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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Donnerstag, 3. Dezember bis Samstag, 5. Dezember 1998.

V A T I K A N

Der Apostolische Stuhl hat bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, OSZE, erneut die Einhaltung aller Menschenrechte gefordert. Eine effektive Solidarität auf dem alten Kontinent sei nur möglich, wenn die Prinzipien eingehalten würden, auf der die OSZE-Zusammenarbeit basiert, betonte der Vatikanische Aussenminister Jean-Louis Tauran jetzt bei der Konferenz in Oslo. In seiner Funktion als moralische Macht sei es Aufgabe des Apostolischen Stuhl darauf hinzuweisen, dass die Ziele der OSZE nicht erreicht werden können, wenn Friede nicht der Respekt vor allen Menschen bedeute.

Der Vatikan hat am 3.12. erklärt, dass er keine den Juden geraubten Wertsachen besitzt. Es gebe keine diesbezüglichen Dokumente in den Vatikanischen Archiven. Pressesprecher Navarro-Valls reagierte damit auf Forderungen des Vorsitzenden des Holocaust-Education-Trust, Lord Greville Janner, nach einer vollständigen Öffnung der Archive. Der Vatikansprecher verwies auf die vor langem veröffentlichte Dokumentation über die Nazi-Zeit.

Die Kirche muss wieder die Sprache der Jugendlichen sprechen. Das haben jetzt Teilnehmer der Ozeanien-Bischofssynode gefordert. Am 2.12. sprachen die Oberhirten im Beisein von Papst Johannes Paul II. über zentrale Probleme der Kirche in ihrer Region, wie Priestermangel und Schwierigkeiten bei der Evangelisierung. Auch für eine Aufwertung der Rolle der Frau in der Gesellschaft will sich die Kirche in Ozeanien einsetzen.

Papst Johannes Paul II. hat am 5.12. die Bischöfe Ozeaniens an die Grenzen der Inkulturation erinnert. Keine Kultur habe absoluten Wert, im Zentrum müsse immer das Evangelium Christi stehen. Die Bischöfe sollten zwar seelsorgliches Verständnis für die Gläubigen haben, dürften aber nicht von den Glaubenswahrheiten abweichen, wenn sie den pastoralen Bedürfnissen, gerade auch der wiederverheirateten Geschiedenen entgegenkämen. Wiederholt war die Frage aufgetaucht, ob nicht bewährte verheiratete Männer zu Priester geweiht werden könnten. Hingegen unterstrich der Papst die Bedeutung der Laien. Sie hätten eine Berufung, die sich von der der Priester klar unterscheide.

Papst Johannes Paul II. hat am 3.12. den österreichischen Bundeskanzler, Viktor Klima, in Audienz empfangen. Über den Inhalt der Gespräche wurde, wie allgemein üblich, nichts bekannt. Dem Vernahmen nach dürften jedoch die grossen europäischen gesellschaftspolitischen Themen, wie Arbeitslosigkeit und die EU-Osterweiterung im Mittelpunkt des Treffensgestanden haben. Im Vorfeld der Papst-Audienz hatte Klima mit dem Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, gesprochen.

Papst Johannes Paul II. hat am 5.12. vor dem Missbrauch des Rechts gewarnt. Die Vereinigung katholischer Juristen Italiens erinnerte er daran, dass das Recht unter der Herrschaft von Diktatoren zu Instrumenten der Unterdrückung geworden sei. Recht daürfe man nicht nur positivistisch und nach dem Buchstaben verstehen. In diesem Zusammenhang lobte der Papst den Kampf der katholischen Juristen Italiens gegen das Recht auf Ehescheidung und Abtreibung. Angesichts von schweren Menschrechtsverletzungen in allen Teilen der Welt trotz ihrer feierlichen Verkündigung, müssten die Juristen heute vor allem für ihre Respektierung kämpfen, so der Papst.

