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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Sonntag, 11. April bis Mittwoch, 14. April 1999

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat am 11.04. auf dem Petersplatz an das orthodoxe Osterfest erinnert und aus diesem Anlass die Serben eindringlich zu einem friedlichen Zusammenlebenmit ihren Nachbarn aufgefordert. Bei dem Regina- Coeli- Gebet richtete das Kirchenoberhaupt einen besonderen Gruss an die orthodoxen Christen.

Zwischen Flüchtlingselend und NATO-Luftschlägen bemüht sich der Vatikan weiter um einen Dialog auf dem Balkan.
Die Vatikanische Tageszeitung Osservatore Romano drückt in einem Titelseitenkommentar am 15.4. ihre Hoffnung aus, daß die neuen Initiativen der Europäischen Union einen Schritt nach vorne im Kosowo bedeuten könnten.
Am 12.04. empfing Papst Johannes Paul II. seinen Nuntius in der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien, Erzbischof Edmont Farhat,in Privataudienz.
Indessen mehren sich auch die Stimmen, dass der Vatikan, wegen der neutralen Haltung des Papstes in einer Zeit nach dem Krieg eine wichtige Verhandlungsposition einnehmen könne. So erklärte der rumänische Botschafter beim Apostolischen Stuhl, Teodor Bakonski, gegenüber der Katholischen Nachrichtenagentur, dass die Stimme des Papstes auf dem Balkan ein Gegengewicht zu den USA darstelle.

Der Apostolische Stuhl hält auch im Kosovokonflikt am Prinzip der humanitären Einmischung fest. Das erklärte der vatikanische Aussenminister, Erzbischof Jean Louis Tauran, in einem Interview mit der katholischen Zeitschrift "Familiglia Cristiana" . Tauran wies damit den Vorwurf zurück, dass der Vatikan im Kosovokonflikt von diesem Prinzip abgerückt sei. Er betonte, kein Staat dürfe die Menschenrechte verletzen und sich dabei hinter dem Vorhang der nationalen Souveranität verstecken. Die Pflicht der humanitären Einmischung sei für das Völkerrecht der vergangenen Jahre eine wichtige Eigenschaft, so Tauran.

Der vatikanische Nachrichtendienst FIDES hat am 14.04. kritisiert, dass die NATO-Angriffe durchaus die jugoslawische Zivilbevölkerung betreffe. Was die NATO als "Nebeneffekte" zu bezeichnen wage, vermindere die Lebensbedingungen der Zivilsten.

Auch nach einer Vergewaltigung darf nach Lehre der Katholischen Kirche keine Abtreibung vorgenommen werden. Daran erinnerte der vatikanische Bioethiker, Bischof Elio Sgreccia, in einem am 13.04. veröffentlichten Artikel in einer katholischen Zeitschrift. Auch die sogenannte "Pille danach" sei ein Abtreibungsprodukt, betonte Sgreccia unter Hinweis auf Berichte, nach denen Kosovo-Flüchtlingen dieses Präparat gegeben worden sein soll.

Am 18.04. wird Papst Johannes Paul II. drei Selige heiligsprechen. Es handelt sich um die italienische Ordensfrau, Agostina Livia Pietrantoni, die im Jahr 1894 von einem Geisteskranken erschlagen wurde, nachdem sie sich gegen die Vergewaltigung gewehrt hatte. Der zweite neue Heilige, Giovanni Calabria, war in seiner Heimat Verona bei seinem Tod im Jahr 1954 ein grosser Freund der Armen und Elenden, die ihn bald als ihren Patron verehrten. Der Papst spricht ferner den Gründer der Maristen-Schulbrüder, den Seligen Marcel Josef Champagnat, heilig. Radio Vatikan übeträgt am 18.04. die Feier, aber ohne deutschen Kommentar.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Für den Militärbischof, Johannes Dyba, stellt sich die Frage, ob die Völkergemeinschaft nicht schon früher und nachhaltiger im Kosovo-Konflikt hätte handeln müssen. In einem Interview für mehrere Kirchenzeitungen erklärte Dyba, wer die brutale Vertreibungspolitik Belgrads als Folge der NATO-AKtion hinstelle, verkenne Ursache und Wirkung. Im Schatten der NATO-Angriffe würden offensichtlich längst geplante verbrecherische Aktionen der serbischen Führung verwirklicht, so Dyba.

