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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Donnerstag, 10. Dezember bis Samstag, 12. Dezember 1998.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat am 10.12. an die Welt appelliert, die Grundfreiheiten und die Würde des Einzelnen entsprechend der Menschenrechtserklärung zu respektieren. In einer Grussbotschaft an die UNO-Vollversammlung in New York mahnt der Papst, das historische Dokument dürfe keinesfalls archieviert werden. Er selbst würdigte das Dokument, als Meilenstein auf dem Gebiet des Internationalen Rechts. Fünfzig Jahre nach der Verabschiedung blieben schwerste Verletzungen der Menschenrechte aber weltweit an der Tagesordnung. Die Jubiläumsfeiern seien daher eine gute Gelegenheit für die Staaten, ihr Gewissen zu erforschen, so Johannes Paul II.

Der Dienst am Kranken, Leidenden und Armen ist der kürzeste und auf seine Art auch der leichteste Weg zur Ökumene. Das schreibt Papst Johannes Paul II. in seiner am 10.12. veröffentlichten Botschaft zum Siebten Welttag der Kranken, der offiziell am 11.2.1998 im Wallfahrtsort Harissa im Libanon begangen wird.

Am 12.12.ist die Synode der ozeanische Bischöfe zu Ende gegangen. Für ihre Verschiedenheit haben die ozeanischen Kirchenvertreter in Rom ein offenens Ohr gefunden, schreiben die Bischöfe jetzt in einer Botschaft an alle Christen. Zu den wichtigtsen Themen der Synode hätten neben der Jugend als Zukunft der Kirche und dem Schutz von Minderheiten vor allem soziale Probleme gehört, so die Kirche. Um dem Reich Gottes auf Erden zu dienen, muss man das Migrationselend, Umweltverschmutzung, Arbeitslosigkeit und Unterentwicklung bekämpfen. Dass dabei das Engament der Laien eine entscheidende Rolle spielt, verhehlen die Bischöfe nicht.

Als "unmenschlich und monströs" hat die Vatikanzeitung Osservatore Romano die jüngsten Vorschläge britischer Experten zum Klonen von Embryonen bezeichnet. In einem Kommentar heisst es jetzt, mit der Herstellung geklonter Embryonen für medizinische Zwecke werde eine weitere ethische Grenzlinie überschritten. Den Befürwortern gehe es nur darum, menschliche Lebewesen zu erzeugen und sie für andere einzusetzen.

Auf dem Petersplatz wurde am 11.12. ein aus dem deutschen Bad Säckingen stammender Weihnachtsbaum aufgestellt. Die über 70 Jahre alte Tanne wurde mit einem Spezialtransport und unter Polizeischutz vom Schwarzwald in den Vatikan gebracht.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Eine "Desinformationskampagne" gegen Kardinal Joachim Meissner, so bezeichnet das Erzbistum Köln die jüngste Diskussion um die Äusserungen des Bischofs. Der Kardinal hatte vor wenigen Tagen einen Vergleich zwischen der Abtreibungspille RU 486 und der Herstellung chemischer Tötungsmittel gezogen. Dies hatte für massive Kritik gesorgt. Der Höhepunkt dieser Kampagne sei die Behauptung der Frauenministerin von Sachsen-Anhalt, Gerlinde Kuppe, Kardinal Meissner habe den Schwangerschaftsabbruch pauschal in die Nähe von Völkermord gerückt. Das Erzbistum wies aber darauf hin, dass Worte wie Völkermord, Holocaust, Juden oder Nationalsozialismus in dem Kardinalstext nicht vorkommen- diese in Meldungen und Kommentaren jedoch erwähnt wurden. Nach eigenen Angaben wurde jetzt der komplette Text Kardinal Meissners zur Verfügung gestellt.

Österreich

Bischof Kurt Krenn hat gegenüber der Presse erklärt, er habe vom Vatikan keine Signale erhalten, dass er zurücktreten soll. Auch wenn dies der Fall wäre, würde er weiterhin seinem Gewissen folgen. Er reagierte damit auf die Aufforderung des "Forums der Kirchenzukunft", er solle seinen Posten räumen. Mehrere herausragende Persönlichkeiten des Landes hatten die Petition unterzeichnet. Indes erklärte Krenn, er gehe davon aus, dass Kardinal Schönborn nichts von der Stellungnahme des Generalvikars Schüller gewusst habe. Dieser hatte Krenns Abberufung gefordert.

