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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Donnerstag, 1. April bis Sonntag, 4. April 1999.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat in seiner Osterbotschaft ein Ende des Blutvergießens in den Krisengebieten der Erde gefordert. In seiner Ansprache beim traditionellen Segen "Urbi et Orbi" - "der Stadt und dem Erdkreis" ging er besonders auf das Leiden im Kosovo ein. An die Regierung in Belgrad appellierte der Papst, einen Flüchtlingskorridor einzurichten, damit den Menschen geholfen werden kann.
Rund 100.000 Gläubige hatten sich am Ostersonntag auf dem Petersplatz versammelt, um zusammen mit Johannes Paul II. die Auferstehung Christi zu feiern. Neben der Freude über die Auferstehung des Herrn war der Gottesdienst geprägt vom Leiden, das sich derzeit auf dem europäischen Kontinent ereignet, aber auch an vielen anderen Konfliktherden der Erde.
"Das ist der Tag, den der Herr gemacht" - Diesen Vers aus Psalm 117 meditierte der Papst in seiner Osteransprache vor dem Segen "Urbi et Orbi". Nach der Trennung des Menschen von Gott durch die Sünde, kam mit Christus ein neuer Tag. Durch seinen Tod hat er die alte Schuld aufgehoben und die Gläubigen der Liebe des Vaters zugeführt, so der Papst. Indem er den Tod auf sich nahm, hat Christus den Tod besiegt. "Das ist der Tag, den der Herr gemacht hat." - Eigentlich ein Tag, an dem die Gläubigen aufgerufen sind, die Frohbotschaft des Evangeliums zu verkünden. Doch Johannes Paul II. fragte, wie denn diese Botschaft der Freude und Hoffnung ankommen kann, wenn Trauer und Tränen viele Teile der Welt überfluten? Der Friede ist möglich, so Johannes Paul II, er ist die vorrangige Pflicht aller. Nach seiner Osterbotschaft richtete der Papst in 61 Sprachen Ostergrüße in alle Welt. Zum Abschluß erteilte er den Segen "Urbi et Orbi" - "der Stadt und dem Erdkreis".

Papst Johannes Paul II. hat bei der Chrisam- Messe am 1.04., an das durch Jesus Christus beim Abendmahl eingesetzte Priesteramt erinnert. Seither seien die Priester auf der ganzen Welt aufgerufen, in der Kirche für das Wohl der Gläubigen zu arbeiten. Die Liturgie dieses Morgens stehe ganz im Zeichen des Dankes an Gott für die Gabe und das Mysterium, das die Priester auf aller Welt an diesem Gründonnerstag mit Christi teilen. Am 1.04. wurde auch das Schreiben des Heiligen Vaters an die Priester übergeben. Dabei fordert Johannes Paul II. die Priester auf, Lehrer des Gebetes zu sein. Wörtlich schreibt er: "Die Eucharistiefeier ist für die Gemeinde die Schule des christlichen Gebetes schlechthin. Von der Messe leiten sich vielfältige Wege einer gesunden Pädagogik ab". Die Priester sollen sich der Aufgabe als Lehrer nicht entziehen, gerade angesichts der Schwierigkeiten, die sich aus einer säkularisierten Mentalität der Gläubigen ergebe. Und weiter ergeht an die Geistlichen der Appell sich zu bekehren, damit sie andere zur Umkehr bewegen können.

Am 2.04. hat der traditionelle Kreuzweg im römischen Kolosseum stattgefunden. Bei jeder Station wurde ein Text des florentinischen Lyrikers, Mario Luzi, vorgetragen. Papst Johannes Paul II. trug das Kreuz bei der ersten und bei der letzten Station, dazwischen halfen ihm Menschen aus der ganzen Welt. Darunter waren auch Vertreter aus dem ehemaligen Jugoslawien, aus Sierra Leone und ein orthodoxer Priester aus Rumänien. Am Ende des Kreuzweges änderte der Papst sein Programm und las nicht den ursprünglich zu diesem Anlass vorbereiteten Text. Stattdessen meditierte er frei und ohne Textvorlage die Worte aus dem Lukasevangelium:" Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist". Diese Worte Christi am Kreuz, die das Geheimnis des Leidens beschliessen, eröffnen das Geheimnis der Befreiung durch den Tod bis hin zur Auferstehung erklärte der Papst. Die vorgesehene Ansprache des Papstes behält ihre Gültigkeit und ist im "Osservatore Romano" abgedruckt.

