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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Donnerstag, 15.Oktober 1998 bis Samstag, 17.Oktober 1998.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat in einer Enzyklika an die ganze Weltkirche appelliert, die Philosophie neu zu entdecken. Neben dem Glaubenswissen gebe es die menschliche Vernunft. Das 18o Seiten umfassende Schreiben trägt daher den Titel "Fides et ratio", Glaube und Vernunft. Der Papst warnt vor der Gefahr, Theologie ganz ohne Philosophie betreiben zu wollen. Der Schöpfergott habe den Menschen so geschaffen, daß er nach Wahrheit suche. Der Mensch sei daher der Wahrheit fähig. Das aber bedeute nicht nur, daß er nachprüfbare naturwissenschafliche Erkenntnisse gewinnen könne, sondern auch die Fähigkeit zu metaphysischer und transzendenter Erkenntnis habe. Der Glaube suche sogar das Verständnis, was in dem alten katholischen Wort "fides quaerens intellectum" - der Glaube sucht das Verständnis - zum Ausdruck komme. Der Papst verweist auf das uralte katholische Prinzip, wonach Gnade die Natur voraussetzt und nicht zerstört. Daher sei auch der menschlichen Vernunft zu trauen. Er kritisiert daher moderne philosophische Strömungen, die letztlich darauf verzichten, absolut gültige Wahrheiten zu finden. Ausdrücklich nennt der Papst Eklektizismus, Historismus, Szientismus, Pragmatismus und Nihilismus. Die Philosophen werden vom Papst ermuntert, die alte Weisheitstradition der Philosophie wiederzuentdecken. Vor allem müsse die Philosophie die Sinnfrage stellen, denn der Mensch brauche eine Antwort auf sie, da letztlich jeder Mensch ein Philosoph sei. Es ist die 13.Enzyklika von Papst Johannes Paul II. Sie wurde am Vortag seines 2o-jährigen Dienstjubiläums veröffentlicht.

Im Vatikan wurde am 16.10. der 2o.Jahrestag der Amtsübernahme von Papst Johannes Paul II begangen. Rund 20.000 polnische Pilger -unter ihnen Präsident Kwasniewski - haben mit dem Papst auf dem Petersplatz eine Messe gefeiert. Nahezu alle Bischofskonferenzen, Vertreter anderer Weltreligionen sowie Staatsoberhäupter sandten Gratulationsschreiben. Herausragende Persönichkeiten würdigten den Papst in einer Sonderausgabe des Osservatore Romano. Bundeskanzer Helmut Kohl drückte in einem Inteview mit dem Papst seinen großen Respekt vor dem Pontifex aus. Er sei der "Mauerbrecher" gewesen und sei einer der wenigen, die erkannt hätten, daß man Europa nur auf einem geistigen Fundament aufbauen könne. Der polnische Primas, Kardinal Josef Glemp, würdigte Papst Johannes Paul II. im Vorfeld, als eine der wichtigsten Personen dieses Jahrhunderts und dankte ihm für seinen Beitrag zum Fall des Kommunismus in Osteuropa.

Die Kirche kann weder demokratisch noch autokratisch regiert werden. Das hat Papst Johannes Paul II. am 15.10. bei der Vollversammlung der Kleruskongregation unterstrichen. Grund dafür sei letztlich , dass die Apostel von Christus gesandt worden seien, wie er selbst von Gottvater gesandt worden ist. Damit hängt nach Aussage des Papstes auch zusammen , dass der Priester in der Kirche eine unersetzliche Rolle spielt. Auch wenn alle Christen die gleiche Würde hätten, so hätten doch nicht alle die gleichen Aufgaben , so der Papst.

Papst Johannes Paul II. hat am 17.10. darauf hingewiesen, dass die Annullierung einer Ehe etwas ganz anderes ist als eine Ehescheidung. Es handele sich dabei um die offizielle Erklärung, dass eine Ehe entgegen dem äusseren Anschein nie zustande gekommen sei. Der Papst betonte dies vor Bischöfen aus den Vereinigten Staaten, wo relativ viele Ehen annulliert werden.

Papst Johannes Paul II. hofft , dass das Heilige Land in Zukunft zu einem Ort des Zusammentreffens und des Dialogs wird. Das erklärte das Kirchenoberhaupt am 17.10. bei einer Audienz für Vertreter des Ritterordens des Heiligen Grabes. Er würdigte die Arbeit für die Kirche im Heiligen Land und forderte sie auf, in Zukunft noch mehr Projekte für den Frieden und die Zusammenarbeit im Nahen Osten zu schaffen.