Deutschland

Die Caritas hat vor einseitigen Hilfe auf dem Balkan gewarnt. Die Nothilfe für die Kosovoflüchtlinge könne zum politischen Sprengsatz in Mazedonien und Albanien werden. Das erklärte der Leiter von Caritas Internationalis am 14.04. in Freiburg. Bei der Hilfe werde immer mehr als Unterstützung für eine Kriegspartei verstanden, warnte die Caritas.

Deutschland

Unter dem Motto "Auf Gott hoffen - einender vertrauen" steht die diesjährige Renovabis-Pfingstaktion. Sie wird bundesweit für alle deutschen Diözesen am 2. Mai in Berlin mit einem Gottesdienst in der Hedwig-Kathedrale eröffnet. Der Berliner Kardinal Georg Sterzinsky, hat dazu Kardinal Vinko Puljic und Weihbischof Pero Sudar aus Sarajevo eingeladen.

Österreich

Er wisse sich mit allen verbunden die in Jugoslawien leiden, ohne zu fragen, welcher Religion oder Nationalität sie angehören. Dies betonte Kardinal Franz König am Wochenende in der griechisch -orthodoxen Dreifaltigkeitskirche in Wien. Metropolit Michael Staikos hatte Kardinal König eingeladen, der orthodoxen Karfreitagsliturgie beizuwohnen. Die Anwesenheit des Kardinals würdigte der Metropolit als ein Zeichen angesichts der tragischen Ereignisse in Jugoslawien. Der griechisch-orthodoxe Kirchenführer wies alle Versuche scharf zurück, die Auseinendersetzung in Jugoslawien zum Religionskrieg umzustilisieren. Am 17. April wird in der orthodoxen Dreifaltigkeitskathedrale ein ökumenischer Gottesdienst stattfinden, an dem Kardinal Christoph Schönborn teilnehmen wird.

Österreich

In Wien hat in den vergangenen Tagen der Weltkongress der katholischen Sportorganisationen getagt. Dort wurde über die Rolle der nichtkommerziellen Sportvereine gesprochen und deren Aufgabe als Wertevermittler aufgezeigt. Als einen Ort in der Balance zwischen Freiheit und Ordnung hat der Wiener Pastoraltheologe, Paul Zulehner, den Sport definiert. Er merkte allerdings an, dass Freiheit vielen Zwängen gewichen sei. Wer heute Sport betreibe, brauche eine aufgezwungene Sprache und messe nicht zuletzt den Erfolg nach aufgenötigten Kriterien, so der Pastoralthoeloge.

Schweiz

Der Generalsekretär des Genfer Weltrates der Kirchen, Konrad Raiser, hält sich in diesen Tagen in Nord-und Südkorea auf, wo er mit den Präsidenten beider Staaten zusammentreffen wird. Wie dazu der Weltrat der Kirchen am 13.04. mitteilte, will Raiser mit seinem Koreabesuch einen Beitrag zur Wiederversöhung beider Staaten leisten.-

E U R O P A

Ex-Jugoslawien

Zum orthodoxen Osterfestes am 11.04. hat Präsident Bill Clinton eine Botschaft an alle orthodoxen Christen gesandt. Clinton bedauerte in seiner Botschaft, dass die Osterfreude in diesem Jahr vermischt sei mit Trauer über die tragischen Ereignisse und mit Angst um bedrohte Verwandte und Freunde. Die Herzen und Gebete müssten sich all denen zuwenden , die gelitten haben , so Clinton. Er wünsche die Wiederkehr des Friedens , sowie den Aufbau von Demokratie und Toleranz.