Ungeachtet der anhaltenden NATO-Bombardaments auf Jugoslawien gehen die diplomatischen Aktivitäten des Vatikan weiter. Am 3.04. trafen sich Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano und der italienische Ministerpräsident, Massimo D'Alema. Bei dem Gespräch im Vatikan waren auch die beiden Aussenminister dabei- von Seiten des Vatikan, Erzbischof Jean Louis Tauran und sein italienischer Kollege, Lamberto Dini. Nach offiziellen Angaben ging es bei dem Treffen um einen Austausch der Positionen im Kosovokonflikt. Ministerpräsident D`Alema erklärte nach dem Gespräch , man habe vereinbart, nicht unversucht zu lassen, um eine mögliche Lösung des Konfliktes zu erreichen. Ebenfalls nach den Gesprächen gab der italienische Aussenminister, Lamberto Dini,bekannt, dass sich in der kommenden Woche Vertreter der G8 Staaten treffen werden, um die Lage auf dem Balkan zu beraten.

Die Vatikanzeitung "Osservatore Romano" hat Europa aufgefordert endlich Verantwortung zu übernehmen und die Rolle des Verteidigers gemeinsamer Interessen nicht länger an die USA zu delegieren. Am 3.04. kommentierte die Vatikanzeitung die Ablehnung Präsident Clintons gegenüber der Bitte des Papstes um einen Waffenstillstand auf dem Balkan. In dieser dunklen Stunde seien die UNO, die OSZE und die Europäische Union aufgefordert, nichts unversucht zu lassen.

D E U T S C H S P R C H I G E R R A U M

Deutschland

Der katholische Militärbischof und Erzbischof von Fulda, Johannes Dyba, hat den Einsatz der Bundeswehr im Kosovo verteidigt. Die deutschen Soldaten trügen durch ihr Engagement zur Verteidigung einer gerechten internationalen Ordnung bei und zeigten dadurch tätige Solidarität, erklärte Dyba am 1.04. in Bonn.

Deutschland

Eine bessere medizinische Versorgung für geistig Behinderte hat die Bundesvereinigun "Lebenshilfe" gefordert. Vor allem für die besonderen Bedürfnisse geistig behinderter Kinder müssten die Ärzte mehr Verständnis und Zeit haben, betont die "Lebenshilfe" in einer Erklärung zun diesjährigen Weltgesundheitstag am 7.04.

Österreich

Der Grazer Bischof, Johann Weber, hat sich gegen Pessimismus und Resignation in der Kirche gewandt. In einem am 3.04. veröffentlichten Interview betonte Weber, dass er dieser - so wörtlich - gefährlichen Entwicklung mit aller ihm zur Verfügung stehenden Macht gegensteuern möchte. Es bedrückt ihn - so Weber - wenn der Grundauftrag der Kirche, den Menschen das Heil zu eröffnen, durch Konflikte zugedeckt werde. In der Kirche in Österreich sei das Grundvertrauen beschädigt worden. Der Grazer Bischof kritisierte, dass vieles sofort auf pro oder contra Papst verkürzt werde. Damit erlösche Vertrauen, das die Kirche geben und verwalten sollte.

Schweiz

Einen gemeinsamen Osterappell für einen Waffenstillstand nicht nur im Kosovo, sondern in allen Krisenregionen der Welt, haben die Vereinigungen christlicher Kirchen und Konfessionen in Genf veröffentlicht. Ausser dem ökumenischen Rat der Kirchen, der Konferenz Europäischer Kirchen und dem Lutherischen Weltbund wurde das Dokument auch von Organen der Anglikaner, Reformierten, Methodisten und Baptisten unterzeichnet.

E U R O P A

Jugoslawien

Der katholische Erzbischof von Belgrad, Framk Perko, hat die NATO-Angriffe auf Belgrad am Karfreitag verurteilt. Gegenüber der Nachrichtenagentur "Kathpress" erklärte Perko, dass zumindest die katholischen und orthodoxen Feiertage genutzt werden könnten, um weiter zu verhandeln, auf der Suche nach einem friedlichen Ausweg aus dem Konflikt.

