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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen ! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Sonntag, 28. März bis Mittwoch, 31. März 1999.

V A T I K A N

Im Mai wird Bundeskanzler Gerhard Schröder von Papst Johannes Paul II. in Audienz empfangen. Aus dem Vatikan wird jetzt mitgeteilt, dass der 17. Mai für das Treffen vorgesehen sei. Bisher ist nicht bekannt ob der Bundeskanzler auch weitere Gespräche im Vatikan führen wird.

K O S O V O

Der Vatikan setzt seine Bemühungen fort, auf diplomatischem Weg eine friedliche Beilegung des Kosovo-Konflikts zu erreichen. Am Mittwoch hat Papst Johannes Paul II. den vatikanischen Außenminister, Erzbischof Jean Louis Tauran, beauftragt, am Donnerstag als Sondergesandter nach Belgrad zu reisen. Tauran wird dem jugoslawischen Präsdidenten Slobodan Milosevic eine persönliche Botschaft des Papstes überbringen. Außerdem ist ein Treffen mit dem serbisch-orthodoxen Patriarchen Pavle vorgesehen. Zuvor hatte Papst Johannes Paul II. bereits am Mittwoch den deutschen Erzbischof, Paul Joseph Cordes, zu einer Sondermission nach Albanien gesandt. Im albanischen Flüchtlingslager Kukes traf Cordes, der Präsident des Päpstlichen Rates Cor Unum ist, mit Flüchtlingen aus dem Kosovo zusammen. Er überbrachte ihnen einen Brief des Papstes, in dem dieser seine Solidarität mit den Flüchtlingen ausdrückt. Außerdem überreichte Erzbischof Cordes materielle Hilfe an die zuständigen Hilfsorganisationen.
Am Dienstagnachmittag hatte Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano bereits die Botschafter der 19 NATO-Staaten, sowie Rußlands, Belgrads und des Weltsicherheitsrats zu Gesprächen in den Vatikan gebeten. Bei dem Treffen ebenfalls anwesend war der vatikanische Außenminister, Erzbischof Jean Louis Tauran. Er wiederholte vor den Botschaftern die Forderung des Vatikans, die militärischen Aktionen im Kosovo sofort zu beenden und umgehend Hilfsmaßnahmen für die Flüchtlinge einzuleiten. Weiter sprach er sich dafür aus, die UNO und die OSZE in die Friedensverhandlungen auf dem Balkan einzuschalten.
Papst Johannes Paul II. hatte sowohl am Palmsonntag beim Angelusgebet, als auch am Montag vor Vertretern der parlamentarischen Vereinigung des Europarats zum Frieden auf dem Balkan aufgerufen. Gegenüber den Politikern betonte der Papst, daß Gewalt nie die Antwort auf Gewalt sein könne. Durch Dialog solle so schnell wie möglich eine Vereinbarung erreicht werden, die die Verschiedenartigkeit aller Völker respektiere. Angesichts der vielen Menschen, die in Unsicherheit und Angst lebten, appellierte Johannes Paul II. an die Europapolitiker, daß die Menschenrechte ihre Fortsetzung auch im sozialen Bereich finden müßten.
Unterdessen bringen ohne Unterlass Kirchenvertreter aus aller Welt ihre Stimme für einen Frieden im Kosovo zu Gehör. Die französischen Bischöfe haben vor der Ausweitung des Kosovo-Krieges gewarnt. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Louis Marie Bille, sagte am Wochenende, bei den politischen Führern könnten Rache und Unterdrückungswünsche angefacht werden.
In Jugoslawien haben am Montag orthodoxe und katholische Kirchenführer neue Friedensverhandlungen gefordert. Nach Ansicht des katholischen Erzbischofs von Belgrad, Franc Perko, sei die jüngste Erklärung des serbisch-orthodoxen Patriarchen Pavle und des Heiligen Synods ein Beitrag zur Versöhnung. Mit dem Krieg verlieren alle, mit dem Frieden gewinnen alle, so Perko.
Der ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., hat mittlerweile jede Form von Nationalismus scharf kritisiert. Die orthodoxe Kirche verurteile diesen sogar als Häresie, sagte das Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie in einem Zeitungsinterview, das am Montag veröffentlicht wurde. Gleichzeitig bedauerte er, daß im Zusammenhang mit dem Wiedererstarken des Nationalismus auf dem Balkan auch die Religion immer wieder für nationalistische Zwecke mißbraucht werde. Ohne auf den Krieg in Jugoslawien direkt einzugehen, verurteilte Bartholomaios I. jede Gewalt.
In den USA hat Außenministerin Madeleine Albright am Montagabend versucht, die orthodoxen Kirchenführer der Vereingten Staaten von der Richtigkeit der NATO-Angriffe zu überzeugen. Dazu wurde eigens eine Telekonferenz mit den verschiedenen orthodoxen Bischöfen der USA organisiert. Die orthodoxen Kirchen hatten die NATO-Luftschläge zuvor scharf verurteilt. Der Balkankrieg hat zu einer Verschlechterung der Beziehungen zwischen der Weltorthodoxie und der US-Regierung geführt. Das könnte sich nach Ansicht von Beobachtern auch auf das Verhalten der orthodoxen Mitglieder im Senat und Kongreß auswirken.
Unterdessen haben die kirchlichen Hilfswerke zu Spenden für die Flüchtlinge aufgerufen. Diese können auf die Konten von Caritas und Diakonie bei allen Banken und Sparkassen eingezahlt werden. Caritas und Diakonie appellierten außerdem in einem gemeinsamen Brief an den deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder, neue Verhandlungen zur Beendigung des Kosovo-Konflikts zu ermöglichen.

