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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen ! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Sonntag, 18. April bis Mittwoch, 21. April 1999.

V A T I K A N

Am 18.04. sprach Papst Johannes Paul II. im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes vor über 100.000 Gläubigen auf dem Petersplatz drei Selige heilig. Den Gründer der Maristen-Schulbrüder, Marcelin Champagnat, aus Frankreich, sowie den italienischen Ordensgründer, Giovanni Calabria, und die römische Ordensfrau Agostina Livia Petrantoni. In seiner Predigt zeigte Johanes Paul II., ausgehend von den liturgischen Texten des Tages, wie die neuen Heiligen Vorbild für die Menschen heute sein können.

Der Papst hat am 21.April an die - wie er sagte - vergessenen Kriege in Afrika erinnert. Ausdrücklich nannte er Angola und die Region der großen Seen, die beiden Kongo, Guinea-Bissao und Sierra-Leone, das Horn von Afrika sowie den Sudan. Die zivile Bevölkerung leide besonders unter den Kriegen.

Papst Johannes Paul II. ist schockiert über das Blutbad an einer Highscholl in Colorado. In einem Beileidstelegramm an den Erzbischof von Denver sprach er am 21.04. den Familien und der Schule seine Anteilnahme aus. Er bete für die Toten und ihre Angehörigen sowie für die Verletzten. Zwei maskierte Jugendliche hatten mindestens 14 Mitschüler erschossen und dann Selbstmord begangen.

ZUM KOSOWO-KRIEG

Papst Johannes Paul II. hat dem russich-orthodoxen Patriarchen Alexi II am 20.4. bei seinem Besuch in Belgrad ein Schreiben übermitteln lassen. Darin verurteilt er Deportationen, ethnische Säuberungen. Dies seien nie Mittel, um ein humanes Zusammenleben zu erreichen.

Am 20.04. ist der russisch-orthodoxe Patriarch, Alexj II. , zu Gesprächen nach Belgrad gereist. Mit seinem Besuch wolle er seinen Beistand für die Menschen in einer schweren Zeit zum Ausdruck bringen, und ihr Leid teilen, meinte Alexj nach seiner Ankunft. Aus diesem Grund feierte der Patriarch auch einen Gottesdienst für die Opfer des Kosovokrieges. Der Patriarch, auf dessen Programm auch ein Treffen mit Präsident Slobodan Milosevic stand, sparte nicht mit harter Kritik am NATO- Einsatz. Er brandmarkte ihn als illegales Unternehmen gewisser mächtiger und reicher Länder. Diese würden sich das Recht anmassen über Gut und Böse zu entscheiden und den Wunsch eines Volkes mit Füssen treten, das anders leben will.

Wie am 20.04. bekanntgegeben wurde, hat Papst Johannes Paul II. dem katholischen Erzbischof von Belgrad, Frank Perko, einen Brief übermittelt. Darin erklärt der Papst, dass er die tragische humanitäre Lage im Kosovo und die Vertreibung der Bevölkerung mit tiefem Schmerz verfolge. Er versicherte dem Erzbischof, dass der Vatikan sich weiterhin um Frieden bemühe, um das Leid der Menschen in der Region zu lindern.

Die deutsche Bischofskonferenz hat am 20.04. die NATO aufgefordert, militärische Gewalt in Jugoslawien darauf zu begrenzen, dass das Leid der Menschen im Kosovo wirklich verringert wird. Es sei höchste Zeit, vom Krieg zur Politik zurückzukehren. Belgrad wird gleichzeitig aufgerufen, sich endlich seiner Verantwortung für den Weltfrieden bewusst zu werden. Die Bischöfe räumen ein, dass die NATO die Absicht hatte, unendliches Leid zu begrenzen. Es sei aber an der Zeit, dass die Vereinten Nationen und auch Russland wieder eingschaltet würden. Serbien wird Völkermörd vorgeworfen. Daher sei es Sache der Völkergemeinschaft und nicht direkt der NATO, eine humanitär motivierte militärische Lösung zu suchen.

Erzbischof Paul Josef Cordes wird am 22.04. zu einer humanitären Mission nach Mazedonien reisen. Im Auftrag von Papst Johanes Paul II. will er die kirchliche Hilfe für die Flüchtlinge des Kosovo koordinieren. Cordes ist Präsident des Päpstlichen Rates Cor Unum, dem vatikanischen Entwicklungshilfeministerium.

Der Wiener griechisch-orthodoxe Metropolit, Michael Staikos, hat kritisiert, dass im Falle des Kosovo nicht alles getan wurde, um dem Frieden in Gerechtigkeit eine echte und ehrliche Chance zu geben. Beim dem ökumenischen Eröffnungsgottesdienst für den "Nachbar in Not-Benefiztag" am 17.04. erklärte er, dass in Europa über wirtschaftliche Entwicklungen lange verhandelt werde, aber für den Frieden die Zeit knapp sei. Staikos rief zur Trauer und zum Gedenken für alle Opfer des Krieges auf, unabhängig von Nation, Religion, Herkunft und Geschlecht.

