankgewinne den Familien zugute kommen zu lassen.

Deutschland

Eine Bildungsoffensive hat der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Karl Lehmann, gefordert. Bei einer Diskussionsveranstaltung zum Tag der Arbeit betonte Lehmann, eine solche Offensive wäre eine der wichtigsten Antworten auf die anhaltend hohe Arbeits-losigkeit. In einem Land mit wenigen Rohstoffen, aber einem hohen Lebensstandard gebe es eine wirtschaftliche und soziale Zukunft nur dann, wenn die Bildung eine grosse Rolle spiele.

Österreich

Der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, hat seine Forderung erneuert, dass Österreich im Rahmen der Familien-zusammenführung auch Kosovoflüchtlinge aus Albanien aufnehmen soll. Die Aktion solle sich nicht nur auf Mazedonien beschränken, wenn ein Teil der gleichen Familie nach Albanien geflohen ist. Wien solle dabei einen "unbürokratischen Weg" finden und die Familien problemlos zusammenführen.

Österreich

Als eine Konsequenz des Zweiten Vatikanischen Konzils hat der Grazer Kirchengeschichtler, Maximilian Liebmann, die innerkirchlichen Demokratisierungsschritte er 60er Jahre bezeichnet. Wie er bei einem Vortrag in Eisenstadt sagte, gehörten dazu vor allem Einrichtungen wie Priester-, Diözesan -und Pfarrgemeinderäte. Diese seien bei ihrer Gründung zwar keienswegs nur auf Zustimmung gestossen, heute aber etabliert und teilweise mit weitreichenden Kompetenzen ausgestattet.

Schweiz

Aktive Sterbehilfe an unheilbar Kranken soll unter bestimmten Bedingungen künftig straffrei sein. Das hat eine Expertengruppe der Schweizer Regierung am 29.04. vorgeschlagen. Eine knappe Mehrheit sprach sich dafür aus, dass aktive Euthanasie grund-sätzlich illegal bleibt, jedoch in genau definierten Fällen nicht mehr strafrechtlich verfolgt wird, wenn der Patient unheilbar krank ist, unter unerträglichen Schmerzen leidet und um Sterbehilfe bittet.

Vereinte Nationen

250 Millionen Kinder zwischen 5 und 14 Jahren werden weltweit zur Kinderarbeit gezwungen. Das geht aus einer Studie hervor, die die internationale Arbeitsorganisation IAO in Genf vorgestellt hat. Alarmierend ist nach Aussage des Generaldirektors der Organisation, dass die Zahl in den letzten Jahren immer mehr ansteigt. Die meiste Kinderarbeit gibt es in Afrika, Asien und Lateinamerika.

E U R O P A

Belgien

Die internationale Friedensbewegung "Pax Christi" hat einen stärkeren Beistand für die Kosovoflüchtlinge gefordert. In einem am 30.04. in Brüssel veröffentlichten Schreiben rief Pax Christi das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR auf, entsprechend mehr Druck auf die internationale Staatengemeinschaft auszuüben. Pax Christi kritisierte, dass die NATO ihre Militäraktion nicht besser vorbereitet und durch einen Hilfsplan begleitet hat.

Tschechische Republik

Der Prager Erzbischof, Kardinal Miloslav Vlk, ist wegen seiner positiven Haltung zu den NATO-Luftangriffen auf Jugoslawien bedroht worden. Agenturmeldungen zufolge, haben der Kardinal und der Sprecher der Tschechischen Bischofskonferenz, Drohbriefe erhalten. Die in tschechischer Sprache abgefassten Schreiben, wurden jedoch in England aufgegeben. Vlk hatte das brutale Vorgehen und die Menschenrechtsverletzungen der jugoslawischen Führung im Kosovo verurteilt und die Militäraktion der NATO als gerecht bezeichnet.

