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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Sonntag, 11. Oktober 1998 bis Mittwoch, 14. Oktober 1998.

 

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat am 11.Oktober die selige Edith Stein heiliggesprochen. Er würdigte die jüdische Philosophin und christliche Martyrin als große Glaubenszeugin gerade in unserer Zeit. Während einer Messe auf dem Petersplatz rief er die Katholiken in aller Welt auf, am jährlichen Fest der neuen Heiligen auch all derer zu gedenken, die durch die Shoah umkamen. Edith Stein sei als Jüdin ermordet worden. Der Papst ging ausführlich auf das Verhältnis von Wahrheit und Liebe ein, das Edith Stein lehren könne. Heute werde mitunter gesagt, der Liebe wegen müsse man manchmal die Wahrheit verschweigen. Dagegen lehre die Heilige: "Akzeptiert nichts eine Wahrheit, was ohne Liebe ist. Akzeptiert aber auch nichts als Liebe, was ohne Wahrheit ist.Eines ohne das andere wird zur Lüge, die zerstört." Ausdürcklich wandte sich der Papst auch an die rund 13oo Kölner Meßdienerinnen und Meßdiener. Sie sollten in die Tiefe schürfen und sich nicht oberflächlichen Antworten abspeisen lassen. Und zum Leiden erklärte der Papst: Der Liebende stelle sich in die Leidensgemeinschaft mit dem Geliebten. Das habe Edith Stein vorbildich getan. Sie habe Rettungsversuche abgelehnt und wollte nicht aufgrund ihrer Taufe Vorteile gegenüber den anderen Juden haben. Rund 2o.ooo Gläubige waren aus Deutschland nach Rom gekommen, unter ihnen auch der amtierende Bundeskanzler Helmut Kohl, der amtierende Arbeitsminister Norbert Blüm, sowie die Kardinäle Meisner, Wetter und Sterzinsky und die Bischöfe Lehmann, Lettmann und Schlembach.

Drei Tage vor der Heiligsprechung hatte in Rom ein wissenschaftliches Symposion über die Heilige Edith Stein stattgefunden, an dem auch die große Kennerin der Heiligen, die Dresdner Professorin Hanna-Barbara Gerl-Falkowitz teilgenommen hatte.

Die Heiligsprechung der Edith Stein, hat in Israel scharfe Proteste ausgelöst. Der Leiter des Simon-Wiesenthal-Zentrums in Jerusalem , Efraim Zuloff,kritisierte die Aufforderung des Papstes, die Christen sollten in Zukunft am Todestag der neuen Heiligen auch der Shoa gedenken. "Für die Juden ist es skandalös und verletzend, wenn eine zum Christentum konvertierte Jüdin als Symbol für den Judenmord dargestellt wird", erklärte Zuloff am 11.10. . Auch der Vorsitzende des Rates Jüdischer Organisationen in Frankreich zeigte Unverständnis für die Entscheidung Johannes Paul II.. Bis vor kurzem habe er noch Fortschritte im jüdisch-christlichen Dialog erkannt. Jetzt aber drohe ein Rückfall weit hinter das Zweite Vatikanische Konzil.

Wenige Stunden nach der Heiligsprechung fand im Vatikan zu Ehren von Edith Stein ein Festkonzert des Mitteldeutschen Rundfunk statt. Höhepunkt der Veranstaltung war das Te Deum, das der Pole Krzystof Penderecki vor zwanzig Jahren anlässlich der Wahl Papst Johannes Paul II. komponiert hatte.

Am 15.10. wird Kardinal Josef Ratzinger die Enzyklika von Papst Johannes Paul II. "Fides et Ratio" der Presse vorstellen. Sie erscheint am Vorabend des Jahrestages der Wahl von Kardinal Karol Wojtyla zum Papst und befasst sich mit philosophischen Fragen.

Papst Johannes Paul II. hat am 11.10. den neuen kroatischen Botschafter beim Apostolischen Stuhl, Marjan Sunjic, zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens in Audienz empfangen. Er sprach dabei seine Überzeugung aus, dass Kroatien das volle Recht habe, ganz in die Gemeinschaft der Völker Europas eingegliedert zu werden. Die Kroaten hätten auch Anspruch darauf, Hilfe zu erhalten, um das Erbe der totalitären Herrschaft ganz zu überwinden, so der Papst.

Der Apostolische Stuhl und die Republik Jemen haben diplomatische Beziehungen aufgenommen. Dies teilte das Vatikanische Presseamt am 12.10. mit. Nach der Aufnahme der Beziehungen zu Libyen schliesst der diplomatische Durchbruch mit Jemen eine weitere Lücke im Verhältnis des Vatikan mit den islamisch geprägten Staaten des arabischsprachigen Raumes.

