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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen ! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Donnerstag, 22. April bis Samstag, 24. April 1999

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat am 22.04 mehrere Friedensnobelpreisträger in Audienz empfangen, die sich auf Einladung der Stadt Rom, zu einem Friedensgipfel in der Ewigen Stadt aufhielten. Der Gruppe, die vom früheren sowjetischen Präsidenten, Michail Gorbatschow, angeführt wurde, dankte Johannes Paul II. für ihren Einsatz für den Frieden. Mit Blick auf den Kosovokrieg, mahnte er die Persönlichkeiten sich bewusst zu sein, dass ihre Verantwortung für den Kampf um den Wert des Menschen nie aufhört. Das Treffen ist ein Zeichen dafür, so der Papst weiter, dass Frieden nur erreicht werden kann, wenn über Rasse, Religion, Nationalismus hinweggesehen wird. Offenheit sei erforderlich. Eine Zivilisation könne nur unter Respektierung der Verschiedenartigkeit der Völker aufgebaut werden. Der Globalisierungsprozess müsse bewaffnete Konflikte ebenso ablehnen wie engstirnigen Nationalismus und Formen von Gewalt, so Papst Johannes Paul II.

Kardinal Edward Cassidiy, ist vom Staat Israel in seiner Eigenschaft als Leiter der vatikanischen Kommission für die Beziehungen zum Judentum ausgezeichnet worden. Die Anerkennungsurkunde wurde dem 74-jährigen Kardinal am 21.04. in Rom vom israelischen Vatikanbotschafter überreicht. In seiner Laudatio, erinnerte der Botschafter an die 50-Jahrfeier des Staates Israel im Vatikan, die Dank Cassidy die Aussöhnung zwischen dem jüdischen Volk und der katholischen Kirche symbolisiert habe.

Papst Johannes Paul II. hat am 23.04. eine Aussstellung von Bildern und Skulpturen Papst Paul VI. eröffnet. Er unterstrich in seiner Ansprache, die grössten Künstler aller Zeiten hätten gezeigt, dass ihr Schaffen durch die Suche nach Gott, bereichert worden sei. Ausdrücklich nannte er dabei Michelangelo, Dante und Johann Sebastian Bach. Die Ausstellung in einem Gebäude nahe dem Petersplatz schliesst die Veranstaltungen anlässich des 100. Geburtstages von Papst Paul VI. ab. Der Papst erinnerte in seiner Ansprache an die Bemühungen seines Vorgängers, Kirche und Kunst einander wieder anzunähern, da - wie Paul VI. sagte - ihre Freundschaft heute gestört sei. Gleichzeitig mit der Ausstellung veröffentlichte der Papst auch einen Brief an die Künstler. Er ruft darin zu einer neuen Allianz zwischen Glaube und Kunst. Auch wenn es große Kunstwerke von nichtgläubigen Künstlern gebe, so bereichere der Glaube an die Transzendenz doch das Kunstschaffen. Vor allem die Fleischwerdung Gottes sei eine große Hilfe für das Kunstschaffen. Der Paspt erinnerte in seinem Brief auch daran, daß er selbst künsterlisch tätig gewesen sei und bittet um eine neue Aufgeschlossenheit zwischen Kirche und Kunst. Auch wenn nicht jeder Mensch - so der Papst weiter - im eigentlichen Sinn sich zum Künstler berufen sieht, so hat ihn Gott doch mit der Aufgabe betraut " Baumeister des eigenen Lebens zu sein. Er soll aus seinem Leben gleichsam ein Kunstwerk, machen." So schreibt Papst Johannes Paul II. in seinem Brief der am 23.04. der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Israels Aussenminister, Ariel Sharon, wird am 26.04. zu einem Besuch in den Vatikan kommen. Das teilte die israelische Botschaft beim Apostolischen Stuhl am 23.04. in Rom mit. Es sei auch ein Treffen mit Papst Johannes Paul II. geplant. Ausserdem werde Sharon mit Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano und dem vatikanischen Aussenminister, Erzbischof Jean-Louis Tauran sprechen. Beobachter gehen davon aus, dass bei den Treffen neben dem Friedensprozess auch ein möglicher Papstbesuch im Heiligen Land zur Sprache kommen dürfte.

