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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Sonntag, 20. Dezember bis Mittwoch, 23. Dezember 1998.

V A T I K A N

Mit scharfen Worten hat Papst Johannes Paul II. beim sonntäglichen Angelusgebet am 20.12. die amerikanisch-britischen Militärschläge gegen den Irak verurteilt. Angesichts dieses Dramas könne niemand gleichgültig bleiben. Der leidenden Bevölkerung des Nahost-Staates sprach er seine Solidarität aus. Ebenfalls beim Angelusgebet hat der Papst sich erneut für den Weihnachtsbaum bedankt, der in diesem Jahr aus dem Schwarzwald kommt. Die Kurstadt Bad Säckingen stiftete am 19.12. die 26- Meter hohe Fichte für den Vatikan. Zuvor hatte das Kirchenoberhaupt davor gewarnt, nur die äusserlichen Aspekte des Weihnachfestes zu beachten. Es dürfe nicht auf einen folkloristischen Akt reduziert werden. Vielmehr müsse man die Wahrheit der Menschwerdung Gottes immer wieder neu erkennen.

Menschenrechte wie die Religionsfreiheit standen am 21.12. im Zentrum einer Ansprache, die der Papst an den neuen bulgarischen Botschafter beim Apostolischen Stuhl gehalten hat. Zwischen dem Apostolischen Stuhl und dem früheren Ostblockland bestehen seit langem gute Beziehungen. Das betonte der Papst, als er vorsichtig die Rechte der katholischen Minderheit in Bulgarien einforderte. Die Katholiken seien eine kleine ,aber tief in der bulgarischen Gesellschaft verwurzelte Minderheit, die den Wunsch habe, sich auch im öffentlichen Leben zu engagieren.

Papst Johannes Paul II. hat am 21. 12. mit dem Nuntius in Österreich, Donato Squicciarini, über die aktuelle Situation in dem Alpenland gesprochen. Einzelheiten der Unterredung wurden nicht beaknnt. Dem Vernehmen nach ging es jedoch um die jüngsten Spannungen in der österreichischen Bischofskonferenz.

Papst Johannes Paul II. hat am 21.12. ein Wunder offiziell anerkannt, das auf die Fürbitte des bekannten italienischen Kapuzinerpaters, Padre Pio, zurückgeführt wird. Im Mai kommenden Jahres soll der Glaubenszeuge nun seliggesprochen werden. Im Rahmen einer Zeremonie wurden weitere Martyrien, Wunder und die herausragende christliche Lebensweise von verschiedenen Kandidaten auf Selig-und Heiligsprechung bestätigt.

Papst Johannes Paul II. hat am 22.12. traditionsgemäss die höchsten Mitarbeiter im Vatikan zu einer Vorweihnachtsaudienz empfangen. Dabei erinnerte er an einige ,unter kirchlichem Gesichtspunkt, herausragende Ereignisse des vergangenen Jahres.

Fast zwei Millionen Gläubige haben dieses Jahr an Feierlichkeiten in Rom mit dem Papst teilgenommen. Den Zahlen der Päpstlichen Präfektur zufolge,nahmen beinahe 700.000 an den Generalaudienzen teil. Bei Sonderaudienzen empfing der Heilige Vater über 500.000 Pilger und zu Messen auf dem Petersplatz versammelten sich fast 800.000 Personen.

Der Apostolische Stuhl hat einen Antrag auf Übernahme des Euro gestellt. Wie dazu am 22.12. ein Vatikansprecher mitteilte, habe das Währungskomitee der EU erklärt, der Vatikan könne ebenso wie die Republik San Marino eigene Euromünzen bekommen,die aber in Italien geprägt werden sollten.

