Radio Vatikan   
Deutsche Sektion
 

Aktuell
Archiv
Programmvorschau
Real Audio
Suche
Feature
Freundeskreis

 
 

 

 

 

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Sonntag, 29. November bis Mittwoch, 2. Dezember 1998.

V A T I K A N

Bei einem feierlichen Gottesdienst im Petersdom hat Papst Johannes Paul II. am 29.11. die Verkündigungsbulle für das Heilige Jahr 2000 überreicht und das letzte kirchliche Vorbereitungsjahr für dieses Jubiläum eröffnet. In seiner Predigt erklärte der Papst, dass dem Advent besondere Bedeutung zukomme, da mit ihm das letzte Jahr des zweiten Jahrtausends beginne.

Mit harten Worten hat Papst Johannes Paul II. die Aktivitäten der Menschenschmuggler verurteilt, die Flüchtlinge auf Booten von Südosteuropa nach Italien bringen und dabei den Tod der Insassen in Kauf nehmen. Die Tragödie dieser Tage in der Adria mit zahlreichen toten und vermissten Flüchtlingen stellen auf dramatische Weise das Problem der illegalen Überführung von Menschen vor Augen, die sich in der Hoffnung auf ein besseres Leben skrupellosen Händlern anvertrauen, so der Papst . Die politisch Verantwortlichen sollten rasch Massnahmen ergreifen, um den Menschenschmuggel zu unterbinden, forderte Johannes Paul . Gleichzeitig müssten die Voraussetzungen für ein besseres Leben in den Herkunftsländern geschaffen werden. Der Papst hat jetzt auch den Angehörigen der ertrunkenen albanischen Flüchtlingen sein Beileid ausgesprochen. In einem Brief an den Erzbischof der süditalienischen Stadt Lecce, Cosmo Ruppi, würdigte Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano im Auftrag Johannes Paul II. auch den Einsatz der Rettungsmannschaften.

Papst Johannes Paul II. ist bei der derzeit tagenden Synode der Bischöfe Ozeaniens aufgefordert worden, ein Lehrschreiben zur Ökologie zu verfassen. Die Kirche müsse sich an der Spitze der Bewegungen stellen, die den Respekt vor der Schöpfung verteidigen, so der auf den Galapagos-Inseln wirkende Bischof Manuel Valarezo Luzuriaga. Der Papst, der die Kirche gelehrt habe, das menschliche Leben zu verteidigen, könne auch den Respekt vor den anderen Geschöpfen lehren.

Hauptthemen der Ozeanien-Bischofssynode waren während der ersten Tage der Priestermangel und die zunehmende Religionsferne der modernen Gesellschaft. Die Verbreitung pluralistischer und demokratischer Werte verringere den Einfluss der kirchlichen Autorität, so die Beobachtung der Bischöfe. Die Kirche müsse deshalb wieder mehr auf die Bedürfnisse der Gläubigen eingehen, hiess es. In einem Zwischenbericht über die erste Beratungswoche betonte Synoden-Relator, Barry James Hickey, aus Australien am 30.11. besonders die Pflicht der Kirche zum Einsatz für die Armen. Bei den Beratungen über die Ökumene müsse man zwischen dem eigentlichen Dialog mit den Kirchen und oft dem aggressiven Vorgehen der Sekten unterscheiden, forderte der Oberhirte.

Papst Johannes Paul II. will im Januar den italienischen Regierungschef, Massimo D`Alema, in Audienz empfangen. Der Ministerpräsident ist Chef der Partei der Demokatrischen Linken PDS. Die Regierungsbildung durch D`Alema im Oktober war auf Kritik aus Vatikanischen Kreisen gestossen. Beobachter gehen davon aus, dass bei den Gesprächen zwischen dem Papst und dem Ministerpräsidenten, vor allem die Gleichstellung der privaten, auch der katholischen, mit den öffentlichen Schulen, zur Sprache kommen wird.

In einer Botschaft an den ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, hat Papst Johannes Paul II., Katholiken und Orthodoxe zur Einheit aufgerufen, Anlässlich des Festes des heiligen Andreas, besuchte eine katholische Delegation, am 30.11., traditionsgemäss Patriarch Bartholomäus in Konstantinopel und übergab das Schreiben. Der Papst betont in seiner diesjährigen Botschaft, Glaube, Tradition und Mission der Kirche drängten danach, die Unterschiede und Schwierigkeiten zu überwinden, um der Welt gerade im Jahr 2000 ein glaubwürdigeres Zeugnis von Christus geben zu können. Auch Menschen von heute sollten erkennen, dass er der Herr und Retter der Welt sei.

