Radio Vatikan Archiv
Real Audio Version
Technische Hinweise zu Real-Audio

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Sonntag, 4. Oktober 1998 bis Mittwoch, 7. Oktober 1998.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II hat am Sonntag, den 4.Oktober der kroatischen Hafenstadt Split einen Besuch abgestattet und am Ufer der Adria mit rund 3oo.ooo Gläubigen die Eucharistie gefeiert.

Anlaß für den Besuch in der Metropole war der 1700 Jahrestag ihrer Gründung durch Kaiser Diokletian, der hier seine Alters-residenz erbaut hatte. Der Papst gedachte bei der Messe auch des heiligen Somnius, der noch zur Zeit der römischen Kirchenverfolgung hier seines Glaubens wegen umgebracht worden war. Der Papst ermutigte die Katholiken Kroatiens, den Weg der Versöhnung und Erneuerung weiterzugehen. Nach der Messe rief er die Weltgemeinschaft auf, das Problem des Kosowo friedlich zu lösen.

Am Vortag hatte der Papst - wie bereits gemeldet - in Banya-Bistrica den ehemaligen Erzbischof von Zagreb, Kardinal Aloisius Stepinac seliggesprochen. Der Papst würdigte den Kirchenmann als Märtyrer, der sich energisch dagegen geweigert hatte, eine kroatische Staatskirche zu gründen und sich von Rom loszusagen. Stepinac war vom kommunistischen Regime langsam vergiftet worden. Daher wird er von der katholischen Kirche als Märtyrer verehrt, obwohl er nicht direkt sein Blut für den Glauben vergossen hatte.

Am Sonntagabend kehrte der Papst in den Vatikan zurück.

 

Am 5.10. hat im Vatikan der 4. Weltkongress der Migrantenpastoral begonnen. Das Treffen dient dazu, über die aktuelle Lage der Flüchtlinge und Auswanderern zu informieren. Der Kongress ist auch als Fortbildungsveranstaltung für all jene gedacht, die in der Migrantenpastoral arbeiten. Versammelt haben sich etwa 460 Teilnehmer von den fünf Kontinenten.

Rund 20.000 deutsche Pilger werden zur Heiligsprechung der Jüdin und katholischen Ordensfrau,Edith Stein, am 11.10. in Rom erwartet. Vertreten seien unter anderem 1300 Messdienerinnen und Messdiener aus dem Erzbistum Köln, sowie eine Abordnung von 350 schlesischen Katholiken. Der amtierende Bundeskanzler ,Helmut Kohl und Arbeitsminister Norbert Blüm, werden die deutsche Regierungsdelegation bei der Heiligsprechung leiten.

 

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Reformorientierte Katholiken sollten sich nicht an Rom, sondern zuerst an ihre Diözesanbischöfe wenden. Diese Ansicht vertrat der Freiburger Kirchenrechtler, Werner Böckenförde, am 3.10. bei der Bundesversammlung der Kirchenvolksbewegung in Würzburg. Die Bischöfe sollten immer wieder geduldig, aber entschlossen um Auskunft über ihre persönlichen Positionen zu den verschiedenen Anliegen der Gläubigen gebeten werden.Ihnen müssen dabei vermittelt werden, dass nicht kirchenfeindliche Gruppen am Werk seien, sondern Gläubige , die am Weiterleben der Kirche interessiert seien, so Böckenförde.

Deutschland

Die wirtschaftliche Benachteiligung von Eltern im Vergleich zu kinderlosen Erwachsenen muss abgebaut werden. Diese Meinung vertrat der Berliner Kardinal Georg Sterzinsky . Die künftige Bundesregierung sei daran zu messen,was sie konkret unternehme , damit Deutschland wieder ein familien-und kinderfreundliches Land werde.

Deutschland

Caritas International und die Diakonie-Katastrophenhilfe werden ihr Engagement für Nordkorea fortsetzen. Wie es in einer Erklärung vom 4. 10. heisst,sehen die Organisationen auch realistische Chancen für eine Verbesserung der Situation in Nordkorea. Der Vatikanische Fidesdienst hält allerdings die Lage für weiter gespannt.

Deutschland

Der " Tag der offenen Moschee" war ein voller Erfolg. Diese positive Bilanz zog am 5. 10. der Zentralrat der Muslime in Köln. Etwa 70.000 Besucher hätten die Chance genutzt, Kontakte zu den islamischen Gemeinden aufzunehmen. Mit der Aktion hatten die Muslime für ein besseres Miteinander mit den verschiedenen Religionen und Bevölkerungsgruppen in der Bundesrepublik werben wollen.