1998 sind weltweit 37 Missionare, darunter 15 Ordensfrauen, umgebracht worden. Dies gab jetzt die Vatikanmissionskongregation bekannt. Die Mehrheit der Ermordeten stammt aus den afrikanischen, asiatischen und lateinamerikanischen Kirchen.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Karl Lehmann, hat sich entschieden gegen die Einführung der Abtreibungspille RU 486 in Deutschland ausgesprochen. Mit dieser Pille werde die Tötung von ungeborenem Leben in einer gefährlichen Weise verharmlost, so Lehmann in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Lehmann kritisierte Meldungen, denen zufolge die Abtreibungspille die schonendste Methode des Schwangerschaftsabbruchs sei. Heftige Kritik an der Haltung der katholischen Kirche zur Abtreibungspille RU 468 kam hingegen von prominenten Sozialdemokratinnen. Die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen, Karin Junker, warf Bischof Lehmann ein rückständiges Frauenbild und Engstirnigkeit vor. Keine Frau mache sich einen Schwangerschaftsabbruch leicht. Wer sich jedoch für eine Abtreibung entschieden habe, müsse die Auswahl unter den medizinisch verantwortbaren Methoden haben, so Junker am 22.12. in Bonn. Unterdessen meldete sich auch Frauen-und Familienministerin Christine Bergmann zu Wort. Am 22.12. lehnte sie jede Diskussion mit der Kirche über die Einführung der Abtreibungspille RU 468 ab. Gegenüber verschiedenen Nachrichtensendern erklärte Bergmann, sie wisse nicht, was es hierbei zu diskutieren gebe.

Deutschland

Schwangerschaftsabbruch ist rechtswirdig, auch wenn er nicht bestraft wird. Daran hat Bischof Franz Kamphaus am 23.12. die hessische Frauen-und Sozialministerin, Barbara Stolterfoht, erinnert. Er reagiert damit auf die Forderung , Abtreibungswilligen freizustellen , wie sie den Abbruch vornehmen lassen wollen. Die Ministerin-so Kamphaus-scheint vergessen zu haben , dass nach den Feststellungen des Bundesverfassungsgerichts jeder Schwangerschaftsabbruch Tötung eines Menschen ist. Menschliches Leben sei nach der Verfassung unantastbar. Nach Ansicht der Politikerin gibt es in Deutschland ein Recht auf Abtreibung. Stolterfoht hatte die Kirche scharf wegen ihrer Einwände gegen die Abtraibungspille RU 468 angegriffen.

Deutschland

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat am 22.12. über hundert Sternsinger aus allen 27 katholischen Bistümern empfangen. Die Jugendlichen waren stellvertretend für die insgesamt 500.000 Sternsinger erschienen, die 28.12. mit ihrer Sammelaktion beginnen. Das Geld kommt armen,kranken und hungerleidenden Kindern in der Welt zugute. Die Sternsingeraktion ist ein Gemeinschaftsprojekt des Päpstlichen Kondermissionswerkes und der Deutschen Katholischen Jugend.

Deutschland

Die missionierenden Orden haben im Jahr 1997 rund 220 Millionen DM eingenommen und fast ebensoviel ausgegeben. Die Einnahmen seien um 1,3 Prozentz gestiegen. Das wurde nach der Jahresversammlung des deutschen katholischen Missionsrates bekanntgegeben.

Deutschland

Der bisherige Pfarrer von Oberammergau, Franz Dietl,ist von Papst Johannes Paul II. zum neuen Weihbischof in München bestellt worden. Gleichzeitig nahm der Papst das Rücktrittgesuch von Weihbischof Franz Schwarzenböck an, der aus Altersgründen um Ablösung gebeten hatte.

Österreich

Der Konflikt in der Kirche des Landes sorgt weiterhin für Schlagzeilen. In einem Artikel in der Wiener Kirchenzeitung betonte der Wiener Erzbischof, Christoph Schönborn, man solle die Probelme nicht aus der Kirche hinaustragen. Er versucht jetzt erneut die Wogen zu glätten. Man müsse wieder lernen, Konflikte offen und ehrlich auszutragen-und das trotz der modernen Mediengesellschaft. Diese Bemerkung gilt als Hinweis auf die wichtige Rolle der Massenmedien im Konflikt der vergangenen Wochen.

 

Österreich

Erstmals ist am 19.12. der Pro Humanitate Preis für Frieden, Gerechtigkeit und Toleranz vergeben worden. Die Auszeichnung ging an den Wiener Alterzbischof, Kardinal Franz König, den Leiter des jüdischen Dokumentationszentrums, Simon Wiesenthal und einen türkischen Kinderarzt und Gesundheitspolitiker. Der deutsche Bundespräsident, Roman Herzog,erinnerte in seinem Festvortrag daran, wie die Wissenschaft in der NS-Zeit auf vielfache Weise

für politische Zwecke missbraucht worden sei.