Mit einem Aufruf zu Einheit und Dialog ist am 4.12. im zimbabwischen Harare die achte Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen eröffnet worden. Der Katholikos der armenischen apostolischen Kirche, Aram I., bezeichnete in einer Ansprache zum Auftakt der Veranstaltung das Treffen als Wendepunkt in der Geschichte des Gremiums. Die Versammlung wird sich in diesen Tagen mit vielen Konflikten auseinandersetzen. Dabei stösst vor allem das Denken der orthodoxen Kirchen mit dem der Kirchen aus der Reformation hart zusammen. In einer Grussbotschaft an die Vollversammlung hat Papst Johannes Paul II. jetzt eine stärkere Zusammenarbeit der katholischen Kirche mit dem ökumenischen Gremium in Aussicht gestellt. Er hoffe, dass die Einrichtung einer gemischten Arbeitsgruppe die Einheit der Christen fördern werde, so Johannes Paul II. . Der südkoranische Präsident hat indes in einer Grussbotschaft an den Weltkirchenrat, dessen Arbeit für die Einheit der Koreaner gewürdigt. An der Seite der Kirchen und der Bevölkerung habe der Rat sich über Jahrzehnte hin für die Demokratie eingesetzt, so Staatspräsident Dae-Jung.

 

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Die deutsche Bischofskonferenz hat eine Erklärung zu Ehe und Familie veröffentlicht. Sie wurde am 4.12. in Berlin vorgestellt. In ihr verteidigen die Bischöfe den Wert dieser grundlegenden Bausteiene der Gesellschaft. Mit ihnen dürften gleichgeschlechtliche Gemeinschaften nicht verglichen werden. Das Dokument trägt den Titel "Ehe und Familie in guter Gesellschaft", was auf die gesellschafltichen Voraussetzungen für die Familie verstanden werden muß. Ausdrücklich wurde darauf hingewiesen, daß das Papier nichts zu tun habe mit dem Regierungswechsel in Bonn.
PDF-Version unter http://www.kath.de/sdbk/schriften/dokumente/hirt61.pdf

Die Bischöfe verteidigen das Kirchenasyl als letzte Schutzmöglichkeit für zu Unrecht abgelehnte Asylbewerber. In einer Argumentationshilfe erklärt die Kommission für Migrationsfragen, warum sie die Institution für nötig hält, die weder im Kirchenrecht noch in der Rechtsordnung der Bundesrepublik verankert ist. Das Kirchenasyl stellt dem Dokument zufolge einen "Akt der Nothilfe für Flüchtlinge" dar. Die zeitlich begrenzte Aufnahme von Migranten in kirchlichen Räumen soll zu Unrecht abgewiesenen Flüchtlingen zu ihrem Recht verhelfen. Nur wenn die "begründete Befürchtung" besteht, dass eine Rückkehr in das Heimatland mit Gefahren für die Person verbunden ist, kann von Kirchenasyl die Rede sein, so die "Argumentations-und Entscheidungshilfe " der bischöflichen Kommission. Der Fuldaer Erzbischof, Johannes Dyba, hat derweil das Dokument scharf kritisiert. Der Ständige Rat der Bischofskonferenz habe es nicht behandelt, so Dyba.

Österreich

Der Bischof von St. Pölten, Kurt Krenn, hat jetzt scharf auf die Vorwürfe von Generalvikar Helmut Schüller und Abt Angerer reagiert. Er werde alle rechtlichen Mittel einsetzen, um ungerechten Anschuldigungen zu entgegnen. Der Wiener Generalvikar Schüller hatte Krenn zur Disziplin aufgerufen, andernfalls müsse der Vatikan einschreiten. Er verwies insbesondere auf den Schaden, der durch Krenns Worte in der Seelsorge entstehe. Indes haben die Dekane von drei theologischen Fakultäten Österreichs die Abberufung Krenns gefordert.

Schweiz

Die Menschenwürde des Papstes ist in der Fernsehsendung "Viktors Spätprogramm" nicht geachtet worden. Die Satire am 21. 10. hatte den Papst als nicht mehr zurechnungsfähig und lächerlich dargestellt. Diese Form der Darstellung sei zwar grundsätzlich erlaubt, hier sei aber die Personenwürde verletzt worden. Die Bischofskonfernz und die Organisation "Pro Ecclesia" hatten die Sendung kritisiert.

