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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Donnerstag, 17.12. bis Samstag, 19.12.1998.

V A T I K A N

Der Vatikan hat den Bombenangriff vom 16.12. auf die irakische Hauptstadt Bagdad verurteilt und ein sofortiges Ende der Militärschläge gefordert. Die jüngsten Luftangriffe auf Bagdad stärken nach Ansicht von Kurienkardinal, Achille Silvestrini, die Position des Irak anstatt ihr zu schaden. Der Präfekt der Vatikanischen Ortskirchenkongregation forderte ein sofortiges Ende der Bombardierungen. Für den Dialog sei es nicht zu spät. Bereits am 17.12. hatte der Vatikansprecher den amerikanische-britischen Alleingang als "Aggression" bezeichnet.

Kardinalstaatsekretär Angelo Sodano hat erneut die anglo-amerikanischen Luftangriffe auf den Irak als unnötige Aggression scharf verurteilt. In einem Interview gegenüber einer italienischen Tageszeitung warnte er am 19.12. vor negativen Auswirkungen der Bombardaments auf den gesamten Nahen und Mittleren Osten. Und er sicherte den Friedensbemühungen der Vereinten Nationen die Unterstützung des Vatikan zu.

Der katholisch-kaldäische Patriarch, Raphael Bidawid, sprach von einem " unmoralischen" Akt. "Die US-amerikanischen Moralisten die am 16.12. gehandelt haben, haben in Wirklichkeit keine Moral, sie richten sich nur nach dem Gesetz des Stärkeren" so der Kommentar des Patriarchen gegenüber dem Vatikanischen Fides-Dienst.

Papst Johannes Paul II. hat jetzt eine internationale Kultur der Solidarität gefordert. In einer Audienz für die neuen Botschafter aus Guyana, der Mongolei,aus Nigeria und Kirgisistan beim Apostolischen Stuhl betonte der Papst , die weltweite Zusammenarbeit müsse gefördert werden. Nur so könne die Bevölkerung wieder Hoffnung auf eine gerechtere Gesellschaft schöpfen. Zudem verurteilte Johannes Paul II. die weltweiten Verletzungen der Menschenrechte und forderte erneut eine Überprüfung der Auslandsschulden der ärmsten Länder.

Vierzig Fachleute aus aller Welt haben zusammen mit dem Päpstlichen Familienrat in diesen Tagen ein Dokument über die Rechte der Familie erarbeitet. Das Dokument erinnert an die katholischen Grundprinzipien über die Familie. Demnach ist sie für den Staat unantastbar und beruht auf der stabilen Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau. Das Dokument wird in wenigen Tagen an Regierungen und Parlamente, sowie an Diözesen und Nichtregierungsorganisationen verschickt werden.

Der Vizepräsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, Bischof Elio Sgreccia,hat das angebliche Klonen von menschlichen Zellkernen in Südkorea energisch kritisiert. Auch wenn es um die Erzeugung von menschlichem Gewebe für krankhafte oder fehlende Organe gehe,könne man diese Methode niemals billigen. Bei den Klonversuchen handle es sich um eine "Instrumentalisierung der Wissenschaft" die die Menschenwürde leugne, so Bischof Sgreccia am 17.12. vor Journalisten.

Die Kirche muss auch strafen können, das hat jetzt der Präfekt der römischen Glaubenskongregation, Kardinal Joseph Ratzinger,betont. Gerade im Fall von Priestern, die Kinder missbraucht hätten, forderten grosse Teile der Kirche ein härteres Vorgehen, schreibt der Vatikanvertreter in einem Zeitungsartikel. Ratzinger sieht die Bischöfe als wehrlos amgesichts immer grösserer Rechte der Angeklagten. Wo sie um der Gläubigen willen eingreifen müssten,sind ihnen nicht selten die Hände gebunden, so die Botschaft des Kurienkardinals.

Aufgrund einer leichten Form von Grippe musste Papst Johannes Paul II. die für den 18.12. geplanten Audienzen absagen. Unter anderem hätte der Papst den Generalsekretär der Arabischen Liga , Esmat Abdel Meguid, empfangen sollen. Meguid hatte im Vorfeld der Begegnung die Vatikanische Stellungnahme zu den jüngsten Angriffen auf Bagdad gewürdigt. Zusätzlich sprach Meguid seinen Dank für die Bemühungen des Papstes um Völkerverständigung aus und versicherte, die Arabische Liga fördere den Dialog mit dem Christentum.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Vertreter der beiden grossen Kirchen haben gegen Aussagen des Schriftstellers, Martin Walser, zur Selbsttötung protestiert. Es sei im höchsten Grad skandalös, so der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke , wenn Walser es als "einfach wunderbar" bezeichne, wie sich der Autor, Ernest Hemingway, erschossen habe. Eine Entscheidung zur Selbsttötung könne nicht gebilligt werden,so der Kirchenmann.

Deutschland

Die Gewerkschaften wollen bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit enger mit den Kirchen zusammenarbeiten. Der Limburger Bischof Franz Kamphaus fordert die Arbeitnehmervertreter auf,sich stärker auf globale Entwicklungen einzustellen. Einen neuerlichen Sozialgipfel von Gewerkschafts-und Kirchenvertretern hat der IG-Metall-Vorsitzende,Klaus Zwickel, jetzt angeregt. Im Hessischen Fernsehen erklärte er,dabei sollten Themen wie Arbeitslosigkeit und Lehrstellenmangel im Mittelpunkt stehen.