Vatikan

Die katholische Kirche ist mit 23 Beobachtern bei der Vollversammlung des Weltkirchenrats vertreten. Er tagt ab 3.12. in Harare. Die Vertreter von mehr als 400 Millionen Christen wollen sich dort unter anderem mit der Verschuldung der Dritte-Welt-Länder, dem Status Jerusalem und der Rolle der Frau in der Gesellschaft beschäftigen. Damit sie auf diese Frage auch eine gemeinsame Antwort geben können, müssen aber zunächst die Spaltungen innerhalb des Gremiums selbst überwunden werden. Die katholische Kirche ist kein Miglied des Gremiums.

Die katholische Kirche unterstützt die Erstellung eines ethischen Verhaltenskodex im Tourismus. Das hat der Vatikanvertreter auf der Jahrestagung der Weltorganisation für Tourismus jetzt erklärt. Dabei geht es vor allem um den Schutz der Kultur, der Traditionen und Religionen, sowie der Umwelt. Tourismus müsse öffentlich kontrolliert werden, damit er dem Menschen diene und nicht schade.

Papst Johannes Paul II. hat am 1.12. die Bischöfe von Neu-Guinea und den Solomon-Inseln vor Stammeskonflikten und der geistlichen Gewalt der neuen Sekten gewarnt. Die Oberhirten befinden sich auf ihrem Ad-Limina-Besuch in Rom. Die Probleme der beiden Pazifik- Regionen rühren nach Ansicht des Papstes auch vom Verfall der traditionellen Kulturen her, eine gewisse Stabilität garantierten.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Karl Lehmann, hat die katholischen Männer aufgerufen, zu Vorreitern der Gleichwertigkeit der Geschlechter zu werden. Bei der Jahrestagung der Gemeinschaft Katholischer Männer Deutschlands, forderte Lehmann einen Neuaufbruch in der katholischen Männerseelsorge.

Deutschland

Die Zahl der Abtreibungen bleibt weiterhin hoch. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes, hat es im ersten Halbjahr 1998, 68.000 Schwangerschaftsabbrüche gegeben, wenig mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahrs. Der Anteil der verheirateten Frauen, die einen solchen Eingriff vornehmen lassen ist etwas grösser als der aller anderen. Leicht rückläufig ist laut Bundesamt die Zahl der Spätabtreibungen.

Deutschland

Der Auslandsbischof der evangelischen Kirche, Rolf Koppe, hat jetzt die Ökumene eine "Erfolgsgeschichte" genannt. Im Blick auf die Vollversammlung des Weltkirchenrats der Kirchen in Simbabwe bedauerte er aber auch die Hindernisse auf dem ökumenischen Weg aufgrund von Nationalismus und Fundamentalimus. Der Bischof erhofft sich, von der Ökumene-Vollversammlung in Harare vor allem, dass die Weggemeinschaft der Kirchen gestärkt wird.

Deutschland

Mit einem feierlichen Gottesdienst im Paderborner Dom hat die katholische Kirche am 29.11. ihre bundesweite Weihnachts-Spendenaktion eröffnet. Die traditionell vom Lateinamerika-Hilfswerk, Adveniat, durchgeführte Initiative erbrachte im vergangenen Jahr rund 111 Millionen Mark, die für Seelsorge in Mittel-und Südamerika verwendet wurden. Angesichts der Naturkatastrophe "Mitch", hat Adveniat die Katholiken in diesem Jahr aufgerufen, ihre Spende zu verdoppeln. Beispielland der Aktion 1998 ist Kuba. In seiner Predigt dankte der kubanische Kardinal, Jaime Ortega den deutschen Katholiken für ihre jahrzehntelange Hilfe. Sie seien die ersten gewesen, die "die Einsamkeit und Isolierung" der kubanischen Katholiken durchbrochen hätten, betonte der Erzbischof von Havanna.

Deutschland

Nordrhein-Westfalen unterstützt die kirchlichen Projekte von Adveniat auf Kuba entsprechend seinen Möglichkeiten. Das hat Ministerpräsident Wolfgang Clement jetzt gegenüber Kardinal Jaime Ortega von Havanna in Bonn bekräftigt. Er würdigte bei einem Empfang für den Gast aus Kuba und Adveniat-Bischof Franz Grave, das katholische Engagement zugunsten der Kirche auf der Insel.