Der Vatikan plant eine Mission zur Untersuchung der Geschehnisse in der mexikanischen Region Chiapas. Das gab am 17.10. der Bischof von San Cristobal de las Casas , Samuel Ruiz,bekannt. Beauftragt von der apostolischen Justitia et Pax- Kommission solle die Mission Papst Johannes Paul II. spätestens während seiner Mexiko-Visite im Januar über die Lage des Bürgerkrieges im Chiapas und die Situation in den ärmsten Regionen des Landes informieren, hiess es.

E U R O P A

Italien

Am 19.10. wird der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Josef Ratzinger in der lutherischen Kirche von Rom mit dem Berliner evangelischen Bischof, Wolfgang Huber,über die Perspektiven der Ökumene diskutieren. Das Gespräch findet auf Einladung der evangelischen Gemeinde in Rom statt.

Deutschland

Der als "Speckpater" bekannte Gründer von Kirche in Not/Ostpriesterhilfe, Werenfried van Straaten,musste am 14.10. wegen eines Hirnschlages ins Krankenhaus gebracht werden. Der fast 90jährige befindet sich nach Angaben seiner Organisation jedoch bereits auf dem Weg der Besserung.

Bosnien

Die internationale Gemeinschaft ist mitverantwortlich für das Blutvergiessen im Kosovo und Bosnien. Diese Ansicht hat der Erzbischof von Sarajewo, Kardinal Vinco Puljic jetzt auf Besuch in den USA vertreten. Die Nato und andere internationale Organisationen hätten früher eingreifen sollen,um die Offensive des jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic gegen die Albaner zu stoppen, so Kardinal Puljic. Vorsorge ist seiner Ansicht nach ,effektiver als Behandlung der Resultate von derartigen Konflikten. Auch der evangelische Bischof von Berlin-Brandenburg, Wolfgang Huber,sprach sich jetzt für einen Einsatz der UNO zugunsten der albanischen Minderheit aus. Ein Militärschlag im Kosovo sei aus " verantwortungspazifistischen Gründen " im äussersten Notfall gerechtfertigt, meinte Huber am 16.10. im Südwestfunk.

Türkei

Die armenische Kirche des Landes hat einen Patriarchen. Am 14.10. bestimmte die Delegiertenversammlung Erzbischof Mutafyan zum Nachfolger des vor sieben Monaten verstorbenen Patriarchen Karekin II.. Die Behörden in Istambul hatten die Wahlen des Oberhauptes der rund 80.000 armenischen Gläubigen monatelang behindert.

Russland

Generalstaatsanwalt Yuri Skuratov hat am 15.10. mit dem Oberhaupt der Muslime im Land, Scheich Ravil Gainutdin, über religiöse Fragen diskutiert. Ein besonders Augenmerk galt den totalitären Kulten und extremistischen religiösen Lehren, hiess es. Mach dem Treffen erklärten beide, ihre Sicht der Dinge sei ähnlich. An einer Lösung der Probleme wollten sie in Zukunft verstärkt zusammenarbeiten.

A S I E N

Israel

Der lateinische Patriarch von Jerusalem , Erzbischof Michel Sabbah,hat am 15.10. Kirchenvertreter aus aller Welt zu einer Konferenz für Ende Oktober eingeladen. Ziel der Zusammenkunft ist ein verstärktes Engagement der katholischen Kirche im Friedensprozess Israels. Weiterhin möchte die Initiative von Erzbischof Sabbah dazu beitragen, das Bewusstsein der Christen im Ausland für die schwierige Lage der in Israel ansässigen Katholiken zu stärken.

Israel und Palästina sind in gleicher Weise an einem Besuch von Papst Johannes Paul II. interessiert. In getrennten Grussbotschaften zum 20. Jahrestag des Pontifikats von Karol Wojtyla hoffen Benjamin Netayahu und Yassir Arafat, den Papst in Jerusalem und Gaza begrüssen zu können. Agenturmeldungen zufolge liessen dazu Sprecher beider Staatsmänner durchblicken, dass man jetzt bereits auf eine Antwort warte.

Australien

Die Kirchen veranstalten im Jahr 2000 eine ökumenische Pilgerreise zu den spirituellen Orten der Eingeborenen im Inneren des Kontinents. Die vom Kirchenrat organisierte Fahrt zum Aboriginee-Heiligtum Uluru, soll zum gegenseitigen Verständnis

zwischen den Eingeborenen und den weissen Einwanderern beitragen.

