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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Donnerstag, 25. März bis Samstag, 27. März 1999.

V A T I K A N

Als eine Niederlage gegen die Menschlichkeit hat der Vatikan die Bombenangriffe gegen Jugoslawien bezeichnet.
Vatikansprecher Joaquin Navarro-Valls hat am 25.03. erklärt, der Apostolische Stuhl bleibe über seine diplomatischen Kanäle mit allen Seiten in Kontakt.
Er lade sie ein, sofort den Weg des Dialogs wieder aufzugreifen und Lösungen für alle Beteiligten zu finden. Die Logik wonach ein Verhandlungsergebnis herbeigebombt werden soll, sei verfehlt und führe zu nichts, so Navarro-Valls. Zu der Frage, ob die Bombardierung dem Völkerrecht widerspreche, wolle sich der Vatikan nicht äussern, so der Sprecher. Navarro-Valls sagte weiter, Papst Johannes Paul II. verfolge mit tiefer Sorge das Leiden der Bevölkerung im Konfliktgebiet. Die Solidarität des Papstes gelte allen Volksgruppen.

Papst Johannes Paul II. hat am 27.03. mit Blick auf den dramatischen Unfall im Mont-Blanc-Tunnel den Hinterbliebenen und Freunden der Opfer sein Beileid und tiefe Anteilnahme bekundet. In einem von Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano unterzeichneten Telegramm an den Bischof von Aosta, Giuseppe Anfossi, heisst es, dass Johannes Paul II. den schweren Schmerz und die Trauer teilt, die das schreckliche Unglück zur Folge hat. Er bete für die Opfer und danke den Helfern. Bei der Brandkatastrophe im Mont-Blanc-Tunnel am 24.03. sind mindestens 35 Menschen ums Leben gekommen.

Papst Johannes Paul II. hat am 27.03. Mitglieder der Welt-Vereinigung der Wissenschaftler in Audienz empfangen. In seiner Ansprache erklärte er, dass die Zukunft reich an Herausforderungen sei. Die Wissenschaft habe im 20. Jahrhundert zu grossen Fortschritten geführt, allerdings sei man inzwischen nicht mehr überzeugt, dass sie in der Lage sei, in kurzer Zeit jedes menschliche Problem zu lösen. Der Papst betonte, dass es für das Leben und die Würde des Menschen wichtig sei, dass Wissenschaft und Religion weiter aufeinander eingingen.

In einer Ansprache an den neuen koreanischen Botschafter am Apostolischen Stuhl hat Papst Johannes Paul II. die Regierung in Seoul ermutigt, den Dialog mit dem kommunistischen Norden fortzuführen. Er bete weiterhin für die Wiedervereinigung. Wahrer Frieden sei keine Frage von Macht und Stärke, sondern fordere Versöhnung zwischen den Völern.

Am 25.03. haben der Patriarch aller Armenier, Katholikos

Karekin I., und der armenische Präsident, Kociarian, Papst Johannes Paul II. Besuche abgestattet. Der Papst drückte gegenüber dem armenischen Kirchenführer seine Hoffnung aus, dass die Spaltung zwischen der armenischen und der römischen Kirche bald zu Ende gehen möge. Präsident Kociarian lud Johannes

Paul II. zu einer Visite nach Armenien ein. Der Papst sprach den Wunsch aus, diesen Besuch durchführen zu können.

Papst Johannes Paul II. hat am 25.03. die Glaubenstreue der ukrainischen Katholiken gewürdigt. Anlässlich des Ad-Limina-Besuches der Bischöfe aus der Ukraine hob er in einer Botschaft den Mut der Eltern hervor, die während vieler Jahrzehnte der Unterdrückung ihren Kindern die Liebe zum Evangelium weitergegeben hätten. Der Papst ermutigte die Bischöfe der Ukraine zum Dialog mit den orthodoxen Christen.

Der designierte nigerianische Präsident, Olusgung Obasanjo, der am 26.03. von Papst Johannes Paul II. in Audienz empfangen wurde, hat diesem gedankt. Er hatte sich vor einem Jahr beim damaligen Militärdiktator für seine Haftentlassung eingesetzt. Obasanjo wurde vor einem Monat nach 14 Jahren Militärherrschaft zum ersten demokratischen Präsidenten Nigerias gewählt.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Die Bundesregierung will Spätabtreibungen einschränken. Das sind Abtreibungen, die nach der 12. Schwangerschaftswoche vorgenommen werden. Ein Sprecher des Justizministeriums bestätigte am 25.03. dass Justizministerin, Herta Däubler-Gmelin, in dieser Sache aktiv werden will. Die Ministerin will nach Angaben ihres Sprechers zusammen mit Gesundheitsministerin, Andrea Fischer, das Problem erörtern. Pressemeldungen zufolge hatte Däubler-Gmelin Fälle von Spätabtreibungen als grauenvoll bezeichnet, bei denen Kinder den Abbruch überlebten. Häufiger als bisher nähmen Mediziner auch nach der 12. Woche Abtreibungen vor, die nach ihrer Ansicht nur schwerlich unter den Begriff der medizinischen Indikation fielen, so die Justizministerin.

