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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen ! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Donnerstag, 24. Dezember bis Samstag, 26. Dezember 1998.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat in seiner Weihnachtsbotschaft die Hoffnung ausgesprochen, daß die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus dazu helfe, die Konflikte und Spannungen in aller Welt zu überwinden. Ausdrücklich verurteilte er vor Zehntausenden von Pilgern und Besuchern Waffenhandel und Todesstrafe, Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen, Völkermord und Kriegsverbrechen sowie die Zerstörung der Umwelt. Ausgehend von der ewigen Sehnsucht des Menschen nach Gott erinnerte er an die Verheißung eines Erlösers schon im Alten Bund. In der Nacht von Bethlehem sei der Retter aller Menschen dann gekommen. Der Jubelgesang der Engel setze sich in den Weihnachtsliedern in allen Völkern fort. Die Geburt des Erlösers sei in die Herzen vieler Völker eingedrungen, die jetzt nach Bethlehem schauen. Johannes Paul II. sprach die Hoffnung aus, daß das Weihnachtsfest allen Mut mache, die sich um einen Frieden im Nahen Osten bemühen. Er erinnerte ausdrücklich daran, das die Vereinten Nationen den Geburtsort Jesu im Jubiläumsjahr 2000 fördern wollen. Dabei müßten die internationalen Verpflichtungen eingehalten werden.
Am Ende der Ansprache wünschte der Papst frohe und gesegnete Weihnachten in 58 Sprachen und erteilte den Segen Urbi et Orbi, für die Stadt Rom und den ganzen Erdkreis. Nach dem Segen grüßte der Papst die Teilnehmer an der Anti-Todesstrafe-Demonstration und sprach seine Sympathie für das Volk der Kurden aus.
In der Mitternachtsmette hatte der Papst darauf hingewiesen, daß in genau einem Jahr das Heilige Jahr 2000 durch die Öffnung der Heiligen Pforte am Petersdom eröffnet wird.

Papst Johannes Paul II. hat am 26.12. der verfolgten Christen in aller Welt gedacht. Auch heute noch seien viele Menschen wegen ihres Glaubens "harten Prüfungen" unterworfen, so der Papst am Stefanstag beim Agelusgebet. Anschliessend begab sich Johannes Paul II. per Hubschrauber zu seinem Sommersitz, Castel Gandolfo, wo er sich zum Jahresende aufhalten wird.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Bischof Karl Lehmann hat in seiner Weihnachtsansprache in Mainz alle Deutschen gebeten, Barmherzigkeit zu pflegen. Der Mensch werde rücksichtslos, wenn er sich nicht barmherzig zeige gegen Kinder und Schwache, gegen arme und kranke Menschen. Vorher hatte Lehmann im Rundfunk davor gewarnt,dass die Gesellschaft weiterhin absacke, wenn die Christen sich nicht um eine geistige Offensive bemühten. Lehmann kritisierte aber auch das-wie er sagte- ungesunde Übergewicht an institutionellen Vollmachten in der Kirche. Gleichzeitig bedauerte er, dass die Kirche die gesellschaftliche Grosswetterlage in Deutschland kaum werde beeinflussen können.

E U R O P A

Kroatien

Der Erzbischof von Zagreb, Josip Bozanic, hat in seiner Weihnachtsbotschaft die kroatischen Politiker und Machthaber heftig kritisiert. Bei ihnen herrschten noch kommunistische Verhaltensweisen und Methoden. Nötig sei es heute, eine echte Zivilisation der Liebe aufzubauen. Der Kirchenmann wandte sich in seiner Botschaft nicht nur an die Katholiken , sondern an alle Kroaten. Das Übel der Gesellschaft sei die Korruption. Es gebe eine Krise der gegenwärtigen Gesellschaft. Bozanic räumte ein, dass es nicht Aufgabe der Kirche sei,Politik zu machen, aber sie wolle den Politikern ethische Prinzipien in Erinnerung rufen, die Grundlage für das Zusammenleben seien. So Erzbischof Bozanic in seiner Weihnachtsbotschaft.

Bosnien-Herzegowina

Der Erzbischof von Sarajevo, Kardinal Vinko Puljic, hat in seiner Weihnachtsbotschaft , die kroatischen Parteien ermahnt, die Rückkehr der Flüchtlinge nicht zu behindern. Vor allem die kroatische Regierungspartei,HDZ, verwehre sowohl muslimischen als auch orthodoxen Kriegsflüchtlingen die Rückkehr in ihre Heimat.