Papst Johannes Paul II. wird am 15.10. mit einer Medaille der Welternährungsorganisation FAO ausgezeichnet. Die UNO-Behörde würdige damit den Einsatz Johannes Paul II. gegen den Hunger in der Welt, heisst es. Die Auszeichung, die der Generalsekretär der FAO,Jacques Diouff, dem Papst bei einer Audienz überreichen wird, trage als Inschrift die bekannte Mahnung des Kirchenoberhauptes:

"Das tägliche Brot ist die Voraussetzung für den Weltfrieden".

Der Imam der Kairoer Moschee, "El Azhar" ,hat Papst Johannes Paul II. zum 20jährigen Pontifikat beglückwünscht. Wörtlich schrieb Imam Mohammed Sayed Tantaoui, er wünsche dem Papst beste Gesundheit und hoffe mit ihm zusammenzuarbeiten, um den Frieden in der Welt herzustellen, den Notleidenden zu helfen und die Gerechtigkeit über die Ungerechtigkeit triumphieren zu lassen.

 

Am 13.10. hat Papst Johannes Paul II. überraschend bei einer italienischen Fernsehsendung zu seinem Amtsjubiläum angerufen. Der Moderator traute seinen Ohren nicht, als er zunächst den Papstsekretär am Telefon hörte, der dann dem Papst übergab. Der Heilige Vater bedankte sich beim Leiter der Sendung für die positiven Beiträge. In der gleichen Sendung haben der ehemalige russische Präsident Michael Gorbatschow und der ehemalige DDR-Staatschef Egon Krenz die These vertreten,östliche Geheimdienste hätten nicht hinter dem Papstattentat von 1971 gestanden.

E U R O P A

Rumänien

Die orthodoxe Kirche hat sich 12.10. in Bukarest gegen ein militärisches Eingreifen der Nato im Kosovo-Konflikt ausgesprochen. Die Regierung des Landes solle ausschliesslich eine friedliche Beilegung der Krise unterstützen. Eine bewaffnete Intervention der Nato stelle dagegen einen gefährlichen, Präzendenzfall dar.

Tschechische Republik

Mehr als 50 prominente Intellektuelle, Politiker und religiöse Aktivisten sind am 11.10. in Prag zur Konferenz über die Lage der Menschheit an der Jahrtausendwende eingetroffen. Präsident Vaclav Havel bat zur Eröffnung um eine Schweigeminute für die Flüchtlinge aus dem Kosovo. Zudem gedachte er der Märtyrerin Edith Stein , die am 11.10. in Rom heiliggesprochen worden ist.

Polen

Der ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomäus I., hat am 11.10. in Warschau zusammen mit katholischen Bischöfen einen ökumenischen Gottesdienst gefeiert. Er hält sich zur Grundsteinlegung von mehreren orthodoxen Kirchen in Polen auf.

Polen

Im Zeichen der Vergangenheit zwischen Polen und Österreich stand am 12.10. die Verleihung des Grosskreuzes des Verdienstordens der Repubik Polen an den Wiener Alterzbischof Kardinal Franz König. Staatspräsident Kwasniewski überreichte die Ehrung im Rahmen eines Festaktes im Beisein von Bundespräsident Thomas Klestil. Kwasniewski würdige König als grossen Freund seines Landes und herausragende Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts. Polen, Mitteleuropa, das gesamte europäische Haus hätten König viel zu verdanken.

Serbien

Orthodoxe Kirchenführer haben die Respektierung der Menschenrechte im Kosovo verlangt und gleichzeitig vor einem Militärschlag der Nato gewarnt. Die Lage in der Krisenregion werde dadurch noch verschlimmert, dass die Europäische Union sich beim Stand der Dinge nicht in der Lage sieht, der Bevölkerung zu helfen. Der serbisch-orthodoxe Bischof für Westeuropa, Konstantin Djokc,hat sich gegen die Kosovo-Politik der Regierung in Belgrad gewandt. Ein Einsatz der Nato löse nach Ansicht des orthodoxen Bischofs die Probleme in der Region nicht.

Griechenland

Die orthodoxe Kirche hat sieben Popen eine mangelhafte Verwaltung von EU-Gelder vorgehalten. Wie Zeitungen des Landes am 13.10. meldeten,sei bei der Vergabe von Aufträgen ein Unternehmer massiv bevorzugt worden. Den Prälaten selbst sei allerdings kein Missbrauch vorzuwerfen. Ausserdem wird aus Griechenland gemeldet, dass die Synode der orthodoxen Kirche beschlossen hat,den König nicht mehr in ihrem Lobgesang auszurufen. 1975 war die Monarchie abgeschafft worden.

