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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen ! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Sonntag, 24. Januar bis Mittwoch, 27. Januar 1999.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat den ganzem amerikanischen Kontinent dazu aufgerufen, aus christlichem Geist die Solidarität zu pflegen. Bei zwei großen Messfeiern und einer Großveranstaltung im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt erinnerte er die Amerikaner von Feuerland bis Alaska an ihre christlichen Wurzeln. Amerika habe eine besondere Berufung für die Welt. Es müsse Einheit und gegenseitige Hilfsbereitschaft pflegen. Die Bevölkerung der mexikansichen Hauptstadt hat den Papst mit typischer Begeisterung aufgenommen. An der Messe am Sonntag nahm nahezu eine Million Gläubige teil. Die Straßen wurden nach Polizeiangaben von mehr als zwei Millionen Menschen gesäumt.

Am Dienstag sprach der Papst im US-amerikanischen Saint Louis mit US-Präsident Bill Clinton. Nach einem offiziellen Kommunikee ging es dabei vor allem um die internationalen Krisengebiete. Der Papst habe Clinton an die Verpflichtung der USA im internationalen Bereich vor allem gegenüber den Armen aufgerufen und ihm für seinen Schutz der Religionsfreiheit gedankt. Ohne - laut Kommunikee - auf Abtreibung, Euthanasie oder Todesstrafe direkt einzugehen sprach der Papst vom Schutz und der Würde des Lebens. Clinton dankte dem Vatikan für sein internationales Engagement, ohne - laut Kommunikee - auf die Vatikankritik an der US-amerikanischen Irak-Politik einzugehen.
Während seiner verschiedenen öffentlichen Aufritte in Mexiko setzte sich der Papst für die Rechte der amerikanischen Ureinwohner ein und unterstrich ihre Menschenwürde. Einen deutilchen Akzent setzte das Kirchenoberhaupt auf die Einheit des ganzen Kontinent, der sich aber seiner Zusammengehörigkeit noch bewußt werden müsse. Als Zeichen dieser Einheit haben die Diözesen von Chicago und Mexiko sofort eine Partnerschaft geschlossen. Der Papst ordnete im Sinne der Einheit Amerikas an, daß in Zukunft auf dem ganzen Kontinent das Fest der Madonna von Guadelupe gefeiert werde.
Eindrucksvoll war das abendliche Fest im Aztekenstadion Mexikos. Anfangs zogen Delegationen von 36 amerikanischen Staaten ähnlich wie bei der Olympiade mit ihren Fahnen ins Stadion ein und wurden stürmisch beklatscht. Gleichzeitig wurden Marien-Wallfahrtsorte des Staates oder Landespatrone bekanntgegeben. Es wurde zu einem deutlichen Zeichen der Volksfrömmigkeit. Wähend der gleichen Veranstaltung wurden live Grüße und Beiträge per Fernsehen aus Brasilien und Argentinien, Chile und Venezuela, aus der Dominikanischen Republik und aus Honduras, sowie aus den Vereinigten Staaten übertragen. Es war ein Medienereignis ersten Ranges, das die Einheit des Kontinentes entsprechend den Wünschen des Papstes deutlich machte.
Hintergrund der Mexiko-Reise war die Synode der Bischöfe des ganzen amerikanischen Kontinents im Herbst 1997. Der Papst war gekommen, um ihre Ergebnisse feierlich bekanntzugeben. Dazu diente ihm Mexiko als Plattform.

Am 26.01. hat die Kongregation für den Gottesdienst eine Neu-Ordnung für Exorzismen herausgegeben. Nach ihren Angaben handelt es sich dabei fast ausschliesslich um eine Modernisierung der Sprache. Kirchliche Fachleute betonen, dass die meisten Menschen, die einen Exorzismus wünschen, eher einen Psychologen brauchen. Dennoch hält die Kirche fest, daß es auch Fälle von dämonischem Einfluss gibt. Exorzismus ist kein Zauber, sondern das Gebet eines dafür vom Bischof Beauftragten zur Befreiung des Menschen von der Übermacht des Bösen.

Papst Johannes Paul II. steigt mit 78 Jahren noch ins Pop-Geschäft ein. Radio Vatikan und der Verlag "Audiovisivi San Paolo" stellten aus ihren Archiven Aufnahmen von Gebeten und Ansprachen des Papstes in fünf Sprachen für eine CD zur Verfügung, die von der Plattenfirma Sony Classical unter dem Titel "Abba Pater" herausgebracht wird. Die Papst-Texte werden von klassischer und moderner Musik begleitet.

E U R O P A

Griechenland

Der heilige Synod hat Bischof Chrysostomos wegen seiner Billigung vorehelicher sexueller Beziehungen kritisiert. Wie aus Athen gemeldet wird, habe man dem Würdenträger aber keine Strafe auferlegt. Der Oberhirte hatte in einem Zeitungsinterview vorehelichen Verkehr als Voraussetzung für eine glückliche Ehe bezeichnet.

