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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Sonntag, 17. Januar bis Mittwoch, 20. Januar 1999.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat beim sonntäglichen Angelusgebet am 17.01. den Wunsch ausgesprochen, dass der Dialog zwischen Christen und Muslime sich weiter vertiefen und die Einheit unter den Kirchen während der Ökumene-Woche vorankommen möge. Der Papst bat dann alle Christen, in der Gebetswoche für die Einheit der Christen, die am 17.01. begonnen hat, Gott um die Wiedervereinigung der Kirche anzuflehen. Zusätzlich teilte Johannes Paul II. mit, dass er am 24.01. in Mexiko sein werde,um dort die Ergebnisse der Amerika-Bischofssynode feierlich bekanntzugeben.

Die diesjährige Fastenbotschaft von Papst Johannes Paul II. ist am 18.01. durch den Vorsitzenden des Päpstlichen Rates "Cor Unum", Bischof Paul Josef Cordes, vorgestellt worden. Sie steht unter dem aus Jesaja entliehenen Motto " Der Herr wird allen Völkern ein Festmahl richten". Papst Johannes Paul II. sieht in der Fastenzeit ein Geschenk, das jedem einzelnen helfen soll, sich selbst wieder als Kind Gottes wahrzunehmen.

 

Papst Johannes Paul II. hat bei der Generalaudienz 20.01. an die beiden aktuellsten kriegerischen Auseinadersetzungen erinnert: nämlich auf dem Kosowo und in Sierra Leone. Gott möge die Gewissen der Verantwortlichen anrühren. Insbesondere gedachte er auch des entführten Erzbischofs von Freetown und der entführten Missionare. Indessen hat Kardinalstaatssekträr Angelo Sodano in einem Zeitungsinterview gefordert, die Konfliktparteien im Kosowo zu trennen. Die Kirche verlange ferner vor allem die Entwaffnung der Angreifer.

Der Apostolische Stuhl hat sich für eine engere Zusammenarbeit zwischen Christen und Muslimen ausgesprochen. Zwischen beiden Religionen gebe es grosse Übereinstimmungen, betonte Kurienkardinal Francis Arinze am 18.01. in einer Grussbotschaft zum Abschluss des Ramadan. Bis heute bestehe jedoch ein Mangel an gegenseitiger Liebe zwischen Christen und Muslimen, bedauerte Arinze.

Kardinal Edward Cassidy hat am 18.01. die Gebetswoche für die Einheit der Christen mit einem ökumenischen Gottesdienst eingeleitet. Gemeinsam mit dem neuen Primas der evangelischen Kirche in Finnland und dem Erzbischof von Turku, feierte er den Gottesdienst in der römischen Kirche der heiligen Brigitta von Schweden. Der Kardinal zeigte sich erfreut über das Zustandekommen einer von beiden Kirchen unterzeichneten Erklärung zur Rechtfertigungslehre.

Der vatikanische Aussenminister, Jean-Loius Tauran, hat jetzt ein Ende der Isolierung des Irak gefordert. In einem Fernsehinterview meinte der kirchliche Spitzendiplomat, an den Beispielen Kuba und Libyen habe es sich gezeigt, dass die Ausschliessung aus der Staatengemeinschaft keine Lösung für ein Problem biete. Isolierung führe nur zu Enttäuschungen, mitunter auch zu unvernünftigen Reaktionen. Tauran unterstrich, für den Vatikan hätten Dialog und Verhandlungen Priorität.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Der Vorsitzende der Bischofskonfernz, Karl Lehmann, hat zum Ende des Fastenmonats Ramadan, seine traditionelle Grussbotschaft an die muslimischen Mitbürger gesandt. Dieses Ereignis gebe der Kirche die Gelegenheit, über die Beziehungen zwischen Muslimen und Christen neu nachzudenken, heisst es in dem Grusswort.

Deutschland

Kardinal Joachim Meisner von Köln hat jetzt das mangelende Glaubenswissen der Katholiken beklagt. Es sei auf einen Tiefpunkt gesunken. Das sei besonders bedenklich, da es in Deutschland, 8000 Religionslehrer, 380 Theologieprofessoren und sehr viele theologische Fakultäten und Institute gibt. Nach Meisners Überzeugung, gehört der Weltkatechismus zur Pflichtlektüre jedes verantwortungsbewussten Katholiken.

