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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Donnerstag, 26. November bis Samstag, 28. November 1998.

V A T I K A N

Das Päpstliche Schreiben zur feierlichen Verkündigung des Heiligen Jahres 2000 ist am 27.11. im Vatikan offiziell vorgestellt worden. Das als Bulle verfasste Dokument trägt den Titel "Incarnationis mysterium" -das Geheimnis der Menschwerdung. Es soll am 29.11. im Petersdom und in allen römischen Patriarchalbasiliken verlesen werden. Mit der Ankündigungsbulle legte der Papst die Dauer und einige Einzelheiten für den Ablauf des Grossereignisses fest, das vom 24. Dezember 1999 bis zum 6. Januar 2001 weltweit begangen werden soll. Der Papst wiederholte in dem Schreiben ausserdem seine Kritik an der der Überschuldung vieler Entwickungsländer und forderte ein Ende von Formen der Unterdrückung und Vorherrschaft, die er als Sünde und Ungerechtigkeit verurteilt.

Ein unkontrollierbares Wirtschaftssystem, ohne eine offizielle Verpflichtung zur Solidarität, kann nur illusorisch und auf lange Sicht schädlich sein. Das sagte am 26.11. der Präfekt der Kongregation für das Katholische Bildungswesen, Kardinal Pio Laghi. Laghi, der sich besonders auf die jüngsten Sozialenzykliken des Papstes berief, betonte, dass nur die vom Papst geforderte Solidarität, ein humanes Wirtschaftssystem garantieren könne.

Papst Johannes Paul II. hat die Gläubigen jetzt zum Weltgebetstag für geistliche Berufe am 25. April 1999 eingeladen. Das weltweite Gebet biete die Möglichkeit, über Priesteramt und Ordensleben nachzudenken so Johannes Paul.

Der Präsident der Päpstlichen Rates Cor Unum, Erzbischof Paul Josef Cordes, besucht im Auftrag von Papst Johannes Paul II., die vom Wirbelsturm betroffenen Länder Mittelamerikas. Auf seiner Reise ab 29.11., will sich Cordes ein Bild von der Situation der kirchlichen Hilfsprojekte in den Gebieten machen.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Für den Bund der Deutschen Katholischen Jugend, BDKJ, ist das Sofortprogramm der Bundesregierung gegen Jugendarbeitslosigkeit ein "notwendiges udn ehrgeiziges Projekt" . Ein Recht auf Arbeit und Ausbildung für alle Jugendlichen fordert der BDKJ seit Jahren. Der damit verbundenen Pflicht, entsprechende Angebote auch anzunehmen, müssten allerdings für den Einzelnen genügenden Möglichkeiten gegenüberstehen, so die Vorsitzende des Bundes, Gaby Hagmanns, am 27.11..

Österreich

"Wenn eine Religionsgemeinschaft sogar ihren eigenen Gründer kritisiert, dann ist sie tatsächlich sehr weit gegangen." Mit diesen Worten hat der Wiener Oberrabbiner, Paul Chaim Eisenberg, am 26.11. das Shoa-Mitschuldbekenntnis der evangelischen Kirchen in Österreich gewürdigt. Die Erklärung ist am 28.10. von der Generalsynode verabschiedet worden, und wurde am 26.11. der Israelitischen Kultusgemeinde überreicht. In dem Schreiben wird die Forderung Luthers nach Verfolgung und Vertreibung der Juden ausdrücklich verworfen. Ein solches Vorgehen ist bislang in der Geschichte der evangelischen Synoden einzigartig. Im Weltkirchenrat werde das christlich-jüdische Verhältnis grösstenteils noch immer als europäisches Probelm angesehen.

Österreich

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Christoph Schönborn, hat jetzt an die Katholiken appelliert, sich durch die jüngsten Entwicklungen in der Kirche der Alpenrepublik nicht entmutigen zu lassen. Menschliche Schwächen hat es bereits in der Urkirche gegeben, erinnert Schönborn. Die österreichischen Gläubigen sollten sich auch die Anliegen des Papstes zu Herzen gehen lassen, so der Kardinal. Er nennt in diesem Zusammenhang insbesondere die Gottesfrage, den Sonntagsmessbesuch und den Priestermangel.

E U R O P A

Spanien

Für den Bischof von San Sebastian, Jose Maria Setien, ist der Respekt vor den Rechten der inhaftierten baskischen ETA-Mitglieder eine Voraussetzung für den positiven Verlauf der Friedensverhandlungen zwischen der Regierung und der Separatistenorganisation. Wie Setien dazu in einem Hirtenbrief schreibt, müssen auch die Rechte von Häftlingen, die an Terroraktionen teilgenommen haben, anerkannt werden, um den Friedensprozess nicht unnötig zu gefährden.

