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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen ! An dieser Stelle finden die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Sonntag, 8. November 1998 bis Mittwoch, 11. November 1998.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat beim sonntäglichen Angelusgebet am 8.11. seine Sorge um den Friedensprozess im Nahen Osten geäussert. Die Gewalt der Menschen gefährde die Bemühungen all derjenigen, die sich für eine bessere Welt einsetzen.Besorgt zeigte sich Papst Johannes Paul II. auch über die jüngsten Gewalttaten in der Demokratischen Republik Kongo. Sie hätten zu einem Klima der "totalen Verunsicherung"geführt. Auch kirchliche Einrichtungen seien ihnen zum Opfer gefallen. Die kriegführenden Gruppen im Kongo rief Johannes Paul II. auf, die Gewalt aufzugeben, da sie niemals menschenwürdige Lösungen herbeiführe. Zusätzlich erinnerte der Papst erneut auch an die vom Hurrikan Mitch in Mittelamerika betroffenen Menschen.

Alle Vatikanangestellten, Laien und Geistliche, erhalten anlässlich des 20jährigen Dienstjubiläums von Papst Johannes Paul II. eine Sonderzahlung von umgerechnet etwa 1000 Mark. Dies sei durch die günstige Entwicklung des Vatikanhaushaltes möglich geworden, heisst es.

Der Papst hat Kardinal Josef Ratzinger als Vice-Dekan des Kardinalskollegium bestätigt. Dekan des Kardinalskollegiums ist der Afrikaner, Bernardim Gantin. Kamerlengo, der die Geschäfte während der Sedisvakanz führt, ist Kardinal Martinez- Somalo.

Papst Johannes Paul II. hat seine Bereitschaft zu einer Visite in Vietnam für den Fall geäussert, dass ein solcher Besuch möglich sein sollte. Nach Angaben des Vatikanischen Fidesinformationsdienstes sagte der Papst dies in einem Gespräch mit einem vietnamesischen Bischof. Am vergangenen 6.11. hatte dieser den Papst die offizielle Einladung der Bischofskonferenz überreicht. Ein Besuch von Johannes Paul II. in dem asiatischen Land könnte sich auch für die Regierung in Hanoi positiv auswirken, so der Bischof.

E U R O P A

Spanien

Der Erzbischof von Madrid, Kardinal Antonio Maria Rouco Varela, hat die Hoffnung ausgesprochen, dass ein internationales Gericht über die Vergehen des früheren chilenischen Diktators, Augusto Pinochet, urteilt. Gegenüber einer Tageszeitung des Landes erklärte Varela, das internationale Verfahren müsse eine juristisch korrekte Behandlung garantieren. Wenn Pinochet die Menschenrechte verletzt habe, müsse dies gerichtlich verurteilt werden, so der Kardinal. Derweil meldete sich das Oberhaupt der Erzdiözese Santiago de Chile ebenfalls zu Wort. Francisco Xavier Errazuriz hatte beim Sonntagsgottesdienst zu Verständnis und Vergebung aufgerufen. Das Urteil über den ehemaligen Militärherrscher Pinochet müsse man Gott überlassen. Gleichzeitig warnte Errazuriz vor Spannungen in der chilenischen Gesellschaft. Die Kirche wünsche Verzeihung und Wahrhaftigkeit für alle.

Polen

Die polnische Kirche diskutiert derzeit über die Seligsprechung einer Hebamme, die im Konzentrationslager Auschwitz bei rund 3000 Geburten Hilfe geleistet hat. Sie wird bis heute von sehr viele Katholiken in Polen als herausragende Christin verehrt. Stanislawa Leszszynska war selbst Mutter von vier Kindern und wurde von den Nationalsozialisten 1934 zusammen mit einer ihrer beiden Töchter ins KZ-Auschwitz gebracht, wo sie die Lagerhaft, im Gegensatz zu den Töchtern, überlebte.

 

Polen

Der polnische Primas, Kardinal Josef Glemp, hat am 11.11. in der Warschauer Kathedrale einen Festgottesdienst zum 80.Jahrestag der Unabhängigkeit Polens gefeiert. An der Messe nahmen Staatspräsident Kwasniewski, seine Amtskollegen aus Ungarn, Litauen und der Ukraine, sowie der Apostolische Nuntius in Polen, Erzbischof Josef Kowalczyk, teil.

