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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen ! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Sonntag, 1. November 1998 bis Mittwoch, 4. November 1998.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat am 2.11. den Betroffenen des Wirbelsturms in Nicaragua und ganz Zentralamerika sein Gebet und seine Unterstützung zugesichert. In einer Botschaft an den Apostolischen Nuntius in Nicaragua ruft der Papst die staatlichen Institutionen und alle Menschen guten Willens zur Solidarität mit den Geschädigten der Naturkatastrophe auf.
Indes hat der Erzbischof von Tegucigalpa, Oscar Andres Rodriguez, hat jetzt um internationale Hilfe für die Opfer des jüngsten Hurrikans in seinem Land und Nicaragua gebeten. In der honduranischen Hauptstadt seien 30 Prozent aller Häuser und Wohnungen zerstört, sagte der Erzbischof.

Papst Johannes Paul II. hat die Katholiken aufgerufen, am Allerseelen, nicht nur an die Toten der eigenen Familie zu denken. Beim Angelusgebet am 1.11. sagte der Papst, die Erinnerung an die Toten sein dann besonders lebendig, wenn man an jene denke, die uns geliebt und ins Leben geführt hätten. Nicht weniger bedeutsam sein aber das Gedenken an die Opfer der Gewalt und der Kriege sowie an die Menschen, die ihr Leben für den Glauben oder für ihre Nächsten geopfert hätten.

Der Apostolische Stuhl hat das Abkommen von Wye Plantation als Rettung für den Friendensprozess im Nahen Osten gewertet. Der Vatikanische Aussenminister, Jean-Louis Tauran, erklärte jetzt, dieser Prozess sei dadurch wieder zum Leben erweckt worden.

Einen füfzigjährigen Aufschub für den Seligsprechungsprozess von Papst Pius XII. hat der Postulator in diesem Verfahren, Peter Gumpel, strikt abgelehnt. Er wies damit am 4.11. einen Vorschlag des israelischen Botschafters beim Apostolischen Stuhl, Aharon Lopez, zurück. Der Botschafter hatte seine Forderung nach einem Moratorium unter anderem damit begründet, dass nicht alle Dokumente des Vatikanarchivs aus der Zeit des Holocaust zugänglich seien. Damit die umstrittenen Aspekte im Handeln des Papstes geklärt werden könnten, müsse jeder die Dokumente vollständig einsehen können.

Der chilenische Unterstaatssekretär hat am 1.11. Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano über die Behandlung des Falles Pinochet informiert. Der chilenische Diplomat teilte der Presse mit, er habe den Vatikan nicht um Vermittlung gebeten. Eine Vatikanintervention war von der Pinochet-Stiftung vorgeschlagen worden.

Die fernöstliche Lehre von der Seelenwanderung sei ein Beweis für die Sehnsucht der Menschen nach Unsterblichkeit und Einswerden mit Gott, so der Papst am 4.11. vor den Pilgern auf dem Petersplatz. Die Reinkarnations-Theorie gehe jedoch, anders als die christliche Lehre von der Auferstehung, nicht von der Einzigartigkeit jeder Person und jedes Geschöpfs aus. Die biblische Offenbarung gebe sich nicht mit einem "vagen Gefühl des Weiterlebens" zufrieden, fügte der Papst hinzu.Nach den Zeugnis der Bibel sei die Auferstehung Jesu real, auch in körperlicher Hinsicht.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Zum Auftakt der Synode der evangelischen Kirche hat Präses Manfred Kock die Protestanten aufgerufen, wieder in die Kirche einzutreten. Es sei dringend nötig, das Evangelium in die Öffentlichkeit zu tragen. Zur Ökumene meinte der Kirchenmann, der Weg der Einigung mit der katholischen Kirche sei fortzusetzen.

Deutschland

Die evangelische Kirche und die Diakonie sollen ihre Kräfte in Zukunft bündeln, damit beide wieder an Profil gewinnen. Das haben Diakonievertreter am 2.11., vor der in Münster tagenden Synode der evangelischen Kirche, gefordert. Sie betonten, gerade die soziale Arbeit der Diakonie eröffne vielen Menschen den Zugang zum Glauben.