Bosnien-Herzegowina

Der Krieg im Kosovo und die Flüchtlingsströme gefährden die Stabilität im Nachbarland Bosnien-Herzegowina. Diese Ansicht vertrat der Erzbischof von Sartajvo, Kardinal Vinko Puljic, in einem Interview mit einer italienischen Zeitschrift. Pulijc erklärte, dass die Flüchtlinge auch nach Bosnien strömten und dort die ethnische Zusammensetzung zwischen Muslimen, Orthodoxen udn Katholiken veränderten. Diese könne zu neuen Konflikten in dem Land führen, das sich noch nicht von den Folgen des Krieges 1991-1995 erholt habe.

Italien

Eine Friedensdelegation der römischen Basisgemeinschaft Sant`Egidio ist ohner konkrete Ergebnisse aus Jugoslawien zurückgekehrt. Ein Sprecher der Delegation, die sich seit Anfang der Woche im Kriesengebiet aufgehalten hatte, erklärte am Wochenende, die Gruppe unter Führung von Monsignore Vincenzo Paglia haben mit dem Kosovarenführer, Ibrahim Rugova, gesprochen. Ferner hatte die Delegation auch Kontakt mit dem serbisch-orthodoxen Patriarchen, Pavle. Sowohl der Vatikan als auch das italienische Aussenministerium haben erklärt, dass es sich bei der Friedensmission von Sant'Egidio um eine private Initiative gehandelt habe.

Belgien

Die internationale katholische Friedensbewegung "Pax Christi" hat jetzt die Vertreibung der Kosovo-Albaner und die NATO-Angriffe auf Ex-Jugoslawien scharf verurteilt. In getrennten Schreiben an die UNO-Menschenrechtsorganisation und den NATO-Generalsekretär, kritisierte Pax Christi sowoehl die ethnische Säuberung durch Belgrad wie auch die humanitäre Katastrophe aufgrund der Bombenanschläge der NATO. Die Vertreibung der Kosovo-Albaner könne bereits als Völkermord bezeichnet werden.

Polen

Die Regierung des Landes hat beschlossen, Schutzzonen um ehemalige Konzentrationslager einzurichten. Mit einem am 10.04. verabschiedeten Gesetz hofft die Regierung jetzt, die Auseinandersetzung um die Kreuze am Rande des ehemaligen Vernichtungslagers Auschwitz zu beenden. Jüdische Organisationen hatten mehrfach gegen die Aufstellung von Kreuzen protestiert. Regierung und Bischöfe hatten sich für die Entfernung der Kreuze ausgesprochen, abgesehen von einem acht Meter hohen Kreuz, das an den Besuch von Papst Johannes Paul II. in Auschwitz erinnert.

A S I E N

Israel

Der Vertreter von Palästinenserführer Yassir Arafat für die Kirchen in Jerusalem, Ibrahim Kandalaft, erfährt nach eigenen Angaben keinerlei Behinderungen von israelischer Seite bei seiner Arbeit. Er könne in gewohnter Weise seine Kontakte zu den palästinensischen Stellen unterhalten, sagte Kadalaft jetzt gegenüber der Katholischen Nachrichtenagentur in Jerusalem. Kandalaft nahm an den orthodoxen Osterfeiern in der Jerusalemer Grabeskirche teil.

Israel

Der Vatikan hält den Bau einer Moschee in unmittelbarer Nähe zur Verkündigungskirche für eine Provokation einiger fanatischer Muslime. Er lehnt sie ebenso wie die katholischen Autoritäten in Israel ab.

Religionsminister, Avi Blutstein, erklärte am 14.04., die Katholische Kirche werde möglicherweise im Heiligen Jahr 2000 alle Kirchen in Israel sperren lassen, wenn die umstrittene Moschee in Nazareth gebaut wird. Entsprechende Hinweise seien ihm von der Päpstlichen Nuntiatur zugegangen. Fanatische Muslime wollen in der Heimatstadt Jesu in unmittelbarer Nähe zur Verkündigungskirche eine Moschee bauen. Die Christen wehren sich gegen den Bau vor dem Jahr 2000, weil auf dem öffentlichen Grundstück ein Parkplatz für Pilger im Heiligen Jahr entstehen soll. Nach dem Jubiläum könne die Moschee gebaut werden.