A S I E N

Israel

Mit knapper Mehrheit hat das Parlament in Jerusalem einen Gesetzentwurf verabschiedet, der die weniger orthodoxen Juden daran hindern soll, eine aktivere Rolle im religiösen Leben des Landes zu spielen. Mit dieser Entscheidung sichern sich die Orthodoxen bis auf weiteres ihren fast unbegrenzten Einfluss in Politik und Kultur und vertiefen noch die bereits bestehende Kluft zwischen Israel und dem liberalen US-amerikanischen Judentum.

Indien

Insgesamt 47 Personen sind unter dem Verdacht verhaftet worden, einen australischen Missionar und seine beiden Kinder verbrannt zu haben. Der mutmassliche Anstifter, ein fanatischer Hindu, ist nach Polizeiangaben vom 24.01. jedoch flüchtig. Er soll im Bundesstaat Orissa einen Mob dazu gebracht haben, den Wohnwagen des evangelischen Missionars anzuzünden. Wie weiter bekannt wurde, hat die Polizei eine Belohnung von 600 Dollar für Hinweise zur Ergreifung des Täters ausgesetzt.

Indien

Radikale Hindus haben auch am 25.01. Christen in mehreren Orten des Landes angegriffen. Unterdessen rief Staatspräsident Kocheril Raman Narayanan in einer Rede an die Nation zu religiöser Toleranz auf.

Indonesien

Mehrere Hundert Menschen haben in Kirchen und Moscheen der Insel Ambon Zuflucht gesucht. Sie wollten sich nach den Unruhen der vergangenen Tage in Sicherheit bringen. Nach Militärangaben habe sich die Lage in Ambon beruhigt. Nach unbestätigten Berichten soll es auf den Inseln Sumatra und Seram noch zu Ausschreitungen zwischen Christen und Moslems kommen. Gleichzeitig wird aus einer Ortschaft in der Nähe des Hauptortes Ambon gemeldet, dass die Armee mehr als 1000 Katholiken evakuiert habe. Dabei seien mehrere Leichen in den Ruinen gefunden worden, berichtete ein Soldat gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP.

A F R I K A

Togo

Eine Gruppe junger Franzosen, die derzeit Afrika per Fahrrad durchquert, hat einer Pfarrei in Lome ein Fahrzeug angeboten. Die jungen Leute, die auf ihrer Tour Medikamente und Schulmaterial verteilen, wollen noch bis nach Benin weiterradeln. Ihre Initiative wird von der französischen Hilfsorganisation "Les Amis du Monde" finanziert.

Kongo-Brazzaville

Die katholische Kirche hat Vorwürfe zurückgewiesen, sie sein in dem Konflikt zwischen Rebellen und Regierung verwickelt. Eine am 25.01. verbreitete Stellungnahme der Bischofskonferenz verneinte Behauptungen, Priester hätten die Partei für die oppositionelle Miliz des vertriebenen Premier, Bernard Kolelas, angegriffen.

A M E R I K A

Kolumbien

Mit einem Solidaritätsappell für die Erdbebenopfer hat sich der Direktor der bischöflichen Abteilung für Sozialpastoral Kolumbiens an die internationale Staatengemeinschaft gewandt. Gleichzeitig dankte er für die bereits eingeleiteten Hilfsmassnahmen. Wie in einem am 27.01. verbreiteten Schreiben mitgeteilt wird, sei aufgrund des Erdbebens der Kontakt zu einigen Ortskirchen abgebrochen. Doch sei die Bischofskonferenz dabei, eine Fahrt in die Erdbebenregion zu organisieren, um das Aumass der Schäden besser abschätzen zu können.

Vereinigte Staaten

Vor der Ankunft des Papstes in St.Louis haben mehrere hundert Katholiken und Katholikinnen vor der Hauptkirche der Stadt eine Gebetswache abgehalten. Wie eine Vertreterin der Gruppe mitteilte, wollten sie damit gegen die untergordnete Rolle der Frau innerhalb der katholischen Kirche protestieren.

Vereinigte Staaten

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hofft, dass Papst Johannes Paul II. Präsident Bill Clinton bei ihrem Zusammentreffen in dieser Woche auf die Todesstrafe ansprechen wird. Die USA hätten internationale Verpflichtungen, zu denen auch die Abschaffung dieser Strafe gehöre, so die Organisation Agenturangaben zufolge. In den nächsten Wochen soll in den Vereinigten Staaten zum ersten Mal die Todesstrafe für ein Verbrechen vollstreckt werden, das der Täter im Alter von 16 Jahren beging.

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Mittwoch:" Der Papst in St. Louis "

Donnerstag:"Kreuz des Südens"

Freitag:"Prisma-Magazin"

Samstag:" Wochenkommentar" und "Sonntagsbetrachtung"

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Für die Internet-Nachrichten verantwortlich: Eva Rohrmann

Redaktion dieser Ausgabe : Eva Rohrmann

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E-Mail:DEUTSCH@VATIRADIO.VA

Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Samstag,30.01.1999