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Liebe Internet-Benuter und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Donnerstag, 19.November bis Samstag, 21. November 1998.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat die Dialogbemühungen der österreichischen Kirche begrüsst, sich zugleich aber gegen Missverständnisse und Fehlentwicklungen gewandt. In seiner Ansprache an die Bischöfe forderte er sie am 20.11. auf, sich stärker für die geistliche Erneuerung der Kirche und um die eigentliche Gottesfrage zu kümmern, als um Strukturprobleme und Organisationsfragen. Auf die Themen Frauendiakonat und Priesterweihe von bewährten verheirateten Männern, die im Dialog für Österreich eine wichtige Rolle gespielt haben, ging er in der den Bischöfen übergebenen Ansprache, nicht ein.Stattdessen beschäftigte er sich mit dem in Österreich zur Zeit vielbeschworenen Dialog. Damit er sinnvoll sei, müssten alle Beteiligten zu wirklicher Kommunikation bereit und im Grundlegenden einer Ansicht sein. Theologische Grundlage dafür ist nach Überzeugung des Kirchenoberhauptes die Communio oder kirchliche Einheit, die die Einheit des dreifaltigen Gottes weiderspiegelt. Strukturfragen gehörten auf den zweiten Platz. Johannes Paul II. stellte sich auch der Herausforderung durch das Kirchenvolksbegehren, ohne es ausdrücklich zu nennnen: Es sei eine Fehltentwicklung, Demokratisierung sei in der Kirche fehl am Platz. Denn Glauben könne man nicht demokratisch bestimmmen. Wörtlich sagte Johannes Paul II.:"Die Wahrheit ist kein Produkt der Kirche von unten, sondern kommt von oben, von Gott." Daher sollten die Bischöfe Mut zu Liebe und Wahrheit haben. Akzeptiert nichts als Liebe, was ohne Wahrheit ist. Unter dem Stichwort Kultur des Lebens sprach der Papst über die Würde der unauflöslichen Ehe, über den Lebensschutz von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod. Und er fügte noch hinzu:die Kirche habe kein Recht Frauen zu Priestern zu weihen, auch wenn darüber diskutiert werde. Die Kirche Österreichs solle nicht weiter über sich selbst diskutieren, sie solle vielmehr das Geheimnis der Kirche meditieren.

Am 22.11. beginnt mit einem Gottesdienst im Petersdom die Synode der katholischen Bischöfe für Ozeanien. Zu den Themen der Ozeaniensynode gehört die Frage, wie weit sich die Kirche für die Einflüsse der verschiedenen einheimischen Kulturen öffnen soll. Ausserdem sollen der Einsatz für die Rechte der Eingeborenen Völker, sowie der Kampf gegen Umweltverschmutzung und neokoloniale Formen der Ausbeutung von Rohstoffen und Menschen zur Sprache kommen.

Der Päpstliche Rat für Gerechtigkeit und Frieden hat am 19.11. an die reichen Industrieländer appelliert, den armen Staaten ihre Auslandsschulden zu erlassen. Es sollte dadurch möglich werden, dass die Entwicklungsländer langfristige Aufbauprogramme durchführen.

Papst Johannes Paul II. hat am 19.11. die Filmschaffenden aufgerufen, das Kino zu einem-so wörtlich- "Herold der Menschlichkeit" zu machen. Sie sollten einen wahren Humanismus fördern, sagte er vor den Teilnehmern eines Kongresses unter dem Motto "Kunst, Leben und filmische Darstellung". Der Film brauche klare ethische Wertmassstäbe.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Eine Kirchendelegation aus Kuba kommt am 22.11. nach Deutschland, um bei der Eröffnung der Adveniat-Aktion teilzunehmen. Die Zuckerinsel steht in diesem Jahr im Zentrum der Öffentlichkeits-arbeit. Die 6 kubanischen Kirchenleute werden im Lauf ihres Deutschlandsaufenthaltes nach Bonn und Paderborn, Essen, Görlitz und München reisen. Sind begleitet von der Musikgruppe Kerygma, die mehrere Veranstaltungen musikalisch einrahmen wird.