Deutschland

Der Lebensweg von Edith Stein ende nicht in Auschwitz, sondern in der Auferstehung Christi, heisst es in einem Schreiben der deutschen Bischöfe. Die katholische Weltkirche erkenne in ihr eine vorbildliche Christin und stelle fest,dass ihr Leben in Gott vollendet wurde.

Deutschland

Die katholische Kirche und das Saarland verhandeln über den Erhalt des Studienganges Theologie an der Universität Saarbrücken. Der Leiter des katholischen Büros Saarland verwies darauf hin, dass der Studiengang Teil eines Vertrages zwischen dem Saarland und dem Vatikan sei.

Deutschland

Der für das Jahr 2003 geplante Ökumenische Kirchentag soll in Berlin stattfinden. Das Erzbistum Berlin begrüsste die Entscheidung, wies aber darauf hin, dass die Veranstaltung von allen katholischen Diözesen mitfinanziert werden müsse.

Schweiz

Die Bischofskonferenz ist enttäuscht über die Entscheidung des Nationalrates zugunsten der Fristenlösung bei der Abtreibungsfrage. In einem am 6.10. veröffentlichten Schreiben heisst es, dass für die katholische Kirche die Fristenlösung niemals fragbar sei. Vielmehr müsse ein Rechtsstaat das Leben schützen und darunter verstehe sich insbesondere auch der Schutz des ungborenen Lebens.

E U R O P A

Finnland

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte haben sich die Präsidenten und Delegierten der Bischofskonferenzen aus ganz Europa zu ihrer Jahresvollversammlung in einem orthodoxen Kloster des Landes versammelt. Dieser Rat der Europäischen Bischofskonferenzen hat bei seinem Treffen verstärkte Anstrengungen auf dem scheinbar schwierigen Weg der Ökumene gefordert. Ein Jahr nach der Zweiten Ökumenischen Versammlung in Graz gehört der interkonfessionelle Dialog zu den Prioritäten bei der Zusammenarbeit, heisst es in einer am 5.10., zum Abschluss der Veranstaltung, veröffentlichten Erklärung.In Zusammenarbeit mit der Konferenz der Kirchen in Europa soll nun eine ökumenische Charta für den alten Kontinent erarbeitet werden.

 

Italien

In Florenz hat am 5.10. ein internationales Jugendfest unter dem Motto "Jugendliche erneuern die Erde" begonnen.Papst Johannes Paul II.und Kardinal Silvano Piovanelli haben die Jugendlichen aufgefordert, Träger einer brüderlichen Welt zu sein. Bis zum 10.10. beten und meditieren die Jugendlichen, vereint im Glauben, gegen Egoismus und Intoleranz.

Italien

Die Nachricht von der Verschleppung nicht nur der ungetauften Juden, sondern auch der Getauften nach einem Protest der niederländischen Bischöfe, bewog Papst Pius XII. seine öffentliche Verurteilung der Judenvernichtung zu verbrennen. Das hat jetzt der Historiker und Fachmann für die Seligsprechung des Pacelli-Papstes, der Jesuit Peter Gumpel,gegenüber einer italienischen Zeitung erklärt. Der Papst habe bereits einen entsprechenden Text für den "Osservatore Romano"geschrieben. Er habe ihn selber vernichtet, nachdem er erfuhr, dass die Nationalsozialisten auf den Protest der niederländischen Oberhirten mit verschärfter Verschleppung geantwortet hatten.

Russland

Am 5. 10. hat in Moskau die erste Sitzung einer orthodoxen Vorbereitungskommission für das Jubiläumsjahr 2000 begonnen. Der Patriarch von Moskau und ganz Russland, Alexi II.,führte in die Planungen ein. Bekannt wurde , dass die Weihe der Erlöserkathedrale in Moskau Hauptereignis im Jubeljahr sein wird.

Russland

Am 4.10. ist in Moskau die lutherische Kirche wiedereröffnet worden. Sie wurde vor 60 Jahren , während der Stalin-Ära, geschlossen. Die Restaurierung der Peter-und-Paul-Kirche wurde von Deutschland, der Moskauer Stadtverwaltung und der russischen Föderation finanziert.