Niederlande

Bei den Altkatholiken könne nun auch Frauen die Diakons-, Priester-und Bischofsweihe empfangen. Die beiden altkatholischen Bischöfe der Niederlande stimmten einem entsprechenden Vorschlag zu.

Nordirland

Die Vereinigung der nordirischen protestantischen Lehrlinge will jetzt weitere gewalttätige Auseinandersetzungen bei ihren tradtionellen Märschen im August und Dezember vermeiden. Die Organisation hofft durch direkten Dialog, den Katholiken den historischen und kulturellen Hintergrund ihrer Märsche näherzubringen. Da sie traditionsgemäss auch durch katholische Wohnviertel führen, kam es in der Vergangenheit regelmässig zu Zusammenstössen.

Russland

Der katholischen Kirche in Sibirien ist es gelungen, sich nach den Vorschriften des neuen russischen Religiongsgesetzes regiestrieren zu lassen. Wie dazu der Apostolische Administrator von Nowosibirsk erklärte, ist es nun für die Kirche leichter, Einreisegehnemigungen für ausländische Priester und Ordensleute zu erhalten. Die katholische Kirche im europäischen Russland konnte sich bereits im vergangenen Sommer registrieren lassen.

Rumänien

Ein Besuch von Papst Johannes Paul II. im Jahr 1999 ist notwendig, damit das Bild des Landes im Ausland berichtigt wird. Das hat jetzt der Metropolit von Moldawien und Bukowina erklärt. Nach Angaben einer Nachrichtenagentur, äusserte sich der Vertreter der rumänisch-orthodoxen Kirche im Rahmen eines Treffens mit dem ökumenischen Patrairchen, Bartholomäus I., in Konstantinopel. Bartholomäus hatte betont, der Papstbesuch könne dabei helfen, ein korrektes Bild der rumäisch-orthodoxen Spiritualität und ihrer Werte zu verbreiten.

Rumänien

Wenn es nach der Regierungskoalition des Landes geht, werden Geistliche künftig aus dem Staatshaushalt bezahlt. Ein entsprechender Gesetzesentwurf nimmt eine alte Tradition wieder auf, die unter dem kommunistischen Regime, 1958, abgeschafft worden war. Die neue Regelung soll auch für die Angehörigen von Minderheitenreligionen gelten, wann das Parlament sie annimmt. Ein weiteres Zeichen für das gute Verhältnis zwischen Staat und orthodoxer Kirche ist der Plan für eine grosse Kathedrale im Zentrum von Bukarest. Die Kosten für den Bau sollen durch Spenden und die Ausgabe von Staatsanleihen gedeckt werden.

Tschechische Republik

Erstmals ist ein Mitarbeiter des kommunistischen Staatssicherheitsdienstes vor einem Gericht für den Tod eines Priesters, während der KP-Diktatur, verantwortlich gemacht worden. Der heute 75 Jahre alte frühere Stasi-Mann wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt, weil er 1950 die Folter eines katholischen Geistlichen angeordnet haben soll, der an den Folgen der Misshandlungen starb. Das jetzige Urteil ist erst das zweite mach dem Ende der kommunistischen Herrschaft gegen ein ehemaliges Mitglied der Staatssicherheit wegen Anwendung körperlicher Gewalt.

A S I E N

Osttimor

Bischof Carlos Belo hat sich abermals für eine politische Lösung im Konflikt um die Insel ausgesprochen. Oberste Voraussetzung dafür sei ein Abzug des indonesischen Militärs, so der Friedensnobelpreisträger. Vertreter des Roten Kreuzes berichteten derweil, es gebe keine Hinweise auf ein Massaker, das indonesische Soldaten vor kurzen in der Region verübt haben sollen.

A F R I K A

Angola

Kirchenvertreter haben jetzt ein Ende der Übergriffe des Militärs auf die Zivilbevölkerung gefordert. Die Kirche fordert die Regierung in Luanda auf, gegen die kriminalen Machenschaften des Militärs vorzugehen.

Mozambique

Das Land, welches zu den ärmsten Ländern Afrikas gehört, nimmt nun Flüchtlinge aus den Nachbarländern auf, da der eigene Bürgerkrieg zu Ende ist. Aus Somalia, dem Kongo und aus Äthiopien drängen Menschen in Not über die Grenzen, um dem Krieg im eigenen Land zu entkommen. Ein Teil der Flüchtlinge lebt in dem einzigen staatlichen Auffanglager, unweit der Hauptstadt Maputo. Um viele andere kümmern sich diözesane Zentren. Trotz der eigenen Armut bemühen sie sich darum, den Ankommenden nicht nur Unterkunft und Nahrung zu beiten, sondern ihnen auch die Reise in das Regierungslager zu ermöglichen.

