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Verehrte Inter-Benutzer und Benutzerinnen ! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Donnerstag, 28. Januar bis Samstag, 30. Januar 1999.

V A T I K A N

Am 28.01. ist Papst Johannes Paul II. aus Mexiko und den Vereinigten Staaten in den Vatikan zurückgekehrt. Seine letzte Station in der US-amerikanischen Metropole Saint Louis nahm der Papst zum Anlass, noch einmal in aller Deutlichkeit eine Lanze für das Leben zu brechen. Vor rund 100.000 Gläubigen wurde Johannes Paul II. in seiner Predigt bei der Messe im Trans World Dome deutlich: Die amerikanischen Katholiken, die auf ein reiches Erbe zurückblicken könnten, müssten sich um eine Neubelebung der Evangelisierung bemühen. Dabei liege die Betonung vor allem auf der Familie und der christlichen Ehe. So wie sich die Familie entwickelt, so entwickelt sich die Nation , sagte der Papst. Scharf verurteilte er Abtreibung, Euthanasie und die ärztlich begleitete Sterbehilfe. Als Jünger Christi sind die Katholiken aufgerufen, sich bedingungslos für das Leben einzusetzen. Das heisst auch gegen die Todesstrafe. Die Verhängung der Todestrafe muss enden, da sie nur unnötig und grausam sei, so Johannes Paul II.. Mit gleicher Vehemenz verurteilte der Papst schliesslich jede Form von Rassismus. Diese bezeichnete er gar als eine Plage, die die Bischöfe Amerikas selbst als eine der tiefverwurzelsten und zerstörerischsten Formen des Bösen ändern, die in Amerika existierten. Während des letzten offiziellen Auftritts, der Vesper in der Kathedrale von St. Louis, dankte Johannes Paul II. allen für die Gastfreundschaft. Ausserdem versicherte er den anwesenden Andersgläubigen sein nachhaltiges Interesse an der Ökumene und dem interreligiösen Dialog. Dabei rief er Amerika seine grosse Verantwortung in Erinnerung, in der Welt ein Beispiel zu setzen für eine freie, demokratische, gerechte und menschliche Gesellschaft.

Die Massenmedien können zum Helfer und Freund für Gläubige auf der Suche nach dem Vater werden. Papst Johannes Paul II. sieht der technischen Entwicklung hoffnungsvoll entgegen. Am 29.01. wurde seine Botschaft zum im Mai stattfindenden "Welttag der sozialen Kommunikationsmittel" veröffentlicht. Sicherlich sei der Kontrast zwischen Kirche und Kommunikationsmitteln in einigen Punkten sehr ausgeprägt, doch dies verhindere weder Dialog noch eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden, so der Papst. Für das nächste Jahrtausend wünscht sich Johannes Paul II. eine segensreiche Zusammenarbeit zwischen den Einrichtungen.

Der Apostolische Stuhl hat die Begnadigung des US-amerikanischen Mörder, Darrel Mease,nach einem Gnadenappell des Papstes mit grosser Zufriedenheit aufgenommen. Kardinalstaatsektretär Angelo Sodano berichtete am 28.01. im italienischen Fernsehen, er habe dem Gouverneur des US-Bundesstaates Missouri, am Rand des Besuches von Papst Johannes Paul II. in St. Louis, ein entsprechendes Gesuch des Kirchenoberhauptes überreicht.

Das chinesische Staatsfernsehen will die Eröffnung des Jubiläumsjahr 2000 am 24. Dezember 1999 durch Papst Johannes Paul II. übertragen. Wie dazu der Direktor des vatikanischen Fernsehzentrums, Ugo Moretto,mitteilte, werde das Ereignis im Rahmen des Projekts "TV beyond 2000" weltweit von rund 4 Milliarden Menschen verfolgt.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Von einer "Privilegierung der Familie" ist in Deutschland nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Familienbesteuerung noch weit entfernt. Das erklärte am 29.01. der Berliner Erzbischof,Kardinal Georg Sterzinsky. Durch den Richterspruch werde lediglich der Zustand beendet, daß die gesamte Gesellschaft auf Kosten der Familien lebt,sagte der Kardinal weiter. Er forderte zugleich eine zügige Umsetzung der Karlsruher Beschlüsse in eine tatsächtliche Nettoentslastung der Familien.

Österreich

Die Bischöfe wollen zukünftige Streitigkeiten nicht mehr über die Medien austragen. So Kardinal Christoph Schönborn jetzt in einem Zeitungsinterview. Man wolle Meinungsverschiedenheiten zwar nicht verschleiern, sondern offen und ehrlich austragen, aber nicht in die Öffentlichkeit. Schönborn unterstrich, dass auch Bischöfe mitunter verschiedener Meinung sein dürften und dass sie manchmal von den Laien gemahnt werden müssen.