Deutschland

Die von der Bischofskonferenz eingesetzten Arbeitsgruppe zur Schwangerschaftskonfliktberatung hat am 2.11. erneut in Mainz getagt. Die Gruppe soll nach Alternativen zur Ausstellung des Beratungsscheins suchen, der für einen straffreien Schwangerschaftsabbruch erforderlich ist. Über den Inhalt der Gespräche wurde nichts bekannt. Nach dem nächsten Treffen im Dezember, wird die Arbeitsgruppe ein Papier formulieren, das im Januar den Bischöfen zu weiteren Beratungen vorliegen soll.

Deutschland

Der neue Bundeskanzler, Gerhard Schröder, hat bei seinem Amtseid auf die Gottesformel verzichtet, da sie einen privaten Akt darstelle. Dies erklärte er gegenüber einer Zeitung. Er bezog sich besonders auf einen Passus der Bergpredigt, demzufolge ein ausgesprochenes "Ja" oder "Nein" ausreicht. Der Bundeskanzler wies ferner darauf hin, dass er als evangelischer Christ, bei seinen Eiden als niedersächsischer Ministerpräsident, ebenso gehandelt habe.

Deutschland

Caritas International stellt 400.000 Mark für die vom Wirbelsturm Mitch betroffenen Länder Zentralamerikas bereit. In einer Presseerklärung heisst es, diese Hilfe werde in den Ländern von einheimischen Kräften verteilt.

Österreich

Bei der traditionellen christlich-jüdischen Gebets-und Gedankenwoche, vom 4. bis 11. November, wird in diesem Jahr besonders an den 60. Jahrestag der Reichs-Pogromnacht im Jahr 1938 erinnert. Die Christen wollen dabei vor allem der Tatsache gedenken, dass sie bei der Zerstörung der jüdischen Synagogen nicht protestiert, sondern eher weggeschaut haben.

Schweiz

Der Apostolische Nuntius, Erzbischof Oriano Quilici, ist an diesem Allerseelen in einem Berner Krankenhaus gestorben. Der 1929 in der Toscana geborene Erzbischof, war seit 1997 Apostolischer Nuntius in der Schweiz und Lichtenstein und zugleich Ständiger Vertreter des Apostolischen Stuhls bei den UN-Organisationen in Wien.

E U R O P A

Belgien

Mehrere Parteien erwägen die Einführung einer Kirchensteuer nach deutschem oder italienischem Vorbild. Dabei sollen die Bürger wählen können, welcher anerkannten Religion sie einen festgelegten Prozentsatz ihres Steueraufkommens zukommen liessen. Derzeit erhält die katholische Kirche zwischen 92 und 98 Prozent des Religionsetats, was laizistische Gruppen, angesichts der Anzahl praktizierender Katholiken, als zu hoch kritisierten.

Italien

Regierungschef Massimo D'Alema hat öffentlich erklärt, seine Mitte-Links-Regierung werde sich aktiv für die Förderung der Familie einsetzen. Die Familie muss nach Ansicht des MInisterpräsidenten geschützt werden, da sie nicht nur der kern der Gesellschaft, sondern damit auch die Grundlage für den Schutz der Menschenrechte ist.

 

A S I E N

Ostasien

Millionen von Gastarbeitern müssen wegen der derzeitigen Wirtschaftskrise in ihre Heimatländer zurückkehren. Ein Grossteil der 5,3 Millionen innerasiatischen Gastarbeiter soll aus den reichen Ländern ausgewiesen werden, wie der katholische Informationsdienst MISNA, unter Berufung auf die philippinische Bischofskonferenz, berichtet. In Kürze werden, allein nach Vietnam, 14.000 bis 15.000 Emigranten zurückkehren, die sich im wirtschaftlich starken Südkorea ihr Brot verdienten. Die thailändischen Behörden planen, in den kommenden drei Jahren, ein halbe Million Ausländer des Landes zu verweisen. In Japan gibt es mittlerweile eine eigene Institution zur Bekämpfung der illegalen Immigration.

