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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Sonntag, 25. Oktober 1998 bis Mittwoch, 28. Oktober 1998.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat am 25.10. vier herausragende Christen seliggesprochen. Alle Vier hatten religiöse Ordensgemeinschaften gegründet und teilweise im vergangenen Jahrhundert gelebt.Es handelt sich um den italienischen Priester aus Verona, Zeferino Agostini, um den spanischen Piaristen, Faustino Miguez, der im Erziehungsbereich-zeitweise auf Kuba-tätig gewesen war.Ferner um die französische Ordensfrau, Theodore Guerin, die in den USA eine neue Gemeinschaft ins Leben rief. Und schliesslich um den ersten Seligen, der in Brasilien eine weibliche Ordensgemeinschaft gegründet hat. Der Petersplatz war angefüllt von Zehntausenden von Gläubigen, die vor allem aus den Herkunftsländern der Seligen gekommen waren.

Am 24.10. ist der Europäische Kongress über Menschen-und Familienrechte zu Ende gegangen. Ein Mitarbeiter des Päpstlichen Familienrates, Bischof Francesco di Felice, bedauerte in einem Interview mit Radio Vatikan, dass in fast allen Staaten Europas heute die Familie rechtlich benachteiligt werde. Die Ehen auf Zeit und zur Probe, sowie homosexuelle Paare, würden auf diese Weise mit den legalen Ehen gleichgestellt. Es zeige sich darin ein Nachgeben gegenüber einer egoistischen Haltung.

Die Sonntagsausgabe der Vatikanzeitung "Osservatore Romano" hat die Befriedigung des Vatikans über das israelisch-palästinensische Abkommen ausgesprochen. Jeder Schritt auf dem Weg des Dialogs sein ein Fortschritt . Das Übereinkommen von Wye Plantation eröffne die Möglichkeit für ein friedliches Zusammenleben und eine gegenseitige Anerkennung, die auf dem Respekt vor der Würde des Partners beruht.

Am 24.10. hat in Rom eine wissenschaftliche Tagung über die künstlerische Gestaltung des Antlitzes Christi begonnen. Fachleute aus aller Welt diskutieren dabei über die Tradition des Ostens und Westens, das Gesicht Christi darzustellen. Der Osten zeige Christus in seiner Verklärung als Auferstandenen, der Westen versuche Christus im Leiden darzustellen. Das Antlitz Christi vom Turiner Grabtuch spielt bei den Arbeiten eine grosse Rolle.

Eine friedliche Lösung der Jerusalemfrage schliesst nach Ansicht des Apostolischen Stuhls einen international garantierten Sonderstatus der Stadt ein. Das machte der Vatikanische Aussenminister, Erzbischof Jean-Louis Tauran, am 26.10. bei einem kirchlichen Symposion in Jerusalem klar. Ein wirklicher Frieden im Nahen Osten sei ohne eine Klärung dieses Problems nicht möglich. Der Zugang der Gläubigen aller Religionen zu ihren Heiligtümern muss durch internationale Garantien gesichert werden. Nur so könnten die historischen und materiellen, sowie die religiösen und kulturellen Eigenheiten der Stadt geschützt werden, so Tauran.

Papst Johannes Paul II. hat im Rahmen einer Audienz für die Pilger der Seligsprechungen vom 25.10. eigens eine Gruppe traditionalitischer Katholiken der Petrusbruderschaft begrüsst. Der Papst bat alle Katholiken, diesen ehemaligen Anhängern von Erzbischof Marcel Lefevbre, Zeichen der kirchlichen Verbundenheit zu geben. Die Anhänger der Tradition dürften nicht diskriminiert werden, wünschte Johannes Paul II., sie sollten sich aber in die Gesamtkirche einfügen.

Papst Johannes Paul II. hat am 26.10. gefordert, dass die Jugendlichen auch unter den derzeitigen Bedingungen zu vollen Persönlichkeiten erzogen werden. Ausserdem warnte er vor einem Nomadentum der Jugend, das keine Heimat und keine Lebensorientierung bietet.

Unkontrolliertes Wirtschaftswachstum bringt grosse ökologische Schäden mit sich. Darauf hat ein Vatikanvertreter jetzt bei einer UNO-Versammlung zum Umweltschutz in New York hingewiesen. Dritte-Welt-Länder sollten ihre Wirtschaft heute nicht mehr ohne Rücksicht auf die Naturvorkommen entwickeln, so der der Vertreter des Apostolischen Stuhls.

Papst Johannes Paul II. hat am 27.10. die Vollversammlung der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften in Audienz empfangen. Der Papst kritisierte vor allem die Tendenz der heutigen Wissenschaft, den geistbegabten Menschen nicht mehr in seiner wahrhaft menschlichen Natur, sondern nur als ein Bündel von Funktionen zu sehen. Heute gebe es wissenschaftliche Theorien, die den Menschen auf eine rein materielle oder physische Realität reduzierten, die wie jedes andere Wesen auf der Erde. funktioniere.