Ost-Timor

Für die 25 Opfer des vermutlich von der indonesischen Armee begangenen Massakers hielt der ost-timoresische Bischof, Carlos Belo, am 11.04. in Liquisa eine Requiemmesse. Dabei rief er die Bevölkerung auf, auch angesichts der derzeitigen Herausforderungen den Glauben nicht zu verlieren. Nach kirchlichen Angaben hatten indonesische Polizisten, Soldaten und Mitglieder der von Jakarta unterstützten Paramilitärs in Liquisa ein Pfarrhaus mit Waffengewalt gestürmt und auf die Menschen das Feuer eröffnet.

Indien

Seit 11.04. diskutieren Vertreter verschiedener Glaubensgemeinschaften und Konfessionen über die Möglichkeit des friedlichen Zusammenlebens der Religionsgemeinschaft auf dem Subkontinent. Die sogenannte All-India-Convention sucht Antwort auf die Gewalttätigkeiten, denen im Lauf der letzten Monate viele Christen zum Opfer gefallen sind.

Südkorea

Religionsexperten haben vor einem sprunghaften Anstieg von Weltuntergangssekten gewarnt. Laut koreanischer Presseberichte erklärte der Direktor des Internationalen Religionsforschungsinstituts in Seoul, die Anzahl der Endzeitsekten sei im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Diese gehen von einem Weltuntergang zum Jhar 2000 aus. Ausserdem dürfe die Gefahr der Massenselbstmorde nicht ausser Acht gelassen werden, so der Direktor.

A F R I K A

Lybien

Am 12.04. ist in Tripolis eine achtbändige Geschichte Afrikas vorgestellt worden, an der 300 Historiker, Sprach - und Naturwissenschaftler mehr als drei Jahrzehnte gearbeitet haben. Das Werk erscheint zunächst auf Englisch, Französisch und Arabisch, wird später aber in mehreren afrikanischen Sprachen verlegt werden.

Algerien

Erzbischof Henry Tessier hat am 13.4. einen Apell zu den bevorstehenden Wahlen veröffentlicht. Gegenüber dem vatikanischen Nachrichtendienst FIDES drückte Tessier seine Hoffnung aus, dass die Wahlen ein weiterer Schritt seien, um die schwere Krise Algeriens zu überwinden. Er hoffe, dass das Votum das nordafrikanische Land wieder zu einem Rechtsstaat zurückführen möge, in dem Gerechtigkeit für alle gewährleistet sei.

A M E R I K A

Chile

Die katholische Kirche will eine Vermittlerrolle in der Diskussion um die Einhaltung der Menschenrechte, als Voraussetzung für die nationale Wiederversöhnung einnehmen. Wie die Nachrichtenagentur EFE berichtete, wurde am 12.04. nach dem Tod von Kardinal Raul Silva Henriquez, dieses Vorhaben von Kirchenvertretern wiederholt. Kardinal Henriquez hatte sich vor allem während der Diktatur für die Menschenrechte eingesetzt.

Vereinigte Staaten

Wegen aktiver Sterbehilfe ist der als " Doktor Tod " bekannte Arzt, Jack Kevorkian, zu einer Haftstrafe von mindestens zehn Jahren verurteilt worden. Kevorkian hatte im vergangenen Jahr einem unheilbar Kranken auf dessen Wunsch hin eine tödliche Giftinjektion verabreicht und den Vorgang auf Video aufgezeichnet. Der 70jährige Kevorkian hat nach eigenen Worten bereits 130 Menschen zum Selbstmord verholfen.

 

 

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Donnerstag:"Kreuz des Südens"

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Samstag:" Wochenkommentar" und "Sonntagsbetrachtung"

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Für die Internet-Nachrichten verantwortlich: Eva Rohrmann

Redaktion dieser Ausgabe : Eva Rohrmann

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Samstag,17.04.1999

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