Österreich

Die derzeitige Abtreibungsdebatte hat zu einem regelrechten Ansturm auf die Beratungsstellen der katholischen "Aktion Leben" geführt. Dies sei ein Signal an die österreichische Politik, mehr Geld für die Konfliktberatung bereitzustellen, sagte die Vereinigung am 30.01. in Wien. Allerdings distanzierte sie sich von radikalen Gruppen, die für die Bestrafung von Frauen oder Ärzten eintreten oder die Schwangeren mit Gebetswachen und dem Zeigen von Abtreibungsbildern unter Druck setzen. Wer ernstgenommen werden will, solle Beratung und konkrete Hilfe bieten, meinte die "Aktion Leben". Alles andere verhärte nur die Fronten.

E U R O P A

Tschechische Republik

Die Kirche des Landes soll politsch und wirtschaftlich nicht mehr vom Staat abhängen. Das forderte jetzt Kardinal Miloslav Vlk in Prag. Stattdessen sollen die Kirchen selbst und die Bürger die pastorale Arbeit finanzieren. Bisher bezahlt der Staat die Kirche. Allerdings, so der Kardinal, erhalte sie nur einen Teil des Erlöses, den Tschechien durch die noch nicht zurückgegebenen kirchlichen Immobilien erziele.

Tschechische Republik

Die katholische Kirche wird keinen Vertreter in die Regierungskommission zur Regelung von Staats-und Kirchenangelegenheiten entsenden. Dies gab am 29.01. die Bischofskonferenz in Prag bekannt. Das Kabinett hatte angekündigt einen Vertreter der kommunistischen Partei für das Gremium zu benennen. Dies hält die Bischofskonferenz für nicht akzeptabel. Zur Begründung heisst es, die Partei habe sich bisher mit keinem Wort für die Unterdrückung der Kirchen und der Freiheit seit dem Zweiten Weltkrieg entschuldigt.

Rumänien

Die orthodoxe Kirche will den Paspt nur zu einer Pastoralvisite einladen, wenn die Katholiken auf gerichtliche Schritte zur Rückgabe der enteigneten Kirche verzichtet. In einem gemeinsamen Komnunikee der katholischen und der orthodoxen Kirche heißt es jetzt, die Katholiken würden die Angelegenheit nur durch Dialog betreiben. Für eine Papstreise fehlt nur die Einladung des orthodoxen Patriarchen Teoctist, da sowohl die Regierung wie auch die mit Rom unierte Kirche das Kirchenoberhaupt bereits eingeladen hatten. Von den ehemals 2500 katholischen Kirchen Rumäniens sind Agenturmeldungen zufolge bisher nur rund 1oo zurückerstattet. Jetzt wollen die beiden Konfessionen Gotteshäuser auch gemeinsam benutzen.

Russland

Anfang Februar wird in St. Petersburg die Bischofskonferenz der russischen Föderation gegründet werden. Das sagte der päpstliche Nuntius in Moskau. Er bedauerte gleichzeitig, dass die katholische Kirche in Russland finanziell fast vollständig vom Ausland abhänge. Doch dies solle sich ändern. Sie wolle sich ferner stärker auf Laienarbeit und auf Intellektuelle stützen.

Russland

Die orthodoxe Kirche wird Hilfsgüter aus den USA an Notleidende verteilen. Besonders Waisen-und Altersheime im Norden und Osten Russlands sollen von den Lieferungen profitieren, sagte Patriarch Alexi II. am 29.01..

A S I E N

Indien

Nach den gewalttätigen Ausschreitungen gegen Christen hat Ministerpräsident Vajpayee am 3o.1. einen Festtag für religiöse Toleranz gehalten. Er hatte dafür den 50. Jahrestag der Ermordung Mahatma Ghandis ausgewählt. Wie ein Sprecher Vajpayees in Neu Delhi mitteilte, bat der Ministerpräsident die indische Bevölkerung um religiöse Toleranz.

Indien

Die Regierung will den Mord an dem australischen Missionar und seinen beiden Kindern gerichtlich untersuchen lassen. Dies sei nötig, weil die Tat weitreichende Folgen und internationale Dimensionen habe, sagte der indische Innenminister am 29.01. gegenüber einer asiatischen Nachrichtenagentur. Zugleich solle die Untersuchung aber auch wieder Vertrauen unter den religiösen Minderheiten schaffen. Der australische Missionar war in der vergangenen Woche bei lebendigem Leib verbrannt worden.

Indonesien

Die religiösen Auseinandersetzungen auf Ambon und den Nachbarinseln haben mehr Todesopfer gefordert als bislang angenommen. Wie die Polzei am 29.01. mitteilte, seien inzwischen 65 Leichen gefunden worden, neun Personen mehr als zuvor geschätzt. Zudem befänden sich noch 62 Opfer in Krankenhäusern. Bei den Kämpfen zwischen Muslimen und Christen waren in der vergangenen Woche auch mehr als 550 Gebäude sowie sieben Moscheen und neun Kirchen verbrannt worden, so die offiziellen Angaben.

Osttimor

Nach Ansicht des Bischofs von Dili, Carlos Belo, dürften die Vorbereitungen für eine eventuelle Unabhängigkeit Osttimors von Indonesien nur schrittweise vorangetrieben werden. Nur so könne man die notwendige Wiederversöhnung zwischen Befürwortern und Gegnern der Integration mit Indonesien erreichen, so der Bischof am 28.01. in einem Rundfunkinterview.