Österreich

Die katholisch-theologischen Fakultäten werden neue "Modelle zur Bischofsbestellung" ausarbeiten. Einen entsprechenden Beschluss fassten die Dekane auf ihrer Routinesitzung in Graz. Die Überlegung, dass Bischofskandidaten sowohl das Vertrauen Roms, als auch das der Ortskirchen haben müssten, stehe dabei im MIttelpunkt, hiess es.

Österreich

Der Sekretär der Bischofskonferenz Michael Wilhelm ist von seinem Amt zurückgetreten. Wie die Kathpress meldet könne er in der gegenwärtigen Konfliktlage das Amt nicht mehr wahrnehmen.

Österreich

Der Grazer Bischof Johann Weber hat jetzt erklärt, der "Dialog für Österreich" habe seine Erwartungen weit übertroffen. Gegenüber der Presse sagte Weber, in einer lebendigen Kirche müsse es unterschiediche Meinungen geben. Der Dialog sei jedoch im gegenseitigen Respekt geführt worden. Ungeachtet der Spannungen um den St.Pöltner Bischof, Kurt Krenn, sieht er keinen Bruch in der Kirche der Alpenrepublik.

E U R O P A

Grossbritannien

Zum 50. Jahrestag der Erklärung der Menschenrechte haben die katholischen Bischöfe von England und Wales sich in einem am 10.12. veröffentlichten Schreiben zu einem vielfältigen Versagen der Kirche in der Geschichte ihres Landes bekannt. Zudem liessen sie wissen, dass die Verteidigung der Menschenrechte eine religiöse Verpflichtung für alle Katholiken ist. Mit Blick auf die eigene Geschichte, heisst es in dem Schreiben, müsse anerkannt werden, dass im Namen der katholischen Religion schreckliches Unrecht begangen wurde. Gleichzeitig aber stellten die Kirchenväter in dem Papier fest, dass sie sehr wohl wissen, was es heisst über die Jahrhunderte der eigenen Rechte beraubt gewesen zu sein. Kirchlich Verantwortliche, so heisst es weiter, müssten ihr eigenes Vorgehen überprüfen, um sicherzustellen, dass die Menschenrechte bei allem Handeln, im Wort wie im Geiste, beachtet werden.

Bosnien

Die katholischen Bischöfe des Landes fordern in einem Schreiben an den Repräsentanten der UNO in Bosnien-Herzegowina, Carlos Westendorp, die Einhaltung der Menschenrechte. Darin heisst es, hunderttausenden Bosniern werden nach wie vor das Grundrecht auf Eigentum und Heimat verwehrt.

Rumänien

Zu Gesprächen über den geplanten Papstbesuch in dem ehemaligen Ostblockland ist der Apostolische Nuntius, Jean-Claude Perisset, am 11.12. mit dem Oberhaupt der orthodoxen Kirche Rumäniens, Teoktist, zusammengetroffen. Beide Kirchenvertreter äusserten die Hoffnung, dass die zwischen der katholischen und der orthodoxen Kirche bestehenden Konflikte durch den Dialog gelöst werden könnten, denn nur so sei das für die Papstvisite nötige Klima zu schaffen. Das rumänische Patriarchat hat sich bislang der Einladung durch Staats-und Ministerpräsident an Papst Johannes Paul II. nicht angeschlossen.

Spanien

Die Regierung der autonomen Region Galizien und das Erzbistum von Santiago de Compostella haben Papst Johannes Paul II. offiziell zum Besuch des Wallfahrtsortes Santiago de Compostella eingeladen. Dort soll im August nächsten Jahres eine europäische Jugendwallfahrt stattfinden.

A S I E N

Libanon

Die maronitischen Bischöfe wünschen für ihren Staat grössere Unabhängigkeit von Syrien und volle Souveränität. Zum Ende ihrer Vollversammlung sprechen sie die Hoffnung aus, dass die beiden Staaten gutnachbarliche Beziehungen pflegen. Libanon solle sich zum vollen Rechtsstaat entwickeln.

