Radio Vatikan   
Deutsche Sektion
 

Aktuell
Archiv
Programmvorschau
Real Audio
Suche
Feature
Freundeskreis

 
 

 

 

 

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen ! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Donnerstag, 21. Januar bis Samstag, 23. Januar 1999.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. ist am Freitag, 22.1. nach Mexiko geflogen, um dort die Synode der Bischöfe Amerikas feierlich abzuschließen und das Synodendokument zu übergeben.

Er feiert am 23.1. im Wallfahrtsort Guadelupe einen Gottesdienst in der Marienbasilika und am Sonntag, den 24.1. mit voraussichtlich fast einer Million Gläubigen auf einem Autorennplatz die Eucharistie.

Das 140-seitige Synodendokument kreist um die drei Stichworte Bekehrung, Gemeinschaft und Solidarität. Der Papst geht von der Tatsache aus, daß die große Mehrheit des amerikanischen Kontinents christich ist. Aufgrund ihrer Begegnung mit Christus

seien sie zum Glauben gekommen, der aber führe sie zu Gemeinschaft und fordere Solidarität. Dann geißelt der Papst mit harten Worten Drogenhandel und Korruption, Abtreibung und Euthanasie, Fremdenfeinlichkeit und Mißachtung der Menschenrechte. Ausdrücklich nennt das Kirchenoberhaupt die Ureinwohner des amerikanischen Kontinents und die Afro-Amerikaner. Sein Wunsch ist es, daß Norden und Süden Amerikas gut zusammenarbeiten. Aufgabe der Kirche sei es, zusammenzuführen und nicht zu trennen. Die Globalisierung der Erde müsse auch zu einer Globalisierung der Solidarität führen.

Schon auf dem Flug nach Mexiko sprach der Papst gegenüber den mitfliegenden Journalisten seine Unterstützung für die Indios aus. Ferner äußerte er sein Bedauern, daß er bisher nicht nach Rußland und nach China habe reisen können.

Auf dem Flughafen in Mexiko-Stadt wurde er von Staatspräsident Ernsto Cedillo empfangen. Auf dem Weg zur Stadt wurden ihm die Schlüssel der Kapitale übergeben. Der Bürgermeister der Metropole nutzte die Gelegenheit, um die kapitalistische Politik der Regierung zu kritisieren. Rund 2 Millionen Menschen säumten nach offiziellen Angaben die Straßen. In der päpstlichen Nuntiatur zeichnete der Papst in feierlicher Form das nachsynodale Schreiben "Die Kirche in Amerika". Während der Messe in Guadelupe am Samstag wird es feierlich einigen Vertretern aus allen Teilen des Kontinents überreicht.

Papst Johannes Paul II. hat sich gegen die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare ausgesprochen. In einer Rede vor dem kirchlichen Ehegericht Rota Romana am 21.01. sagte der Papst, solche Beziehungen seien Abweichungen von der göttlichen und natürlichen Norm. Ferner erklärte Johannes Paul II., es sei widersinnig, gleichgeschlechtlichen Paaren einen eheähnlichen Status zuzubilligen. Zu den objektiven Voraussetzungen einer Ehe gehöre die biologische und seelische Ergänzung von Mann und Frau. Der Papst betonte, es gehe ihm nicht um eine Verurteilung,als vielmehr darum, an die Gültigkeit bestimmter unverzichtbarer Prinzipien nicht nur für Christen, sondern für alle Menschen zu erinnern.

Papst Johannes Paul II. hat ein sofortiges Ende der Gewalt im Kosowo und die Rückkehr zu einem konstruktiven Dialog gefordert. In einem Telegramm an den Erzbischof von Belgrad, Franko Perko, drückte er den Betroffenen sein Mitgefühl aus und appellierte an alle Verantwortlichen des öffentlichen Lebens, die unveräusserlichen Rechte jeder Person zu achten.

Erzbischof Pier Giacomo de Nicolo ist am 21.01. von Papst Johannes Paul II. zum neuen Nuntius für die Schweiz und Liechtenstein ernannt worden. Der 69jährige steht seit 1958 in Diplomatischen Diensten des Vatikan.

