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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Donnerstag, 18. Februar bis Samstag, 20. Februar 1999. V A T I K A N Papst Johannes Paul II. hat am 17.02. mit einem Gottesdienst in der römischen Kirche St. Sabina die Fastenzeit eröffnet. In seiner Predigt wiederholte der Papst seinen Aufruf zur Besinnung, Umkehr und Busse. In der österlichen Busszeit sollen die Gläubigen aber nicht nur individuell Verzicht üben. Angesichts der vielen Missstände auf der Welt, sind die einzelnen Gläubigen, aber auch internationale Organisationen und die Staatengemeinschaft aufgerufen, Werke der Barmehrzigkeit zu üben. Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonfernz, Karl Lehmann, ist am 18.02. zu einer Sitzung der römischen Bischofskongregation, der er als Mitglied angehört, in den Vatikan gereist. Während seines Rom-Aufenthaltes war auch ein Gespräch mit dem Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Josef Ratzinger, über die Frage der Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen vorgesehen. Der Aussenminister von Taiwan, Jason Hu, ist am 18.02. zu einem Vatikanbesuch in Ron eingetroffen. Bei einer Zusammenkunft mit Kardinalstaatssekretär, Angelo Sodano, am 19.02., erklärte dieser, man werde die diplomatische Vertretung für China aus Taiwan nach Peking verlegen,sobald die Regierung der Volksrepublik dem zustimme. China fordert seit langem, dass der Vatikan seine diplomatischen Beziehungen zu Taiwan abbricht. Palästinenserführer Yasser Arafat war am 19.02. Audienzgast bei Papst Johannes Paul II.. Arafat lud Johannes Paul II. erneut ein,im Heiligen Jahr nach Bethlehem zu kommen. Der Papst habe die Einladung angenommen. Das teilte der Vatikan im Anschluss an die Audienz mit. Einen Termin für die Papstreise, die möglicherweise im Heiligen Jahr 2000 erfolgen könnte, gab Vatikan-Sprecher Joaquin Navarro-Valls, jedoch nicht bekannt. Bei der Begegnung hatten der Papst und Arafat die aktuelle Lage im Nahen Osten, insbesondere die Perspektiven für die israelisch-palästinenischen Friedensverhandlungen erörtert. Papst Johannes Paul II. hat in der Frage der Freilassung des chilenischen Ex-Diktators Pinochet interveniert. Dies wurde am 19.02. von Vatikan-Sprecher Joaquin Navarro-Valls bestätigt. Über den Inhalt des päpstlichen Vorstosses, wollte Navarro-Valls jedoch nichts verlauten lassen. Nach britischen Presseberichten soll der Papst in seinem Schreiben an das britische Aussenministerium die Freilassung Pinochets gefordert haben. Eine Auslieferung des Ex-Diktators verurteilte der Papst, vielmehr verlangte er dessen Rückkehr in seine Heimat. Papst Johannes Paul II. hat am 18.02 den römischen Klerus empfangen und den Priestern seiner Diözese Lob und Dank ausgesprochen. Die Evangelisierung Roms sei in Zeiten der Säkularisierung eine lanwierige Aufgabe, so der Papst. Der Apostolische Stuhl hofft für die Palästinenser, dass zum Heiligen Jahr ihre Rechte auf Freiheit, Gerechtigekeit und Würde anerkannt werden. Nur Gerechtigkeit für alle könne im Heiligen Land einen dauerhaften Frieden schaffen, so Kurienkardinal Roge Etchegeray am 18.02. bei der UNO-Konferenz "Bethlehem 2000" in Rom. Der lateinische Patriarch von Jerusalem, Michel Sabbah, äusserte sich bei der Konferenz zurückhaltend über einen möglichen Besuch des Papstes im Jahr 2000 im Heiligen Land. Der Besuch sei gegenwärtig eine Hoffnung, aber darüber hinaus gebe es nichts Konkreteres. Drei Bedingungen seien