 

A F R I K A

Ägpten

Am 15.10. sind zwei koptische Bischöfe verhaftet worden. Anstiftung zum Widerstand gegen die Regierung lautete die Anklage. Menschenrechtsaktivisten berichten jetzt, die Geistlichen hätten öffentlich Vergeltungsmassnahmen der Kairoer Regierung gegen die koptische Minderheit angeprangert. Nach einem Verhör wurden die Bischöfe gegen Kaution freigelassen. Der Zwischenfall im Süden Ägyptens zeigt, dass die rund 14 Millionen koptischen Christen im Land weiterhin mit Verfolgung und Unterdrückung zu kämpfen haben.

Sudan

Der Erzbischof von Khartoum, Gabriel Zubeir Wako,hat jetzt die sofortige Freilassung zweier inhaftierter katholischer Priester gefordert. Die Anklage gegen die Geistlichen lautet auf Mittäterschaft an Terroranschlägen. In einem Schreiben an Präsident Omar el Bashir, betont der Erzbischof jetzt,die Religionsvertreter seien unschuldig. Ihre Geständnisse seien durch Folter erzwungen worden.

Südafrika

Die weisse niederländisch-reformierte Kirche des Landes wird sich nicht mit ihren farbigen Schwesterkirchen vereinigen. Nach Diskussionen, beschloss die Synode am 14.10. in Pretoria, dass ein Zusammenschluss zwar wünschenswert sei, doch wollten die Weissen die von den Farbigen geforderte theologische Grundlage für einen solchen Schritt nicht akzeptieren. Die farbigen reformierten Kirchen, die sich 1994 zur Vereinigenden Reformierten Kirche zusammengeschlossen hatten, fordern von ihren weissen Glaubensbrüdern, dass die das sogenannte Bekenntnis von Belhar als Grundsatzdokument ratifizieren. Mit dieser Erklärung hatte die Kirche der Mischlinge unter Allan Boesak 1986 die Apartheid theologisch verurteilt und die weisse Glaubensgemeinschaft für mitverantwortlich bei der Rassentrennung erklärt.

 

A M E R I K A

Kuba

Europa kann viel für die Zukunft der Insel tun. Das hat jetzt der Erzbischof von Havanna, Kardinal Jaime Ortega, erklärt. Bei einem Treffen mit einer italienischen Delegation, betonte der Geistliche, eine Ausweitung der Wirtschaftsbeziehungen mit Europa, Solidarität und Tourismus seien Faktoren, die die Insel brauche. Wenn der staatlich verordnete Atheismus überwunden sei,könne das Land sich schrittweise zu einem modernen laizistischen Staat entwickeln, so Kardinal Ortega.

 

Guatemala

Der Vorsitzende der UNO-Friedenskommission hat am 16.10. die Untersuchungen des Mordes an Bischof Juan Gerardi scharf kritisiert. Mit Blick auf die Geschichte des mittelamerikanischen Landes sei eine politische Motivation des Verbrechens an dem Verfechter der Menschenrechte durchaus denkbar, so der UNO-Vertreter. Er wisse von Kreisen in Guatemala, die einem politischen Mord einen normalen Anschein geben könnten.

V E R E I N T E N A T I O N E N

Der Apostolische Stuhl hat am 13.10. erneut bei der UNO eine Aufhebung des Wirtschaftsembargos gegen den Irak gefordert. Wie ein Mitglied der Vatikandelegation bei der UNO-Vollversammlung in New York betonte,lehnt der Apostolische Stuhl Wirtschaftssanktionen grundsätzlich ab, weil sie hauptsächlich die Zivilbevölkerung treffen und somit die menschliche Entwicklung an der Basis beeinträchtigen.

Auf die weltweite Armut, besonders der Frauen, hat eine

Sprecherin des Apostolischen Stuhls vor der UNO-Generalversammlung hingewiesen. Vorwiegend Frauen seien Opfer von Macht und Gewalt , wobei ihnen jedes Recht auf Verteidigung verweigert werde. Die Sprecherin wies dabei auf die Weltfrauenkonferenz von 1995 in Peking hin. Vor diesem Forum hätte der Apostolische Stuhl bereits die weltweite Förderung besonders der jungen Frauen gefordert.

Generalsekretär Kofi Annan warnt vor Vorurteilen gegen den Islam. Bei einer Veranstaltung der Weltkomitees für Pressefreiheit betonte Annan, die Beziehungen zwischen den muslimischen Ländern und dem Westen seien zu oft von schädlichen Verallgemeinerungen geprägt. Unwissenheit und Vorurteile könnten deshalb leicht als Propagandamittel missbraucht werden, so Annan.

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Samstag:" Wochenkommentar" und "Sonntagsbetrachtung"

Sonntag: Interview mit dem "Geburtstasgkind" August Everding

Montag:" Weltkirchen-Magazin"

Dienstag:" Radioakademie"

Mittwoch:" Römische Woche"

Man hört Radio Vatikan

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Mittwoch, 21.10.1998

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