Bosnien-Herzegowina

Der Bischof von Mostar,Ratko Peric, hat die kroatischen Angeklagten vor dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag jetzt mit dem gekreuzigten Chrsitus verglichen. In seiner Weihnachtspredigt sagte der Oberhirte, der Prozess gegen bosnische Kroaten , denen Kriegsverbrechen vorgeworfen werden, sei der peinlichste Vorfall in der Geschichte des Christentums. Peric verlas eine Botschaft der Angeklagten.

Italien

Ein katholischer Priester auf Sardinien ist am 24.12. von Unbekannten erschossen worden. Der Geistliche war vor seiner Weihe Politiker bei den italienischen Christdemokraten gewesen. Er hatte sich vehement gegen Gewalt und Entführungen auf der Insel eingesetzt. Die Ermittler in dem Mordfall gehen von einem Racheakt aus.

Italien

Staatspräsident Oscar Luigi Scalfaro hat jetzt die Gastfreundschaft gegenüber Ausländern bekräftigt. Beim traditionellen Weihnachtsessen für die Armen in der Kirche Santa Maria in Trastevere sagte Scalfaro am 25.12., Italien freue sich über die Anwesenheit ausländischer Gäste im Land. Organisator des Essens war die römische Basisgemeinschaft Sant'Egidio.

Italien

Zum ökumenischen Taize-Treffen in Mailand werden in diesem Jahr rund 100.000 Jugendliche aus ganz Europa erwartet. Die Veranstaltung dauert vom 28.12. bis zum Neujahrstag. Im Mittelpunkt des Treffens stehen das Gebet und Gespräche über die Spiritualität. Auch der Gründer der französischen Taize-Gemeinschaft, Roger Schütz, wird in Mailand anwesend sein.

Grossbritannien

Der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, Kardinal Basil Hume, hat einen Strafprozess gegen den ehemaligen chilenischen Diktator, Augusto Pinochet, gefordert. Im Fall Pinochet stünden wichtige moralische Prinzipien auf dem Spiel, so Hume gegenüber der spanischen Nachrichtenagentur EFE am 24.12. .

Die Entscheidung der Lordrichter, das Auslieferungsverfahren gegen Pinochet noch einmal zu überprüfen, kommentierte Hume nicht.

A S I E N

Israel

Mit einer traditionellen Weihnachtsprozession haben die Bewohner von Bethlehem am 25.12. die Gründung eines Palästinenserstaates gefordert. Das Motto der Veranstaltung lautete " Ein palästinensischer Staat ist ein Anrecht, kein Geschenk" . Der lateinische Patriarch von Jerusalem, Michel Sabbah, hatte seine Landsleute bei der Messe am Heiligen Abend in der Bethlehemer Geburtskirche dazu aufgerufen,für die gefangenen Palästinenser zu beten. Ferner ersuchte er sie um das Gebet für die Menschen im Irak, die immer noch schwer geprüft würden. Unter den rund 1000 Gottesdienstteilnehmern befand sich auch der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde, Yassir Arafat, mit seiner christlichen Frau.

Indien

Im Amtssitz der Bischofskonferenz in Neu Delhi haben Vertreter der katholischen Kirche des Landes und der bedeutensten Hindu-Parteien Indiens, zum ersten Mal über ihre gemeinsamen Probleme gesprochen. Dabei standen die sich häufenden Angriffe fanatischer Hindus auf Christen und kirchliche Eirichtungen an erster Stelle. In einem gemeinsamen Schlusskommunique drückten die Gesprächspartner ihre Besorgnis über die Vorfälle aus und beschlossen, bei weiteren Treffen nach Möglichkeiten zur Lösung der dringlichsten interreligiösen Probleme zu suchen.