notwendig , so Sabbah: der Wille Gottes, die Gesundheit des Papstes und Friede im Heiligen Land. Die Vorbereitungen für den Seligsprechungsprozess von Papst Paul VI. gehen weiter. Bereits im kommenden Monat werden die bisher von der Erzdiözese Mailand durchgeführten Untersuchungen des Falles abgeschlossen, der danach der römischen Kongregation für die Selig-und Heiligsprechungsprozesse übergeben wird. Papst Johannes Paul II. hat davor gewarnt, dass das wachsende Ungleichgewicht zwischen armen und reichen Völkern für die gesamte Menschheit irreversible und tragische Konsequenzen mit sich bringt. In einer am 20.02. veröffentlichten Botschaft für die gesamte Menschheit zum "85. Welttag des Emigranten" setzte sich der Papst für einen Schuldenerlass ein. Mit Blick auf das Jubiläum erinnerte er daran, dass die Kirche solidarisch sei mit den Vertriebenen und den fern der Heimat lebenden. Papst Johannes Paul II. hat 20.01. Bischöfe aus Ghana in Audienz empfangen, die sich zum Ad-Limina-Besuch in Rom befinden. In seiner Ansprache an die Oberhirten ging Johannes Paul II. auf die sozialen Aufgaben der Kirche ein. Ihre Aufgabe sei es, für diejenigen zu sprechen, die dies nicht selbst tun können. D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M Deutschland Der Präsident der Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, Günter Kindermann, hat die katholische Kirche zum Verbleib in der Schwangerenkonfliktberatung aufgefordert. Die Kirche sei der eindeutigste Partner der Ärzte im Kampf um das ungeborene Leben, sagte Kindermann am 19.02. gegenüber der Katholischen Nachrichtenagentur. Ein Rückzug in einen "Schreibtisch-Katholizismus" mit theoretischen Beteuerungen des Lebensschutzes wäre eine fatale Flucht. Deutschland Die Bundesverbände katholischer und evangelischer Eltern haben für Berlin die Einführung von Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach gefordert. In der Hauptstadt solle keine von den Bundesländern abweichende Regelung mehr bestehen. Deutschland Entwicklungsministerin Heidemarie Wiezcorek-Zeul hat stärkere Bemühungen der Bundesregierung zur Entschuldung armer Länder angekündigt. Beim Kölner G8 Gipfel im Juni werde Bonn diesbezüglich auf zahlreiche Schritte drängen,so die Ministerin am 20.01.. E U R O P A Weissrussland Eine eigene katholische Bischofskonferenz ist jetzt in dem ehemaligen Ostblockland gegründet worden. Durch diesen Schritt werde die Eigenständigkeit der katholischen Kirche unterstrichen und zugleich der Vorwurf entkräftet, nur eine "polnische Filiale" zu sein. Das sagte der Erzbischof von Minsk am 19.02. in München. Auf Anfrage äusserte er sich dabei auch über die Beziehungen zur russisch-orthodoxen Kirche , die er eher skeptisch beurteilte. Belgien Die für humanitäre Hilfe zuständige EU-Kommissarin, Emma Bonino, hat die Lage im westafrikanischen Bürgerkriegsland Sierra Leone als Abstieg in die Hölle bezeichnet. Nach der Rückkehr von einer Westafrikareise, erstatte die Italienerin am 18.02. vor dem Entwicklungsausschuss des Europaparlamentes Bericht. Die Hilfsorganisationen hätten keinen Zugang zu den Opfern des Bürgerkrieges, da zwei Drittel des Landes in Rebellenhand seien. Bonino rief das Europaparlament auf, eine Delegation nach Sierra Leone zu schicken um sich über die Lage zu informieren. Belgien Die illegalen Ausländer, die seit mehreren Monaten Kirchen besetzt halten, wollen diese nun räumen und ihre Forderung nach Legalisierung ihres Aufenthaltes mit anderen Aktionen