Deutschland

Die Gründerin der internationalen Fokolar-Bewegung, Chiara Lubich, wird nach Deutschland kommen. Anlass ihrer Visite ist ein einwöchiges, ökumenisches Bischofstreffen in Ottmaring bei Augsburg. Während ihrer Deutschlandreise will die 78jährige Italienerin auch mit 3.500 Mitgliedern der Fokolar-bewegung in Münschen zusammentreffen.

Frankreich

Das Fortbestehen der Sklaverei hat der katholische Bischof von Guadalupe, Ernest Cabo, angeprangert. Anlässlich des 150. Jahrestages der Abschaffung der Sklaverei betonte Cabo, ein grosser Teil der Arbeiter würde durch ein falsche "Subventionspolitik" in völlige Abhängigkeit gezwungen. Das Kapital der sogenannten "weissen Kreolen" beherrsche heute die gesamte Wirtschaft Guadalupes, sagte der selbst von Kreolen abstammende Bischof weiter.

Griechenland

Der Erzbischof der griechisch-orthodoxen Kirche, Christodoulos, hat jetzt die Regierung in Athen wegen ihres Umgangs mit der theologischen Universität von Chalki angegriffen. Die Entlassung der Mitglieder des Kollegs sei eine undemokratische Massnahme, so der Kirchenmann, der für seinen konservativen Kurs bekannt ist. Die Orthodoxen sind der Ansicht, dass der Schritt der Regierung eine Reaktion darauf ist, dass die Kirche keine offizielle Erlaubnis für ihren Besuch in einem seit 1971 geschlossenen Kloster eingeholt hat. Der Konvent von Chalki auf einer Insel bei Istanbul war der ursprüngliche Sitz der jetzt geschlossenen Universität. Die türkische Regierung schloss damals das Kloster, denn religiöse und militärische Ausbildung sollten fortan nur unter staatlicher Kontrolle stattfinden.

Italien

Zum Thema "illegale Einwanderer" sind sich die Bischöfe uneins. Das zeigte sich am Rande der Vollversammlung der Bischofskonferenz. Unter den katholischen Oberhirten gehen die Meinungen auseinander, wie Staat und Gesellschaft auf den wachsenden Zustrom illegaler Einwanderer reagieren sollen. Einig ist sich der italienische Episkopat in seiner Forderungan die Regierung nach weiteren Aufnahmezentralen und nach Massnahmen, un die Situation in den Herkuftsländern zu verbessern. Das Thema Einwanderung muss nach Ansicht der Bischöfe auch auf europäischer Ebene angegangen werden.

A S I E N

Indien

Die katholische Kirche muss sich nach Ansicht der Priesterkonferenz für ihre Mitschuld an den Menschenrechtsvergehen bei der Kolonialisierung der afro-asiatischen Staaten und Lateinamerikas entschuldigen. Die Kirche habe sich oftmals mit den Kolonialmächten zusammengetan, die in den vergangenen 500 Jahren den Reichtum dieser Länder geplündert hätten, so die Selbstkritik der Kirchenvertreter. In einer Erklärung der Priesterkonfernz heisst es weiter, das Gremium nehme eine klare Haltung gegen die wirtschaftliche Globalisierung ein. Gleichzeitig verpflichte es sich zu einer neuen internationalen Ordnung. Alle Geistlichen werden aufgefordert, nicht Vermittler und Förderer des weltumspannenden Phänomens zu sein.

Osttimor

Bischof Carlos Belo hat die Studenten seines Landes ermahnt, die für dem 12.11. geplanten Massendemonstrationen friedlich verlaufen zu lassen. An diesem Tag jährt sich zum siebten Mal das Massaker auf einem Friedhof, bei dem das indonesische Militär 200 Personen erschossen haben soll. Die katholische Kirche selbst werde an dem Gedenktag keine besonderen Gottesdienste feiern, so Belo weiter. Es sei jedoch den einzelnen Pfarreien freigestellt, bei Messen Gebete für die Opfer des Massakers zu sprechen.

