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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Donnerstag, 1. Oktober 1998 bis Samstag, 3. Oktober 1998.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat am 3.Oktober den ehemaligen Erzbischof von Zagreb, Kardinal Aloisius Stepinac in Kroatien seliggesprochen. Am Vortag war er zu seinem zweiten Besuch in dem Land eingetroffen. In seiner Predigt unterstrich der Papst, dass Stepinac sich allem Druck von Seiten der herrschenden Ideologien widersetzt habe. Ausdrücklich nannte der Papst Faschismus, Nationalsozialismus und Kommunismus. Der Kardinal habe keinem irdischen System gedient, sondern dem Reich Gottes. Dafür habe er sein Leben hingegeben. Auch wenn der neue Märtyrer sein Blut nicht im traditionellen Sinne vergossen habe, so sei er doch ein Blutzeuge, weil er die Leiden der Gefangenschaft geduldig ertragen habe. Beobachter erinnern daran, dass der Kardinal während seiner 16jährigen Gefangenschaft und Verbannung langsam vom Tito-System vergiftet wurde. Sein Sterben sei also auch auf aktives Einwirken des Staates zurückzuführen.

Zu der Messe mit Seligsprechung in dem kroatischen Wallfahrtsort Maria Bistrica waren fast eine halbe Million Gläubige gekommen. Am Freitag war der Papst in Zagreb gelandet und vom Staatspräsident Tudjman begrüßt worden. Anschließend hielt der Papst eine Ansprache auf dem Domplatz für die Bevölkerung der Hauptstadt und wandte sich dabei besonders an die Jugend des Landes. Sie solle sich von dem modernen Verführern nicht in die Irre führen lassen, sondern an Christus orientieren.

Am 1.10. hat im Vatikan der erste Weltkongress der in der Krankenpflege tätigen Ordensfrauen begonnen. Noch bis zum 3.10. werden 400 Schwestern aus fünf Kontinenten, die auf Einladung des Päpstlichen Rates für die Krankenpastoral nach Rom gekommen sind,über die Bedeutung ihrer Berufung an der Schwelle zum neuen Jahrtausend sprechen. Die Ordensfrauen wurden am 1.10. vom Papst in Audienz empfangen. Johannes Paul II. dankte dabei ausdrücklich für ihren mutigen Einsatz zugunsten der Kranken und Leidenden. Der Papst erinnerte an die grossen Herausforderungen , vor denen die Ordensfrauen stünden. Eindringlich rief er sie auf,sich ihrer Mission der christlichen Nächstenliebe bewusst zu sein, und in diesem Bewusstsein mit den Laien zusammenzuarbeiten.

Die Bedürfnisse der ärmsten Länder dürfen nicht als Bedürfnisse zweiter Klasse angesehen werden. Zur Lösung des Schuldenproblems sind entscheidende und umgehende Massnahmen nötig. So der Appell des neuen Präsidenten des Päpstlichen Friedensrates, Erzbischof Nguyen Van Thuan. Anlässlich der Konferenz von Weltbank und Internationalem Währungsfonds nächste Woche in Washington mahnte der Erzbischof, die Verschuldung der ärmsten Länder umfassend, flexibel und so schnell wie möglich zu lösen.

Die Ostkirchen dürfen der vollen Unterstützung durch die Kirche Roms sicher sein. Dies versicherte Papst Johannes Paul II. am 1.10. gegenüber der derzeit tagenden Plenarsitzung der Kongregation für die Ostkirchen. Bei der Audienz verwies er auf die leidvolle Vergangenheit, die einige dieser Kirchen erfahren mussten. Überdies rief er zu Zusammenarbeit auf und unterstrich die Notwendigkeit einer mutigen Evangelisierung in der Welt von heute.

Der Apostolische Stuhl fordert ein internationales Eingreifen im Kosovo. Solange der Konflikt unvermindert anhalte, würden auch die durch nichts zu rechtfertigenden Grausamkeiten fortgesetzt. Das erklärte der Vatikan- Vertreter bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. Der Papst hatte bereits im Juni erklärt, die internationale Staatengemeinschaft dürfe angesichts von Gewalt, Unterdrückung und Flucht im Kosovo nicht tatenlos zusehen.

Papst Johannes Paul II. hat am 2.10. gegenüber einer Delegation der US-amerikanischen Bischöfe erneut dazu aufgerufen, sich für eine Kultur des Lebens einzusetzen. Es gelte diejenigen zu ermutigen, die sich Abtreibung, Euthanasie und Selbstmord entgegenstellen. Ausdrücklich verurteilte der Papst die Spätabtreibung. Gegenüber den Bischöfen auf Ad-Limina-Besuch warnte Johannes Paul vor der moralischen Verwirrung des Jahrhunderts.

