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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Sonntag, 18. Oktober 1998 bis Mittwoch, 21. Oktober 1998.

V A T I K A N

 

Papst Johannes Paul II. hat am 20.10. zum dritten Mal in seiner Amtszeit dem italienischen Präsidenten, Oscar Luigi Scalfaro, einen offiziellen Besuch abgestattet. Die Visite wurde im Vorfeld von der Kritik überschattet, die katholische Kreise am Regierungsauftrag des Postkommunisten Massimo D'Alema übten. In seiner offiziellen Ansprache, der auch D`Alema beiwohnte, drang das Kirchenoberhaupt erneut auf Schutz der Familie und des Lebens, sowie Pluralismus in der Schulpolitik. Während der Papst auf die Zusammenarbeit zwischen Staat und Kirche einging, verteidigte Staatspräsident Scalfaro die Laizität des Staates.

Die Vatikanische Tageszeitung "Osservatore Romano" hat in der Ausgabe vom 18.10. die Berufung des ehemaligen kommunistischen Parteiführers, Massimo D'Alema, energisch kritisiert. Noch schärfer äusserte sich die Tageszeitung der italienischen Bischofskonferenz. Beobachter diskutieren, ob durch die Designierung D'Alemas durch Staatspräsidenten Scalfaro auch dessen Verhältnis zum Vatikan belastet werde.

Der Apostolische Stuhl ermutigt die Vereinten Nationen dazu, sich für ein besseres Leben der Frauen einzusetzen, wie es die Pekinger Konferenz 1995 beschlossen hatte. Die katholische Kirche selbst unternehme alles in ihrer Macht stehende, um benachteilgten Frauen zu helfen, so eine Vatikanvertreterin vor der UNO-Generalversammlung. Wichtigste Ziele müssten darin bestehen, Schulausbildung und medizinische Versorgung allen zugänglich zu machen. Die Kirche setze sich konkret für eine Verbesserung der Lebensbedingungen dieses schwächeren Teils vieler Gesellschaften ein, indem sie bereits an Grundschulen Respekt für die Rolle der Frau lehre.

Der Ständige Beobachter des Apostolischen Stuhls bei den Vereinten Nationen, Erzbischof Renato Martino, hat am 19.10. eine verstärkte weltweite Abrüstung gefordert. In einer Rede vor der UNO-Vollversammlung in New York betonte Martino, im kommenden Jahrhundert gelte es eine Kultur des Friedens zu schaffen. Die Beseitigung der Gewalt sei kein unerreichbares Ziel, er sehe darin gar einen Ausweg für viele Entwicklungsländer:Denn weniger Gewalt bedeute auch weniger Kostenaufwand im Gesundheitssystem. Die gesparten Mittel könnten dann in Programme zur nachhaltigen Entwicklung fliessen.

 

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

 

Deutschland

Am 21.10. haben die beiden grossen Kirchen eine gemeinsame Erklärung über die internationale Verschuldung veröffentlicht.Sie fordern darin die Stundung der Auslandsschulden, da sonst ganze Völker in Hunger und Verzweifelung getrieben werden. Es sei eine Frage der weltweiten Solidarität. Von den verschuldeten Staaten verlangen sie Strukturreformen, um die Armut zu überwinden.

Deutschland

Der Startschuss für die Vorbereitungen der "Aktion Dreikönigssingen 1999" ist dieser Tage in Stuttgart erfolgt. Den anwesenden Jugendlichen sagte der Präsident des Kindermissionswerkes, Prälat Arnold Poll, sie hätten einen doppelten Auftrag. Die Sternsinger müssten sowohl die Wahrheit Gottes weiter sagen als auch die Menschen mit Gott in Verbindung bringen. An der Dreikönigsaktion werden voraussichtlich 500.000. Sternsinger in teilnehmen.

Deutschland

Auf ein unterschiedliches Echo stossen die rot-grünen Koalitionsvereinabarungen bei katholischen Verbänden und Sozialexperten. Das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken, ZDK, hält die Pläne zur Familienpolitik nicht für ausreichend. Die Katholische Frauengemeinschaft und Arbeitnehmerbewegung, KAB, begrüssen dagegen die Vorhaben als erste Schritte in die Richtung.

Österreich

Der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, hat zum Widerstand gegen die Euthanasie aufgerufen. Gleichzeitig kritisierte er Entwicklungen in der Gentechnik. Grundlage einer echten Demokratie sei die unantastbare Würde des menschlichen Lebens, von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod. Die Zulassung der Euthanasie verstärke den gesellschaftlichen Druck auf Patienten, sich eines mühsam gewordenen Lebens zu entledigen. Hinter solchen Forderungen stehe oft ein falsches Verständnis vom Selbstbestimmungsrecht des Menschen.