Deutschland

Weihbischof Franz Grave hat die Aufhebung des US-Embargos gegen Kuba gefordert. Die Isolation des Landes treffe vor allem die einfache Bevölkerung. Vor Journalisten forderte der Vorsitzende der bischöflichen Kommission Adveniat am 24.03. ausserdem eine Öffnung Kubas.

Deutschland

Der Religionsunterricht kann nach Ansicht des Osnabrücker Bischofs, Franz Josef Bode, Jugendlichen wichtige Fähigkeiten vermitteln und ihnen helfen die "tragende Mitte" ihres Leben zu entdecken. Wie Bode dazu weiter vor Religionslehrern sagte, lehne er Tendenzen ab, den Religionsunterricht in den Schulen zunehmend auf Ethik zu beschränken.

Deutschland

Der künftige Sekretär des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, der Rottenburger Bischof, Walter Kasper, hat Katholiken und Protestanten zu mehr Beweglichkeit in der "Amtsfrage" aufgefordert. Beide Konfessionen bewerteten das Amt unterschiedlich, wobei die Differenzen vor allem in dessen sakramentalem Charakter lägen, so Kaspar in einem Fernsehinterview. Auf Fragen nach der Zulassung von Frauen zum Priesteramt und weiteren kirchlichen Reformen,warnte der Bischof davor, die Reformation jetzt einfach "katholisch" zu machen.

Österreich

In Eisenstadt ist am 26.03. die Frühjahrsvollversammlung der österreichischen Bischöfe zu Ende gegangen. Neben dem "Dialog für Österreich" stand die Neuordnung der Priesterausbildung auf dem Programm. Die Bischöfe beschlossen, dass es künftig ein gemeinsames Vorbereitungsjahr für alle Priesteramtskandidaten Österreichs geben wird. Zum "Dialog für Österreich" legte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Christoph Schönborn, ein eindeutiges Bekenntnis ab. Als unverzichtbare Aufgabe der Bischöfe sieht Schönborn dabei,die Bindung des Dialogs an die Vorgaben des kirchlichen Lehramtes in Einheit mit der Weltkirche zu sichern.

E U R O P A

Ex-Jugoslawien - Reaktionen von kirchlicher Seite zum

Kosovokonfikt

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Lehmann, hat die Handlungsunfähigkeit der Vereinten Nationen im Kosovokonflikt kritisiert. Das militärische Vorgehen der NATO sei angesichts dessen und wegen der humanitären Situation zwar anzuerkennen, es werfe aber bedrängende Probleme auf, so Lehmann am 26.03. Nach Ansicht des Mainzer Bischofs besteht die Gefahr, dass das Gewaltmonopol der Vereinten Nationen untergraben wird, das zur Grundlage auch der katholischen Friedensethik zählt. Es stelle sich zugleich aber die Frage, wie man der moralischen Pflicht der Nothilfe nachkommen könne, wenn die UN-Weltautorität nicht so beschaffen ist, dass sie verlässlich weltweit Frieden garantieren kann.

Die Berliner Bischöfe, Kardinal Georg Sterzinsky und Wolfgang Huber, stellten sich hinter die Luftangriffe der NATO. Sterzinsky sagte am 26.03., er unterstütze sie mit Zögern und Zaudern. Es gebe Situationen, in denen ein kurzzeitiger Militärschlag das geringere Übel sei. Der evangelische Bischof Huber hatte am 15.03. erklärt, dass militärische Gewalt nur als allerletztes Mittel zu verantworten sei. Im Falle Jugoslawiens seien aber alle Mittel ausgeschöpft worden.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Manfred Kock, forderte ein schnelles Ende der kriegerischen Aktionen. Militärschläge würden nach dem Scheitern der Friedensverhandlungen als einzig wirksames Mittel gelten, um die Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu beenden. Niemand könne aber gewährleisten, so Kock, dass die militärische Intervention den Konflikt zu einer dauerhaften Lösung führe. Präses Kock gab zu bedenken, dass nichts tun bedeuten würde, in anderer Weise schuldig zu werden.