Indien

Die Regierung in Neu Delhi hat jetzt auf Druck von religiösen Minderheiten einen Gesetzesentwurf zurückgezogen, wonach hinduistischer Religionsunterricht in allen Schulen und Universitäten Pflichtfach werden sollte. Die religiösen Minderheiten sind der Ansicht, dass das Gesetz dem Grundsatz der religiösen Neutralität des States widerspricht.

Vietnam

Die Behörden des Landes haben am 4.11. erneut den Vorwurf zurückgewiesen, sie hätten die Bewegungsfreiheit des UNO-Sonderberichterstatters für religiöse Fragen eingeschränkt. Der UNO-Berichterstatter hatte ausserdem erklärt, dass es keine Begegnung mit Vertretern der Taoisten, Konfuzianer und Hindus gegeben habe. All diese Religionen werden nicht anerkannt und als Aberglauben verfolgt.

A F R I K A

Ägypten

Anführer der militanten Islamistenorganisation, Al Gamaa Islamija, haben ihre Anhänger aufgefordert, den sogenannten

"Heiligen Krieg" gegen Israel fortzusetzen, US-amerikanische Ziele aber nicht mehr zu attackieren. Die Erklärung der Islamistenführer gilt als Reaktion auf einen kürzlichen Aufruf zur Gewaltlosigkeit durch das inhaftierte spirituelle Oberhaupt der Organisation. Scheich Umar Rahman hatte an seine Anhänger appelliert, die Aktivitäten aufs Predigen zu beschränken.

Ägypten

Die Solidarität zwischen Christen und Muslimen stand in diesen Tagen im Zentrum einer Kampagne der Kairoer Regierung. Mit Demonstrationen und anderen Aktivitäten, an denen auch zahlreiche Religionsvertreter teilnahmen, dementierten sie Nachrichten über eine Verfolgung der koptischen Christen im Land. Anlass für die Kampagne der Polizei war paradoxerweise die Ermordung zweier Kopten gewesen. Was die Weltöffentlichkeit als Beweis für die Verletzung der Religionsfreiheit nahm, erklären die Demonstranten jetzt ganz anders: Die Zwischenfälle bewiesen nur, dass die ägyptische Polizei systematisch Menschenrechte verletze, das aber ohne Berücksichtigung der Religionszugehörigkeit.

Togo

Das Parlament hat jetzt ein Gesetz verabschiedet, das die Beschneidung von Mädchen verbietet. Nach dem neuen Gesetz soll die Operation nunmehr mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren und einer Geldstrafe von bis zu 3.000 Mark geahndet werden.

V E R E I N T E N A T I O N E N

Das Ruanda-Tribunal soll rascher und effizienter handeln, damit die Fortsetzung des Friedensprozesses im zentralafrikanischen Land garantiert wird.Das forderte der Ständige Vertreter des Vatikan bei den Vereinten Nationen, Erzbischof Renato Martino, bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 3.11. in New York. Der Vatikan beteiligt sich nicht an der Wahl neuer Richter, die im Auftrag der Vereinten Nationen Untersuchungen zum Völkermord in Ruanda ermöglichen sollen.

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Mittwoch:" Römische Woche"

Donnerstag:"Jugendmagazin"

Freitag:"Prisma-Magazin"

Samstag: "Sonntagsbetrachtung" und Rosenkranzgebet mit Papst Johannes Paul II.

Man hört Radio Vatikan

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

Mittelwelle : 1530 Khz

Kurzwellen: 5880, 7250, 9645 Khz

Radio Vatikan ist ferner zu hören über Astra 1A durch

Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr

Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital) verbreitet wird.

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Tonunterträger von Sky Movies (7.38 MHz analog)

und ZDF (7.56 MHz digital)

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

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Redaktion dieser Ausgabe : Eva Rohrmann

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Samstag, 7.11.1998.

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