E U R O P A

Italien

Am 19.10. ist der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Josef Ratzinger, mit dem Landesbischof der evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg, Wolfgang Huber, zu einer öffentlichen Diskussion über Ökumene zusammengetroffen. Ratzinger erklärte dabei, der Vatikan wolle mit einer Zusatzerklärung zur Rechtfertigungslehre Luthers die Annäherung der katholischen und evangelischen Kirchen voranbringen.

Italien

Am 19.10. haben die Zeitungen des Landes die Frage diskutiert, ob Papst Johannes Paul II., 1981, im Fall einer sowjetischen Invasion Polens in das Land gekommen wäre, und das sogar unter Aufgabe seines Petrusamtes. Ausgangspunkt der Auseinandersetzung ist ein Interview des Primas der polnischen Kirche, Kardinal Josef Glemp. Er habe sogar gesagt, der Papst hätte aus Vaterlandsliebe auf sein Amt verzichtet, hiess es. Die Tageszeitung "La Repubblica" schrieb, nach Aussgagen Glemps hätte der Papst bei einer Invasion durch Moskauer Truppen sein Amt aufgegeben und wäre in seine Heimat zurückgekehrt. Der Sprecher Glemps dementierte diese Meldung. Indes liess der ehemalige Präsident, Wojciech Jaruzelski am 19.10. wissen, ihm sei nichts von derartigen Plänen des Papstes bekannt. Der Vatikanische Pressesaal wollte sich zu der Diskussion nicht äussern.

Italien

Der Verband der katholischen Schulen, hat den designierten Ministerpräsidenten Massimo D'Alema aufgefordert, so rasch wie möglich das Gesetz zur Gleichstellung aller Schulen zu verabschieden. Dies sei in fast allen Ländern der europäischen Gemeinschaft, sowie vielen anderen Staaten der Welt schon Realität. Die katholischen Schulen forderten im Namen einer Gesellschaft ohne Privilegien aber auch ohne Diskriminierung die effektive juridische und ökonomische Gleichstellung der Schulen.

Italien

Für die volle Integration minderjähriger Einwandererkinder setzt sich der Mailänder Erzbischof, Kardinal Carlo Maria Martini, ein. Auf einem Kongress zu dem Thema "Minderjährige Immigranten" warnte er vor Diskrimienierung und Abschottung.Um diese Kinder nicht der organisierten Kriminalität auszuliefern sei es notwendig, ihre Zukunft durch konkrete und kontinuierliche Hilfsprojekte zu sichern, so Martini.

Frankreich

Nach Meinung der linksorientierten Zeitung "Liberation" würde Paris keine Euromünze mit dem Emblem Johannes Paul II. akzeptieren. In Frankreich herrsche, ausgehend von den republikanischen Ideen, eine strikte Trennung von Staat und Kirche.Am 23. November entscheiden die europäischen Finanzminister über die verschiedenen Währungsembleme.

Polen

Die Regierung des Landes hat am 19.10. den Gerichtsentscheid kritisiert, nach dem ein Pachtvertrag beim ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz nicht gekündigt werden kann. Auf dem umstrittenen Gelände stellten fanatische Katholiken seit Monaten eine grosse Anzahl Kreuze auf, die die jüdische Bevölkerung provozieren. Das polnische Staatsfernsehen beklagte nun, das Urteil schade dem internationalen Ansehen des Landes.

A S I E N

Israel

Einen dauerhaften Frieden im Nahen Osten kann es nach Ansicht des obersten Vatikandiplomaten nur geben, wenn der Status von Jerusalem und der Zugang zu den Heiligen Stätten international garantiert ist. Das hat Erzbischof Jean-Louis Tauran am 17.10. gegenüber Politikern in Ägypten unterstrichen. Die Heiligen Stätten gehörten nicht einer einzigen Seite, sondern der ganzen Welt. Die ägyptischen Gesprächspartner von Tauran in Kairo stimmten dem Vatikandiplomaten weitgehend zu.

Vietnam

Vertreter der kommunistischen Partei haben jetzt erklärt, die Religionsfreiheit sein in ihrem Land gewährleistet. Beobachter vor Ort teilen die optimistische Sicht der kommunistischen Machthaber nicht. Sie berichten zwar von zaghaften Erleichterungen bei der Religionsausübung in den letzten Monaten, betonen aber, alle religiösen Aktivitäten würden weiterhin streng von oben überwacht. Nach der Verfassung gilt im Land tatsächlich die Glaubensfreiheit. Die Regierung fühlt sich nach ihren Worten aber dennoch frei, alljene zu verfolgen, " die die Religionsfreiheit missbrauchen, um die öffentliche Ordnung zu stören".

Philippinen

Die islamische Befreiungsfront MORO hat jetzt gedroht, weitere

Priester zu entführen. Aufgrund der angespannten Lage sei einigen Geistlichen Polizeischutz angeboten worden, hiess es. Seit September sind auf den Philippinen mehrere katholische Priester entführt worden.