Deutschland

Durch die Bombenangriffe auf Bagdad sind auch mehrere Krankenhäuser zerstört worden. Nur zwei Hospitäler sind noch in der Lage verwundete Zivilisten zu versorgen. Das teilte ein Sprecher von Caritas-International am 18.12. in Freiburg mit. Die Caritas und andere Hilfsorganisationen versuchten,andere Krankenhäuser mit den notwendigen Materialien zu versorgen.

Österreich

Im Wiener Stephansdom wird ertsmals das "Friedenslicht" aus Betlehem erwartet. Das Licht wird bei einer ökumenischen Feier von Pfadfindern übernommen und in mehr als 20 Länder Europas gebracht. Die Aktion "Friedenslicht" soll zu Nächstenliebe und Solidarität ermutigen.

 

E U R O P A

Frankreich

Vertreter der reformierten Kirchen haben jetzt die Heilig-Jahr-Bulle des Papstes kritisiert. Das Dokument, mit dem der Papst das Heilige Jahr 2000 offiziell angekündigt hatte,könne negative Auswirkungen auf die Ökumene haben,schreibt die Reformierte Kirche Frankreichs in einem Kommunique. Sie erinnert daran,dass die Reformation stets gegen ide Vorstellung des Sündenablasses als Resultat menschlicher Taten gewesen sei.

Italien

Die Franziskus-Basilika in Assisi soll Weihnachten nächsten Jahres wiedereröffnet werden. Nach inoffiziellen Angaben wird Papst Johannes Paul II. aus diesem Anlass dort die Messe feiern. Die Basilika wurde im September 1997 ducrh ein Erdbeben beschädigt.

Ungarn

Mit einem Gottesdienst wollen Vertreter aus Staat und Kirche der Verhaftung des ehemaligen Primas von Ungarn, Kardinal Jozsef Mindszenty, gedenken. Der Primas wurde am 26. Dezember,vor 50 Jahren, von den Kommunisten verhaftet und verurteilt. Mindszenty gilt als einer der unbeugsamsten Kirchenführer im Widerstand gegen die kommunistische Herrschaft.

A S I E N

China

Die Staatskirche hat jetzt eine Reform der katholischen Liturgie angekündigt. Obwohl sie von Rom nicht anerkannt wird , will die offizielle Kirche ihre Riten an das Zweite Vatikanische Konzil anpassen. Damit, so sagen Beobachter, soll ihre Stellung gegenüber der Weltkirche verbessert werden. Als erster Schritt werde man klare Regeln für die Messfeier am Sonntag veröffentlichen, gab der Sekretär der Bischofskonferenz jetzt bekannt. Die chinesische Staatskirche hatte 1957 den Kontakt zu Rom abgebrochen und war deshalb nicht beim zweiten Vatikanum vertreten. Zumindest nach aussen hin will sich die ofizielle Kirche jetzt aber ein anderes Gesicht geben. Die liturgischen Reformen sollen sich auch denen in Hongkong und Taiwan orientieren, sagen die Oberhirten. Bis die Pläne in Tat umgesetzt werden können, werde es aber noch Jahre dauern.

Indonesien

Die Bischofskonferenz hat jetzt eine Beteiligung im kürzlich gegründeten staatlichen Sicherheitsrat abgelehnt. Das von Präsident Yussuf Habibie ins Leben gerufene Gremium, soll die innerstaatliche Stabilität wiederherstellen. Nach indonesischen Presseberichten vom 18.12. erklärten die Oberhirten zur Begründung, die katholische Kirche verbiete den Geistlichen eine Einmischung in staatlichen Angelegenheiten.

Indien

Zunehmende Intoleranz fanatischer Hindus gegenüber religiöser Minderheiten wird jetzt auch im Osten des Landes beklagt. Agenturmeldungen zufolge kamen in der Stadt Berhampur bei Unruhen zwei Christen ums Leben. Eine Kirche und über hundert christliche Häuser wurden zerstört.

A F R I K A

Sudan

Das internationale katholische Hilfswerk "Kirche in Not" hat seine Anhänger in aller Welt aufgefordert, bei den Botschaften des Sudan gegen die bevorstehende Kreuzigung von zwei katholischen Priestern zu protestieren. Den Kirchenmännern wird ein Bombenattentat zur Last gelegt, mit dem sie die letzte Jahresfeier der Einsetzung des Islamischen Regimes bedroht hätten. Ein Datum für ihre Hinrichtung wurde nicht mitgeteilt.

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Samstag:" Wochenkommentar" und "Sonntagsbetrachtung"

Sonntag:"Sie schreiben-wir antworten"

Montag:" Prisma-Magazin"

Dienstag:"Radioakadmie"

Mittwoch:" Römische Woche"

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Für die Internet-Nachrichten verantwortlich: Eva Rohrmann

Redaktion dieser Ausgabe : Eva Rohrmann

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Mittwoch,23.12.1998