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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen ! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Donnerstag, 22. Oktober 1998 bis Samstag, 24. Oktober 1998.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano zu seinem persönlichen Beauftragten beim Festakt zum 350.Jahrestag des Westfälischen Friedens ernannt. Sodano nahm am 24.10. in Münster auch an einem ökumenischen Gottesdienst teil.

Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano hat am 22.10. Politiker und Gesetzgeber Europas aufgerufen, sich zum Anwalt der Menschen und des Gemeinwohls zu machen. Vor einem Familienkongress bedauerte er den Rückgang der Bevölkerungszahl und, dass der Wille zum Leben in Europa stark geschwunden sei. Die Menschen seien sich geistlich selbst entfremdet worden.

Der Frieden in Irland ist noch zu unsicher. Mit diesen Worten empfing Papst Johannes Paul II. den neuen irischen Botschafter beim Apostolischen Stuhl, Eamon O'Tuatheil, in Audienz. Die Zukunft müsse der ganzen Bevölkerung der Insel Frieden bringen, niemand dürfe dabei ausgeschlossen werden. Grundlagen dafür seien Gerechtigkeit, Gleichheit und Harmonie, so der Papst weiter in seiner Ansprache. Seit dem jüngsten Friedensabkommen über neue Regierungsstrukturen und die Zusammenarbeit der verschiedenen Bevölkerungsteile sei nun eine neue Epoche angebrochen. Um diese Lage zu stabilisieren fordert Johannes Paul nicht nur guten Willen, sondern auch ein konkretes Engagement für ein friedliches Zusammenleben.

Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano hat dem neuen italienischen Premierminister, Massimo D`Alema, im Namen des Papstes alles Gute für seine zukünftige Tätigkeit gewünscht. In einem Zeitungsinterview betonte er, die Vorbehalte der Kirche gegenüber der neuen Regierung seien so positiv zu bewerten, wie die Vorbehalte eines Vaters gegenüber seinen Söhnen. Zur Verteidigung von Familie, Schule und menschlichem Leben, werde die Kirche unabhängig von der Regierungscouleur, ihre Stimme erheben.

Papst Johannes Paul II. hat am 24.10. gegenüber dem neuen Botschafter Frankreichs beim Apostolischen Stuhl, Jean Gueguinou, betont, die Trennung von Kirche und Staat solle zum Respekt vor dem religiösen Leben führen. Zum Thema Familie meinte das Kirchenoberhaupt, der Staat habe die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass eine Ehe stabil sein und Kinder hervorbringen könne. Die katholischen Schulen brauchten derartige Unterstützung, dass Eltern ihre Kinder ohne ausserordentliche finanzielle Belastung in sie schicken könne. Auch dürfe Frankreich gegenüber den Asylsuchenden, seine Tradition der Gastfreundschaft nicht vergessen.

Papst Johannes Paul II. hat am 24.10. die italienische Regierung erneut aufgerufen, den katholischen Schulen gleiche Chancen zu geben wie den staatlichen Anstalten. Auf dem Petersplatz hatten sich rund 30.000 Pilger versammelt, die zur Demonstration zugunsten der katholischen Erziehung nach Rom gekommen waren. Der Papst meinte ausdrücklich : Wenn hochgeschätzte katholische Erziehungseinrichtungen schliessen müssten, sei dies ein wesentlicher Verlust für das Schulwesen Italiens.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Karl Lehmann, hat am 24.10. zum ökumenischen Miteinander und zur verstärkten Weiterarbeit an der gemeinsamen Erklärung der Kirchen zur Rechtfertigungslehre aufgerufen. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Rates der evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Manfred Kock, erinnerte er bei einem ökumenischen Gottesdienst zum 350. Jahrestag des Westfälischen Friedens in Osnabrück, daran, dass der Westfälische Friede die Glaubenskämpfe im 17. Jahrhundert beendet habe. An dem Festakt nahmen rund 20 Staatspräsidenten und Könige aus ganz Europa teil.

Deutschland

Die deutschen lutherischen Kirchen haben am 21.10. weitere Klärungen vom Vatikan verlangt, bevor das gemeinsame Dokument zur Rechtfertigung unterzeichnet werden kann. Es gebe Widersprüche zwischen dem vom beiden Kirchen erarbeiteten Rechtfertigungsschreiben und den Präzisierungen, die der Vatikanische Einheitsrat im Juli vorgenommen hatte, so die Generalsynode der Vereinigten Lutherischen Kirchen .

Österreich

Am 23.10. hat die Delegiertenversammlung des Dialogs für Österreich in Salzburg begonnen. An den dreitägigen Arbeiten nehmen die österreichischen Bischöfe, sowie 280 Delgierte teil. Dabei handelt es sich um die entscheidende Zwischenstation in einem langjährigen Prozess, durch den die Vertrauenskrise der Österreichischen Kirche überwunden werden soll. Papst Johannes Paul II. hat der Versammlung "seine Nähe und Begleitung im Gebet" versichert. In einem von Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano unterzeichneten Schreiben ermutigt der Papst die Delegierten, der Führung des Heiligen Geistes zu vertrauen und sich mutig auf das Gespräch einzulassen.

Österreich

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Christoph Schönborn, ist am 23.10. mit einer Beinvenenthrombose und Verdacht auf Lungenembolie ins Krankenhaus eingeliefert worden. Die Teilnahme Schönborns an der Salzburger Delegiertenversammlung des Dialogs für Österreich ist nach Angaben der behandelnden Ärzte nicht zu verantworten. Der Grazer Bischof, Johann Weber, wird bei der Versammlung anstelle des Kardinals nun den Vorsitz der Versammlung übernehmen.