 

E U R O P A

 

Nordirland

Rund 5.000 Mitglieder der protestantischen Oranier-Ordens haben am 2o.12. an einem Marsch in Portadown teilgenommen. Der Marsch verlief in spannungsreicher Atmosphäre, aber ohne grosse Zwischenfälle . Am 18.12. hatten sich die grossen protesantischen und katholischen Parteien des Landes nach langen Verhandlungen auf die Zusammensetzung der im Karfreitags-Abkommen festgeschriebenen Regionalverwaltung geeinigt.

Italien

Die internationale Vereinigung der Vegetarianer hat Ppast Johannes Paul II. gebeten,in Zukunft auf den Genuss von Fleisch zu verzichten und so ein Zeichen für die ganze Welt zu setzen. Der Vorsitzende der Organisation "Ethische Behandlung von Tieren" schreibt an den Papst , Genuss von Fleisch verhöhne das Wort Gottes. Der Brief beruft sich auf das Weltkatechismus. In ihm heisse es, dass es unsittlich sei,Tieren unnötig Schmerz zuzufügen, was beim Schlachten geschehe.

Italien

Zehntausende Schüler und Studenten haben am 19.12. in Rom friedlich gegen die geplante staatliche Unterstützung von Privatschulen demonstriert. Die Regierung unter dem früheren Kommunisten D'Alema ist uneins über die Einführung von Subventionen für katholische und andere Privatschulen. D'Alema hatte der Kirche eine solche Unterstützung angekündigt, als er vor wenigen Monate sein Amt antrat. Katholische Kreise hatten die Regierungsbildung durch den Postkommunisten kritisiert.

Kroatien

Der Erzbischof von Zagreb, Josip Bosanic, hat das Wiederaufleben kommunistischer Regierungsmethoden in seinem Land beklagt. In seiner Weihnachtsansprache warf er den Sicherheitskräften des Landes Machtmissbrauch vor. Dabei kritisierte er politische Gruppierungen in deren Interesse der innere Frieden Kroatiens gefährdet werde.

A S I E N

Irak

Am 31. Dezember findet in Bagdad ein interreligiöses Fest statt. An ihm sollen Kinder katholischerl, chaldäischer,sunnitischer und schiitischer Familien teilnehmen. Ziel der Feiern ist das gegenseitige Verstehen über die Grenzen der eigenen Religion

hinaus.

Irak

Ein französischer Ordensmann, Jean-Marie Benjamin, hat jetzt Bilder von schwerstverwundeten Kindern und Erwachsenen aus Bagdad veröffentlicht. Nach seinen Angaben hat das westliche Fernsehen bisher den falschen Eindruck vermittelt, bei dem jüngsten Angriff seien nur wenige Zivilisten verletzt worden. Es seien apokalyptische Bilder gewesen.

Libanon

Der maronitische Patriarch, Nasrallah Sfeir, hat jetzt die US-amerikanischen Angriffe gegen den Irak scharf verurteilt. Er schloss sich damit Sprechern der Muslime und politischen Führern an. Der Oberste Mufti des Libanon sprach von amerikanischem Terrorismus, der alle menschliche Werte und internationalen Rechte bewusst zerstöre.

Israel

In einem Kibbutz fand in diesen Tagen eine theologische Begegnung zwischen Judentum und christlicher Orthodoxie statt. Das bereits vierte Treffen dieser Art zeigte, dass beide Glaubensgemeinschaften sich auch in religiösen Fragen nahe stehen. Unter der Schirmherrschaft des internationalen jüdischen Komitees für Interreligiöse Begegnungen und dem Schweizer Orthodoxen Zentrum diskutierten rund 40 Teilnehmer Themen von beiderseitigem Interesse. Als möglicher Grund für diese Nähe zwischen den Glaubensgemeischaften gilt, dass sich die griechische Kirche ihrer jüdischen Wurzeln immer bewusst geblieben ist, die westlichen Kirchen sich aber dem Antijudaismus öffneten.

