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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Donnerstag, 5. November 1998 bis Samstag, 7. November 1998.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat am 6.11. den Vorschlag unterstützt, im Jahr 2000 die Auslandsschulden der Entwicklungsländer wesentlich zu reduzieren und die Todestrafe auszusetzen. Er schloss sich damit der Anregung einer internationalen Gruppe von Parlamentariern an, die ihm zu Ehren im Vatikan ein Konzert veranstaltet hatten. Der Papst hatte in seinem Apostolischen Schreiben zum Heiligen Jahr 2000 die Idee des Schuldenerlasses aufgegriffen, der schon im Alten Testament alle 50 Jahre üblich war. Es ist ursprünglich eine Vorstellung des jüdischen Volkes.

Papst Johannes Paul II. hat am 7.11. vor der Vollversammlung der Päpstlichen Akademien über die Rolle der Gottesmutter Maria und die Bedeutung jeder Frau gesprochen. Maria solle der Kirche helfen, die Sendung der Frau in der Kirche und für die Verkündigung des Evangeliums zu verstehen. Es gelte auch, das weibliche Genie zu entdecken. An der Jahresversammlung der Päpstlichen Akadamien nahmen auch ausser den Akadmiemitgliedern auch viele beim Vatikan akkreditierte Diplomaten teil.

 

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Die evangelische Kirche hat während der Generalsynode in Münster enschieden, die Diakonie wieder näher mit der kirchlichen Arbeit zu verbinden. Durch die Professionalisierung der sozialen Tätigkeit seien kirchliche Seelsorge und Diakonie immer weiter auseinandergerückt.

Am 5.11. veröffentlichte die EKD-Synode eine Erklärung zur Versöhnung zwischen Tschechen und Deutschen. Sie war gemeinsam mit tschechischen Protestanten erarbeitet worden. Das Dokument soll angesichts wechselseitiger Vorwürfe und Vorurteile nach der gemeinsamen geschichtlichen Wahrheit suchen.

Die evangelische Synode hat ferner bekanntgegeben, dass sie wegen Rückgangs der Kirchensteuer im kommenden Jahr, 10 Prozent weniger ausgeben kann als in diesem. Zwischen 1994 und 2000 werde das Kirchensteueraufkommen insgesamt um ein Drittel gesunken sein. Präses Manfred Kock gab am 6.11. an, das Budget im kommenden Jahr betrage rund 445 Millionen Mark.

Deutschland

Nach einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Berlin hat die islamische Föderation grundsätzlich Anspruch auf Zulassung zum Religionsunterricht an öffentlichen Schulen. Das Gericht gab am 4.11. einer Klage des Vereins statt. Nach dem jüngsten Urteil erfüllt die Gemeinde durch ihr Bekenntnis zum Islam, alle Merkmale einer Religionsgemeinschaft. Berlins evangelischer Bischof Wolfang Huber begrüßte ebenso wie der regierender Bürgermeister, Eberhard Diepgen, das Urteil.

Deutschland

Genau 60 Jahre nach der Reichskristallnacht wird die Dresdner Synagoge wieder aufgebaut. Die Grundsteinlegung für das Gebetshaus findet am 9. November, genau 60 Jahre nach der Zerstörung des alten Baues durch die Nationalsozialisten statt. Die im 19. Jahrhundert von Gottfried Semper entworfene Synagoge, wird durch ein Gebäude in modernem Stil ersetzt.

Deutschland

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Karl Lehmann, hat aus Anlass des 60. Jahrestags der Reichspogromnacht am 9. November zur Wachsamkeit vor rassistischen Strömungen aufgerufen. In einer am 7.11. veröffentlichten Erklärung schreibt Lehmann, die Erinnerung an die Greueltaten der Nationalsozialisten verpflichte die deutsche Bevölkerung auch zu seiner ständigen Überprüfung und Änderung ihres heutigen Verhaltens. Gewalt bahnt sich bereits dort an, wo wir Fremden feinselig begegnen, und wo wir nicht bereit sind, bedrohte Menschen aus anderen Ländern bei uns aufzunehmen, so Lehmann wörtlich. Er bedauerte erneut, dass auch die deutschen Bischöfe, vor 60 Jahren, nicht gegen die Reichspogromnacht protestiert hatten.