E U R O P A

Grossbritannien

Die Debatte um die Verhaftung des ehemaligen Diktators Augusto Pinochet reisst nicht ab. Der Erzbischof von Santiago de Chile, Francisco Errazuriz, erklärte am 23.10., die Verhaftungen unter der Pinochet-Diktatur seien weniger schockierend gewesen, als die Festnahme des Generals in einer Londoner Privatklinik in der vergangenen Woche. Auch das Oberhaupt der anglikanischen Kirche, Erzbischof George Carey, sprach sich jetzt für eine menschliche Lösung und die Freilassung des Generals aus. Amnesty International und Entwicklungshilfe-Organisationen hatten demgegenüber die Verhaftung Pinochets begrüsst.

A S I E N

Israel

Die unnachgiebige Haltung der Regierung im Friedensprozess lähmt den Tourismus im Heiligen Land. Das ist das Ergebnis einer Studie der Darmstätter Utilitas- Forschung. Aus Angst vor Terroranschlägen schrecken viele deutsche Katholiken vor Pilgerreisen zurück, so die Diagnose des Meinungsforscher. Auch im Hinblick auf das Heilige Jahr 2000 sei keine Trendwende in Sicht. Schuld daran sind die politische Lage in dem Land und das Verhalten der Regierung unter Benjamin Netanyahu.

Israel

Katholische Bischöfe aus aller Welt wollen sich am 25.10. zu einer Kurztagung in Jerusalem versammeln. Unter anderem soll es dabei um den Status von Jerusalem gehen. Ausserdem stehen die Chancen und Herausforderungen des Jahres 2000 auf dem Programm.

A F R I K A

Ägypten

Der wegen Terroranschlägen auf US-amerikanische Einrichtungen

inhaftierte Scheich, Omar Rabdel Rahman, hat die Islamisten in aller Welt jetzt zur Gewaltlosigkeit aufgerufen. In einer aus dem US-amerikanischen Hochsicherheitsgefängnis geschmuggelten Botschaft fordert er die Bildung einer internationalen islamischen Allianz, die ihre Ziele friedlich verfolgt und die den Islam mit friedlichen Mitteln verteidigen soll. Seinen letzten Appell, den er 1997 mit anderen inhaftierten Mitkämpfern lancierte, hatten sowohl die islamischen Gruppen als auch Kairo zurückgewiesen.

Südafrika

Bei einem Gipfeltreffen zu "moralischen Fragen" in Johannesburg, haben sich am 22.10. Führer von politischen und religiösen Gruppen auf einen Verhaltenscode geeinigt. Präsident Nelson Mandela rief die Teilnehmer in seiner Eröffnungsrede auf, die moralischen Missstände zu beseitigen die auch noch nach dem Ende der Apartheid bestünden. Die Einigkeit unter den Teilnehmern des Treffens wird aber nach Beobachtermeinung nicht bis zu den Wahlen 1999 anhalten.

A M E R I K A

Guatemala

Die Kirche des Landes hat am 24.1o.offiziell die Regierung angeklagt, sie bemühe sich nicht um die Aufklärung des Mordes an Weihbischof Gerarde. Der des Mordes an Bischof Juan Gerardi verdächtigte Priester, Mario Orantes, war bereits am 21.10. offiziell angeklagt worden. Der zuständige Richter habe den Antrag des Geistlichen auf Haftentlassung zurückgewiesen, hiess es. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz schrieb in einer Erklärung, die Kirche bedaure, dass die Staatsanwaltschaft die Hinweise auf eine Verwicklung des Militärs in den Mordfall nicht genauer untersuche. Das Ergebnis der Exhumierung der Leiche Gerardis hatte den inhaftierten Priester vor wenigen Wochen entlastet.

Mexiko

Der Apostolische Nuntius, Erzbischof Justo Mullor, hat am 23.10. eine Änderung der Weltwirtschaftordnung gefordert, damit der Reichtum gerechter verteilt werden könne. Der Vatikanvertreter rief die Regierungen in aller Welt uf, die Wirtschaftssysteme menschlicher zu gestalten. Er erinnerte an die mahnenden Worte Papst Johannes Paul II. und betonte, in Zukunft dürfe die Wirtschaft nicht mehr nur Finanzspekulanten dienen. Bei seinem Besuch Mexikos wolle der Papst ein versöhntes Land erleben.

Brasilien

Mit Bestürzung und Trauer hat das Hilfswerk Adveniat die Ermordung des Diözesanpriesters, Oto Campos Braga, aufgenommen. In einem Schreiben ermahnte der Adveniat-Geschäftsführer, Dieter Spelthahn, die Behörden, alles Erdenkliche zu tun, um die Täter schnell zu bestrafen. Der 39jährige Priester war in seinem Arbeiterviertel der Diözese Campos tätig und setzte sich in zahlreichen Projekten für Menschen ein, die in extremer Armut leben.

Brasilien

Indianergruppen haben am 22.10. gegen die Feierlichkeiten zum

500jährigen Jubiläum der Entdeckung des Landes protestiert. In einem offenen Brief an Papst Johannes Paul II. und den brasilianischen Staatspräsidenten, Fernando Cardoso, prangern sie die Ermordung Millionen Eingeborener an. Als Gegengewicht zu den grossen staatlichen Feiern planen 2000 Indianerhäuptlinge deshalb jetzt ein Treffen im nördlichen Staat Bahia, wo die Portugiesen einst an Land gingen.

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Samstag:" Wochenkommentar" und "Sonntagsbetrachtung"

Sonntag:" Aktenzeichen"

Montag:" Weltkirchen-Magazin"

Dienstag:"Radioakademie"

Mittwoch:"Römische Woche"

Man hört Radio Vatikan

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Mittwoch, 28.10.1998

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