Deutschland

Bundespräsident Roman Herzog hat sich bei einem Staatsbesuch in Jordanien für mehr Offenheit des Westens gegenüber den Muslimen ausgesprochen. Oftmals würde unreflektiert der Westen mit der Moderne, der Osten mit der Tradition gleichgesetzt, sagte das Staatsoberhaupt. Er erinnerte auch daran, dass der klassische Islam vor mehr als 600 Jahren selbst Vorbote der Moderne gewesen sei.

Deutschland

Der Präsident des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken ZDK, Hans Joachim Meyer, hat dazu aufgefordert, das Regierungsbündnis von SPD und PDS in Mecklenburg-Vorpommern zu akzeptieren.Es solle als Ergebnis freier und demokratischer Wahlen toleriert werden, sagte Meyer am 20.11. bei der ZDK-Versammlung in Bonn. Im Hinblick auf den Bonner Regierungswechsel kündigte Meyer an, dass das ZDK den Dialog mit der neuen politischen Führung suchen werde.

Deutschland

Innenminister Otto Schily will auch in Zukunft die Scientology-Sekte weiter beobachten. Die Bundesregierung verdächtigt die Organisation verfassungsfeindlicher Aktivitäten.Scientology-Vertreter haben hiergegen rechtliche Schritte angekündigt.

E U R O P A

Russland

Das Justizministerium hat jetzt die Religionsgesetze einiger Regionen scharf kritisiert. In einem am 18.11. veröffentlichten Kommunique heisst es, die lokale Gesetzgebung in rund 30 Disktrikten diskriminiere die Religionen und die Gewissensfreiheit und sie verletze die russische Verfassung. Ein Vertreter der russisch-orthodoxen Kirche rechtfertigte jetzt die eigenständige Religionsgsetztgebung der Regionen als einen defensiven Akt.Schliesslich müssten die traditonellen Kirchen nach dem Ende der Sowjetunion eine neue Chance bekommen, so die Überzeugung des Metropoliten. Als prompte Reaktion auf die Kritik der Moskauer Behörde sind jedoch schon drei lokale Gesetze aufgehoben worden.

Tschechische Republik

Staatspräsident Vaclav Havel will jetzt im Streit zwischen Kirche und Regierung über die Rückgabe von enteigneten Gebäuden vermitteln. Am 18.11. führte er mit dem Prager Kardinal Miloslav Vlk ein erstes Gespräch über "konkrete Fragen zur Lage der Kirche in der Gesellschaft". An den weiterführenden Unteredungen 23.11., soll auch der für religiöse Angelegenheiten zuständige Kulturminister Pavel Dostal teilnehmen.

Italien

Pressemeldungen zufolge hat der in Rom festgenommene Kurdenführer, Abdullah Öcalan, jetzt einen Brief an Papst Johannes Paul II. gerichtet, in dem er ihn um Unterstützung bittet. Der Vatikan wollte den Bericht am 19.11. weder bestätigen noch dementieren. Ein Sprecher erinnerte jedoch daran, dass der Papst in der Vergangenheit bereits wiederholt Mitgefühl gegenüber kurdischen Flüchtlingen gefordert hatte.

 

Italien

Radikale Hindus haben jetzt die Versetzung eines spanischen Missionars erzwungen. Der katholische Geistliche hatte sich seit rund 30 Jahren im Süden von Gujarat für die Rechte der Eingeborenen eingesetzt. Nach scharfen Drohungen hinduitischer Integralisten und verstärkten Übergriffen auf die christliche Minderheit in der Region, haben der Missionar seine Wirkungsstätte vorübergehend verlassen müssen, hiess es.

Türkei

Der neue Patriarch der armenischen Kirche, Masrob, hat Johannes Paul II. in einem Brieg aufgfordert, den Terrorismus der Kurdischen Arbeiterpartei "PKK", zu verurteilen. In dem am 21.11. von der italienischen Presse veröffentlichten Schreiben, bat er Johannes Paul, keine Haltung einzunehmen, die die türkisch-italienische Freundschaft beeinträchtige.Hintergrund des Schreibens ist die Verhaftung des Kurdenführers Abdullah Öcalan in Rom und der Auslieferungsgesuch der türkischen Regierung.