Ab 26.04. tagen im Vatikan die vier Bischöfe von Äthiopien und Eritrea. Die beiden afrikanischen Länder befinden sich im Kriegszustand. Es wird erwartet, dass die Oberhirten der zwei Staaten sich während ihrer viertägigen Konferenz für eine Versöhnung zwischen den beiden Völkern aussprechen.

Papst Johannes XXIII. ist seiner Seligsprechung einen Schritt näher. Die Kongregation für die Selig - und Heiligsprechungen hat einstimmig eine Wunderheilung anerkannt, die durch Vermittlung des Roncalli-Papstes eingetreten ist. Dies bestätigte jetzt der zuständige Postulator im Seligsprechungsverfahren. Er verwies aber gleichzeitig darauf, dass das Procedere noch lange nicht abgeschlossen sei.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Das bayerische Gesetz über die Anbringung von Kreuzen in den Volksschulen, ist verfassungskonform. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Berlin entschieden. In einer ersten Stellungnahme hat das katholische Schulkommissariat in Bayern das Urteil mit Einschränkungen begrüsst. In München wird allerdings erwartet, dass die Berliner Entscheidung die hohe Akzeptanz des Kreuzes in Bayerischen Schulen weiter stabilisiert. Eine endgültige Wertung des Urteils wird erst nach Vorlage des gesamten Wortlautes möglich sein.

Deutschland

Die Bundesregierung will den Kirchen keinen finanziellen Ausgleich anbieten, wenn durch die Steuerreform die Kirchensteuer sinken wird. Das berichtete die Katholische Nachrichtenagentur am 22.04 unter Berufung auf ein internes Papier des Finanzministeriums in Bonn. Darin heisst es, die Kirchen werden zweifellos für ihre finanziellen Probleme selbst eine sozialverträgliche Lösung finden. Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Hermann Kues, nannte den Vorgang ein Skandal. Das Finanzministerium schätzt die jährlichen Steuerausfälle der Kirchen durch die Steuerreform auf rund 1,5 Milliarden Mark. Derweil haben sich auch die Bischöfe zu Wort gemeldet. Die Oberhirten begrüssen die neue Diskussion über die Zukunft der Kirchenfinanzierung. Sie wollen sich auch mit eigenen Vorschlägen zu Wort melden. Das Thema sei aber ungeeignet für rasche Lösungen, sagte der Sekretär der Bischofskonferenz, Hans Langendörfer, am 23.04. in München. Nach seinen Angaben wollen die evangelische und katholische Kirche eine abgestimmte Position vorlegen.

Deutschland

Die Hospizstiftung hat die Bundesregierung aufgefordert, den Einzug der Sterbehilfe durch die "Hintertür des Betreungsrechts" zu verhindern. Am 22.04 begrüsste die Stiftung ein Urteil des Landesgerichts München, nach dem weder die Angehörigen noch die Gerichte, sondern nur die Ärzte entscheiden dürften, ob bei einem sterbekranken , nicht mehr äusserungsfähigen Patienten die künstliche Ernährung eingestellt werden darf.
http://www.hospiz.net/

Deutschland

Der Berliner Kardinal, Georg Sterzinsky, hat die Kampagne für die Ladenöffnung am Sonntag scharf verurteilt. Dem Wunsch nach Sonntagsverkauf liegt eine innere Krise der Gesellschaft zugrunde, so Sterzinsky am 24.04. in einem Interview. Der Sonntag sichere einen gesunden Rhythmus zwischen Arbeit und Ruhe und gebe die Möglichkeit zur inneren Orientierung.
http://www.kath.de/bistum/berlin/

