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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen ! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Donnerstag, 29. Oktober 1998 bis Samstag, 31. Oktober 1998.

V A T I K A N

Fachleute aus aller Welt haben vom 29. bis 31.Oktober ein dreitägiges Symposion über die mittelalterliche Inquisition abgehalten. Die Tagung diene dazu, dem Papst Unterlagen zu erarbeiten, damit er im Jubeljahr 2000 ein Schuldbekenntnis der Christen ablegen könne. Fachleute weisen darauf hin, dass die mittelalterlichen Staaten die sogenannte peinliche Befragung mehr als die Kirche angewandt hätten. Auch müsse man die römische Inquisition sehr von der spanischen unterscheiden. Nur zwei Prozent aller Prozesse seien mit dem Todesurteil beendet worden. Ausganspunkt der Inquisition sei die Absicht gewesen, die Einheit der Kirche zu wahren .

Die Kirche muss sich immer stärker und effektiver um den Dialog mit anderen Glaubenstraditionen, vor allem mit Moslems, Hindus, Buddhisten und anderen asiatischen Religionen bemühen. Das hat Papst Johannes Paul II. am 30.10. vor der Vollversammlung des Päpstlichen Rates für Interreligiösen Dialog gefordert. In seiner Ansprache an die Mitglieder des Rates, sagte Johannes Paul II., der Dialog gelinge besser, wenn er aus einer tiefen Spiritualität komme.

Die Glaubenskongregation hat jetzt ein Buch mit den zentralen Lehraussagen der katholischen Kirche über das Petrusamt herausgegeben. Demnach ist das Amt des Papstes nicht mit der Führung im staatlichen Bereich zu vergleichen. Der Petrusnachfolger ist nicht nur Koordinator, Präsident oder Ehrenprimas. Er kann aber auch nicht mit einem Monarchen im Bereich der Politik verglichen werden. Auch sei es abwegig die Kollegialität der Bischöfe dem Petrusamt entgegenzusetzen.

Papst Johannes Paul II. hat am 30 10. die internationale Konferenz der Katholischen Charismatiker in Audienz empfangen. In seiner Ansprache forderte es sie auf, sich für den Erhalt der katholischen Identität und für eine solide christliche Bildung einzusetzen. Die charismatische Erneuerung habe vielen Christen dazu verholfen, die Gegenwart und Kraft des Heiligen Geistes in ihrem Leben wieder zu entdecken, so der Papst weiter.

Papst Johannes Paul II. hat am 31.10. die Mitglieder der wissenschaftlichen Tagung über die mittelalterliche Inquisition in Audienz empfangen. Er dankte ihnen für die Erforschung der Tatsachen, wodurch die Kirche die Möglichkeit erhalte, im Jahr 2000 ein sachlich begründetes Schuldbekenntnis abzulegen.

Papst Johannes Paul II. hat am 31.10. die Mitglieder eines internationalen Kongresses über die älteren Menschen in Audienz empfangen. Im Zentrum seiner Ansprache stand die Würde der Senioren. Entscheidend sei es, ihnen ein gutes Selbswertgefühl zu erhalten.Die Kirche verteidige mit allen Kräften das Lebensrecht des Einzelnen bis zu seinem natürlichen Tod. Euthanasie verurteilte der Papst ausdrücklich. Nötig sei die Solidarität unter den Generationen und ein neues Verhältnis zwischen Familien und alten Menschen, das aus wechselseitigem Geben und Nehmen bestehen müssen.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Die katholische Kirche fordert am Beginn der neuen Legislaturperiode gezieltes Handeln gegen die Arbeitslosigkeit. Der Vorsitzende der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen des Deutschen Episkopats, Bischof Josef Homeyer, stellte am 29.10. in Bonn ein Memorandum mit so wörtlich" neun Geboten für die Wirtschafts-und Sozialpolitik" vor.
Volltext auf http://www.kath.de/sdbk/presse/pm1998/pm1998103001.html

Deutschland

Der Vorsitzende des Lutherischen Weltbundes, Bischof Christian Krause, hat jetzt vor Gefahren für den Bestand des Christentums gewarnt, wenn die grossen christlichen Kirchen nicht stärker zusammenarbeiten. Krause sprach in Wittenberg vor rund 70 lutherischen Theologen, die sich dort auf einer Tagung mit der umstrittenen gemeinsamen Erklärung der Kirchen zur Rechtfertigungslehre befassten.