Der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einigkeit der Christen, Kardinal Edward Cassidy, hat die derzeitige ökumenische Situation positiv beurteilt. In einem Interview mit Radio Vatikan meinte er, man sei in der Frage der Rechtfertigung sehr gut voran gekommen. Der Lutherische Weltbund und die Katholische Kirche seien in diesem Punkt nahezu gleicher Auffassung. Wenn dieser geklärt sei,sei man der Einheit um einen grossen Schritt näher gekommen.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Auch die in Deutschland lebenden Muslime sollen ein Recht auf Religionsunterricht haben. Das stellte die Bischofskonferenz am 22.01. noch einmal deutlich klar. Die Mitwirkungsmöglichkeiten der Muslime müssten denen der Christen entsprechen. Die Bischofskonferenz wies aber auch darauf hin, dass die katholische Kirche bereits seit langem das Recht auf einen islamischen Religionsunterricht bejaht, zuletzt im gemeinsamen Wort der Kirche zur Migration, vor zwei Jahren. Zur Unterstützung heisst es in der Erklärung, die beiden grossen Kirchen in Deutschland wirken bei der inhaltlichen Ausgestaltung des ordentlichen Lehrfaches mit- so wolle es das Grundgesetz-denn ein freiheitlicher, neutraler Staat könne nicht die Fragen nach Gott und der Unsterblichkeit in Eigenregie übernehmen. Er sei daher auf die verschiedenen Religionsgemeinschaften als Partner angewiesen. Diese Konstruktion, so die Bischofskonferenz, sei eine im europäischen Vergleich vorbildliche Arbeitsteilung zwischen Staat und Kirche.

Deutschland

Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes Familien stärker zu fördern, hat der Katholische Deutsche Frauenbund, KDFB, begrüsst. Die steuerliche Anerkennung von Familienarbeit, entspreche einer seit langem erhobenen Forderung des Frauenbundes, so KDFB-Präsidentin, Ursula Hansen in Köln.

Österreich

Mit einem gemeinsamen Glaubensbekenntnis als Fundament könnte die Einheit der Kirche verwirklicht werden. Diese Überzeugung äusserte der Wiener armenisch-apostolische Erzbischof, Mesrob Krikorian, beim Gottesdienst des ökumenischen Rates in Österreich. Zwar gebe es Theologen, die die Einheitsbewegung der Christen in einer Krise sehen. Doch bereits die geschwisterliche Atmosphäre innerhalb des ökumenischen Rates sei ein grosser Schritt nach vorn, so der Erzbischof.

E U R O P A

Frankreich

Als Protest gegen das Gesetz zur Gleichstellung nichtehelicher Lebensgemeinschaften, soll es am 31. Januar mehrere Grossdemonstrationen geben. Das kündigten Vertreter des sogenannten "Komitees gegen das Gleichstellungsgesetz" an. Neben katholischen Verbänden, rufen auch muslimische und protestantische Organisationen zur Teilnahme an der Demonstration auf.

Grossbritannien

Eine Reform des "House of Lords", des britischen Oberhauses, soll neben den anglikanischen Bischöfen auch Vertretern anderer Religionsgemeinschaften die Mitgliedschaft ermöglichen. Das berichtete am 21.01. die Presse des Landes. Allerdings würden erst in einer zweiten Phase die Vertreter anderer Religionen Vollmitglieder werden. Mit den Änderungen soll der multikulturellen Gesellschaft Grossbritanniens Rechnung getragen werden.

Tschechische Republik

Eine Kopie des "Turiner Grabtuches" ist im westböhmischen Benediktinerkloster Broumov entdeckt worden. Nach Angaben des tschechischen Fernsehens haben die Mönche das Tuch in einem Reliquiar unter einer Konventskapelle entdeckt. In einem beigefügten Schreiben vom 4. Mai 1651 des damaligen Turiner Erzbischofs, werde die Authentizität der Kopie bestätigt.