 

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Politiker von FDP, SPD und Grünen haben Vorschläge zurückgewiesen,die Kirchensteuer künftig nach dem Bruttoeinkommen zu berechnen. Dies wäre defacto eine weiter Steuererhöhung, die zu weiteren Kirchenaustritten führen werde, kritisierte FDP-Generalsekretär, Guido Westerwelle. Die Ministerpräsidenten aus Rheinland-Pfalz, Kurt Beck, und Hessen, Roland Koch, hatten in den letzten Wochen mehrfach angeregt, die Finanzierung der Kirchen neu zu regeln.

Deutschland

Die Kirchenpolitische Sprecherin der Bündnisgrünen hat die Kirchen aufgerufen, selbst über die Zukunft der Kirchensteuer zu debatieren. Es sei merkwürdig, dass der Anstoss zur Neustrukturierung der Kirchenfinanzierung von den Ministerpräsidenten komme. Die Kirchen müssten sich fragen, wie sie sich finanzieren, ohne an die Einkommensteuer gekoppelt zu sein.

Deutschland

Nach Überzeugung von Familienministerin Christiane Bergmann, kommt die Abtreibungspille RU 486 in diesem Sommer auf dem Markt. In einem Beitrag der Zeitschrift "Focus" meint die Politikerin jedoch, das Präparat dürfe nur von Ärzten verordnet werden. Es stelle eine Alternative dar, wenn der Schwangerschaftsabbruch bereits entschieden sei. Die Kirche verurteilt die Freigabe von RU 486.

Deutschland

Die Christdemokraten für das Leben haben am 19.04. zu Demonstrationen gegen die Abtreibungspille RU 486 vor dem Institut für Arzneimittel in Berlin aufgerufen. Ihre Sprecherin erklärte, es sei erschreckend, wenn im eigenen Land ein Menschenvernichtungsmittel gefordert werde, während auf dem Balkan eine Menschenvernichtsaktion laufe.

Deutschland

Der ehemalige Bayerische Kultusminister und Professor auf dem Guardini-Lehrstuhl in München, Hans Maier, erhält den diesjährigen Romano-Guradini-Preis der Katholischen Akademie in Bayern. Er führe mit analytischem Verstand und küntlerischer Sensibilität die Bereiche Wissenschaft, Politik, Religion und Kultur zusammen, erklärte der Akademiedirektor bei der Bekanntgabe des Preisträgers am 20.04. in München.

Österreich

Der Dienst am Nächsten bleibt immer aktuell. Das unterstrich Kardinal Franz König, aus Anlass des 900-jährigen Jubiläums des Malteser Ritterordens. Der Wiener Alt-Erzbischof leitete am 17.04. zusammen mit dem evangelisch-lutherischen Bischof, Herwig Sturm, einen ökumenischen Dankgottesdienst der Malteser und Johanniter im Stefansdom in Wien. In der Ausgabe der Zeitung "Die Presse" vom 17.04., schrieb König anlässlich des Jubiläums, dass der Mensch sich am Du verwirklicht und nicht am ich. Daher sei der Dienst am Nächsten etwas ganz Natürliches.

Österreich

"Religiosität am Ende der Moderne". So lautet in diesem Jahr das Thema der traditionellen Salzburger Hochschulwochen , zu dem 23 Referenten sprechen werden. Die Hochschulwochen finden vom 26. Juli bis zum 6. August statt.

Österreich

In einem nachösterlichen Bischofswort lädt der Wiener Kardinal , Christoph Schönborn, die Katholiken zu einem missionarischen Aufbruch ein. Der Brief soll am 25.04. in den Kirchen der Erzdiözese Wien verlesen werden. Darin formuliert Schönborn drei Prioritäten, die sich, so wörtlich, vom Evangelium her klar ergeben: Der Vorrang der Verkündigung, die Förderung der Kultur des Lebens, und die Option für die Armen.

E U R O P A

Italien/Deutschland

Kardinal Ersilio Tonini hat Liebe und Verständnis für die Frauen aus dem Kosovo gefordert, die sich nach einer Vergewaltigung für die "Pille danach" entscheiden. Die katholische Moral fordere vor allem, dass man ihnen helfe. Ähnlich meinte der Bischof von Trier, Hermann-Josef Spital, dass man von Frauen nicht nur verlangen könne, sich auf ein Kind einzustellen, dass die durch Gewalt empfangen hätten.

