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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Sonntag, 10. Janaur bis Mittwoch, 13. Januar 1999.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat am 11.01. die beim Apostolischen Stuhl akkreditierten Diplomaten empfangen. In seiner Ansprache an die Botschafter aus aller Welt ging er auf die Krisenherde der verschiedenen Kontinente ein. Gleichzeitig betonte er, die internationale Staatengemeinschaft habe an diesem Jahresanfang ohne Zweifel auch Gründe zur Freude. In Europa erinnerte Johannes Paul II. besonders an Irland, wo das Karfreitagsabkommen die Grundlage für den lang erwarteten Frieden gelegt hat. Auch im Baskenland sei ein Ende der blinden Gewalt in Sicht, das die Entwicklung hin zur Normalisierung ermögliche, so der Papst.

Der Übergang zur gemeinsamen Währung und die Osterweiterung bieten eine historische Chance für Europa. Die Nationen Europas müssten ihre Geschichte mit einem gemeinsamen Vorhaben versöhnen, in dem alle einander als gleichberechtigte Partner respektieren. Den christlichen Kirchen komme dabei eine entscheidende Rolle zu. Trotz positiver Schritte sei die Kultur des Friedens aber noch weit entfernt davon, überall verbreitet zu sein.

An Problemfeldern nannte der Papst den Balkan, insbesondere Kosowo. In vielen Ländern Afrikas herrsche Krieg oder Spannung. Leider würden immer noch Waffen zur Durchsetzung von politischen Zielen eingesetzt. Negativ bewertete der Papst auch das Streben einiger Staaten nach Atomwaffen.

Papst Johannes Paul II. hat am 10.01. rund 20 Kindern das Sakrament der Taufe gespendet. Seiner Tradition folgend wollte er so am Fest der Taufe Christi in der Sixtinischen Kapelle des Vatikan alle Christen daran erinnern, dass sie einmal auf diese Weise den Heiligen Geist erhalten hatten. Die Neugetauften sollten mutige Zeugen des Glaubens werden, wünschte der Papst in seiner Predigt. Bei der Angelusansprache auf dem Petersplatz machte der Papst darauf aufmerksam, dass bei der Taufe Jesu am Jordan in gewisser Weise schon das Geheimnis der Dreifaltigkeit Gottes geoffenbart worden sei. Denn Gott, der Vater, habe durch den Heiligen Geist in Form einer Taube Christus als seinen geliebten Sohn bezeugt. Zum Schluss ergänzte der Papst noch: Durch die Taufe hätten alle Christen eine unvergleichliche Würde. Dies verlange auch ein entsprechendes Leben von ihnen.

Papst Johannes Paul II. hat den italienischen Kurienkardinal, Pio Laghi, zum Kardinal- Protodiakon ernannt. Nach einem Konklave hat der Kardinaldiakon das Recht, den Namen des Neugewählten bekanntzugeben.

Ein Symposion zur Vorbereitung der zweiten europäischen Bischofssynode tagt seit dem 11.01. im Vatikan. Es steht unter dem Motto "Christus als Quelle für eine neue europäische Kultur an der Schwelle zum zweiten Jahrtausend". Die Synode soll im Herbst stattfinden.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Die Abtreibungspille RU 486 wirbelt in diesen Tagen noch einmal die ganze Frage nach dem Schwangerschaftsabbruch und seiner Strafbarkeit auf. Nach katholischen Oberhirten haben sich jetzt auch mehrere evangelische Bischöfe zu Wort gemeldet. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Manfred Kock, erinnerte daran, dass Schwangerschaftsabbruch ein Tötungsvorgang ist, auch wenn die Gründe dafür noch so einleuchtend und überzeugend seien. Der evangelische Berliner Bischof, Wolfgang Huber, warnte im Rundfunk davor, dass Schwangerschaftsabbruch zu einem Mittel der Familienplanung werden könnte. Ebenfalls zu Wort meldete sich der katholische Speyerer Bischof, Anton Schlembach. In einem Zeitungsinterview betonte Schlembach, dürfe RU 486 nicht als Medikament bezeichnet werden. Diese Benennung suggeriert, dass Schwangerschaft eine Krankheit, das ungeborene Kind ein Krankheitsfall beziehungsweise eine Krankheitsursache ist, so der Bischof. Der katholische Moraltheologe, Eberhard Schockenhoff, bezeichnete indessen RU 486 als eindeutiges Tötungsmittel.