Spanien

Die Katholiken haben die Pflicht, aktiv am öffentlichen Leben teilzunehmen. Das erklärte jetzt der neugewählte Vorsitzende der Bischofskonferenz,Kardinal Antonio Maria Rouco Varela, bei seiner ersten Pressekonferenz. Er kritisierte damit die vorherrschende Tendenz der Menschen, den Glauben auf die Privatsphäre zu beschränken.

A S I E N

Saudi-Arabien

Agenturmeldungen zufolge hat das Königreich die "ethnische Säuberung" und die Verfolgung der zum Teil islamischen Bevölkerung im Kosovo durch das jugoslawische Regime, scharf verurteilt. Dazu wurde ausserdem in Riyadh bekanntgegeben,dass bereits zwei Fluglandungen mit Hilfsgütern für die Flüchtlinge in Albanien angekommen sind.

Nepal

Eine Gründonnerstagsversammlung von Christen unter freiem Himmel in Katmandu ist von Polizeikräften aufgelöst werden. Wie die Organisatoren mitteilten, sei die Polizei eingeschritten, nachdem den Christen vorgeworfen worden war, sie würden Proselytismus betreiben. Nepal gewährt zwar Religionsfreiheit, doch sind erzwungene Kirchenübertritte verboten.

A M E R I K A

El Salvador

Die vorrangingen Aufgaben von Präsident Francisco Flores müssen die Bekämpfung von Armut und Korruption , sowie die soziale Umkehr sein. Das erklärte am 1.04. der Weihbischof von San Salvador, Gregorio Rosa Chavez. Chavez erinnerte an die Worte des Papstes, dass das neoliberale Wirtschaftssystem nur die Kluft zwischen arm und reich vergrössere. Deswegen sei es so wichtig, die Solidarität zwischen den Völkern zu "globalisieren".

Peru

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz des Landes, Luis Bambaren, bemängelte den kalten Neoliberalismus, unter dem das Land zu leiden habe. Gegenüber einer peruanischen Tageszeitung erklärte er, dass die Regierung Fujimori zwar wirtschaftspolitische Erfolge erziele, dass diese aber für den grössten Teil der Bevölkerung keine Auswirkung hätten. Wer sich um die Präsidentschaft bemühe, müsse die Arbeitslosigkeit und die niedrigen Löhne vor Augen haben.

Vereinigte Staaten

Die katholischen Bischöfe des Landes haben die Abschaffung der Todestrafe gefordert. Das zunehmende Vertrauen auf die Wirkung der Todestrafe ist ein Zeichen der wachsenden Respektlosigkeit vor dem Leben. Das betonten die Bischöfe in einem am 2.04. veröffentlichten Erklärung. Seit Wiedereinführung der Todesstrafe 1976 seien mehr als 500 Menschen hingerichtet worden. Derzeit gebe es rund 3.500 Todeskandidaten.

V E R E I N T E N A T I O N E N

Die Aids-Epidemie hat sich aufgrund der Wirtschaftskrise in Asien verschärft. Wie das zuständige Programm der Vereinten Nationen am 2.04. in Bangkok mitteilte, erreichten die Fälle in Asien bald das Ausmass wie in der Sub-Sahara. Jedes Jahr würden demnach in den süd-und südostasiatischen Ländern, 1,2 Millionen neue HIV-positive Fälle verzeichnet.

 

 

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Samstag:" Magdalenas Wahrheitskommission" - Hörspiel (4. Teil)

Sonntag:"Ostern in Rom"

Montag:" Österliche Weltkirche"

Dienstag: "Radioakademie"

Mittwoch:"Römische Woche"

Man hört Radio Vatikan

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

Mittelwelle : 1530 Khz

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Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr

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World-Radio-Network um 1.00, 9.30, 16.00 und 19.30 Uhr

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und ZDF (7.56 MHz digital)

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen

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Für die Internet-Nachrichten verantwortlich: Eva Rohrmann

Redaktion dieser Ausgabe : Eva Rohrmann

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Mittwoch,7. April 1999

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