Albanien

Der orthodoxe Erzbischof von Tirana und der Moskauer Patriarch Alexi II. haben eine Militärintervention im Kosovo abgelehnt, da vor allem Zivilisten mehr als nötig betroffen würden. Der albanische Kirchenführer meinte,sein Land zeige, wie Anhänger verschiedener Religionen und Konfessionen friedlich zusammenleben könnten.

Schweden

Nach eigenen Angaben wird das geistliche Oberhaupt der Lutherischen Staatskirche Schwedens,Erzbischof Hammar,am 10.10. nicht wie ursprünglich vorgesehen, von Papst Johannes Paul II. in Privataudienz empfangen. Wie Hammar am 5.10. in Uppsala vor Journalisten sagte,hätten katholische Kreise in Schweden den Vatikan gedrängt, die Audienz abzusagen. Sie wollen damit gegen seine Bereitschaft, die Trauung homosxueller Paare in der Kirche zu vollziehen, protestieren. Zu dem gleichen Thema teilte am 5.10. ein Vatikansprecher mit, dass die für den 10.10. vorgesehene Privataudienz für Erzbischof Hammar wegen der jüngsten Vorkommnisse in Schweden,nicht abgesagt,sondern nur auf einen noch zu bestimmenden Zeitpunkt verschoben werde.

Kroatien

Am 9.10. wird die Regierung in Zagreb mit dem Apostolischen Stuhl einen Vertrag über die Rückerstattung der von den Kommunisten enteigneten Güter abschliessen. Demnach soll eine gemischte Kommission im Lauf eines halben Jahres ein Verzeichnis der Güter anlegen. Dann wird entschieden, welche zurückzugeben und für welche eine Erstattung gezahlt werden soll.

 

A S I E N

Israel

Die Jerusalemer Grabeskirche ist vom Einsturz bedroht. Archäologen zufolge bestehe die Gefahr, dass die ohne Mörtel gebaute Kapelle unter ihrem Eigengewicht zusammenbricht. Die Grabeskirche wurde ursprünglich im Jahr 335 von Kaiser Konstantin über der angeblichen Beisetzungsstätte Jesu errichtet.

Vietnam

Der für Religionsfragen zuständige höchste Beamte der Vereinten Nationen hat bei den Behörden in Hanoi ein Zusammentreffen mit allen Religionsvertretern in Vietnam erbeten. Wie am 5.10. von der UNO verlautete, wird Abdel Fatta Amor vom 19. bis 28. Oktober das Land besuchen. Die Visite war erstmals 1995 bei den vietnamesichen Behörden beantragt und schliesslich diesen Juli bestätigt.

Pakistan

Am 5.10. ist erneut ein Anschlag auf einen shiitischen Muslim verübt worden. Militante Sunniten bekannten sich zu dem Angriff. Erst am 3. 10. war ein Richter in der Provinz Punjab knapp einem Mordanschlag durch eine Autobombe entkommen. Auch hier vermutet die Polizei sunnitische Extremisten hinter dem Anschlag.

Iran

Mit einer klaren Mehrheit haben Abgeordnete in Teheran eine Petition gebilligt, die die Fatwa, das Todesurteil, gegen den Schriftsteller Salman Rushdie aufrechterhält. In einem am 4.10. zum Sitzungsabschluss verbreiteten Dokument, erklären die Parlamentarier dem Autor, für seine blasphemischen Verse verdiene er die Hölle.

Iran

Das US-amerikanische Aussenministerium hat die Behörden in Teheran aufgerufen, die zum Tod verurteilten Angehörigen der Bahai-Religion nicht hinzurichten. Sie waren im Oktober letzten Jahres verhaftet worden, da sie verbotene Familientreffen abhielten. Islamische Fundamentalisten sehen Bahais als Häretiker an. Ein Sprecher des US-Aussenministeriums betonte jetzt, dass das Urteil gegen das Recht auf freie Ausübung des Glaubens verstosse.

 

Birma

Die Militärregierung in Rangoon beschuldigt den Flüchtlingshilfsdienst der Jesuiten, die Studentenunruhen gegen das Regime gefördert zu haben. 54 Personen wurden bei der letzten Protestwelle verhaftet, fast die Hälfte von ihnen sind Mitglieder der NLD-Partei von Aung San Suu Kyi, der Friedensnobelpreisträgerin. Die Verhafteten hatten im Juli und August an kurzen Demonstrationen teilgenommen,bei denen die ein Ende der Militärherrschaft in Birma forderten.