A S I E N

Indien

Am 4.12. veranstalteten indische Christen einen Protesttag gegen religiöse Intoleranz. Die christlichen Schulen im ganzen Land blieben geschlossen, gläubige Arbeiter streikten. Zehntausende demonstrierten auf den Strassen New Dehlis gegen religiöse Gewalt. Seit die nationalistische Hindupartei, Baratiya Janata, Anfang dieses Jahres an die Macht kam, sei die Zahl der Übergriffe auf Christen sprunghaft angestiegen. Das Vereinte Christliche Menschrechtsforum hat den Protesttag organisiert und eine Liste mit rund 90 Fällen religiös-motivierter Gewalttaten seit Jahresbeginn angefertigt. Der katholische Erzbischof von Neu-Dehli, Alan De Lastic, rief die Verantwortlichen jetzt auf, der Gewalt ein Ende zu setzen. De Lastic überbrache der Regierung ein Memorandum, mit der Bitte, die Sicherheit der Christen wiederherzustellen.

Indonesien

In mehreren Landesteilen ist es erneut zu Angriffen auf Moscheen gekommen. Hunderte von Menschen haben auf einer mehrheitlich katholischen Insel ein islamisches Kultgebäude und Privathäuser muslimischer Siedler überfallen. Moslemführer vermuten Agitatoren hinter den Anschlägen. Am 29.11. hatte die neue Welle von religiös- motovierter Gewalt mit dem Brand von 13 Kirchen begonnen. Vertreter der christlichen Kirchen befürchten, die Regierung in Jakarta könne religiöse Unruhen als Vorwand für ein hartes militärisches Durchgreifen missbrauchen. Die katholischen Bischöfe des Landes forderten jetzt eine Untersuchung der Unruhen in Kupang. Präsident Habibie hat die Muslimen am 5.12. zu einem Ende der gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Christen aufgefordert. Jede Form der Gewaltanwendung sei eine Schande für das Land und müsse vermieden werden, so Habibie gegenüber einer Gruppe muslimischer Religionsführer.

Pakistan

Nach Informationen der Bischofskonferenz des Landes, werden Christen weiterhin angegriffen oder wegen angeblicher Blasphemie verhaftet. Aus Angst vor willkürlichen Festnahmen, seien bereits über 200 Christen, aus der Region geflohen, so die Nachrichtenagentur Ucannews.

A F R I K A

Algerien

Die Bischöfe der Maghreb-Staaten haben jetzt angekündigt, dass wegen der grösseren Sicherheit wieder neue Ordensleute aus dem Ausland einreisen werden. Zum Ende ihrer Konferenz in Algier weisen sie darauf hin, dass sich die Lage, vor allem in Algerien, wesentlich verbessert habe.

A M E R I K A

Kuba

Staatschef Fidel Castro hat eine mögliche Zwischenlandung von Papst Johannes Paul II. auf der Zuckerinsel bei dessen Mexikoreise im kommenden Januar begrüsst. Im Falle eines Kurzaufenthaltes auf der Karibikinsel, wäre es ihm eine Freude dem Papst zu begegnen, erklärte Castro am 2.12. gegenüber Journalisten. Das US-amerikanische Aussenministerium hat derweil die Wiedereinführung des Weihnachtsfeiertages auf Kuba begrüsst. Gleichzeitig forderte es die Regierung in Havanna auf, Demokratie und wirtschaftliche Freiheit einzuführen, sowie Menschrechte zu respektieren. Trotz der Reformen könne auf Kuba keine Rede von Religionsfreiheit sein, so ein Sprecher des State Department.

Mexiko

Die katholische Kirche des Landes hofft, dass der Papstbesuch im kommenden Januar zur Wiedereröffnung von mindestens dreissig Gotteshäusern führen wird. Die Kirchengebäude in der Krisenregion Chiapas sind bei ethnisch motivierten Zusammenstössen teilweise zerstört worden. Der Vorsitzende der mexikanischen Bischofskonferenz erklärte in diesem Zusammenhang, die pastorale Arbeit in Chiapas sei wegen der dort herrschenden Instabilität besonders nötig.

 

 

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Mittwoch, 9.12.1998