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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen ! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Sonntag, 13.Dezember bis Mittwoch, 16. Dezember 1998.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat beim sonntäglichen Angelusgebet am 13.12. dem philosophischen Skeptizismus eine Absage erteilt. Der Mensch sei fähig ,die Wahrheit zu erkennen und habe keinen Grund, prinzipiell skeptisch zu sein. In Auslegung seiner jüngsten Enzyklika über Glaube und Vernunft, sagte der Papst, die Tatsache, dass Menschen miteinander durch ihre Sprache in Kontakt treten und sich austauschen könnten,sei schon ein Beweis dafür , dass der Mensch Wahrheit erkenne. Nach dem Angelusgebet bat der Papst die Katholiken der Stadt Roms, engagiert mitzuhelfen beim Bau der neuen Kirchen am Stadtrand. Sie dienten nicht nur dem Gottesdienst,sondern seien auch soziale Zentren. Anschliessend lud Johannes Paul II. die Professoren und Studenten der römischen Hochschulen zur traditionellen Messe im Petersdom ein und segnete die Krippenfiguren,die die Kinder auf den Petersplatz mitgebracht hatten.

Erzbischof Paul Josef Cordes ist jetzt zum Mitglied der Kongregation für Heiligsprechungen berufen worden. Der aus der Erzdiözese Paderborn stammende Bischof ist Präsident des Päpstlichen Rates, Cor Unum.

Papst Johannes Paul II. hat die Bischöfe Australiens vor Kompromissen mit dem modernen Lebensstil gewarnt. In einer Ansprache an die Oberhirten erinnerte er sie an ihre Pflicht, die Wahrheit des Evangeliums ohne falsche Rücksichten zu verkünden, auch wenn sie oft dabei nicht verstanden oder gar belächelt würden. Gleichzeitig wurde im Vatikan ein umfangreiches Schreiben über die Situation der katholischen Kirche in Australien veröffentlicht. Es wurde von den Vorsitzenden mehrerer vatikanischer Ämter zusammen mit einigen australischen Bischöfen erarbeitet.

Pressesprecher Joaquin Navarro-Valls hat jetzt Berichte über eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Papstes energisch zurückgewiesen. Die US-amerikanische Wochenzeitschrift "Newsweek" hatte geschrieben, Papst Johannes Paul II. werde im Jahr 2001 vermutlich nicht mehr gehen und sprechen können. Navarro-Valls reagierte am 14.12. mit den Worten, die Frage nach der Gesundheit des Papstes solle man im Jahr 2001 noch einmal stellen.

Vertreter der Republik Kroatien und der Bischofskonferenz des Landes sind am 15.12. in besonderer Mission nach Rom gekommen. Es galt eine Vereinbarung mit dem Apostolischen Stuhl über Finanzfragen zu unterzeichnen. Nach langen Verhandlungen wird so die Beziehung zwischen Kirche und Staat in Kroatien wieder auf eine rechtliche Grundlage gestellt. Das Abkommen zwischen Kroatien und dem Vatikan soll die Ungerechtigkeiten der Vergangenheit beheben, betonte der Papst in seiner Ansprache an die kroatische Delegation.

Der Auftrag zum Attentat gegen Papst Johannes Paul II. kam nach Angaben von PKK-Chef Öcalan aus der Türkei. Öcalan, der sich zur Zeit in Italien aufhält, hatte bereits vor einigen Tagen angekündigt, dass er Informationen über die Auftraggeber des Papstattentäters habe. In einem Interview mit einer römischen Tageszeitung machte Öcalan jetzt die Türkei für das Attentat verantwortlich.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Niedersachsens Ministerpräsident Gerhard Glogowski hat an die katholische Kirche appelliert, das Bündnis für Arbeit mitzutragen. So Glogowski bei einem Treffen der Bischöfe von Hildesheim und Osnabrück. Kirche und Staat hätten vor allem mit Blick auf die Jugendlichen eine gemeinsame Verantwortung, betonte der Landeschef. Einig waren sich die Gesprächspartner darüber,dass mehr Gewicht auf die Eigenverantwortung gelegt werden müsse.