Indonesien

Die Regierung in Jakarta hat dem Jesuitenflüchtlingsdienst, sowie das amerikanische Open Society Institute der Verschwörung mit den demonstrierenden Studenten bezichtigt. Die Jesuiten wiesen jedoch jede Beteiligung an den Demonstrationen zurück. Grund für diese Anschuldigung könnte die Hilfeleistung für die Studenten sein, die sich um politisches Asyl bemühen.

Pakistan

Rund ein halbe Million fanatischer Muslime werden am kommenden Wochenende eine Grossveranstaltung zur Einführung des islamischen Rechtes durchführen. Die Organisatoren verkünden vorab, dass Pakistan islamisch sei und sonst nichts. Sie wollten eine gerechte und keine korrupte Gesellschaft. Es reiche dafür aber nicht aus, nur Dieben die Hände abzuhacken.In einem echt muslimischen Staat würden die Armen gehört und korrupte Politiker zur Verantwortung gezogen.

A F R I K A

Algerien

Der Sekretär der nordafrikanischen Bischofskonferenz, Roman Stäger, hat am 20.10. den Vorschlag gemacht, das deutsche Asylrecht für politisch Verfolgte auch auf religiös Verfolgte auszudehnen. Die Kirche in Deutschland solle sich, seiner Ansicht nach, dafür einsetzen. Stäger drückte seinen Wunsch aus, dass die katholische Kirche in Algerien finanziell so selbstständig ist, dass sie ohne Hilfe vom Ausland überleben kann. Unterstützung suche sie nur für ihre caritative Arbeit zugunsten von Frauen und behinderten Kindern.

Sudan

Der Vatikan hat durch seinen Nuntius in Khartoum das Regime dringend um einen gerechten Prozess für die beiden inhaftierten Priester gebeten. Das hat am 17.10. der Vatikanische Chefdiplomat, Erzbischof Jean-Luois Tauran, in Kairo vor der Presse erklärt. Den Priestern wird vorgeworfen, sie seien an Bombenanschlägen beteiligt. Sie haben die Vorwürfe vermutlich nach Folter zugegeben.

Kongo-Kinshasa

Eine katholische Missionsstation im Norden des Landes ist von bewaffneten Einheiten geplündert worden. Die Missionare blieben bei ihrem Überfall unverletzt. Nach örtlichen Quellen habe es sich bei Gewalttätern um Rebellen der südsudanesichen Befreiungsarmee SPLA gehandelt.

A M E R I K A

Mexiko

Der Päpstliche Nuntius, Erzbischof Justo Mullor, hat jetzt dementiert, dass er Bischof Arturo Lona zum Rücktritt aufgefordert habe. Gegenüber der Presse sagte der Vatikanvertreter, er habe nur darauf hingewiesen, dass Lona einen Weihbischof mit dem Recht der Nachfolge habe. Die Presse habe eine Bemerkung aufgebauscht und missverstanden.

Kolumbien

Die Kirche vermittelt zwischen den streikenden Staatsangestellten und der Regierung. Im Gebäude der Bischofskonferenz kommen in diesen Tagen zun dritten Mal Vertreter der grossen Arbeitergewerkschaften und Regierungsangehörige zusammen. Die seit knapp zwei Wochen streikenden 800.000 staatlichen Bediensteten protestieren gegen die Steuer-und Wirtschaftspolitik der neuen Regierung unter Andres Pastrana.

Chile

Die katholische Kirche des Landes hat am 20.10. die Bevölkerung aufgefordert, Demonstrationen für oder gegen Pinochet zu unterlassen. Vorher war es in Santiago zu massiven Kundgebungen gekommen, die am Ende in Ausschreitungen gegen die Polizei mündeten.

Brasilien

Ein katholischer Priester ist am 19.10. nördlich von Rio de Janeiro schwer misshandelt und dann ermordet worden. Über die Hintergründe gibt es noch keine Informationen, aber politische Motive sind nach Angaben aus kirchlichen Kreisen nicht ausgeschlossen. Der Ordensmann hatte sich durch engagierte Seelsorge und Sozialarbeit einen Namen gemacht.

Vereinte Nationen

Am 20.10. ist in New York eine Studie über den Einfluss von 10-Weltreligionen auf das Umweltverhalten der menschen veröffentlicht worden. Sie war in dreijähriger Arbeit von rund 1000 Wissenschaftlern im Auftrag der Harvard-Universität ertsllt worden. Die Religionen wurden aufgerufen, ihren Einfluss auf das Umweltbewusstsein der Menschen geltend zu machen.

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Mittwoch:" Römische Woche"

Donnerstag:"Kreuz des Südens"

Freitag:"Prisma-Magazin"

Samstag:" Wochenkommentar" und "Sonntagsbetrachtung"

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Samstag, 24.10.1998

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