Deutschland

Bundestagspräsident Wolfgang Thierse hat sich dafür ausgesprochen, dass alle deutschen Schüler in der Schule die Bibel, Goethe und andere Klassiker lesen. In einem Zeitungsinterview meinte der praktizierende Katholik, die Gesellschaft brauche für ihren Zusammenhalt ein Midestmass an gemeinsamen kulturellen Wurzeln und Kenntnissen.

Deutschland

Das Hilfswerk "Kirche in Not" startet in der kommenden Fastenzeit eine Kerzenaktion, unter dem Motto "Lumen Christi 2000". Die Organisation schlägt gleichzeitig vor, in der Silvesternacht 1999 im Rahmen der Familie oder der Gemeinde feierlich die Kerze zu entzünden. Das Licht soll symbolisch Christus im dritten Jahrtausend erstrahlen lassen. Der Erlös kommt Missionsprojekten zugute.

Deutschland

Das Ministerium für Staatssicherheit der DDR hatte seit Ende der 60er Jahre mehr als 700 Informationen aus dem Vatikan erhalten. Entsprechende Meldungen bestätigte am 18.01. die Berliner

Gauck-Behörde. Allein zwei Informanten hätten über 100 Mitteilungen gemacht. Keine Erkenntnisse gibt es hingegen über Vorwürfe gegen den früheren Kommandanten der Schweizergarde, Alois Estermann. Dieser war in einem anonymen Schreiben der Stasi-Mitarbeit bezichtigt worden.

Deutschland

Der Erzbischof von Berlin, Kardinal Georg Sterzinsky, hat über die geplante Schliessung von katholischen Krankenhäusern mit dem regierenden Bürgermeister, Eberhard Diepgen, gesprochen. Diepgen, der dabei für eine proportionale Belastung aller Träger eintrat, äusserte sich nicht über die Schliessung katholischer Häuser.

Deutschland

Die katholische Kirche wird, nach Worten des Bamberger Erzbischofs Karl Braun, Frauen in Not nie allein lassen. Ganz gleich wie sich die deutschen Bischöfe entscheiden werden. Damit bezog sich Braun auf die Diskussion in der Schwangerenkonfliktberatung. Er hoffe, dass es in der Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischöfe, zu einer "einheitlichen Lösung" komme. Hintergrund ist ein Schreiben von Papst Johannes Paul II. Darin fordert er die Bischöfe auf, aus dem staatlichen Beratungssystem auszusteigen.

Deutschland

Religiosität entwickelt sich bereits im frühen Kindesalter. Diese Ansicht vertritt der Freiburger Psychoanalytiker, Tilmann Moser. Religiöse Gefühle und Stimmungen, entstünden bereits bevor sich die Sprache entwickelt,so Moser in einem Zeitungsinterview.

Schweiz

Der evangelische Theologe, Oscar Cullmann, ist in diesen Tagen in Chamonix im Alter von 96 Jahren gestorben. Er hatte als Beobachter am Zweiten Vatikanischen Konzil teilgenommen und wurde später ein persönlicher Freund von Papst Paul VI.. Viele Jahre dozierte er evangelische Theologie in Basel und Paris. Papst Johannes Paul II. hat in einem Telegramm an den Präsidenten der evangelischen Kirche im Elsass, Marc Lienhard, sein Beileid ausgesprochen.

E U R O P A

Grossbritannien

Nach einem Bericht der Tageszeitung "Daily Telegraph" soll jetzt die Krönungszeremonie zu einem interreligiösen Fest umgewandelt werden. "Verteidiger des einen Glauben" lautet bisher ein Titel des britischen Königs. Mit dem "einen Glauben" ist der anglikanisch-protestantische gemeint, der Glaube der gesetzlich verankerten Staatskirche. Wenn Prinz Charles den Thron besteigt, soll alles ein bisschen anders sein. Er will sich nur "Verteidiger des Glaubens" nennen. Das eigentliche Ritual bei der Krönung wird auch zukünftig der höchste anglikanische Bischof durchführen. Gleichzeitig jedoch sollen auch Vertreter der römisch-katholischen Kirche, der Methodisten, des Islam und des Judentums teilnehmen.