Deutschland

Der SPD-Ehrenvorsitzende, Hans-Jochen Vogel, hat den Vatikan aufgefordert, den derzeitigen Status der theolgischen Fakultäten an den Universitäten nicht aufzukündigen. Zudem müsse Rom die ablehnende Haltung bezüglich der Errichtung einer katholischen Theologie-Fakultät an der neuen Erfurter Hochschule noch einmal überdenken. Von der Theologie gingen im universitären Rahmen nicht unerhebliche Impulse für die anderen Wissenschaften aus. Vogel betonte, ihre Einbindung an die Universitäten bewahre sie letztlich auch vor der "Entwicklung einer kirchlichen Binnenmentalität". Gleichzeitig verwies er auf Ausführungen von Papst Johannes Paul II.. Er habe das im Konkordat zwischen dem Vatikan und der Bundesrepublik verankerte Verhältnis zwischen der Freiheit der wissenschaftlichen Theologie und ihrer Bindung an die Kirche als bewährtes Modell gewürdigt.

Österreich

Bischof Kurt Krenn von St.Pölten hat jetzt erklärt, er wolle nichts mehr zu dem Streit mit Kardinal Schönborn über den Fünfjahresbericht an den Vatikan sagen. In einem Zeitungsbeitrag heisst es, er halte die Sache nicht für so wichtig, wolle sich aber nicht dafür entschuldigen, dass er von Lügnern gesprochen habe. Was er gesagt habe, das stimme. Krenn hatte bei dem Ad-Limina-Besuch in Rom erklärt, er habe den Fünfjahresbericht der Bischofskonferenz an den Vatikan nicht gekannt und stehe nicht hinter seinem Inhalt.

E U R O P A

Belgien

Der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen unterstützt das Vorhaben der EU-Kommission, die Steuerpolitiken der einzelnen Staaten anzugleichen. Eine solche Massnahme schaffe gerechtere Wettbewerbsbedingungen für die Unternehmen in der Europäischen Union, erklärte ein Sprecher der Bischöfe am 27.11. in Brüssel. Eine gemeinsame europäische Steuerpolitik werde die Lohnkosten senken und Arbeitsplätze schaffen, so die Hoffnung der Bischöfe.

Türkei

Die Regierung hat jetzt ihren Kampf gegen die orthodoxe Hochschule Chalki aufgegeben. Wie aus Ankara gemeldet wird, zogen die Behörden ihre Entscheidung zurück, das entsprechende Kuratorium aufzulösen. Sie reagierten damit auf Proteste aus den Vereinigten Staaten, von der Europäischen Union, aus Griechenland und vom ökumenischen Patriarchen. Ankara betrachtet das ökumenische Patriarchat nur als religiöse Inistitution der in der Türkei lebenden griechischen Minderheit.

Italien

Die Gemeinschaft von Taize erwartet in Mailand rund 80.000 Jugendliche aus fast allen Ländern Europas beim 21.Treffen zum Jahresende. In diesen Tagen hat Kardinal Carlo Maria Martini seine Hoffnung ausgeprochen, dass sich die lombardische Metropole dann in eine Stadt des Gebets verwandelt.

A S I E N

Israel

Der Verantwortliche für die Rückerstattung jüdischen Gutes, Abraham Burg, hat am 1.12. in Jerusalem dem Vatikan vorgeworfen, sich noch nie zum Raub jüdischen Eigentums geäussert zu haben. Im Hinblick auf die Holocaust-Konferenz in Washington sprach Burg von Hunderttausend Silbergegenständen, die in kirchlichen Einrichtungen oder auch im Vatikan gelandet seien.

Iran

Die Steinigung als Strafe für Ehebruch entspricht nicht dem Willen des Propheten Mohammed. Der Koran schreibe diese Form der Bestrafung nicht ausdrücklich vor, schreibt jetzt eine Teheraner Frauenzeitschrift, deren Chefredakteurin die Tochter des ehemaligen Staatspräsidenten Hachemi Rafsandschami ist. Die überholte Tradition der Steinigung biete dem Westen heute eine Möglichkeit, den Iran zu kritisieren, heisst es. Deshalb sollten die Bestrafungen, zumindest vorübergehend, ausgesetzt werden, empfiehlt das Blatt.