A F R I K A

Ägypten

Dutzende von Christen sollen nach Angaben einer Menschenrechtsorganisation von der Polizei festgehalten und gefoltert worden sein. In einem Bericht, der am 4.10. verbreitet wurde, spricht die Gruppe von einer Massenbestrafung in einer Stadt im Süden Ägyptens. Die Polizei sollte den Tod von zwei Christen untersuchen und versuchte durch Schläge und Vergewaltigungen die Bürger zu Aussagen zu zwingen, hiess es.

Sudan

Zwei katholische Priester sind von der islamischen Regierung verhaftet und gefoltert worden. Dies berichtete am 6.10. der Vatikanische Informationsdienst Fides. Wie es heisst, wird den Geistlichen vorgeworfen,an einer Reihe von Bombenanschlägen beteiligt gewesen zu sein. Nach der Folter hätte sie ein Geständnis unterschrieben.

A M E R I K A

Guatemala

Die Menschenrechtskommission für Zentralamerika will jetzt Beweise für die These haben, dass der guatemaltekische Bischof , Juan Gerardi,von Militärangehörigen ermordet wurde. Fünf Mitglieder der Präsidentengarde hätten die Bluttat verübt,so der Sprecher der Organisation. Nähere Angaben über Identität und Motive der Täter würden aber erst in der kommenden Woche bekanntgegeben.

Vereinigte Staaten

Die Mormonen haben 14 ihrer Missionare aus Serbien abgezogen. Die Massnahme sei aus Sicherheitsüberlegungen erfolgt, hiess es am 3.10. aus Salt Lake City. Man befürchte eine Militäraktion der Nato wegen der anhaltenden Kämpfe im Kosovo.

Kanada

Die indigenen Gemeinschaften des Landes wollen die katholische Kirche zu einem mea culpa auffordern. Ausserdem verlangen sie eine Entschädigung für die Opfer von sexuellem Missbrauch. Wie es weiter hiess, wird ein Abgeordneter der Ureinwohnergruppen am 9.11. den Papst in Rom bei einer Privataudienz treffen. Die Forderung lehnt sich an jene an, die von den jüdischen Gemeinschaften vorgebracht worden ist. Bei der kanadischen Regierung und mehreren Kirchen sind Klagen von Tausenden von Sexualopfern anhängig.

V E R E I N T E N A T I O N E N

Einen Appell zur verstärkten internationalen Solidarität im Flüchtlingsdrama hat der Ständige Beobachter des Apostolischen Stuhls bei den UNO-Organsiationen, Erzbischof Giuseppe Bertello, an die Staatengemeinschaft gerichtet. Der grösste Teil der Flüchtlinge halte sich zur Zeit in armen Ländern auf,die selber Hilfe nötig hätten. Da ihre Rückkehr in die Heimat in den meisten Fällen nicht möglich sei,müssten die Spender-Nationen umgehend eingreifen. Nur so können die Langzeit-Flüchtlinge vor geistigem, kulturellem und wirtschaftlichem Verfall bewahrt werden, sagte Erzbischof Bertello.

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Mittwoch:" Römische Woche"

Donnerstag:"Kreuz des Südens"

Freitag:"Prisma-Magazin"

Samstag:" Wochenkommentar" und "Sonntagsbetrachtung"

Man hört Radio Vatikan

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

Mittelwelle : 1530 Khz

Kurzwellen: 5880, 7250, 9645 Khz

Radio Vatikan ist ferner zu hören über Astra 1A durch

Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr

Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital) verbreitet wird.

World-Radio-Network um 1.00, 9.30, 16.00 und 19.30 Uhr

Tonunterträger von Sky Movies (7.38 MHz analog)

und ZDF (7.56 MHz digital)

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen

Tel.: 0 21 02/2 30 31 Fax: 0 21 02/ 2 14 13

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich: Eva Rohrmann

Redaktion dieser Ausgabe : Eva Rohrmann

Tel.:00396 06 6988 4101, Fax: 00396 06 6988 3844

Post:Radio Vatikan-sezione tedesca,I-00120 Citta del Vaticano

E-Mail:DEUSTCH@VATIRADIO.VA

Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Samstag,10.10.1998

Radio Vatikan Archiv

Leitseite www.kath.de