A S I E N

Südkorea

Für eine engere Zusammenarbeit ihrer Kirchen haben sich die japanischen und koreanischen Bischöfe ausgeprochen. Bei ihrem jünsten Treffen in Seoul, betonten sie, dass eine gemeinsame Jugendpastoral an erster Stelle stehe. Ein Austausch junger Katholiken solle besonders während des Jubiläumsjahres 2000 gefördert werden.

A F R I K A

Äthiopien

Religionsführer haben die Regierungen ihres Landes und Eritreas aufgefordert, keine kriegerische Propaganda mehr zu machen. Die staatlichen Informationskanäle beider Staaten heizten den Konflikt weiter an, so der orthodoxe Patriarch von Äthiopien. Das Komitee aus Orthodoxen, Katholiken, Evangelikalen und Moslems hat am 19.11. eine Gebetswoche für den Frieden zwischen Eritrea und Äthiopien begonnen.

Ägypten

Gegen"bewaffnete Gewalt" haben sich zur Zeit inhaftierte Führer

der einflussreichsten Islamistengruppe "Jamaa Islamiya", ausgesprochen.In einer Botschaft an ihre im Ausland tätigen Mitglieder, verlangen sie Respekt vor ihrer Entscheidung. Sie erinnern an eine ähnliche Stellungnahme, von Scheich Omar Abdel Rahman, vor einigen Monaten, der in den USA inhaftiert ist.

Sudan

Vertreter der Regierung und der Rebellenorganisation haben in Rom ein Abkommen unterzeichnet, das mehr Sicherheit für Hilfsorganisationen vorsieht. Am 20.11. erklärte ein UNO-Sprecher, die Lebensmittelversorgung der hungernden Bevölkerung des Südsudans solle sichergestellt werden.Ausserdem betonte der Sprecher, dass die Unterzeichner des Abkommens versprochen hätten, in den von den Hilfskräften zu passierenden Gebieten keine Landmine zu legen.

Burundi

Papst Johannes Paul II. hat in einer Botschaft zum 100. Jahrestag der Missionierung des zentralafrikanischen Landes seine Hoffnung auf Friede und Versöhnung aufgesprochen. Der päpstliche Gesandte zu den Jubiäumsfeiern, Kardinal Jean-Marie Lustiger rief bei einer Pressekonferenz in Bujumbura die internationale Gemeinschaft auf, das Handelsembargo gegen Burundi aufzuheben.

V E R E I N T E N A T I O N E N

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen hat am 18.11. eine Resolution über die Jahrtausendfeiern in Bethlehem angenommen. Der Botschafter Israels sprach seine Freude über die Feier der Christen aus, kritisierte aber, dass eine rein religiöse Angelegenheit zynisch für politische Zwecke missbraucht werde. In dem Dokument heisst es, die Situation rund um Bethlehem müsse sofort geändert werden. Der Friedensprozess müsse beschleunigt werden . Vor allem sollten Pilger freien Zugang zu den Heiligen Orten haben. Palästinenser, darunter auch viele Christen, müssen sich derzeit auch strengen Kontrollen unterziehen, wenn sie von Jerusalem nach Bethlehem reisen wollen. Das gesamte Projekt koste rund 340 Millionen US-Dollar.

Hinweise auf unser Wochenprogramm

 

Samstag:" Wochenkommentar" und "Sonntagsbetrachtung"

Sonntag:"Sie schreinem-wir antworten"

Montag:" Weltkirchen-Magazin"

Dienstag:"Radioakademie"

Mittwoch:"Römische Woche"

Man hört Radio Vatikan

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

Mittelwelle : 1530 Khz

Kurzwellen: 5880, 7250, 9645 Khz

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World-Radio-Network um 1.00, 9.30, 16.00 und 19.30 Uhr

Tonunterträger von Sky Movies (7.38 MHz analog)

und ZDF (7.56 MHz digital)

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Mittwoch, 25.11.1998