A S I E N

Israel

Die Hoffnungen von Nazareth durch das Jahr 2000 einen wirtschaftlichen Aufschwung zu erleben, schwinden dahin. Das wird jetzt aus der Geburtsstadt Jesu gemeldet. Der Traum einer Investition von 200 Millionen Dollar scheint ausgeträumt, so am 14.10. die Agentur Reuter. Schuld daran ist nach Ansicht der christlichen Palästinenser Benjamin Netanjahu. Ein Aufbau von Nazareth gebe den Palästinensern zuviel Macht und Einfluss. Unter der Regierung von Rabin sei Nazareth hingegen mit vollen Kräften gefördert worden.

 

A F R I K A

Algerien

Am 11.10. haben Muslim-Führer und Intellektuelle die islamischen Terroristen des Landes zu einem Ende des Blutvergiessens aufgerufen. Sie sollten sich der Waffenruhe der grössten islamistischen Gruppe anschliessen und sich für die Versöhnung einsetzen. Die algerischen Zeitungen begrüssten die Initiative, kritisierten jedoch, der Friedensappell komme zu spät.

Ägypten

Die Al-Azhar-Universität von Kairo hat am 13.10. ein Ende der Gewalt innerhalb der islamischen Welt gefordert. Der Leiter der höchsten Instanz des sunnitischen Islam habe die Muslime zur Solidarität aufgerufen,hiess es. Der "brüderliche Dialog" müsse wieder aufgenommen werden, mahnte er, denn Hass und Gewalt drohten die islamischen Länder zugrunde zu richten.

Kongo-Kinshasa

Die Bischöfe aus dem Kivu-Gebiet fordern jetzt in einem Hirtenbrief ein Ende des Bürgerkrieges. Sie rufen alle Gläubigen und Menschen guten Willens auf,sich für den Frieden und die Versöhnung einzusetzen. Die Geistlichen ziehen eine Bilanz der Gewalt, die in ihrem Land seit zwei Jahren an der Tagesordnung ist. Unter den Unterzeichnern des Hirtenbriefs ist auch der Bischof von Kindu, einer strategisch wichtigen Stadt rund 1200 Kilometer östlich von Kinshasa, die nach Agenturberichten vom 13.10. in die Hände der Rebellen gefallen ist.

A M E R I K A

Chile

Das erste Lateinamerikanische Katholische Jugendtreffen ist am

11.10. in der Hauptstadt Santiago zu Ende gegangen. Die sechstägige Veranstaltung stand im Zeichen der Vorbereitungen auf das Heilige Jahr 2000. In einer Grussbotschaft rief der Papst die Teilnehmer zur aktiven Nächstenliebe auf.

Mexiko

Die Bischöfe der Chiapas-Region haben am 13.10. das Militär um Unterstützung bei der Verteilung von Hilfsgütern gebeten. Besonders das Gebirge und die Küste seien nach der schweren Flutkatastrophe vom September weiterhin unzugänglich, hiess es. Der Bischof von Tapachula forderte die Streitkräfte zur Bereitstellung von Spezialtransportern und Hubschraubern auf.

Vereinigte Staaten

Die Bischofskonferenz hat sich am 13.10. noch einmal zur Priesterweihe von Frauen geäussert. In dem Land der Erde, im dem die Gleichberechtigung der Frau auch in der Kirche am längsten und energischsten gefordert wird, stellen sich die Oberhirten mit einem Schreiben den Appellen und erklären, warum die katholische Kirche die Frauenordination ablehnt.

Vereinigte Staaten

Über 100.000 Menschen sind am 13.10. nach Georgia auf die Farm von Nancy Fowlers gepilgert, um die letzte Botschaft Marias zu hören. Fowler behauptet seit 1990 Erscheinungen der Mutter Gottes zu haben. Der Erzbischof von Atlanta hat wiederholt gegenüber den angeblichen Erscheinungen gewarnt. Desweiteren verbot er Geistlichen seiner Diözese Gottesdienste auf dem Farmgelände abzuhalten.

 

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Mittwoch:" Römische Woche"

Donnerstag:"Kreuzfeuer"

Freitag:"Prisma-Magazin"

Samstag:" Wochenkommentar" und "Sonntagsbetrachtung"

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Redaktion dieser Ausgabe : Eva Rohrmann

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Samstag,17.10.1998

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