 

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Der vor einem Jahr verstorbene Schriftsteller Ernst Jünger ist zwei Jahre vor seinem Tod zur katholischen Kirche übergetreten. Das hat auf Anfrage jetzt das Pfarramt der Gemeinde Wilflingen, zu der er gehörte, bestätigt. Die Zeitung "Welt am Sonntag" hatte davon berichtet, dass der weltbekannte Schriftsteller sich dem katholischen Glauben angenähert habe. Als er im Februar letzten Jahres nach katholischem Ritus beerdigt worden war, hatten viele gemeint, es habe sich nur um ein Zugeständnis an die lokalen Sitten gehandelt. In Wirklichkeit sei Jünger aber katholisch geworden.

Österreich

Der ökumenische Rat der Kirchen in Österreich, hat aus Anlass des Besuches des chinesischen Staatspräsidenten, Jiang Zemin, an die Bundesregierung in Wien appelliert, auf die Einhaltung der Menschenrechte im Reich der Mitte zu drängen. In dem Brief des Kirchenrates heisst es ausserdem, dass Österreich bei der 55. UNO-Menschenrechtskonferenz eine Resolution einbringen soll, in der das Regime in Peking hinsichtlich seiner Haltung zu den Menschenrechten verurteilt wird.

Österreich

Kardinal Franz König wünscht mehr Kompetenzen für die Bischofssynode. In einem Beitrag für die katholische Zeitschrift "Tablet" in England, verweist der Wiener Alterzbischof auf die Vorgaben des 2. Vatikanums und die Wünsche Papst Paul VI.
Die Bischofssynoden sollten nicht nur beraten, sondern auch entscheiden können. In ihnen zeige sich die Mitverantwortung aller Bischöfe der Weltkirche. König drückte seine Zufriedenheit darüber hinaus, dass der Vatikan heute international besetzt sei. Er müsse aber - auch nach den Vorstellungen von Papst Pius XII.-mehr das Subsidiaritätsprinzip beachten.

Österreich

Der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, hat Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg, zum Pessach-Fest Segenswünsche übermittelt. In einem Schreiben an den Oberrabbiner erwähnte der Kardinal dankend die wertvollen Schritte auf dem Weg zur christlich-jüdischen Verständigung.

E U R O P A

Frankreich

Nach Einschätzung der Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" hätte der Völkermord in Ruanda vor fast fünf Jahren verhindert werden können. In einem in Paris vorgelegten Bericht werden vor allem die USA, Frankreich und Belgien beschuldigt, Warnungen über die bevorstehenden Massaker nicht beachtet zu haben. Der Völkermord sei kein spontaner Ausbruch ethnischer Gewalt gewesen, sondern von einer kleinen Gruppe über Monate geplant und organisiert worden.

Tschechische Republik

In Prag soll eine Kommission zur Regelung des Verhältnisses von Staat und Religionsgemeinschaften gebildet werden. Das entschied am 30.03. der Kulturminister des Landes mit den Vertretern der Kirchen und des Judentums. Die Experten sollen ein Gesetz erarbeiten, das unter anderem die Rückgabe von kirchlichem Eigentum regelt.