Israel

Vertreter aus Religion, Wirtschaft und Politik haben sich jetzt in Israel zu einem "Trialog der Kulturen" getroffen. An der Ben- Gurion-Universität in Negev diskutierten sie über Chancen für ein friedliches Zusammenleben im Heiligen Land. Den Krisenherd im Nahen Osten wollten die Teilnehmer untersuchen und sich fragen, was die Religion mit den vielfältigen Konflikten genau zu tun hat. Auf Einladung der Herbert-Quandt-Stiftung waren sie aus Israel, Palästina, Jordanien und Ägypten angereist, und erklärtermassen bereit, den Mut zu zeigen, der den verantwortlichen Politikern auf beiden Seiten fehle.

China

Die protestantische Staatskirche hat jetzt Berichte zurückgewiesen, nach denen rund 40 Christen während eines Treffens der Untergrundkirche Anfang November festgenommen worden sind. Sie dementierte damit frühere Aussagen der Polizei und eines Gefängnisdirektors. Der chinesische Rat der Christen, der die Staatskirche kontrolliert, sprach von fünf Europäern, die in Hannan festgenommen wurden. Davon abgesehen gab es keine Inhaftierungen, hiess es gegenüber staatlichen Medien. Anderslautenden Berichten zufolge gab es in den letzten Tagen und Wochen immer wieder Festnahmen von Christen. Der Präsdient des Rates der Christen wies den Vorwuf der religiösen Verfolgung zurück, räumte aber ein, dass es Ausnahmefälle gegeben hätte.

A F R I K A

Simbabwe

Nach grossen Schwierigkeiten hat die Vollversammlung des Weltkirchenrates jetzt in Harare ein neues Zentralkomitee gewählt. Probleme waren auch deswegen entstanden, weil genügend Frauen, jüngere Menschen und vor allem theologische Laien in das Führungsorgan des ökumenischen Rates gewählt werden sollten. Vor allem mussten auch die orthodoxen Kirchen aus ihrer Minderheitssituation befreit werden. Von den 150 Mitgliedern des Zentralausschuss sind jetzt rund 45 Prozent Laien, 40 Prozent weiblichen Geschlechts, 15 Prozent junge Menschen. Die orthodoxen Kirchen stellen rund ein viertel aller Mitglieder, gefolgt von den Reformierten, den Anglikanern, den Methodisten und den Lutheranern.

Nigeria

Die Bischofskonferenz hat jetzt die jüngsten Entwicklungen auf Demokratie hin begrüsst. In einer Erklärung mit dem Titel "Neuanfang" schreiben die Oberhirten, nach langen Krisenzeiten könne das Land wieder Hoffnung schöpfen. Der Besuch Johannes

Paul II. Anfang dieses Jahres habe den demokratischen Strömungen Auftrieb gegeben, heisst es.

Sudan

Der Oberste Gerichtshof in Khartoum hat den Prozess gegen zwei Priester und 25 Zivilisten, vor einem Militärgericht, vorerste ausgesetzt. Damit reagierte das Oberste Gericht auf einen Einwand der Verteidigung. Diese hält das Verfahren vor einem Militärgericht für verfassungswidrig. Die Angeklagten werden beschuldigt einen Bombenanschlag geplant zu haben. bei den meisten von ihnen handelt es sich um Christen.

Kongo-Kinshasa

Der gesamtafrikanische Kirchenrat CETA, hat jetzt die Konfliktparteien rund um die grossen Seen zum Frieden aufgerufen. In einer Erklärung schreiben die Bischöfe, der Krieg im ehmaligen Zaire sei mit den anderen ungelösten Regionalkonflikten auf dem Kontinent eng verbunden. Sie appellierten an die Anrainerstaaten, die internationalen Friedensinitiativen nicht durch eigenmächtiges Handeln zu gefährden.

A M E R I K A

Mexiko

Zum Fest der Madonna von Guadelupe sind am 11.12. laut Pressemeldungen rund 6 Millionen Gläubige an den Wallfahrtsort gekommen. Der Staat hatte dazu eigens 4000 Polizisten mobilisiert, damit die Pilger ohne Zwischenfälle das Bild der Gottesmutter ehren konnten.


Hinweise auf unser Wochenprogramm

Samstag:" Wochenkommentar" und "Sonntagsbetrachtung"

Sonntag:"Menschen in der Zeit"

Montag:"Weltkirchen-Magazin"

Dienstag:" Radioakademie"

Mittwoch:" Römische Woche"

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten :

Mittwoch, 16.12.1998