 

A S I E N

Vietnam

Die Regierung in Hanoi hat betont, die Religionsfreiheit werde respektiert. Gleichzeitig verneinte sie die Existenz von Einheiten, die gegen protestantische Proselyten in der Provinz Ha Giang vorgehen. Wie ein Regierungssprecher am 21.01. mitteilte, sei ein Sonderkommando eingerichtet worden, das gegen Versuche der Einschüchterung durch illegale protestantische Sekten, vor allem unter der ethnischen Minderheit der Hmong, vorgehen soll.

Indonesien

Nach Ende des Fastenmonats Ramadan ist es auf der Insel Ambon zu einer Serie von Übergriffen auf Kirchen gekommen. Die Unruhen haben aber keine religiösen Gründe, hat jetzt ein Sprecher der Erzdiözese Jakarta erklärt. Auch die Polizei, die die Situation wieder weitgehend unter Kontrolle hat, ist überzeugt, dass es sich um kriminelle Gewalttätigkeiten handelt.

China

Die vom Staat anerkannte katholische Kirche lädt Papst Johannes Paul II. in die Volksrepublik ein. Ein Sprecher der katholischen Vereinigung reagierte damit auf die Bemerkung des Papstes auf dem Flug nach Mexiko, er würde gerne noch China und Rußland besuchen.

Für Peking ist eine Papstreise an die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zum Vatikan gebunden. Das gehe aber erst, wenn der Vatikan mit Taiwan breche.

China

Die Menschenrechtsorganisation, Human Rights Watch, hat an die Vereinten Nationen appelliert, Peking wegen anhaltender Verletzungen der Menschenwürde zu verurteilen. Die Organisation kritisiert, dass die UNO-Menschenrechtsorganisation sich, trotz offensichtlicher Verstösse, nicht zu einer Resolution gegen China durchdringen konnte. Während sich jetzt sowohl in der Europäischen Union als auch im US-Kongress die Stimmen für eine Anklage gegen China mehren, hält der US-amerikanische Präsident, Bill Clinton, ein Agieren der UNO für nicht verantwortbar, da zuwenig internationaler Rückhalt gegeben sei.

A F R I K A

Sierre-Leone

Die Rebellenbewegung hat jetzt eine der sechs entführten Ordensfrauen erschossen. Das wird aus Freetown gemeldet. Gleichzeitig wird von dort bekannt, daß der entführte Bischof Ganda und vier Ordensmänner den Entführern entfliehen konnten.

 

 

A M E R I K A

Mexiko

Die Zapatistischen Rebellen in der Unruheprovinz Chiapas haben im Vorfeld des kommenden Papst-Besuches die Regierung in Mexiko-Stadt beschuldigt, gegenüber Johannes Paul II. die Wahrheit über den Krieg in der Region zu verschleiern. Die Regierung betreibe "kosmetische Operationen" in der Chiapas-Region, nur weil der Papst komme. So heisst es in einer am 20.01. bekanntgewordenen Erklärung der Zapatisten. Sie beschuldigten die Sicherheitskräfte, auch gegen die katholische Kirche vorzugehen.

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Samstag:" Mit dem Papst in Mexiko"

Sonntag:" Mit dem Papst in Mexiko"

Montag:" Mit dem Papst in Mexiko"

Dienstag:" Radioakademie"

Mittwoch:" Der Papst in Saint Louis"

Man hört Radio Vatikan

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

Mittelwelle : 1530 Khz

Kurzwellen: 5880, 7250, 9645 Khz

Radio Vatikan ist ferner zu hören über Astra 1A durch

Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr

Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital) verbreitet wird.

World-Radio-Network um 1.00, 9.30, 16.00 und 19.30 Uhr

Tonunterträger von Sky Movies (7.38 MHz analog)

und ZDF (7.56 MHz digital)

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen

Tel.: 0 21 02/2 30 31 Fax: 0 21 02/ 2 14 13

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich: Eva Rohrmann

Redaktion dieser Ausgabe : Eva Rohrmann

Tel.:00396 06 6988 4101, Fax: 00396 06 6988 3844

Post:Radio Vatikan-sezione tedesca,I-00120 Citta del Vaticano

E-Mail:DEUTSCH@VATIRADIO.VA

Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Mittwoch, 27.01.1999.