Israel

Der lateinische Patriarch von Jerusalem, Michel Sabbah, bedauert in seiner Weihnachtsbotschaft die Bedrohung des Friedens. Der Friedensprozess sei durch die israelisch-palästinensischen Auseiandersetzungen und den Konflikt im Irak schwer gestört. Sabbah,vertrat zusätzlich die Ansicht, wenn Israel den Palästinensern völlige Freiheit gebe, werde alle Gewalt aufhören. Er kritisierte die Verzögerungsmanöver der Regierung Netanyahu. Insbesondere verurteilte er die muslimischen Fanatiker in Nazareth,die das soziale Gleichgewicht zwischen Christen und Muslime stören wollten. Der Patriarch gab auch seiner Hoffnung Ausdruck , dass die internationale Gemeinschaft Wege findet, das Leid der Menschen im Irak zu erleichtern.

Indonesien

Wie die Presse am 21.12. berichtete, griffen rund 1000 Personen zu Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan drei Kirchen, eine Klinik und mehrere Wohnungen von Christen an. Erst durch den Einsatz von Polizisten und Soldaten konnte der Zerstörung ein Ende gemacht werden. Nach Angaben von Beobachtern wurden die Religionsunruhen bewusst aus machtpolitischen Erwägungen geschürt.

Sri Lanka

Eine interreligiöse Friedensbewegung von Hindus, Buddhisten und Chrsiten will sich in Zukunft für die Beendigung des seit 15 Jahren dauernden blutigen Konflikts zwischen der Regierung und den Tamil-Rebellen einsetzen. Durch eine bevorstehende Massendemonstration in Colombo wollen ihre Mitglieder auch direkten Druck auf die zuständigen Politiker ausüben.

Indien

Regierungschef Atal Vajpayee hat jetzt angekündigt, dass ab Weihnachten ein Jahr Christi begangen werden soll. Vor Anhängern seiner Hindu-Partei erklärte er,das vorwiegend hinduistische Indien habe sich an Christus und seine Botschaft der Liebe und des Opfers zu erinnern.

A M E R I K A

Kuba

In einer Botschaft an die Katholiken der Insel begrüsste die Bischofskonferenz die Wiedereinführung des Weihnachtsfeiertages. Diese Veränderung sei von der gesamten Bevölkerung mit Freude aufgenommen worden. Die Oberhirten betonten in einem am 20.12. in den Kirchen verlesenen Schreiben, dass ihre Kirche seit dem Papstbesuch anfangs des Jahres einen bedeutenden Zuwachs erlebt habe.

Kuba

Die Bewohner der Insel brauchen noch viele Jahre , bis sie die geistliche Bedeutung von Weihnachten wiederentdecken. So die Einschätzung des Erzbischofs von Havanna, Jaime Ortega. Vor Journalisten nannte er die Abschaffung des Christenfestes vor rund 40 Jahren, einen Irrtum der Vergangenheit. Es werde Jahre dauern, bis die Kubaner wieder wissen, dass an Weihnachten die Geburt Jesu Christi gefeirt wird. Indes haben die Behörden den Weihnachtsmann verboten, da er ein Ausdruck US-amerikanischen Imperialismus sei.

Guatemala

Die Bischofskonferenz des Landes hat die Existenz von okkulten Kräften beklagt, die den Verteidigern der Menschenrechte und den Friedensbemühungen feindlich gegenüberstehen. In einer Botschaft kritisierten die Oberhirten die in ihrem Land herrschende Straffreiheit. Die okkulten Kräfte seien auch für den Mord an Weihbischof, Juan Gerardi, verantwortlich. Gerardi hatte vor seinem Tod einen Bericht über die Menschenrechtsverletzungen in seinem Land veröffentlicht. Ein Kirchenvertreter klagte indes erneut die Behörden an, den Mordfall nicht zu untersuchen.

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Mittwoch:" Römische Woche"

Donnerstag:"Das Kindlein von Bethlehem" von Selma Lagerlöf

Freitag:"Weihnachten in Rom"

Samstag:" Weihnachtliches Magazin"

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Samstag,26.12.1998