Ruanda/ Burundi

Die katholischen Bischöfe der Länder hatten vor der Gefahr gewarnt, dass die Krise an den Grossen Seen auf ganz Afrika übergreift. bei ihrem Treffen in Gitenga, riefen die Oberhirten die internationale Gemeinschaft auf, sich für den Frieden in Ostafrika einzusetzen. Insbesondere forderten sie ein Ende des Embargos, mit dem afrikanische Staaten Burundi belegt haben.

Südafrika

Die Bischöfe des Landes haben der Regierung vorgeworfen, die Empfehlungen der Wahrheitskommission nicht umzusetzen. In einer Erklärung betonen sie, dass bislang keine Anstrengungen unternommen wurden, um Straftäter zu verfolgen und nachgewiesenen Menschrechtsverletzungen zu ahnden. Mit dem Resümee der Wahrheitskommission sei der Prozess der Versöhnung aber nicht beendet, da noch viele Delikte des Apartheid-Regimes ungesühnt seien, so die Oberhirten.

A M E R I K A

Guatemala

Der Mord an Bischof Juan Gerardi glich einer ausserordentlichen Exekution. Das ist das Ergebnis eines Berichts, den ein ehemaliger Generalstaatsanwalt, Acisco Valladares, jetzt im Auftrag der Kirchen erstellt hat. Der des Mordes an dem Bischof verdächtigte Priester, Mario Orantes, sei unschuldig, schreibt Valladares. Er fordert eine Strafverfolgung der wirklichen Täter.

El Salvador

Die katholischen Bischöfe haben sich gegen eine Legalisierung der Abtreibung ausgesprochen. Nachdem eine oppositionelle Befreiungsfront deren Freigabe zu einer ihrer Hauptforderungen im beginnenden Präsidentschaftswahlkampf gemacht hat, sehen sich die Bischöfe zu einer erneuten Anti-Abtreibungskampagne gezwungen.

 

Mexiko

Die protestantische Menschenrechtsorganisation "Pastoren für den Frieden" befürchtet, dass Mexiko US-amerikanische Finanzhilfen zur Unterdrückung der Indio-Bevölkerung in der Chiapas-Region eingesetzt hat. Die Geistlichen riefen den US-Kongress jetzt dazu auf, die Verwaltung der Hilfsgelder genauer zu überwachen. Auch in der mexikanischen Öffentlichkeit herrschten Zweifel darüber, wie die Regierung die Gelder tatsächlich einsetze, berichtete jetzt der Vorsitzende der Organisation.

Kuba

Seit dem Papstbesuch gibt es in Havanna keine neuen politischen Gefangenen mehr. Das sagte am 26.11. der Erzbischof von Havanna, Kardinal Jaime Ortega, in Berlin. Von den bereits vor diesem Zeitpunkt Verhafteten, wurden unterdessen 300 freigelassen. Im Hinblick auf das von den USA gegen sein Land verhängte Wirtschaftembargo betonte der Kardinal, dass dadurch Kuba zu einer Art "Subsistenzwirtschaft" verurteilt sei. Selbst Spenden auf Dollarbasis könnten nur schwer eingeführt werden. Ortega hält sich anlässlich der diesjährigen Weinhachtskollekte der Spendenaktion ADVENIAT in Deutschland auf, deren Informationsschwerpunkt diesmal Kuba ist.

Brasilien

In Rio de Janeiro stehen in diesen Tagen zehn Polizisten vor Gericht. Die Ordnungshüter sollen 1993 in einem Slum der Hauptstadt ein Massaker verübt haben. Eine mögliche Verurteilung werten Menschrechtsgruppen als wichtigen Schritt zur Eindämmung der Polizei-Brutalität. Der erste Prozess gegen die zehn Männer im April diesen Jahres war verschoben worden, nachdem der Richter einen Kronzeugen suspendiert hatte. Auch der Presserummel um den Fall habe das Vorgehen der Justiz gebremst, sagen Beobachter. Der neueste Prozess wird deshalb in der Öffentlichkeit aufmerksam verfolgt. Es ist ein Test für die Glaubwürdigkeit der brasilianischen Justiz, betonte jetzt eine Vertreterin von Amnesty International.

V E R E I N T E N A T I O N E N

Die Zahl der Hungernden wächst weltweit. Das ist das Ergebnis eines Berichts der UNO-Landwirtschaftsorganisation FAO, der am 26.11. in Rom veröffentlicht wurde. Hauptgründe für diese Entwicklung sind nach Angaben der Behörde die anhaltende Armut eines grossteils der Weltbevölkerung, wetterbedingte Missernten und der Mangel an Devisen für Nahrungsmitteleinfuhren.

 

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Samstag:" Wochenkommentar" und "Sonntagsbetrachtung"

Sonntag:"Aktenzeichen"

Montag:" Weltkirchen-Magazin"

Dienstag:"Radioakademie"

Mittwoch:" Römische Woche"

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Mittwoch, 2.12.1998