Indonesien

Die christlichen Kirchen des Landes haben sich jetzt zusammengetan und rufen in ihrer Weihnachtsbotschaft zu religiöser Toleranz auf. In einer gemeinsamen Erklärung ermutigen sie die verschiedenen religiösen Gruppen zu einem friedlichen Umgang miteinander. Solidarität - ungeachtet der Herkunft oder der religiösen Zugehörigkeit, so lautet die Weihnachtsbotschaft. In den letzten Monaten hatte es immer wieder schwere Ausschreitungen verschiedener religiöser Gruppierungen gegeben. Die Gewalt richtete sich besonders gegen Christen. Das Weihnachtsfest der christlichen Mindherheit fand deshalb in diesem Jahr unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. Die Gemeinden feierten ihre Messen am Heiligabend früher als gewohnt. Die Christmetten fielen aus. Eine der Ursachen ist die äusserst angespannte wirtschaftliche Lage. Indonesien befindet sich in einer der schwersten Wirtschaftkrisen seit drei Jahrzehnten. In ihrer Weihnachtsbotschaft riefen die Kirchenvertreter dazu auf, endlich die Korruption im Land zu bekämpfen und die Reformpolitik von Präsident Habibie zu unterstützen.

Indonesien

Rund 100 Regierungsgegner haben jetzt eine muslimische Gebetsstunde für die Toten der Studentenunruhen im November gehalten. Die Veranstaltung war die erste ihrer Art seit Beginn des Ramadan in der vergangenen Woche. Während des Fastenmonats wollen die Aktivisten auf politische Kundgebungen verzichten.

Südkorea

Die katholische Kirche fordert ein Ende der Klonexperimente mit menschlichem Erbgut. Der Sekretär der bischöflichen Kommission für Familienpastoral erklärte jetzt gegenüber der Presse, die Klonforschung bedrohe die Menschheit. Hintergrund der Äusserungen waren Meldungen von Mitte Dezember, nach denen Forscher der Universitätsklinik Seoul, einen menschlichen Embryo geklont hatten.

Osttimor

Der Bischof von Dili, Carlos Belo, hat ein Treffen mit dem indonesichen Präsident Habibie abgelehnt. In dem Gespräch sollte es um die Politik Habibies und die Friedensbemühungen gehen. Zur Begründung heisst es, die Regierung sei nicht auf die bereits im Juni gestellten Bedingungen eingegangen. So lange dies nicht der Fall ist, so Belo,sieht er keinen Grund für ein Treffen in Jakarta.

A M E R I K A

Paraguay

Die Bischöfe rufen zur Verfassungstreue auf. In einem am 23.12. veröffentlichten Hirtenbrief mit dem Titel" Mit Wahrheit und Freiheit ins Dritte Jahrtausend" warnen die Oberhirten vor einer Aushöhlung des Rechtsstaates. Die Bürger sollten sich wehren gegen Politiker, die Konflikte gewaltsam lösen wollten. Wichtig sei das friedliche Zusammenleben aller Paraguayaner. Hintergrund des Hirtenwortes ist die politische Krise um den Putchisten, General Livio Oviedo. Er war im August durch ein Dekret des Präsidenten aus dem Gefängnis entlassen worden. Das Oberste Gericht verlangt, bisher erfolglos, eine Wiedereinhaftierung Oviedos.

Chile

An Weihnachten haben keine Messen für den ehemaligen Diktator , Augusto Pinochet, stattgefunden. Wie aus Grossbritannien verlautete, sollte Pinochet nicht an einem öffentlichen Weihnachtsgottesdienst teilnehmen. Ein Londoner Gericht hatte am 23.12. entschieden,der unter Hausarrest stehende General dürfte sein Domizil nur zur medizinischen Behandlung verlassen. Ein katholischer Priester könne jedoch eine Hausmesse für ihn feiern. Derweil hat der Erzbischof von Santiago, Francisco Errazuriz, Gerüchte dementiert, seine Diözese werde mit speziellen Eucharistiefeiern eine Freilissung Pinochtes fordern. Er rief aber zum Gebet für den ehemaligen Diktator auf. Entgegen vorheriger Ankündigungen erklärte Errazuriz in seiner Weihnachtspredigt, der unter Hausarrest stehende Pinochet brauche das Gebet der Gläubigen. In Anspielung auf die Spaltung der chilenischen Gesellschaft im Fall Pinochet sagte Errazuriz,alles andere als Vergebung zu fordern sei - so wörtlich - "unchristlich".

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Samstag:" Weihnachtliches Magazin"

Sonntag:" Sie schreiben-wir antworten"

Montag:" Weltkichen-Magazin"

Dienstag:" Kommentar zum Jahresschluss" von P. Eberhand von Gemmingen

Mittwoch:" Römische Woche"

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Mittwoch,30.12.1998