China

Mehr als 140 Mitglieder von protestantischen Untergrundkirchen hat die Polizei in diesen Tagen verhaftet. Ein Menschenrechtskomitee der Volksrepublik, mit Sitz in New York, erklärte darüberhinaus, dass in den kommenden zwei Monaten eine Welle der religiösen Verfolgung zu erwarten sei. Auch wenn die politische Führung Chinas mittlerweile bereit ist über religiöse Toleranz zu sprechen, besteht die Unterdrückung fort. Offiziell gibt es 11 Millionen Christen im Land, Missionare und Untergrundkirchen sprechen aber von 80 Millionen.

A F R I K A

Ägypten

Sieben Menschenrechtsorganisationen haben Staatspräsident Hosni Mubarak am 9.11. aufgefordert, alle Polizisten, die im September in Al-Kosheh koptische Christen gefoltert haben, gerichtlich zu belangen. Wie die Organisation in einer gemeinsamen Stellungnahme betonen, lassen der willkürliche Polizeieinsatz in der überwiegend koptischen Stadt und die Gleichgültigkeit der Regierung eine gezielte Christenverfolgung vermuten.

Ruanda

Die christlichen Kirchen des Landes wollen sich verstärkt im Kampf gegen Aids engagieren. Grundlage für das kirchliche Engagement seien das christliche Menschenbild und Werte wie Treue und sexuelle Enthaltung. Nach Schätzungen der Regierung sind mehr als 10 Prozent der Bevölkerung mit den Aids-Virus infiziert.

A M E R I K A

Vereinigte Staaten

Der ehemalige Erzbischof von San Francisco, John Quinn, hat dazu aufgerufen, neue Formen des Papstamtes zu suchen, um die EInheit der kirche herbeizuführen. Quinn sprach die Überzeugung aus, dass die Art und der Stil des Papstamtes der Schlüssel zur Wiedergewinnung der EInheit der christlichen Kirchen sei. Auch Papst Johannes Paul II. habe wiederholt aufgefordert, nach Möglichkeiten der Erneuerung des Papstamtes zu suchen, unterstrich der Oberhirte.

V E R E I N T E N A T I O N E N

Der Apostolische Stuhl hofft, dass die Straflosigkeit von Völkermord und ähnlichen Verbrechen bald beendet wird. Am 9.11. wurde eine entsprechende Erklärung des Ständigen Vatikanbeobachters bei den Vereinten Nationen veröffentlicht. Er begrüsste die Einrichtung eines Gerichtes, das Verletzungen der internationalen Menschenrechte bestraft. Gleichzeitig informierte er darüber, dass der Apostolische Stuhl sich nicht an der Abstimmung über die Besetzung der Richterämter beteiligen werde.

Am 9.11. hat in Genf eine Menschenrechtskonferenz von Fachleuten des Islam begonnen. Der Verantwortliche einer islamischen Hilfsorganisation aus Jordanien, unterstrich dabei, dass die Muslime die Charta der Menschenrechte durchaus billigen. Gleichzeitig bedauerten sie aber, dass in den westlichen Ländern immer noch falsche Vorstellungen über den Islam verbreitet und Angst vor den Muslimen gemacht würde.

Der Ständige Vertreter des Apostolischen Stuhls bei der UNO, Erzbischof Renato Martino, hat am 9.11. dem Abkommen von Wye-Plantation zwischen Israelis und Palästinensern die volle Unterstützung des Vatikans zugesagt. Für die Bürger Israels könne es nur Sicherheit geben, wenn die Palästinenser frei ihre Religion ausüben, zur Schule und Arbeit, sowie zur ärztlichen Versorgung gehen könnten. Das sei die Vorausetzung für den Frieden, sagte Erzbischof Renato Martino. Ferner begrüsste Martino die Entscheidung der Vereinten Nationen, das Jahr 2000 als "Jahr des Friedens" auszurufen. Der Friede sei mehr als das Fehlen von Krieg und Gewalt, unterstrich er und wies darauf hin, dass die Völker der Welt am Anfang des neuen Millenniums lernen müssten, auf der Grundlage universeller Friedenswerte zusammenzuleben, so der Erzbischof.

 

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Samstag, 14.11.1998