Albanien

Das Land ist mit den 360.000 Flüchtlingen organisatorisch absolut überfordert. Das erklärte der albanische Bischof, Hil Kabashi, am 29.04. in Berlin bei der Renovabis-Eröffnung. Seine Heimat brauche ausländische Koordinatoren für die Hilfe. Ausserdem gebe es zuviel Bürokratie und Korruption. Gleichzeitig bedankte sich der Bischof für die Hilfe aus den verschiedenen Staaten, die sich für den Balkan engagierten. Zur Lösung des Konfliktes ist nach Bischof Kabashi unbedingt ein Kompromiss nötig. Die Regierung in Belgrad sei nicht nur für die Albaner gefährlich, sondern auch für Serben selbst.

Russland

Zum ersten Mal seit über 80 Jahren werden im kommenden Monat in Sankt Petersburg fünf Seminaristen zu Priestern geweiht. Es handelt sich dabei um Absolventen des 1994 un Moskau unter der Leitung des Apostolischen Administrators für das Europäische Russland gegeründeten Seminars. Es wurde jedoch vor einigen Jahren wegen Schwierigkeiten mit den örtlichen Behörden nach Sankt Petersburg verlegt.

Frankreich

Marc Stenger, bisheriger Regens des Priesterseminars in Metz, ist von Papst Johanne Paul II. zum neuen Bischof der Diözese Troyes in der Region Champagne- Ardennes ernannt worden. Der aus Lothringen stammende Bischof steht der Euregio-Jugendpastoralarbeitsgruppe vor, in der neun Diözesen aus Frankreich, Deutschland, Belgien und Luxemburg zusammenarbeiten.

A M E R I K A

Vereinigte Staaten

Der kubanische Erzbischof, Pedro Claro Meurice Estiu, erhält die Ehrendoktorwürde der US-amerikanischen Universität von Georgetown. Die Verleihung sei eine Anerkennung der Arbeit des Erzbischofs für die Gesellschaft seines Landes, hiess es in einer ersten Stellungnahme der erzbischöflichen Kurie in Santiago de Kuba. In einem Zeitungsinterview erklärte Erzbischof Estiu, dass er den Ehrendoktortitel im Namen der ganzen kubanischen Kirche erhalte.

Mexiko

Das Geheimnis um den Tod des früheren Erzbischofs von Guadalajara, Kardinal Juan Jesus Posadas Ocampo, könnte bald geklärt werden. Wie sein Nachfolger, Kardinal Sandoval Iniguez am 28.04. mitteilte, sei man jetzt im Besitz eines Videobandes, das entscheidende Beweise für einen gewaltsamen Tod des Kardinals enthalte. Kardinal Posadas sei nicht irrtümlicherweise ermordet worden - wie die offizielle Justiz des Landes behauptet - sondern bewusst das Opfer einer Gewalttat geworden. Kardinal Posadas wurde im Mai 1993 in seinem Wagen auf dem Flugplatz von Guadalajara durch 33 Schüsse getötet. Die Sicherheitsbehörden behaupteteten von Anfang an, der Kardinal sei Opfer einer Verwechselung geworden.

 

V E R E I N T E N A T I O N E N

Die UNO hat eine weltweite Respektierung der Pressefreiheit gefordert. Sie ist ein Eckstein der Menschenrechte, heisst es in einer am 29.04. in Paris veröffentlichten UNO-Erklärung zum Welttag der Pressefreiheit am 3.05. Dort wo die Pressefreiheit einegschränkt wird, werden alle Bürger ihres Rechts beraubt, zu denken und nach ihrem Gewissen zu handeln, so die UNO.

Die UNO-Kommission für Menschenrechte hat am 30.04. in Genf eine Resolution über die religiöse Toleranz und gegen die Diffamierung jeder Glaubensrichtung durch Stereotypen verabschiedet. Mit dieser letzten Resolution zum Abschluss der 55. Sitzung der seit 22. März dauernden Tagung sollte ein besonderes Augenmerk auf die Rolle der Nichtregierungsorganisationen, der Kirchen und anderer Gemeinschaften gerichtet werden, die sich für die Glaubens - und Meinungsfreiheit einsetzen.

 

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Samstag:" Wochenkommentar" und "Sonntagsbetrachtung"
Sonntag:"Sie schreiben-wir antworten"
Montag:" Weltkirchen-Magazin"
Dienstag:" Radioakademie"

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Dienstag,4.Mai 1999

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