China

In der Volksrepublik sind in den letzten 20 Jahren mahr als 20 Millionen Bibeln gedruckt worden. Das teilte jetzt die Agentur Neues China mit. Die Heilige Schrift ist seit einiger Zeit eine der beliebtesten Bücher. Sie wird unter Aufsicht des Christenrates und der Katholischen Patriotischen Vereinigung gedruckt.

Irak

Nach Angaben des katholischen Patriarchen von Bagdad, Raphael Bidawid, plant Papst Johannes Paul II. eine Reise in den Irak. Schon im kommenden November soll das Kirchenoberhaupt ins alte Mesopotamien kommen, erklärte Bidawid am 29.01. einer italienischen Tageszeitung. Auch ein irakischer Journalist hatte vor wenigen Tagen die Reisegrüchte des Papstes bestätigt. Ob dies angesichts der angespannten Lage im Irak jedoch umgesetzt werden kann, gilt als fraglich.

A F R I K A

Sierra-Leone

Nach Angaben des vatikanischen Fidesdienstes, ist der Bürgerkrieg in dem westafrikanischen Land ausschliesslich ein Streit um Diamanten. Ursache der Kämpfe seien ferner die reichen Vorkommnisse aus Bauxit und Titan. Der Fidesdienst erinnert daran, dass ein thailändischer Bankier, der grosse Investitionen in Sierra-Leone hat, die Rückkehr des gewählten Präsidenten, Ahamad Kabbah, vor einem Jahr, durch eineinhalb Millionen Dollar organisieren liess.

Sierra-Leone

Zwei weitere entführte Ordensfrauen der Schwestern der Nächstenliebe sind bei Bombardaments getötet worden. Eine Inderin und eine Ordensfrau aus Bangladesh waren Mitte Januar von den Rebellen aus Kissy verschleppt worden. Drei Ordensschwestern und ein Bruder waren vor wenigen Tagen befreit worden.

Angola

Die katholische Kirche hat am 29.01. in der Hauptstadt Luanda die "Bewegung für den Frieden" gegründet. Nach einer zweitägigen Konferenz wurde eine pastorale Botschaft verabschiedet, die die Gewalt im angolanischen Bürgerkrieg verurteilt und zu einer pazifischen Bewegung des Volkes aufruft, berichtet die Nachrichtenagentur MISNA. Treffen, Dialoge und Veröffentlichungen sollen am Beginn der Bewegung stehen; letzendlich soll sie zu einer neuen Wertschätzung des Friedens in Angola führen.

Kongo-Brazzaville

Nach Angaben des Bischofs von Kingala droht mindestens 150.000 Personen in der Region Pool der Hungertod. Aufgrund des Bürgerkrieges hätten sie ihre Heimat verlassen müssen und seien nun des Nötigsten beraubt. Die Ernte werde ausfallen. Indes wird aus Kinsundi gemeldet, daß das dortige Priesterseminar vom Militär geräumt worden sei, weil man dort Rebellen vermutet hatte.

 

A M E R I K A

Guatemala

Das Parlament wird den ermordeten Weihbischof Juan Gerardi am 2.02. in einer Feierstunde ehren. Der Menschenrechtsbischof, der im vergangenen April erschlagen worden ist, wird posthum mit dem höchsten Orden Guatemalas ausgzeichnet. Kirchliche Beobachter vermuten, dass das Militär die Fäden gezogen hat, da ihm die meisten Morde während des Bürgerkrieges angelastet werden. Sie fürchten, dass entscheidende Politiker die Aufklärung verhindern. Der Mörder und seine Hintermänner wurden immer noch nicht ermittelt.

Kolumbien

In einem Telegramm hat der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Karl Lehmann, am 28.01. seinem Kollegen in Kolumbien, Erzbischof Alberto Giraldo Jaramillo, die Solidarität aller deutschen Katholiken ausgedrückt. Über die kirchlichen Hilfswerke Adveniat, Misereor und Caritas kündigte er Soforthilfen zur Linderung der Not an. Unter dem Stichwort "Erdbeben Kolumbien" wird um Spenden gebeten. Indessen sind die ersten 100.000 DM von Misereor bereits zur Verfügung gestellt worden.

Vereinigte Staaten

Die Bischofskonferenz des Landes hat den Gnadenerlass für den zum Tode verurteilten Darrel Mease begrüsst. Allerdings befürworten weiterhin zwei von drei US-amerikanische Katholiken die Todesstrafe, bedauerte der Bischof von Galveston-House, Joseph Fiorenza, am 30.01.. Man müsse einen Meinungsumschwung gegen die Hinrichtungen erreichen, der die Politiker zu einer Gesetzesänderung zwinge.

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Samstag:" Wochenkommentar" und "Sonntagsbetrachtung"

Sonntag:"Aktenzeichen"

Montag:"Weltkirchen-Magazin"

Dienstag:" Radioakadmie"

Mittwoch:" Römische Woche"

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten: Mittwoch,3.02.1999