Artikel Schlembach unter http://www.kath.de/bistum/speyer
Artikel Lehmann unter http://www.kath.de/bistum/mainz

Deutschland

Die katholische Arbeitsgruppe zur Frage der Schwangerenberatung im staatlichen System ist am 11.01. vermutlich zum letzten Mal zusammengetreten. Der bei dem Berliner Treffen verfasste Abschlussbericht soll den Bischöfen im Februar vorgelegt werden. Die von Bischof Karl Lehmann geleitete Gruppe soll nach Alternativen zur Ausstellung von Beratungsscheinen suchen.

Deutschland

CDU und CSU haben den familienpolitischen Forderungen der Bischofskonferenz ihre Unterstützung zugesagt. Sie teilen die Einschätzung der Bischöfe, dass Ehe und Familie zentrale Elemente der Gesellschaft seien, hiess es zur Begründung.

Schweiz

Für die Organtransplantation haben sich die schweizer Kirchen ausgeprochen. Im Hinblick auf das bevorstehende Referendum über die Aufnahme eines Regelparagraphen in die schweizer Verfassung haben die katholische Kirche in der Schweiz, sowie ihre protestantischen Schwesterkirchen zu verstärkten Organspenden aufgerufen.

Deutschland

Die Kinderbibel von "Kirche in Not" feiert ihren zwanzigsten Geburtstag. Wie das Hilfswerk mitteilte, wurden 30 Millionen der Bücher gedruckt. Übersetzt wurden sie in einhundert zum Teil recht seltene Sprachen, wie in den chilenischen Indianerdialekt, ins Punjabi für Indien oder ins Chichewa für Mozambique.

E U R O P A

Grossbritannien

Die Sunday Times von London hat jetzt von einem Geheimtreffen der Spitzen der anglikanischen Kirche mit Vertreter anderer christlicher Gemeinschaften Ende November berichtet. Dabei sei es um die Frage gegangen, ob die anglikanische Kirche sich aus ihren rechtlichen Bindungen zum Staat Grossbritannien zurückziehen solle. In diesem Fall würde sich die anglikanische Kirche den anderen annähern, schreibt die Zeitung.

Russland

In Sibirien nimmt demnächst eine Eisenbahnkirche ihren Dienst auf. Wie jetzt aus Moskau gemeldet wird, wurde ein Waggon zum Kirchenraum umgebaut, in dem der Gottesdienst gefeiert werden soll und in den ab März orthodoxe Gläubige ihre Ehen schliessen und ihre Kinder zur Taufe bringen können. Der Eisenbahnwagen wird an zentralen Orten dafür Halt machen und den Gläubigen die Möglichkeit geben, die Sakramente zu emfangen.

Belgien

In dem Beneluxstaat dürfen menschliche Embryonen möglicherweise bald zu Forschungszwecken produziert werden. Das meldeten belgische Zeitungen am 11.01. unter Berufung auf Mitarbeiter des Forschungsministeriums. Schon jetzt darf die Wissenschaft überzählige Embryonen verwenden, die bei der künstlichen Befruchtung entstanden sind. Mit der neuen Gesetzesvorlage würde Belgien zum ersten europäischen Land, das Ebryonen extra erzeugt.

Frankreich

Justizministerin Guigou hat ein Adoptionsrecht für homosexuelle Paare ausgeschlossen. Wie die Brüsseler Tageszeitung Le Soir am 11.01. berichtete, werde auch die Verabschiedung des Gleichstellungsgesetzes nichts daran ändern.

Frankreich

Muslimische Mädchen dürfen in französischen Schulen keinen Schleier tragen, denn das symbolisiert ihre Unterordnung unter den Mann. So Innenminister Jean-Pierre Chevenement jetzt zu dem neuen Kopftuchstreit. Er erläuterte man könne Franzose und Muslim sein, aber der Schleier verhindere die Integration in die französische Gesellschaft.

A S I E N

Israel

Der polnische Präsident, Alexander Kwasniewski, hat am 11.01. in Jerusalem angekündigt, dass ein polnisches Gesetz das Vernichtungslager Auschwitz schützen werde. Im Beisein von Premierminister Benjamin Netanjahu sagte er, dass ein solches Gesetz schon in den nächsten Monaten verabschiedet werde. Kwasniewski reagierte damit auf die jüdische Forderung, das Konzentrationslager in seinem ursprüglichen Zustand zu belassen und dort aufgestellte Kreuze wieder zu entfernen.