Deutschland

Der " Fernsehdetektiv Gottes" im Fankfurter Bahnhofsmilieu, Pfarrer Henning Schwarz, ist ab 5. Mai erneut bei SAT 1 zu sehen. Wie dazu der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz bei dem Sender, Ulrich Fischer, erklärte, wird die dritte Staffel der Serie "Schwarz greift ein" jeweils Mittwochs um 20.15 Uhr ausgestrahlt. Sie wird von der katholischen Kirche mitfinanziert.
http://www.kath.de/sat1/

Österreich

Der Bischof von Graz, Johann Weber, hat jetzt gefordert, den vergewaltigten Frauen vom Kosovo seelsorglich nahe zu sein. Zur Diskussion um die sogenannte "Pille danach" meinte er, Seelsorge sei nicht nur das Festhalten an Prinzipien, auch wenn kein Leben getötet werden dürfe. Frauen, die ein aufgezwungenes Kind erwarten, brauchten auch besondere Zuwendung und Verständnis.

Österreich

Caritas-Präsident Franz Küberl hat die Kirchenberichterstattung des österreichischen Rundfunks kritisiert. Ausdrücklich ausgenommen von dieser Kritik hat er allerdings die Arbeit der ORF-Religionsabteilung. In einem Zeitschriftenbeitrag beklagte der ORF-Kirchenkurator mangelnde Sachkompetenz und Fairness. Dahinter stehe möglicherweise Trauer über den verlorenen Glauben.

Österreich

Der Präsident der Katholischen Aktion Österreichs , Christian Friesl, hat gefordert, die Kriegsmaschinerie in Jugoslawien zu stoppen, bevor sie durch den Einsatz von Bodentruppen weiter angeheizt wird. Bei einer Friedenskundgebung in Wien rief Friesl die österreichische Regierung auf, auf eine Friedensverhandlung zu drängen. Österreich hätte al neutraler Staat bessere Voraussetzungen als andere Länder, einen Waffenstillstand und die Wiederaufnahme von Friedensgesprächen zu betreiben.

Österreich

Väter sind für die Weitergabe des Glaubens an die Kinder doch wichtiger als bisher angenommen. Das geht aus einer jetzt in Graz veröffentlichten Umfrage, hervor. Väter rangieren zwar hinter den Müttern, aber doch weit vor Priestern, Religionslehrern und Grosseltern.

Schweiz

Die Bischöfe haben sich bei den Gläubigen und Pfarreien für die Hilfsbereitschaft und das Gebet für die Kosvoflüchtlinge bedankt. Sie riefen die Schweizer auf, auch weiterhin die Vertriebenen zu unterstützen, damit sie in ihre Heimat zurückkehren und dort ein menschenwürdiges Leben in Frieden aufbauen könnten.

E U R O P A

Russland

Das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Alexij II., hat einen Beusch in Polen auf das nächste Jahr verschoben. Offiziell wird die Absage mit dem vollen Terminkalender Alexijs begründet. Nach inoffiziellen Angaben aus orthodoxen Kirchenkreisen in Polen ist die internationale Lage im Zusammenhang mit dem Balkankrieg der Grund für die Verschiebung. Polen ist seit wenigen Wochen Mitglied der NATO.

Polen

Nach einem Beschluss des Warschauer Senats, soll das 8-Meter hohe Papstkreuz neben dem ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz stehen bleiben. Es wurde in Erinnerung an den Auschwitzbesuch Johannes Paul II. im Jahr 1979 errichtet. Weitere 200 Kreuze , die national-konservative Katholiken vor dem ehemaligen KZ aufgestellt hatten, sind dagegen aufgrund zahlreicher Proteste jüdischer Organisationen und des Staates Israel entfernt worden.

A S I E N

Israel

In diesen Tagen haben christliche, jüdische und muslimische Fachleute aus dem Nahen Osten in Jerusalem über den Gebrauch des Gottesnamens in ihren jeweiligen Liturgien gesprochen. Der gastgebende armenische Patriarch rief dabei die Christen in Israel auf, gemeinsam von ihrem Glauben Zeugnis zu geben und den interreligiösen Dialog zu pflegen. Papst Johannes Paul II. bat in einer Botschaft alle Anhänger der monotheistischen Religionen, ihren Horiziont zu erweitern und gleichsam mit Gottes Augen auf die Welt zu schauen.