Russland

Das Justizministerium hat dem Jesuitenorden die offizielle Registrierung verweigert. Das berichtete das britische Ostinstitut "Keston College". Die Entscheidung erfolgte auf der Grundlage des umstrittenen Religionsgesetzes von 1997. Die Gesellschaft Jesu ist die erste bedeutende römisch-katholische Einrichtung, der die Registrierung verweigert wird.

A S I E N

Israel

Die Muslime haben den Regierungsvorschlag, in Nazareth nur eine kleinere Moschee zu bauen, abgelehnt. Von christlicher Seite gibt es bisher keine Reaktion. Eine Ministerialkommission aus Jerusalem hatte vorgeschlagen, anstelle des grossen muslimischen Gebetshauses, das in unmittelbarer Nähe des Verkündigungsbasilika entstehen sollte, nur ein kleines Gebäude zu errichten. Die Christen wollen das Areal als Parkplatz für die Nazareth-Pilger im nächsten Jahr nutzen. Der Vatikan hatte die Baupläne der Muslime als Provokation bezeichnet.

Ost-Timor

Bischof Carlos Belo ist Schirmherr für einen Waffenstillstand zwischen Anhängern der Unabhängigkeit des Inselteils und ihren Gegnern. Wegen der anhaltenden Unruhen hatte der Bischof von Dili, am 18.04. einen grossen Versöhnungsgottesdienst abgesagt. Aus Sicherheitsgründen feierte er stattdessen eine Messe in seiner Privatkapelle für die Opfer der jüngsten Gewalttaten. Das berichtete der indonesische Rundfunk. Bei den Unruhen sind am Wochenende bis zu 30 Menschen getötet worden.

 

Indonesien

Am 19.04. hat die Explosion einer Bombe im Zentrum von Jakarta die grösste Moschee Ostasiens erschüttert. Drei Personen wurden dabei verletzt, aber niemand getötet. Präsident Habibie, der normalerweise dort betet, rief die Bevölkerung zur Ruhe auf. Beobachter befürchten, dass unbekannte Kreise zu neuen Zusammenstössen zwischen der muslimischen Mehrheit und christlichen Minderheiten aufstacheln wollen.

Korea

Der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, Konrad Reiser, befindet sich momentan auf einer Reise durch Korea. Nach Gesprächen in Nordkorea ist er jetzt im südkoreanischen Seoul eingetroffen, wo er am 22.04. mit Staatspräsident Kim Dae Jong, zusammentrifft. Mit seiner Reise verfolgt Reiser drei Ziele: Das Gespräch mit Vertretern beider Regierungen über die Wiedervereinigung, die Koordination weiterer Hilfsmassnahmen mit den humanitären Organisationen, und verschiedene Treffen mit Repräsentanten christlicher Gruppen.

China

Amnesty International hat die Unterdrückung der Muslime in der Provinz Xingjang kritisiert. Xingjang sei die einzige Region Chinas, in der auch politische Gefangene hingerichtet würden, beklagte die Menschenrechtsorganisation in einem am 20.04. in Bonn veröffentlichten Bericht. Darin heisst es weiter, dass die Muslime nicht nur wirtschaftlich und sozial benachteiligt werden, sondern dass ihnen auch die Religions-und Redefreiheit verwehrt wird. Amnesty forderte die Mitglieder der UN-Menschenrechts-kommission auf, eine entsprechende Resolution gegen China zu unterstützen.

Indien

Nach Ansicht der katholischen Kirche ist die Regierung Vajpayee gestürtzt worden, weil sie die Minderheiten nicht schützte. Erzbischof Alan de Lastic erklärte in Neu Delhi am 19.April zum Misstrauensvotum, er sei gleichzeitig erleichtert und besorgt über die politische Instabilität.

A F R I K A

Ruanda

Der wegen Völkermord verhaftete Bischof, Augustin Misago, bleibt im Gefängnis. Die ruandische Presse berichtete am 21.04., dass eine Freilassung gegen Kaution vom zuständigen Gericht zurückgewiesen worden ist. Indessen hat der vatikanische Nachrichtendienst FIDES weitgehende Vorwürfe gegen die Regierung in Kigali erhoben. Die Verhaftung des Bischofs sei nur ein Teil der Strategie, den Einfluss der Kirche in Ruanda zu verringern, erklärte FIDES am 21.04. in Rom. Bischof Misago war am 14.04. in Kigali verhaftet worden.

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Mittwoch:" Römische Woche"

Donnerstag:"Kreuzfeuer"

Freitag:"Prisma-Magazin"

Samstag:" Wochenkommentar" und "Sonntagsbetrachtung"

Man hört Radio Vatikan

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

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und ZDF (7.56 MHz digital)

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Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen

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Für die Internet-Nachrichten verantwortlich: Eva Rohrmann

Redaktion dieser Ausgabe : Eva Rohrmann

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Samstag,24.04.1999

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