Österreich

Die Ergebnisse des "Dialogs für Österreich", die Auswirkungen der Papstvisite im Juni sowie der bevorstehende Ad-Limina-Besuch des Episkopats in Rom stehen im Mittelpunkt der Herbstvollversammlung der österreichischen Bischöfe. Sie findet vom 3.11 bis 5.11. in Wien statt. Wahrscheinlich wird auch der Vorsitzende der Bischofskonferenz Kardinal Christoph Schönborn, an der Versammlung teilnehmen. Schönborn soll in diesen Tagen aus dem Krankenhaus in häusliche Pflege entalssen werden.

E U R O P A

Rumänien

Die unierte und die orthodoxe Kirche des Landes haben am 30.10. in Bukarest ein Stillhalteabkommen unterzeichnet. Darin verpflichten sich die beiden Konfessionen, in Zukunft auf gewaltsame Kirchenbesetzungen und juristische Klagen gegeneinander zu verzichten. Seit der Wiederzulassung der mit Rom unierten Kirche, die während der kommunistischen Herrschaft zwangsweise in die orthodoxe Kirche eingegliedert worden war, herrscht zwischen den beiden Konfessionen ein Konflikt über die Rückgabe der betroffenen Gotteshäuser.

 

Griechenland

Liberale orthodoxe Theologen wollen jetzt das Diakonat für Frauen durchsetzen. In einem Schreiben an das Heiligen Synod, die höchste Autorität der griechisch-orthodoxen Kirche, fordern die Theologen, Frauen müssten in Zukunft predigen dürfen, heisst es. Der Widerstand der orthodoxen Kirche gegen mehr Beteiligung von Frauen hatte in Vergangenheit schon zu erheblichen Spannungen innerhalb des Weltkirchenrats geführt.

A S I E N

Vietnam

Der Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen hat es bedauert, dass er während seines 10tägigen Vietnamaufenthaltes nur mit einigen religiösen Gruppen hatte sprechen können. Er kritiserte vor dem Abflug von Hanoi das Regime, dass es ihm nicht die nötige Freiheit zu Gesprächen gelassen hätte. Vor Antritt der Reise habe man ihm volle Bewegungsfreiheit zugesagt.

A F R I K A

Südafrika

Der ehemalige Erzbischof Desmond Tutu hat am am 29.10. Staatspräsident Nelson Mandela doch den Abschlussbericht der Wahrheitskommission überreicht. Bis zuletzt war die Veröffentlichung des Berichts, in dem es auch um die Rolle der Kirchen während der Apartheid geht, unsicher gewesen. Die burischen reformierten Kirchen hätten das Regime und die Rassentrennung ideologisch untermauert, heisst es in dem Dokument. Aber sogar Anglikaner und Methodisten hätten schwarze Priester und Gläubige diskriminiert. Die Wahrheitskommission würdigte aber auch den Einsatz anderer religöser Gruppen gegen die Apartheid. Derweil kritisierte Tutu, nach der Vorlage des Berichts der Wahrheitskommission, erneut am 30.10. die Regierungspartei ANC. Sie habe alles in ihrer Macht stehende getan, um Schönungen des Dokuments, und damit eine Vertuschung der Vergehen des Afrikanischen Nationalkongresses während der Apartheid durchzusetzen.

A M E R I K A

Kanada

Die grösste protestantische Kirche des Landes hat um Vergebung dafür gebeten, dass in ihren Schulen Indianerkinder sexuell missbraucht worden sind. Sie reagierte damit auf die Veröffentlichung eines entsprechenden Berichts, nachdem sie seit 1960 von diesen Missständen gewusst hat. In der Kirchenerklärung heisst es, sexueller Missbrauch könne durch nichts gerechtfertigt werden.

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Samstag:" Wochenkommentar" und "Sonntagsbetrachtung"

Sonntag:"Alle Heiligen im Radio"

Montag:" Weltkirche-Magazin"

Dienstag:" Radioakademie"

Mittwoch:"Römische Woche"

Man hört Radio Vatikan

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

Mittelwelle : 1530 Khz

Kurzwellen: 5880, 7250, 9645 Khz

Radio Vatikan ist ferner zu hören über Astra 1A durch

Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr

Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital) verbreitet wird.

World-Radio-Network um 1.00, 9.30, 16.00 und 19.30 Uhr

Tonunterträger von Sky Movies (7.38 MHz analog)

und ZDF (7.56 MHz digital)

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a, D-40 878 Ratingen

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Für die Internet-Nachrichten verantwortlich: Eva Rohrmann

Redaktion dieser Ausgabe : Eva Rohrmann

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Samstag, 10.10.1998

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