E U R O P A

Spanien

Premierminister Jose Maria Aznar hat Äusserungen des baskischen Bischofs, Jose Maria Setien, zurückgewiesen, denen zufolge es sich bei den inhaftierten ETA-Terroristen um politische Gefangene handelt. Bischof Setien hatte sich in den vergangenen Tagen erfolglos als Vermittler zwischen der Regierung und der baskischen Separatistenorganisation angeboten. Weder sie Bischofskonferenz noch der Apostolische Nuntius in Spanien äusserten sich bislang zu den jüngsten Worten Setiens.

Italien

Premierminister Massimo D`Alema hat jetzt erklärt, der Papst habe dem Kommunismus zu Recht spirituelle Entleerung vorgeworfen. Gegenüber einer spanischen Tageszeitung sagte Ex-Kommunist D'Alema, Johannes Paul II. habe die Zeichen der Zeit erkannt. Er würdigte jedoch auch die Kritik des Papstes gegenüber dem Kapitalisumus. Die Kirche müsse sich auch in Zukunft kritisch für die Rechte der Armen einsetzen, forderte D'Alema.

Italien

Nach Erzbischof Andrea Cordero Lanza di Montezemolo, bis vor wenigen Monaten Apostolischer Nuntius in Israel, ist die Hoffnung auf Frieden im Heiligen Land berechtigt. Ob es sich um einen dauerhaften Frieden handelt,kann man beim jetzigen Stand der Verhandlungen noch nicht feststellen, sagte der Erzbischof am 14.12. in Rom. Im Hinblick auf die Zukunft Jerusalems vertrat er erneut den Vorschlag des Apostolischen Stuhls ,die Rechte der Juden, Christen und Muslime durch internationale Abkommen zu schützen.

Bosnien-Herzegowina

Der Erzbischof von Sarajewo, Kardinal Vinko Puljic, hat jetzt an die Arbeitgeber in seiner Diözese appelliert, ihre Angestellten angemssen zu bezahlen. Nur so könne die Massenemigration junger Familien gestoppt werden, schreibt Puljic in einem Hirtenbrief. Ausserdem ruft der Kardinal die Gläubigen zur Hilfe für Arme und Vertriebene auf.

Nordirland

Eine Regierungskommission hat am 14.12. den für 19.12. geplanten Marsch des protestantischen Oranierordens verboten. Wie bereits im Juli dieses Jahres wollten rund 10.000 Anhänger des Ordens durch ein katholisches Viertel von Portadown marschieren. Der britische Premierminister Tony Blair hat unterdessen angeboten,zwischen beiden Seiten zu vermitteln.

Frankreich

Die Nationalversammlung hat einstimmig für die Einrichtung einer Spezialkommission zur Untersuchung von Sekten gestimmt. Die Kommission soll herausfinden ,wie sich religiöse Sekten finanzieren und welchen Einfluss sie auf die Wirtschaft des Landes haben. Nach neuesten Schätzungen sind in Frankreich rund 200 Sekten aktiv. Gegen 80 von ihnen wird derzeit ermittelt.

Türkei

Der Moslemführer Cleric hat davor gewarnt Politik und Religion während des Ramadan zu vermischen. Cleric reagierte damit auf einen Rundbrief des Regierungsbeauftragten für Religionsfragen. Dieser hatte darauf hingewiesen, dass Politik während des Ramdan nichts in einer Moschee zu suchen hätte.

A S I E N

Indonesien

Präsident Habibie hat die Muslime aufgerufen, die christlichen Kirchen vor Angriffen zu schützen. Der Islam sei eine friedliche Religion. Er respektiere die Gebetsstätten anderer Religionen. Habibie bezog sich dabei auf die Zerstörung von 22 Kirchen in Jakarta Ende November, was Angriffe auf Moscheen ausglöst hatte.

Israel

Muslime in Nazareth planen den Bau einer grossen Moschee direkt

vor der Verkündigungskirche. So ein Mitglied der Heilig-Land-Delegation in Rom, Ignazio Mancini . Fanatische Muslime hätten seit Monaten ein Gelände besetzt, auf dem die Stadtverwaltung von Nazareth eine Behörde bauen will. Mancini vermutet, dass Fanatiker das Gleichgewicht zwischen Christen und Muslime in der Geburtststadt Jesu zu ihren Gunsten verschieben wollen.

Israel

Das ökumenische Patriarchat von Konstantinopel veranstaltet in diesen Tagen gemeinsam mit dem jüdischen Weltkongress eine christlich-jüdische Begegnung in Jerusalem. Themen des vierten Treffens seit der Gründung der internationalen Organisation sind Nationalismus, religiöser Fundamentalismus in einer säkularisierten Gesellschaft, sowie die Menschenrechte und Religionsfreiheit im modernen Staat.