durchsetzen. Wie der Sprecherrat erklärte, sei das Ziel der Kirchenbesetzungen, die "Sensibilisierung der Öffentlichkeit" erreicht. Frankreich Das Parlament fordert besseren Embryonenschutz. Nach einem jetzt bekanntgewordenen Bericht ist das französische Embryonenschutz-, Fortpflanzungs - und Transplantationsgesetz von 1994 nicht hinreichend. Besonders fehle es an Mitteln, für die Durchsetzung des Gesetzes, heisst es nach Zeitungsberichten vom 19.02.. Frankreich Das Parlament hat einstimmig ein Gesetz verabschiedet, wonach Sklaverei und Sklavenhandel ein Verbrechen gegen Menschlichkeit darstellen. Der Gesetzesentwurf war von einer Abgeordneten aus dem Übersee-Departement von Guyana eingebracht worden und bezeichnet den im 15. Jahrhundert begonnenen transatlantischen Sklavenhandel als Verbrechen gegen die Menschlichkeit. A S I E N Indien Mehr als 2000 Muslime haben am 19.02. in Neu Delhi ein Bild von Salman Rushdie verbrannt, um gegen die Einreise des Schriftstellers zu protestieren. Die indische Regierung hatte Rushdie zum ersten Mal seit zehn Jahren ein Visum erteilt, um dem Autor der "Satanischen Verse" einen Besuch in seine Heimat zu ermöglichen. Ein Islamvertreter drohte, dass Millionen von Moslems in Indien protestieren würden, falls die Behörden das Visum nicht annullierten. Osttimor Der Chef des indonesischen Militärs, Wiranto, hat am 19.02. die Bewohner der Insel aufgerufen, die Waffen niederzulegen und über die Zukunft der Region in Frieden zu entscheiden. Das berichtete jetzt die Nachrichtenagentur Reuters. A F R I K A Sierra Leone Der Bischof von Makeni hat die Rebellen aufgerufen, als Geste guten Willens drei entführte Geistliche freizulassen. In seinem Appell erklärte er, dass die Priester dem Land nur Gutes getan hätten. Ihre Freilassung sei wesentlich, um eine Plattform für weitere Gespräche zu erlangen. A M E R I K A Guatemala Der im Zusammenhang mit dem Mord an Bischof Juan Gerardi angeklagte Priester, Mario Orantes, ist wegen Mangels an Beweisen aus der Haft entlassen worden. Auch von der katholischen Kirche in Guatemala wurde Orantes bisher für unschuldig gehalten. Sie ist, wie auch verschiedene internationale Menschenrechtsorganisationen davon überzeugt, dass Bischof Gerardi Opfer eines von Militärangehörigen verübten "Staatsmordes" ist. Kuba Nach Verhandlungen hat die Nationalversammlung ein Gesetz verabschiedet, dass ab 18.02. die Todestrafe einführt. Im Rahmen des Gesetzes wird ausserdem die Pressefreiheit eingeschränkt. Oppositionelle Äusserungen können ebenfalls bestraft werden. Erste Reaktionen verurteilen den parlamentarischen Schritt. Mexiko Der Bischof von San Cristobal de las Casas, Samuel Ruiz, hat den Vorschlag einer Amnestie für bewaffnete Zivilisten im Chiapas-Konflikt als unnötig und inopportun bezeichnet. In einem Brief an die Regionalregierung erklärte der frühere offizielle Vermittler in der Krisenregion, eine Amnestie könne nur am Ende des Friedensprozesses gewährt werden, nicht aber am Beginn der Verhandlungen. Brasilien Die katholischen Bischöfe des Landes haben sich mit den Arbeitslosen des Landes solidarisiert und eine "Kampagne der Brüderlichkeit" ausgerufen. Die neoliberale Wirtschaftspolitik der Regierung sei für den andauernden Schwund von Arbeitsplätzen und die Stimulierung eines - so wörtlich - nicht zu sättigenden Konsums verantwortlich, so der Generalsekretär der Bischofskonferenz, Raymundo Assis, in Brasilia.
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