Nach Ansicht der österreichischen Bischöfe bedroht der Kosovokonflikt den Weltfrieden. Das geht aus einer am 25.03. in Eisenstadt veröffentlichten Erklärung hervor. Die Bischöfe betonen darin, dass religiöse Symbole und Vorstellungen zu politischen Zwecken missbraucht würden.

Auch die US-amerikanische Bischofskonferenz äusserte sich besorgt über die NATO-Angriffe auf Jugoslawien. Man hoffe, dass es so bald wie möglich zu einer friedlichen Lösung komme, so der Vorsitzende der US-amerikanischen Bischofskonferenz, Joseph Fiorenza. Er gab zu bedenken, dass die Angriffe schwerwiegende moralische und politische Probleme aufwerfen. Es gebe keine Alternative zum Dialog, so Fiorenza. Dieser sei die beste und einzige Hoffnung der Region.

Der Moskauer Patriarch, Alexij II., hat sich entschieden gegen den NATO- Militärschlag gewandt. Das Vorgehen sei ein gefährlicher Präzedenzfall und führe zu unvorhersehbaren militärischen und politischen Konsequenzen, so Alexij. Er teile die Haltung der serbisch-orthodoxen Kirche, wonach die militärische Intervention der NATO unzulässig sei. Die Angriffe könnten zu einer weiteren Eskalation der Feindschaften im Herzen Europas führen. Alexij rief beide Parteien im Kosovokonflikt auf, alle Angriffe zu stoppen und sich auf ein friedliches Zusammenleben einzulassen.

Das Oberhaupt der orthodoxen Kirche in Griechenland, Christodoulos, bekundete in Athen ebenfalls seine vollkommene Solidarität mit dem orthodoxen Volk der Serben. Die Bombardierung stelle einen brutalen Bruch mit den Idealen und Prinzipien von Freiheit und Demokratie dar, so Christodoulos.

Russland

Der Sekretär der Kongregation für die Glaubenslehre, Erzbischof Tarcisio Bertone, wird in diesen Tagen den russischen Katholiken die neue Übersetzung der Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils vorstellen. Dazu wird Bertone zunächst in St. Petersburg und danach in Moskau aufhalten. In beiden Städten sind auch gemeinsame Gottesdienste mit dem Apostolischen Administrator der Kirche in Russland, Erzbischof Tadeusz Kondrusiewicz, vorgesehen.

Frankreich

Der Europarat in Strassbourg hat die anhaltende Diskriminierung von Minderheiten in Europa beklagt. In dem jetzt veröffentlichten Jahresbericht 1998 der Kommission heisst es, insbesondere Roma und Sinti hätten unter Benachteiligung zu leiden. Ausserdem habe man eine fortdauernde Feindschaft gegen Einwanderer, Asylbewerber und Flüchtlinge, sowie religiöse Intoleranz vor allem gegen Muslime gestellt.

A M E R I K A

Vereinigte Staaten

Das Sekretariat der US-amerikanischen Bischofskonfernz will die Bevölkerung der Vereinigten Staaten für die dramatischen sozielen und menschlichen Folgen der Verschuldung in den armen Ländern sensibilisieren. Tragödien wie die Hurrican Mitch würden der Bevölkerung erst zeigen, wie sehr ausländlische Schulden die Entwicklung armer Nationen behindern, so eine Sprecherin der US-amerikanischen Bischofskonfernz.

V E R E I N T E N A T I O N E N

Die Weltkulturorganisation UNESCO hat einen Aktionsplan zur Hilfe für die Opfer des Wirbelsturms MITCH vorgestellt. Neben der Durchführung von Bildungsprojekten ist die Restaurierung von Stätten des Weltkulturerbes in Zentralamerika vorgesehen, die durch den Wirbelsturm beschädigt wurden.

 

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Samstag:" Fastenexerzitien"

Sonntag:"Aktenzeichen"

Montag:" Weltkirchen-Magazin"

Dienstag:"Fastenexerzitien"

Mittwoch:"Römische Woche"

Man hört Radio Vatikan

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

Mittelwelle : 1530 Khz

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und ZDF (7.56 MHz digital)

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen

Tel.: 0 21 02/2 30 31 Fax: 0 21 02/ 2 14 13

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich: Eva Rohrmann

Redaktion dieser Ausgabe : Eva Rohrmann

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E-Mail:DEUTSCH@VATIRADIO.VA

Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Mittwoch,31.03.1999

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