Österreich

Die Bischofskonferenz wird die Ergebnisse der Delegiertenversammlung im "Dialog für Österreich" als Dokumentation im Vatikan übergeben. Das wurde zum Ende ihrer Herbstvollversammlung am 6.11. bekanntgegeben. Gleichzeitig teilten sie mit, daß nicht alle Bischöfe sich hinter die Forderungen der Delegiertenversammlungen stellen könnten. Der Dialog solle jedoch auf verschiedenen Ebenen fortgesetz werden. Sie machten klar, daß viele Entscheidungen nicht ohne die Weltkirche getroffen werden können.

Österreich

Die Bischöfe haben sich jetzt auch zur Mitverantwortung der katholischen Kirche am Holocaust bekannt. Zum Ende ihrer Herbstvollversammmlung erklärten sie am 6.11., der christliche Antijudaismus sei eine der Hauptursachen des Antisemitismus gewesen. Anlass für diese Erklärung ist die 60. Wiederkehr der Reichskristallnacht am 9.11.. In dem Dokument heisst es weiter, der christliche Antijudaismus sei vom rassistisch-biologischen Antisemitismus des 19. Jahrhunderts deutlich zu unterscheiden. Dennoch habe die judenfeindliche Haltung in der katholischen Kirche wesentlich zum Judenhass beigetragen.

Österreich

Die Bischofskonferenz hat am 6.11. vor der Abtreibungspille "Mifegyne" gewarnt. Es sei sehr zu begrüssen, dass die Herstellerfirma bisher davon abgesehen habe, das Präparat in Österreich einzuführen. Gleichzeitig verurteilen die Bischöfe die Fristenregelung. Menschliches Leben sei von der Empfängnis an zu schützen. Daher müsse auf jeden Fall eine Frist zwischen dem Wunsch nach Abtreibung und ihrer Durchführung eingeführt werden.

 

E U R O P A

Italien

Ein römisches Gericht hat jetzt die Klage eines Mannes abgewiesen, der gegen die Abtreibung seines Kindes durch seine Frau prozessiert hatte. Das Gericht hatte die Ansicht vertreten, die Abtreibung sei allein Sache der Mutter des Kindes. Der Vater habe kein Anrecht auf sein Kind.

Frankreich

Die Bischöfe des Landes haben nach ihrer Vollversammlung die Katholiken gebeten, die in Frankreich lebenden Muslime geschwisterlich anzunehmen und mit ihnen den Dialog zu pflegen. Als Begründung geben sie an, die Christen seien berufen mit allen Mitmenschen freundschaftlich zu verkehren.

 

Belgien

Rund 70.000 Muslime können erstmals ab Dezember einen Islamrat wählen, der als Verbindungsstelle zu den Behörden dienen soll. Damit hätten fast ein Viertel der in Belgien lebenden Muslime in die Wahllisten eintragen lassen, berichteten am 5.11. die Zeitungen des Landes. Bislang bestand keine Vertretung für die seit 1974 anerkannte Religionsgemeischaft.

A S I E N

Vietnam

Der Sekretär der Bischofskonferenz hat, Agenturmeldungen zufolge, die Regierung in Hanoi jetzt gebeten, den Papst nach Vietnam einzuladen. Gleichzeitig ersuchte er den Vatikan, entsprechende Kontakte mit dem vietnamesischen Botschafter in Rom aufzunehmen. Schon vor einer Woche hatte die Bischofskonferenz des ostasiatischen Landes den Papst eingeladen, das kommunistische Land zu besuchen. Hanoi hatte kurz darauf mitgeteilt, er wisse nicht über eine Papsteinladung.

 

A F R I K A

Liberia

Die Wiedereingeliederung der über 15.000 Kindersoldaten ins Schulsystem ist für den katholischen Erzbischof von Monrovia, eines der Hauptprobleme des westafrikanischen Landes. Da viele der Kindersoldaten unter Drogen gesetzt wurden, müssten sie zuerst Entziehungskuren machen. Positiv sei aber, dass die Regierung der Kirche jetzt wieder mehr Gehör schenke, so der Erzbischof bei einem Besuch bei dem deutschen Hilfswerk "Kirche in Not".

Kongo-Kinshasa

Die Bischöfe haben Präsident Laurent Kabila jetzt zum Dialog mit den Rebellen aufgerufen. Bei einem Treffen übergaben die Oberhirten Kabila am Freitag eine umfangreiche Erklärung, in der sie ein schnelles Ende des Krieges fordern. Auf die Gespräche mit den ausländischen Kriegesparteien müssten nun auch Treffen mit den im Land agierenden Rebellen folgen, heisst es. Der interne Konflikt lasse sich nur durch eine Beteiligung aller Kräfte lösen, so die Bischöfe weiter.