Papst Johannes Paul II. hat am 26.10. das unterzeichnete Friedensabkommen zwischen Peru und Equador begrüsst. Die erzielte Einigung sei richtungsweisend für ganz Lateinamerika, betonte der Papst in einer Botschaft an die Staatspräsidenten beider Länder.

Eine angemessene Reaktion der Gesetzgeber auf die wachsende Überalterung vieler Länder, hat der Vatikanische Gesundheitsminister, Erzbischof Javier Lozano, gefordert. Durch die niedrigen Geburtenraten in fast allen entwickelten Ländern werde es zu tiefgreifenden Veränderungen kommen. Darauf müssten wirtschaftliche, politische und kulturelle Antworten gefunden werden.

Die Freiwilligen Feuerwehren Oberösterreichs haben Papst Johannes Paul II. zu seinem 20jährigen Amtsjubiläum ein Feuerwehrauto geschenkt. Die Initiative geht auf eine Idee des Ständigen Vertreters des Apostolischen Stuhls bei der Welternährungsorganisation, Erzbischof Alois Wagner, zurück.

Papst Johannes Paul II hat bei der Generalaudienzam 28.10. ein Ende der bewaffneten Konflikte in Kongo-Kinshasa und Guinea-Bissau gefordert. Die Auseinedersetzung im ehemaligen Zaire sei zerstörerisch und involviere ebenfalls die Nachbarländer.Die Suche nach ehrbaren und friedlichen Lösungen möge über den Versuch siegen, den Konflikt auszuweiten, so der Papst.Ebenfalls bei der Generalaudienz hat Johannes Paul II. an seinen Vorgänger Johannes XXIII. erinnert. Anlässlich des 40.Jahrestages der Wahl Angelo Roncallis zum Kirchenoberhaupt sagte der Papst, die Person des gütigen Papstes sei noch immer in Erinnerung der Gläubigen gegenwärtig.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Der Dalai Lama hat am 25.10. die Europäer davor gewarnt, ihre christliche Tradition zu verlassen. Es sei eine sehr schwierige Sache, die Religion zu wechseln. Vor Journalisten in Hamburg meinte das geistliche Oberhaupt der tibetischen Buddhisten, es sei aber viel besser Buddhist als Atheist zu werden. Zusätzlich betonte er auch, es sei sehr wichtig Harmonie unter den verschiedenen Religionen zu schaffen.

Deutschland

Das Bundesverfassungsgericht hat das bayerische Schwangerenhilfeergänzungsgesetz in weiten Teilen als verfassungswidrig zurückgewiesen. Die Richter urteilten am 27.10. in Karlsruhe, die Vorschriften verstiessen gegen die Berufsfreiheit und seien mit dem Grundgesetz weitgehend nicht vereinbar.Verfassungswidrig ist nach Ansicht des Gerichts, dass die Ärzte nur 25 Prozent ihrer Einnahmen aus Abtreibungen erzielen dürfen. Ebenso gegen die Verfassung verstosse die Vorschrift, dass der Arzt bestraft werden müsse, wenn er den Abbruch vornimmt, ohne dass die Schwangere ihre Gründe genannt hat. Indes hat der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Karl Lehmann das Verfassungsgerichtsurteil scharf kritisiert. Ebenfalls Kritik kam von der Juristenvereingiung "Schutz des Lebens."

Deutschland

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Karl Lehmann, hat am 27.10. Gerhard Schröder zu seiner Wahl zum Bundeskanzler gratuliert. Er wünsche ihm eine glückliche Hand, Zuversicht und Gottes Segen für seine verantwortungsvolle Aufgabe, so Bischof Lehmann in einem Telegramm. Ebenfalls beglückwünschte er den neuen Bundestagspräsidenten, Wolfgang Thierse.

Österreich

Beim Dialog für Österreich verlangte die Mehrheit der Delegierten die Möglichkeit, dass bewährte verheiratete Männer zu Priestern geweiht werden können. Auch sollte die Kirche Frauen zum Diakonat zulassen. Die Versammlung bat die Bischöfe, sich für eine entsprechende Gesetzgebung im Vatikan einzusetzen. Sie sprach gleichzeitig den Wunsch aus, dass die Ortskirche bei den Bischofsernennungen mehr gehört werde.

E U R O P A

Jugoslawien

Am 24.10. hat der russische Patriarch Alexi II. vor einem Militärschlag gegen die Serben im Kosovo gewarnt. Die orthodoxe Kirche sei entschieden gegen die Anwendung von Gewalt, weil dabei unschuldige Zivilisten die Hauptleidtragenden seien, sagte Alexi im russischen Fernsehen. Nach Ansicht von Beobachtern muss Alexi sich auch weitgehend hinter die Politik des Kreml stellen.