A S I E N

Vietnam

Eine Vatikandelegation reist im Februar oder März nach Hanoi, um einen möglichen Papstbesuch vorzubereiten. So die Vatikan-Agentur Fides. Die Bischöfe des ostasiatischen Landes hatten den Papst letztes Jahr eingeladen und die Regierung aufgefordert, das gleiche zu tun. Bisher gab es darauf keine Antwort.

Vietnam

Nach jüngsten Presseberichten geht die führende kommunistische Partei des Landes gegen sogenannte "illegale protestantische Christen" vor. Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet, sind offizielle Stellen besorgt, weil immer mehr Menschen sich dem protestantischen Glauben anschliessen. Offiziell heisst es, der Übertritt zum christlichen Glauben, habe dem Leben der Menschen geschadet. Nach Schätzungen internationaler Menschenrechtsorganisationen sind in Vietnam 150 bis 300.000 Menschen aufgrund ihrer politischen oder religiösen Überzeugung inhaftiert.

Indonesien

Mindestens 17 Tote, mehr als 100 Verletzte, 30 abgebrannte Häuser und 6 immer noch brennende Gotteshäuser! Das ist nur die vorläufige Bilanz der Auseinandersetzungen zwischen Protestanten und Moslems in Ambon. Begonnen hatten die Kämpfe mit einem harmlosen Streit. Provinzgouverneur Saleh Latuconsina hat inzwischen, Agenturmeldugen zufolge, den Verdacht geäussert, dass die Unruhen von bestimmten Kreisen gewollt seien.

A F R I K A

Sierra Leone

Der Anführer der Rebellen weiss nach seinen eigenen Angaben nichts von der Entführung des Erzbischofs von Freetown. Sollten seine Anhänger den Bischof in ihrer Gewalt haben, so würde er befehlen ihn freizulassen. Bischof Ganda war Anfang letzter Woche von Unbekannten entführt worden. Beobachter nehmen bis jetzt an, dass er sich in Gewalt der Rebellen von Sierra Leone befindet.

Sierra Leone

Bei den Kämpfen zwischen Anhängern der ehemaligen Militärherrscher und der afrikanischen Friedenstruppe Ecomog ist kein Ende abzusehen. Der von den Rebellen ausgerufene Waffenstillstand wurde in der Nacht zum 19.01. sofort wieder gebrochen. Unter dem Krieg leidet vor allem die Bevölkerung, aber auch ausländische Missionare werden mehr und mehr in Mitleidenschaft gezogen. Bereits in der vergangenen Woche wurden 11 ausländische Ordensleute von den Rebellen entführt .

Kongo-Kinshasa

Der Erzbischof der Hauptstadt hat jetzt den Sturm kongolesischer Soldaten energisch kritisiert. Kardinal Frederic Etsou Nzabi schrieb in einem offenen Brief an seine Diözese, dass jetzt Mitglieder des Militärs gewaltsam in Kirchen und Verwaltungsräume eingedrungen seien und ruandische Flüchtlinge, die sich dort aufhielten, festgenommen hätten. Ausserdem hätten sie versucht, gewaltsam in die vatikanische Nuntiatur einzudringen,seien daran aber durch das Zureden eines Beamten gehindert worden. Derweil hat der Bischof von Doruma-Dungu alle Missionare europäischer Herkunft aufgefordert, die Region zu verlassen. Vorausgegangen war ein Überfall von Rebellen auf eine Missionsstation der Augustiner.

A M E R I K A

Kuba

Der Erzbischof von Havanna, Kardinal Jaime Ortega, hat ein Jahr nach dem Besuch von Papst Johannes Paul II. eine positive Bilanz für die kubanische Gesellschaft gezogen. In einem Fersehinterview sagte Ortega, der Papst habe ausser den gläubigen Katholiken vor allem jenen Kubanern einen Anstoss gegeben, die auf der Suche nach einem Sinn im Leben sind.

Vereinigte Staaten

Der Besuch von Papst Johannes Paul II. in Saint Loius wird live im Internet übertragen. Die Auftritte werden am 25. und 27. Januar in Zusammenarbeit mit dem Digital Broadcasting Network übertragen.

 

 

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Mittwoch:" Römische Woche"

Donnerstag:"Kreuzfeuer"

Freitag:"Prisma-Magazin"

Samstag:" Mit dem Papst in Mexiko"

Post:Radio Vatikan-sezione tedesca,I-00120 Citta del Vaticano

E-Mail:DEUTSCH@VATIRADIO.VA

Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Samstag,23.01.1999