Korea

Die westliche Welt muss Nordkorea wirtschaftlich stabilisieren helfen. Erst dann könne das Land als gleichberechtigter Partner in Friedensverhandlungen mit Südkorea treten. Das erklärte der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, Konrad Reiser, am 24.04. in Seoul. Man sei im Norden durchaus bereit sich zu öffnen, betonte Reiser. Er forderte die Industrienationen auf, die Sanktionen gegenüber dem kommunistischen Land aufzuheben und wirtschaftliche Entwicklungshilfe zu leisten. Eine Delegation des ökumenischen Rates hatte sich vor ihrer Ankunft in Seoul zu Konsultationen in Nordkorea aufgehalten.

China

Der Weihbischof von Hongkong , Josef Zen Ze-Kiun, ist der Überzeugung, dass die Untergrundkirche und die staatlich anerkannte katholische Gemeinschaft in der Volksrepublik den identischen Glauben bekennen. Der einzige Unterschied zwischen ihnen besteht in ihrem Verhältnis zum Staat, erklärte der chinesische Bischof.

A F R I K A

Nigeria

Die katholische Kirche des afrikanischen Landes hat jetzt ihren Plan für das Heilige Jahr 2000 vorgelegt. Wie aus Lagos gemeldet wird, wollen die Katholiken das Denken in Sippen und Stämmen bekämpfen, den ökumenischen und interreligiösen Dialog fordern. sowie einen nationalen Jugendtag und ein Pastoralkongress durchführen. Eine weitere Aufgabe für das Jubeljahr ist die Streichung der Auslandsschulden.

Ruanda

Der Provinzial der schweizer Afrika-Missionare hat in diesen Tagen Vorwürfe gegen den ehemaligen Erzbischof von Kabgayi in Ruanda, den Schweizer Missionar, Andre erraudin, energisch zurückgewiesen. Exil-Ruander hatten den über 80-jährigen abgeklagt, für den Genozid in Ruanda mitverantwortlich zu sein. Die Afrika-Missionare machen darauf aufmerksam, dass der Angeklagte zum Zeitpunkt des Völkermordes bereits als Pensionär in der Schweiz gelebt habe. Hinter dem Vorwurf zeige sich erneut die Hetzkampagne gegen die katholische Kirche in Ruanda.

 

V E R E I N T E N A T I O N E N

Die UNO-Menschenrechtskommission hat Kuba, Iran und Irak der Verletzung von Grundrechten angeklagt. Ebenso wurde Serbien wegen der ethnischen Säuberung im Kosovo und Israel wegen der Behandlung der Menschen auf den Golanhöhen verurteilt. Über China äusserte sich die Menschenrechtskommission nicht, da Peking sich energisch dagegen ausgesprochen hatte. Von Havanna verlangte die Kommission die Freilassung politischer Häftlinge.

Hinweise auf unser Wochenprogramm

 

Samstag:" Wochenkommentar" und "Sonntagsbetrachtung"
Sonntag:" Aktenzeichen"
Montag:" Weltkirchen-Magazin"
Dienstag:"Radioakademie"
Mittwoch:" Römische Woche"
 

Man hört Radio Vatikan
täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr
Mittelwelle : 1530 Khz
Kurzwellen: 5880, 7250, 9645 Khz
Radio Vatikan ist ferner zu hören über Astra 1A durch
Radio Horeb
um 16.00 und 18.00 Uhr
Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital) verbreitet wird.
World-Radio-Network um 1.00, 9.30, 16.00 und 19.30 Uhr
Tonunterträger von Sky Movies (7.38 MHz analog)
und ZDF (7.56 MHz digital)
Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:
Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen
Tel.: 0 21 02/2 30 31 Fax: 0 21 02/ 2 14 13
Für die Internet-Nachrichten verantwortlich: Eva Rohrmann
Redaktion dieser Ausgabe : Eva Rohrmann
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E-Mail:DEUTSCH@VATIRADIO.VA
Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Mittwoch,28.04.1999

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