Die Fortschritte im Dialog zwischen armenisch-apostolischer und katholischer kirche beweisen, dass die Einheit der Getauften keine Utopie ist. Diese Ansicht hat am 1.10. der Präsident des Päpstlichen Einheitsrates , Kardinal Edward Cassidy, in einem Vortrag geäussert. Die Angehörigen beider Konfessionen rief er dazu auf,sich eher auf gemeinsame pastorale Tätigkeiten zu konzentrieren als auf theologische Meinungsverschiedenheiten, die bereits grösstenteils überwunden seien, so der Kardinal.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Österreich

Die Regierung und die Behörden müssen Vorkehrungen für die wachsende Zahl von Kosovo-Flüchtlingen treffen. Das hat am 30.9. die Evangelische Kirche gefordert. In einem eindringlichen Appell verlangen Oberkirchenrat,Johannes Dantine , der Diakonie-Direktor und ein Vertreter des evangelischen Flüchtlingsdienstes, angesichts des mahnenden Winters müsse den Vertriebenen ein legaler Aufenthalt und die Mindestversorgung gewährt werden.

Schweiz

Mit Besorgnis verfolgt die Bischofskonferenz die zunehmende Fremdenfeindlichkeit, die sich besonders im Zusammenhang mit Asylbewerbern aus dem Kosovo bemerkbar macht. Die Schweizer Bischöfe haben alle Pfarreien aufgefordert, ihre Aufnahmemöglichkeiten für Flüchtlinge nach Möglichkeit zu erweitern. Den Politikern geben die Bischöfe zu verstehen, dass Einschränkungen in der Asylgewährung nicht die Aufnahme von Menschen in Gefahr ausschliessen dürften.

E U R O P A

Frankreich

Die Kirche muss nach innen und nach aussen zum Dialog bereit sein, die Gläubigen sollen einen aktiven Beitrag zum Aufbau Europas leisten. Das ist die Botschaft des 9. Symposions der europäischen Priesterräte in Strassburg.An dem Treffen nahmen Kirchenvertreter aus 21 Ländern teil.

Russland

Das Rote Kreuz hat am 1.10. die internationale Gemeinschaft um Spenden zur Winterhilfe für Russland und die ehemaligen Sowjetrepubliken Weissrussland, Ukraine und Moldavien,gebeten. Um die grösste Not im voraussichtlichen sehr strengen Winter lindern zu können, benötige das russische Rote Kreuz mindestens 18 Millionen US-Dollar.

A F R I K A

Äthiopien

Zu einer friedlichen Beilegung des Grenzkonflikts mit dem Nachbarland Eritrea haben mehrere ausländische Kirchen gemeinsam mit der orthodoxen Glaubensgemeinschaft aufgerufen. Die Kirchen stimmten, Zeitungsangaben zufolge, ausserdem der Vergabe von gut 4,3 Millionen Dollar für Entwicklungsprojekte zu. Der seit einem halben Jahr andauernde Grenzkonflikt in Ostafrika hat bereits mehrere tausend Tote gefordert. Mehr als 300.000 Personen sind auf der Flucht.

Äthiopien

Gegen die Beschneidung von Mädchen haben sich die orthodoxe Kirche und der Rat für Islamische Angelegenheiten ausgesprochen. Bei einer Pressekonferenz am 1.10. in Addis Abeba betonten sie, diese Art von Beschneidung sei weder von der Bibel noch vom Koran vorgeschrieben. Die Gemeinschaften sprachen sich für eine Aufklärungskampagne aus, um die Bevölkerung direkt mit dem Thema zu konfrontieren.

Senegal

Der Generaldirektor der weltweiten Islamischen Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur, hat sich für eine Zusammenarbeit der monotheistischen Religionen ausgesprochen. Wie er dazu vor Journalisten betonte,sollte die gemeinsame Aktion dazu beitragen, weltweit bestehende Spannungen zu vermindern. Anstatt sich gegenseitig zu bekämpfen, sei es besser,gemeinsame Ziele zu verfolgen.

Kongo-Kinshasa

Mit Glaubensstärke und Solidarität soll die Bevölkerung im ehemaligen Zaire sich der Gewalt entgegenstemmen. Diesen eindringlichen Appelll äusserte jetzt der Erzbischof von Bukavu. Ausserdem forderte er dazu auf,sich von der Angst nicht lähmen zu lassen, sondern erst recht mit grösserem Einsatz zu arbeiten.

A M E R I K A

Vereinigte Staaten

Der Erzbischof von Philadelphia hat am Yom Kippur Fest die Rolle der katholischen Kirche während des Holocausts erläutert. Die katholische Kirche tue ihr möglichstes , um gute und feste Beziehungen mit den Juden zu pflegen. Dies sagte Kardinal Anthony Bevilacqua , im Hinblick auf die Kritik gegen Papst Pius XII., er habe die Grausamkeiten des Holocausts nicht verurteilt.

 

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Samstag: "Mit dem Papst in Kroatien"

Sonntag: "Seligsprechung von Kardinal Aloisius Stepinac"

Montag:" Weltkirchen-Magazin

Dienstag:" 20 Jahre Papst Wojtyla "

Mittwoch:" Römische Woche"

Man hört Radio Vatikan

täglich 6.20,16.00 und 20.20 Uhr

auf Mittelwelle 1530 Khz und auf den

Kurzwellen-Frequenzen: 5880,7250, 9645 Khz

Im Kabel und auf Tonunterträger vom DSF um 16.15 Uhr

und 19.10 Uhr

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck,Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:Eva Rohrmann

Redaktion dieser Ausgabe: Eva Rohrmann

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten:

Mittwoch, 7. Oktober 1998.

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