Italien

Einen spürbaren Spendenrückgang verzeichnet derzeit die katholische Kirche in Italien. Wie am 30.03. in Rom bekannt wurde, rechnet die Bischofskonferenz im laufenden Jahr mit einem Minus von umgerechnet rund einer Million Mark allein bei den Spenden für den Unterhalt von Priestern. Als Gründe vermuten die Bischöfe die andauernden Untersuchungen der italienischen Justiz gegen den Erzbischof von Neapel und den Unmut konservativer Gläubiger über eine zu grosse Nähe einiger Kleriker zur Mitte- Links -Regierung in Rom.

Ukraine

Die Behörden in Kiew haben jetzt die Erlaubnis für den Bau einer Kathedrale des griechisch-katholischen Ritus gegeben. Langwierige Verhandlungen hatten die Errichtung des Gotteshauses hinausgezögert. Die mit Rom unierte griechisch-katholische Kirche erhält für die Gebäude Spenden aus Westeuropa und vor allem von den rund 4 Millionen ukrainischen Katholiken in den Vereinigten Staaten.

A S I E N

Nordkorea

Die Caritas von Hongkong hat jetzt auf die dramatische Ernährungssituation in Nordkorea hingewiesen. Da unterernährte Mütter kranke Kinder gebären, sei eine ganze Generation in grösster Gefahr. Auch wenn die jetzige Ernte besser sei als die vorige, so seien vor allem Kinder in allergrösster Gefahr, sie hätten keine Chance sich gesund zu entwickeln, heisst es in Hongkong.

A F R I K A

Kongo-Brazzaville

Die Regierung hat einer "progressiven Rückerstattung" der verstaatlichten Schulgebäude an die Kirche zugestimmt. 1965 hatte die Regierung alle kirchlichen Schulen und Erziehungsstätten beschlagnahmt. Die Kirche war nur noch für die Verwaltung "religiöser Schulen zur Ausbildung der Diener der Kirche" zuständig und musste dem Verfall des Schulwesens zusehen. Das erklärte der Vorsitzende der bischöflichen Kommission für christliche Erziehung, Bischof Anatole Milandou.

Uganda

Die Bischöfe des Landes lehnen die Durchführung eines Referendums über die künftige Regierungsform ab. Wie der Erzbischof von Kampala erklärte, würden in dem Referendum grundlegende Menschenrechte vorgelegt. Staatspräsident Kaguta Moseweni möchte im nächsten Jahr darüber abstimmen lassen, ob das Land weiterhin von einer Bewegung oder von gewählten Repräsentanten unterschiedlicher Parteien regiert werden soll.

A M E R I K A

Kolumbien

Die katholische Kirche des Landes hat vor der Ausbreitung des Satanismus gewarnt. Die kolumbianische Presse berichtete am Wochenende, dass satanische Sekten für die Entführung und den Mord mehrerer Kinder verantwortlich sei. Daraufhin rief der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Alberto Giraldo, Familien dazu auf, besonders während der Feier der Karwoch auf ihre Kinder achtzugeben.

Vereinigte Staaten

Der als Selbstmorddoktor bekannte Jack Kekorvian,der aktive Sterbehilfe leistet, ist erstmals verurteilt worden, einen unheilbar Kranken getötet zu haben. Ein Bezirksgericht im Staat Michigan sprach ihn für schuldig, wird Urteil und Strafmass aber erst am 14. April bekanntgeben. Nach eigenen Angaben hat der 70jährige Pathologe rund 120 Personen zum Selbstmord verholfen.

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Hinweise auf unser Wochenprogramm
 

Mittwoch:" Magdalenas Wahrheitskommission" - Hörspiel ( 1.Teil)
Donnerstag:"Magdalenas Wahrheitskommission" - Hörspiel ( 2. Teil)
Freitag:"Magdalenas Wahrheitskommission" - Hörspiel ( 3. Teil )
Samstag:" Magdalenas Wahrheitskommission" - Hörspiel ( 4. Teil )
 

Man hört Radio Vatikan

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

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Tonunterträger von Sky Movies (7.38 MHz analog)

und ZDF (7.56 MHz digital)

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen

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Redaktion dieser Ausgabe : Eva Rohrmann

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Samstag,3.April 1999

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