Saudi-Arabien

Rund 2 Millionen Moslems sind am 13.01. in der Heiligen Stadt Mekka zusammengekommen. Sie feiern die letzte Woche des Fastenmonats Ramadan und die Übergabe des Koran an den Propheten Mohammed im Jahre 610.

Jordanien

Seit dem 13.01. können junge Christen auch an öffentlichen Schulen Bibelunterricht erhalten. Rund drei Prozent der Bevölkerung Jordaniens sind Christen. Bisher wurde Bibelunterricht für sie nur an Privatschulen angeboten.

Indien

Im Bundesstaat Gujarat ist am 11.01. wieder eine Kirche von fanatischen Hindus angegriffen worden. Nach Ansicht von Kirchenkreisen war der Besuch von Premierminister Atal Vajpayee am 10.01. in der Region eher kontraproduktiv. Vaypayee hatte in der betroffenen Region eine exemplarische Bestrafung der Gewalttäter gefordert. Anschliessend hatte er vor der Presse erklärt, er sei schockiert gewesen, über das, was er gesehen und gehört habe. Der Sprecher des christlichen Forums erklärte indes, die Gewalttaten gegen Christen und Kirchen würden voraussichtlich weitergehen. Derweil meldete sich jetzt auch die internationale Staatengemeinschaft zu Wort. Mit "Besorgnis" nehme man die Ereignisse zur Kenntnis, heisst es. Im Auswärtigen Amt in Bonn hiess es auf Nachfrage:" Die Vorfälle werden intensiv und mit Problembewusstsein in alle Überlegungen beim Dialog mit Indien einbezogen." Inwieweit die Ereignisse auch Gegenstand des Treffens zwischen Bundeskanzler Schröder und dem indischen Regierungschef Vajpayee sein werden,wollte das Auswärtige Amt noch nicht mitteilen. Der indische Premierminister wird am 8. Februar in Bonn erwartet.

China

Der Religionsbeauftragte der Regierung hat jetzt in Peking das US-amerikanische Gesetz gegen Religionsverfolgung heftig kritisiert. Am Vorabend der Wiederaufnahme der chinesisch-amerikanischen Gespräche über Menschenrechte verurteilte der Regierungsvertreter das Gesetz,nach dem Staaten wirtschaftlich gestraft werden können,wenn sie die Religionsfreiheit einschränken. Peking widersetze sich energisch jeder Einmischung von aussen, hiess es.

Philippinen

Das Militär hat jetzt die 200 ausländischen Missionare auf Mindanao davor gewarnt, dass der Kampf der fanatischen Muslime nach dem Ramadan gegen sie mit grösserer Gewalt ausbrechen könne.

Die Rebellengruppe Abu Sayaf habe aus Rache für den Tod ihres Anführers bereits Entführungen und Angriffe angekündigt. Es handle sich um auch um Anschläge auf Kirchen, Geschäfte, Kinos und andere Einrichtungen auf ganz Mindanao.

A F R I K A

Sierra Leone

Der Krieg um die Macht spitzt sich nach Angaben des Missionsnachrichtendienstes MISNA weiter zu. Hunderte von ECOMOG-Soldaten seien im Land eingetroffen um erneut in die Auseinandersetzungen zwischen Rebellen und Regierungstruppen einzugreifen. Die am 11.01. entführten italienischen Priester seien ins Hauptquartier der Rebellenarmee gebracht worden, wo sich bereits ein vor zwei Monaten entführter Missionar aufhalte. Indessen weist auch das UN-Kinderhilfswerk UNICEF auf die Lage in Sierra Leone hin, wo derzeit Tausende von Kindern zwangsrekrutiert würden.

A M E R I K A

Guatemala

Nach 36 Jahren Bürgerkrieg haben sich US-amerikanische Wissenschaftler daran gemacht herauszufinden, wer für die unzähligen Toten verantwortlich ist. Nach Abschluss der Untersuchungen ist man zu dem Ergebnis gekommen, dass die Regierung Guatemalas fast 97 Prozent der Todesopfer zu verantworten hat. Das ist das Ergebnis einer Studie, die am 11.01. veröffentlicht wurde.

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Mittwoch:" Römische Woche"

Donnerstag:"Kreuz des Südens"

Freitag:"Prisma-Magazin"

Samstag:" Wochenkommentar" und "Sonntagsbetrachtung"

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:
Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen
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Redaktion dieser Ausgabe : Eva Rohrmann

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Samstag,15.01.1999