Indonesien

Nach erneuten schweren Ausschreitungen haben führende Vertreter der Katholiken und Moslems die Bevölkerung zur Ruhe aufgerufen. Die religiöse Gewalt sei von politischen Interessen gesteuert, mahnen Islamvertreter. Übergriffe auf Kultgebäude, welcher Religion immer, hat Staatspräsident Habibie scharf verurteilt.

Thailand

Erstmals wird in diesen Tagen eine Bank gegründet, die sich in ihrem Geschäftsgebahren an den Gesetzen des Koran orientiert. Aus Bangkok wird jetzt gemeldet, das neue Geldinstitut werde daher keine Zinsen nehmen. Jeder Profit der Bank werde den Einlegern zurückgezahlt.

Pakistan

Die ehemalige Premierminister, Benazir Bhutto, hat der Regierung in Islamabad vorgeworfen, religiösen Wahnsinn zu schüren. Der versuch Afghanistan nachzuahmen, habe dazu geführt, dass immer mehr Parlamentarier und einfache Bürger Todesdrohungen erhielten. Frau Bhutto bestätigt in ihrem Bericht auch den Mord an neun Christen.

 

A M E R I K A

Nicaragua

Der Präsident des Vatikanischen Wohltätigkeitsrates, Cor Unum, Erzbischof Paul Josef Cordes, hat am 30.11. eine Botschaft des Papstes an die Opfer der Naturkatastrophe "Mitch" überbracht. Er feierte mit mehreren Tausend vom Unwetter betroffenen eine Messe und überreichte Vertretern der Bischöfe Zentralamerikas eine symbolische Spende von Papst Johannes Paul.

Kuba

Weihnachten soll von diesem Jahr an wieder zum offiziellen Feiertag werden. Das hat jetzt das Politbüro der kommunistischen Partei des Landes dem Staatsrat vorgeschlagen. Der staatliche Weihnachtsfeiertag sei 1969 nicht aus antireligiösen Absichten gestrichen worden, sondern nur um der kubanischen Wirtschaft nicht Arbeitsstunden zu entziehen. Denn die kubanische Revolution sei als einzige in der Geschichte aller Revolutionen ohne Gewalt und ohne Unterdrückung aus antireligiösen Gründen ausgekommen. Die Entscheidung, das Weihnachtsfest wiedereinzuführen, sei jetzt getroffen worden, um die Einheit des Volkes zu fördern.

Mexiko

Zwölf Bischöfe wollen Entführer ab sofort exkommunizieren. Am 30.11. unterzeichneten sie eine entsprechende Vereinabrung. Die Verschleppung von Personen müsse mit der härtesten Strafe der Kirche gahndet werden, betonen die Oberhirten. Die Regeln sind hart aber gerecht, so ihre Botschaft:Jeder, der in ihren Regionen ein ähnliches Delikt verübt, muss die Kirche sofort verlassen.

Vereinigte Staaten

Muslime und Juden in Südkalifornien arbeiten an einem Verhaltenskodex, der das gegenseitige Verständnis fördern soll.

Gefordert wird unter anderem darin, Vorurteile zu überwinden, aufkommenden Gerüchte zu überprüfen und Klischees zu meiden.

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Mittwoch:" Römische Woche"

Donnerstag:"Jugendmagazin"

Freitag:"Prisma-Magazin"

Samstag:" Wochenkommentar" und "Sonntagsbetrachtung"

Man hört Radio Vatikan

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

Mittelwelle : 1530 Khz

Kurzwellen: 5880, 7250, 9645 Khz

Radio Vatikan ist ferner zu hören über Astra 1A durch

Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr

Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital) verbreitet wird.

World-Radio-Network um 1.00, 9.30, 16.00 und 19.30 Uhr

Tonunterträger von Sky Movies (7.38 MHz analog)

und ZDF (7.56 MHz digital)

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a, D-40 878 Ratingen

Tel.: 0 21 02/2 30 31 Fax: 0 21 02/ 2 14 13

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich: Eva Rohrmann

Redaktion dieser Ausgabe : Eva Rohrmann

Tel.:00396 06 6988 4101, Fax: 00396 06 6988 3844

Post:Radio Vatikan-sezione tedesca, I-00120 Citta del Vaticano

E-Mail:DEUTSCH@VATIRADIO.VA

Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Samstag, 5.12.1998