Philippinen

Christliche Bischöfe und islamische Religionsführer haben sich jetzt zum achten Mal an einem Tisch zusammengesetzt. Gesprächsthema war die seit gut zwei Jahren laufenden Friedensgespräche zwischen den Rebellen der islamischen Befreiungsfront und der philippinischen Regierung. Einmal mehr wiesen sie mit Besorgnis auf die fortlaufende Militarisierung des Inselstaates hin. Die Gespräche sind bisher schwierig verlaufen, dennoch gab es keine Ergebnisse bezüglich der Autonomie der südöstlichen Region.

A F R I K A

Simbabwe

Die Vollversammlung des Weltkirchenrates hat jetzt beschlossen , ein neues Forum zu gründen, auf dem sich neben den bisherigen Mitglieder dieser Organisation auch andere christliche Gemeinschaften austauschen könnten. Insbesondere ist von der katholischen Kirche, von Pfingst-und Evangelikalen Kirchen,sowie von neuen kirchlichen Gemeinschaften in Afrika und Asien die Rede. Das Forum soll ein Ort des Dialogs sein, bei dem die Fragen des Glaubens eine geringere Rolle spielen als im Weltkirchenrat. Die Vollversammlung des Weltkirchenrates hat auch eine Sonderkommission für die Regelung der orthodoxen Wünsche eingerichtet. Die Ostkirchen hatten sich wiederholt gegen Beschlüsse des ökumenischen Rates gewehrt. In Harare verlautete, dass viele Anliegen der Orthodoxen auch von anderen Kirchen geteilt würden. Zudem forderte die Vollversammlung in einer am 13.12. in Harare verabschiedeten Erklärung einen Schuldenerlass für die ärmsten Entwicklungsländer. Die Zinsenlast der Entwicklungsländer, zugunsten reicher Insutriestaaten,stelle eine Menschenrechtsverletzung dar, betonten die Delegierten.

Simbabwe

Eine Mitgliedschaft der katholischen Kirche im Weltkirchenrat steht derzeit nicht zur Diskussion. Das bekräfigte der Leiter der katholischen Delegation bei der Vollversammlung des Weltkirchenrates in Harare, Bischof Mario Conti von Aberdeen, jetzt. Conti wies darauf hin, dass die katholische Kirche ihre Zusammenarbeit mit dem ökumenischen Rat erst mach dem Zweiten Vatikanischen Konzil 1965 aufnahm und daher nicht an seinen Gründungsdokumenten mitgewirkt habe. Daneben bestehe das Problem, dass der katholischen Kirche etwa eine Milliarde Menschen angehörten, den rund 340 orthodoxen, protestantischen und anglikanischen Mitgliedskirchen des Weltkirchenrats aber nur etwa halb so viele. Bei einem Beitritt bestünde die Gefahr, dass die Beziehungen dieser Mitgliedskirchen untereinander verzerrt würden.

Ägypten

Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Esmal Abdel Meguid, hat am 15.12. eine fünftägige Italienreise angetreten, bei der er auch mit Papst Johannes Paul II. zusammentreffen wird. Bei dem Gespräch mit dem Papst werde es um die Jerusalemfrage im Rahmen der Bemühungen von Christen und Muslimen für den Frieden im Nahen Osten gehen.

Nigeria

Der westafrikanische Theologe, Obiora Ike,sieht einen direkten Zusammenhang zwischen dem Ende der Militärdiktatur und dem Papstbesuch vom vergangenen März. In einem Interview mit der Zeitschrift Publik-Forum betonte Ike am 16.12., dass Johannes Paul II. dem Land praktisch die Freiheit gebracht hätte, als er in seiner Predigt die Untaten der Diktatur Sani Abachas klar benannt hätte.

 

Sudan

Bei einem Bombenangriff auf die Kathedrale von Narus sind sechs Personen getötet und 14 verletzt worden. Beobachter gehen davon aus, dass vor allem der dortige Bischof, Paride Taban,von dem fundamentalistischen Regime in Khartoum getroffen werden sollte. Der Anschlag ereignete sich bereits vergangene Woche,wurde aber erst jetzt bekannt.

 

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Samstag,19.12.1998