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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen ! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Sonntag, 4. April bis Mittwoch, 7. April 1999.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. ist am 5.04. vor dem Gebet Regina Coeli am auf das Schicksal der Menschen im Kosovo eingegangen. Nach einer anstrengenden Kar-und Osterwoche hatte er sich in seine Sommerresidenz, Castel Gandolfo, begeben. Vom Balkon seiner Residenz rief er den versammelten Bürgern und Pilgern erneut das traurige Los der Mitbrüder im benachbarten ehemaligen Jugoslawien ins Bewusstsein. Besondere Wertschätzung äusserte der Papst für die italienische Hilfsinitiative in Albanien, die unter dem Namen "Arcobaleno"-"Regenbogen" angelaufen ist. Doch wollte Johannes Paul II. nicht nur die Politiker herausheben, sein Dank ging auch an die vielen privaten und freiwilligen Organisationen und Aktionen einzelner Bürger.

Der Osterappell des Papstes für einen humanitären Korridor zur Versorgung der Kosovoflüchtlinge ist in Belgrad offenbar positiv aufgenommen worden. Der Vatikanbotschafter Jugoslawiens erklärte gegenüber einer italienischen Tageszeitung, er rechne mit einer raschen und zustimmenden Antwort von Präsident Slobodan Milosevic. Es komme jeodch nicht in Frage, dass dieser Korridor von der NATO garantiert werde, fügte der Diplomat hinzu. Denn das würde bedeuten, diesen "gar nicht oder gegen uns errichten zu wollen", so der Botschafter wörtlich.

 

Kardinal Joachim Meisner, Erzbischof von Köln, ist von Papst Johannes Paul II. ins dreiköpfige Präsidium der Bischofssynode für Europa berufen worden. Die Konferenz findet vom 1. bis 23. Oktober im Vatikan statt. Ausserdem werden der polnische Kardinal, Franciszek Macharski und der französische Kurienkardinal, Paul Poupard, das Bischofstreffen leiten.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Zum Osterfest haben die katholische und die evangelische Kirche zum Frieden im Kosovo und zur Hilfe für die Flüchtlinge aufgerufen. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Karl Lehmann, stellte sich in seiner Predigt erneut hinter das Vorgehen der NATO im Kosovo. Jede Form der Gewaltanwendung sei zerstörerisch und erzeuge meist Gegenwalt, erklärte Lehmann. Es gebe aber Situationen, in denen die Würde und Rechte der Menschen mit Gegenwehr vereteidigt werden müssten. Der Bischof rief alle Christen auf, Frieden zu schaffen. Der Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Manfred Kock, rief dazu auf, die Aufnahme von Flüchtlingen nicht nur als Belastung, sondern als Teil des Einsatzes für den Schutz des Lebens zu betrachten.

Deutschland

Mit einem sechstägigen Fussmarsch wollen rund 100 junge Erwachsene gegen Abtreibung und Euthanasie, sowie für mehr Akzeptanz von Kranken und Behinderten in der Gesellschaft demonstrieren. Mit dem "Europäischen Marsch für das Leben" wollen die Teilnehmer gegen die "Kultur des Todes" kämpfen, die sich in Europa verbreite. Der Marsch hat am 5.04. begonnen und führt von Maastricht nach Bonn.

Österreich

Kardinal Christoph Schönborn und die Wiener Caritas haben an die Pfarrgemeinden der Erzdiözese appelliert, Kosovoflüchtlinge aufzunehmen. Die Caritas entwickle derzeit ein System, das es ermöglicht, Flüchtlinge für einen bestimmten Zeitraum zu beherbergen. Kardinal Schönborn kündigte indessen an, dass er eine Flüchtlingsfamilie im erzbischöflichen Palais aufnehmen werde.

E U R O P A

Kroatien

Die katholische Kirche des Landes hat schwere Bedenken zum NATO- Bombardement auf Jugoslawien geäussert. Man könne nicht erkennen, dass das Vorgehen von Nutzen für die Opfer der Vertreibungsaktionen sei, heisst es in einer Erklärung der bischöflichen Kommission "Justitia et Pax". Verständnis finden die NATO-Angriffe hingegen in einem Dokument der bosnischen Bischöfe. In dem Text wird an das von der Kirche anerkannte Recht zum Tyrannenmord erinnert. Die internationalen Mächte werden aufgefordert, für das Kosovo eine "gerechtere, dauerhaftere und befriedingendere Lösung" zu finden als es der Dayton-Friedensplan für Bosnien gwesen sei. Derweil hat das Oberhaupt der serbisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Pavle, an die Gläubigen appelliert, nicht mit Trotz, Stolz oder Hochmut zu reagieren. Seine ganze Hoffnung sei,dass die Menschen im Kosovo wieder lernten, friedlich miteinander zu leben, so der serbische Patriarch.