Norwegen

Am 24.10. haben in Oslo rund 2000 Personen für die Zulassung von verschiedenen Formen des Religionsunterrichts in den Schulen demonstriert. Bis jetzt ist in allen Klassen Religionsunterricht in der lutherischen Staatsreligion obligatorisch. Die Demonstranten verlangten, dass auch muslimische Schüler und Anhänger anderer Religionen und Konfessionen Religionsunterricht in der Schule bekommen.

Italien

Mit acht Konzerten von hohem internationalem Rang wurde in Rom am 26.10. das alljährliche Festival der Kirchenmusik eröffnet. Die Konzerte, die von der Akademie der Künste in Rom organisiert wurden, sind dieses Jahr Mozart gewidmet.

A S I E N

Israel

Zwei Ausstellungen in Jerusalem erinnern seit 25.10. an den Besuch von Kaiser Wilhelm II. vor genau hundert Jahren. Exponate sind zu sehen in der deutschen evangelischen Gemeinde und im katholischen Dormitio-Kloster. Den Katholiken hatte der Kaiser ein Gelände auf dem Zionsberg geschenkt, das er vom Sultan erhalten hatte.

Vietnam

Die Bischöfe wollen Papst Johannes Paul II. für das kommende Jahr zu einem Besuch ins Land einladen. Falls die Regierung zustimme, könne das Kirchenoberhaupt im August 1999 die 200-Jahrfeiern in La Vang abschliessen, heisst es.

Vietnam

Ein führender Vertreter der verbotenen buddhistischen Untergrundorganisation wirft der Sicherheitspolizei vor, den UNO-Sonderberichterstatter für religiöse Fragen an einem Treffen mit ihm gehindert zu haben. Derweil hat unter Schwierigkeiten am 28.10. der UNO-Sonderbeauftragte seine 10tägige Visite beendet. Das verabredete Treffen mit der Presse sagte er in letzter Minute ab, er wolle jetzt nicht sprechen, um seine Mission nicht zu gefährden, hiess es. Stattdessen hofft er, auf diplomatische Wege weiterzuarbeiten.In Diplomatenkreisen wird die Reise des UNO-Mannes nicht als positiv geschätzt.

Bangladesh

Der Apostolische Stuhl hat erneut die Kinderprostitution in dem Land beklagt. Der Vatikanische Missionsdienst FIDES verurteilte jetzt den Sextourismus und wiederholte die Forderung nach internationalen Gegenmassnahmen. In den vergangenen sieben Jahren sind in dem Land mehr als 2.600 Kinder verkauft worden. Viele von ihnen wurden Opfer sexuellen Missbrauchs, nicht wenige sind an seinen Folgen gestorben.

A M E R I K A

Kuba

Katholische Krankenhäuser der Vereinigten Staaten wollen mit den Gesundheitsbehörden auf der Zuckerinsel zusammenarbeiten. Es gehe dabei auch um den Austausch von Wissenschaftlern und Ärzten, um die Ausbildung von Medizinern und die Bekämpfung von Infektionskrankheiten.

Guatemala

Sechs Monate nach dem Mord an Bischof Juan Gerardi forderte die Kirche am 26.10., erneut eine Aufklärung der Tat.Der von den Behörden verdächtigte Priester, Mario Orantes, bleibt indes weiter in Haft. Ungeachtet der Entlastung der Geistlichen durch die Exhumierung der Leiche Gerardis, erhob die Staatsanwaltschaft in der vergangenen Woche offiziell Anklage gegen Orantes.

Chile

Die katholischen Bischöfe des lateinamerikanischen Landes haben die Entlassung des Ex-Diktators, Augusto Pinochet, aus britischer Haft gefordert. In Chile selbst hat der Fall die mühsam zugedeckten Wunden der Militärherrschaft wieder zutage gebracht.

Vereinigte Staaten

Präsident Bill Clinton hat am 27.10. ein Gesetz unterzeichnet, wonach Religionsverfolgung in allen Staaten der Welt durch US-Wirtschaftsmassnahmen bekämpft werden kann. Gleichzeitig lobte er die Gesetzgeber, die dem Präsidenten grosse Freiheit in der Anwendung des Gesetzes lassen. Es gehe dabei um die Förderung der Religionsfreiheit in aller Welt.

 

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Mittwoch:" Römische Woche"

Donnerstag:"Kreuz des Südens"

Freitag:"Prisma-Magazin"

Samstag:" Wochenkommentar" und "Sonntagsbetrachtung"

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Samstag, 10.10.1998

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