A M E R I K A

Honduras

Regierungsvertreter und der Präsident der Nachbarrepublik Nicaragua, haben am 6.11. gemeinsam eine Aufhebung oder zumindest eine Einfrierung ihrer Auslandsschulden gefordert. Nach den Verwüstungen des Wirbelsturms, seien sie nicht in der Lage ihren Verpflichtungen nachzukommen, hiess es. Pressemeldungen vom 6.1. zufolge, hat die Naturkatastrophe Zentralamerika in seiner Entwicklung, um rund zwei Jahrzehnte zurückgeworfen.

Honduras

Der Erzbischof von Tegucigalpa, Oscar Rodriguez, hat jetzt gemahnt, die internationalen Hilfsgüter für die Betroffenen des Wirbelsturms müssten auch wirklich ihr Ziel erreichen. Am 6.11, sagte der Kirchenmann vor der Presse, wer Hilfsgüter unterschlage, um sich selbst zu bereichern, auf dem laste ein Fluch. Beobachter sagen, die Drohung des Oberhirten habe sich insbesondere an die Regierungsbehörden gerichtet.

Kolumbien

Die Bischöfe haben Regierung und Rebellen jetzt zu einem beiderseitigen Waffenstillstand aufgerufen. Erst dann seien die für den 7.11. geplanten Verhandlungen möglich, so der Erzbischof der Haupstadt Bogota vor Journalisten. Staatspräsident Pastrana hatte bei einem Besuch im Bürgerkriegsgebiet die Dialogbereitschaft der Regierung bekräftigt. Auf Seite der Rebellen hat bis jetzt erst eine Organisation, das Nationale Befreiungsheer ELN, einen Waffenstillstand in Aussicht gestellt.

Mexiko

Die Vorbereitungen der vierten Reise von Papst Johannes Paul II., vom 22. bis 26. Januar nächsten Jahres in das lateinamerikanische Land, sind in der Abschlussphase. Ein Vatikanischer Gesandter habe jetzt in Mexiko-Stadt die letzten Einzelheiten geregelt. Zu den wichtigsten eucharistischen Feiern wird die Messe im Autodrom der Brüder Rodriguez gehören, sowie ein Treffen mit den Bischöfen des ganzen Kontinents im Wallfahrtsort Guadalupe zum Abschluss der Amerikasynode.

V E R E I N T E N A T I O N E N

Der argentinische Präsident, Carlos Menem, erhält im kommenden Jahr den Preis "Path to peace" -"Weg zum Frieden" . Die Auszeichnung wird jährlich von Ständigen Vertreter des Apsotolischen Stuhls bei den Vereinten Nationen für Verdienste um humanitäre Projekte vergeben. Frühere Preisträger waren UNO-Chef Boutros Ghali, die philippinische Präsidentin Coracon Aquino und Violeta Chamorro von Nicaragua.

Trotz weltweiter Proteste steigt die Zahl ziviler Opfer und die Rekrutierung von Kindern bei bewaffneten Konflikten.Dies gab am 5.11. der zuständige Unovertreter bekannt. In jüngster Zeit seien vor allem Afghanistan, Sierra Leone und Kenia in Kritik geraten, wo Frauen und Kinder brutal ermordet worden waren. Der UNO-Mann rief erneut zu weltweiten Kampagnen gegen die Gewalt und den Missbrauch von Kindern auf.

 

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Samstag:" Wochenkommentar" und Rosenkranzgebet mit Papst Johannes Paul II.

Sonntag: "Sie schreiben-wir antworten"

Montag: " Weltkirchen-Magazin"

Dienstag:" Radioakademie"

Mittwoch:" Römische Woche"

Man hört Radio Vatikan

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

Mittelwelle : 1530 Khz

Kurzwellen: 5880, 7250, 9645 Khz

Radio Vatikan ist ferner zu hören über Astra 1A durch

Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr

Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital) verbreitet wird.

World-Radio-Network um 1.00, 9.30, 16.00 und 19.30 Uhr

Tonunterträger von Sky Movies (7.38 MHz analog)

und ZDF (7.56 MHz digital)

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a, D-40 878 Ratingen

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Redaktion dieser Ausgabe : Eva Rohrmann

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Mittwoch, 11.11.1998

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