Mazedonien

Der katholische Bischof von Skopje, Joakim Herbut, hat zu Friedensverhandlungen für das Kosovo aufgerufen. Die von Slobodan Milosevic angebotene Waffenruhe könne zumindest weiter Gespräche ermöglichen, so Herbut gegenüber der Katholischen Nachrichtenagentur. Es sei besonders tragisch, dass Mazedonien als kleines unschuldiges Land bei diesem Krieg die grösste Last zu tragen habe. Deshalb müsse die internationale Gemeinschaft weiterhin Hilfe zur Verfügung stellen.

Frankreich

Das nächste internationale Jugendtreffen der ökumenischen Gemeinschaft von Taize` soll in Warschau stattfinden. Das teilte die Gemeinschaft am 6.04. mit. Das 22. europäische Jugendtreffen ist für den Jahreswechsel 1999/2000 geplant.

Russland

Der Moskauer Patriarch, Alexij II. , ist wegen der Entführung von zwei orthodoxen Priestern im nördlichen Kaukasus beunruhigt. In einem Brief an Innenminister Serguei Stepachine erklärte der Patriarch am 5.04., man müsse die Bevölkrung dazu bringen mit den Entführungen aufzuhören. Laut Angaben des Innenministers werden derzeit 360 Personen in Tschetschenien festgehalten.

A S I E N

Israel

Vor einer wachsenden Konfrontation zwischen Muslimen und Christen im Heiligen Land hat der lateinische Patriarch von Jerusalem, Erzbischof Michel Sabbah, gewarnt. In der Jerusalemer Grabeskirche erklärte er am 4.04., dass es in Bethlehem und Nazareth Schwierigkeiten im Zusammenleben zwischen den beiden Religionsgruppen gebe. Sabbah forderte, dass Christen, Juden und Muslime einander mit striktem Respekt begegnen müssten.

"Wir lehnen jede Aggression oder Gewalt ab", so der Erzbischof wörtlich .

Ost-Timor

Der Friedensnobelpreisträger und ost-timoresische Bischof, Carlos Belo, hat am 4.04. davor gewarnt, dass sich in seiner Heimat das Schicksal des Kosvo wiederholen könne. Bei einer Osteransprache in Dili erklärte er, dass man sehr leide am Krieg und dem Flüchtlingselend auf dem Balkan. Damit sich die Situation nicht in Ost-Timor wiederhole, werde er jetzt eine neue Runde von Gesprächen zwischen pro- und antiindonesischen Gruppen beginnen.

Ost-Timor

Der Friedensnobelpreisträger, Jose Ramos Horta, hat am 6.04. die Bewohner der ehemaligen portugiesischen Kolonie zum bewaffneten Widerstand aufgerufen. Sie hätten keine andere Möglichkeit, sich gegen Gewalt zu verteidigen, die von Indonesien gebilligt werde, so Ramos Horta in einem Interview der BBC. Bereits am 5.04. hatte der Führer der ost-timoresischen Unabhängigkeitskämpfer, Xanana Gusmao, die Menschen der Region dazu aufgefordert. Indessen forderte der Bischof von Ost-Timor, Carlos Belo, die Entsendung von UN-Menschenrechtsbeobachtern. Das unabhängige Team solle vor allem die Menschenrechtslage in der Region untersuchen, erklärte Belo am 6.04. in Dili.

A F R I K A

Angola

Die Regierung in Luanda hat die Forderung des Welternährungsprogramms für Hilfslieferungen abgelehnt. Die Zeit sei noch nicht gekommen, so der Aussenminister des Landes gegenüber Journalisten. Mehrere Regionen im Landesinneren sind seit dem Wiederaufflammen des Bürgerkrieges vor vier Monaten von der Nahrungsmittelversorgung abgeschnitten. Nach Angaben des Erzbischofs von Huambo hat die Hungersnot dort bereits Tofesopfer gefordert.

Sudan

Die Regierung hat nach Angaben von SPLA-Rebellen über Ostern zwei Städte im Süden des Landes angegriffen. Ziel der Bombardierungen sollen unter anderem eine katholische Kirche und ein Krankenhaus gewesen sein. Die Rebellen im mehrheitlich von Christen und Animisten bewohnten Südsudan kämpfen seit 15 Jahren für die Unabhängigkeit vom islamischen Norden.

V E R E I N T E N A T I O N E N

Gegen eine Zerstreuung der vertriebenen Kosovaren ausserhalb der Region hat sich am 5.04. der Generaldirektor der Weltkulturorganisation UNESCO, Federico Mayor, ausgesprochen. Er fordert stattdessen die Erstellung eines Rückkehrplanes und den Verbleib der Flüchtlinge in den an Jugoslawien angrenzenden Ländern.

 

 

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Redaktion dieser Ausgabe : Eva Rohrmann

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Samstag,10.04.1999

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