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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Donnerstag,24. September 1998 bis Samstag, 26. September 1998.

V A T I K A N

Der Vertreter des Apostolischen Stuhls bei der Internationalen Atomenergieagentur hat am 24.9. in Wien ein Zusatzprotokoll zur Einhaltung des Atomwaffensperrvertrages unterzeichnet. Der Sekretär des Päpstlichen Friedensrates , Diamond Martin,nahm dies zum Anlass, sich nochmals nachhaltig für die ausschliesslich friedliche Nutzung der Kernenergie und ein Ende des atomaren Rüstungswettlaufs auszusprechen. Die biblische Vorstellung, Schwerter zu Pflugscharen zu machen, war für den Apostolischen Stuhl Hauptgrund der Internationalen Atomenergieagentur beizutreten. Als Mitglied nimmt der Vatikan sich nun die Freiheit,alle Nationen zu einer Beendigung vom Atomwaffentests und der Produktion nuklearer Waffen aufzurufen.

Der Apolstolische Stuhl und die zentralasiatische Republik Kasaschstan haben am 24.9. einen Staatsvertrag mit weitreichenden Rechten für die katholische Kirche unterzeichnet.
Die grösseren Freiheiten umfassen den Sozial-,Erziehungs-, Gesundheits-und Caritasbereich. Ausserdem bekommt die Kirche Zugang zu den Medien und kann Gefangene seelsorgerisch betreuen.Wie Vatikansprecher Joaquin Navarro Valls betonte,handelt es sich um den ersten offiziellen Vertrag dieser Art mit einem Land der früheren UDSSR.

Papst Johannes Paul II.hat seine Anteilnahme an den Leiden der Bevölkerung aufgrund der Überschwemmungen in Santo Domingo und Porto Rico zum Ausdruck gebracht. Ebenso gedachte er der Opfer der Flugzeugkatastrophe in Spanien. Er bete für die Toten und ihre Angehörigen, heisst es in den Schreiben von Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano.

Papst Johannes Paul II. hat gegenüber Zisterzienser-Äbtissinen seine Freude darüber ausgesprochen, dass die Ordensfrauen heute im Rahmen der zisterziensischen Familie mehr Rechte haben. In einer Audienz meinte der Papst , in dieser alten Gemeinschaft müssten die Würde der Frau und das weibliche Genie stärker zum Tagen kommen.

Papst Johannes Paul II. hat am 25.9. die Mitglieder des Generalkapitels der Scalabriner-Missionare in Audienz ermutigt, in ihrer Arbeit für Flüchtlinge und Auswanderer nicht nachzulassen.Die Angst vor dem Fremden breite sich immer mehr aus,gleichzeitig aber werde er ausgebeutet.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Am 23.9. hat sich die Vollversammlung der Bischofskonferenz für die Religiongsfreiheit in Pakistan eingesetzt. Die Oberhirten zeigten sich besorgt über Bestrebungen , die das islamische Gesetzbuch , Sharia,zur höchsten Rechtsnorm im Land machen wollen.Seit Anfang September diskutiert die pakistanische Nationalversammlung ein Gesetz,das dem islamischen Recht Vorrang verschaffen soll. Katholiken und Protestanten, sowie viele andere nichtislamische Minderheiten protestierten bereits scharf.

Die deutschen Bischöfe schreiben jetzt in ihrer Stellungnahme, sollte die Sharia eingeführt werden,seien die Rechte religiöser Minderheiten in Gefahr.

Deutschland

Am 24.9. ist die Herbstvollversammlung der Bischöfe in Fulda zu Ende gegangen. Dabei ging es längst nicht nur um Vorschläge dazu, wie die katholische Kirche weiter Schwangerenkonfliktberatung durchführen kann, ohne den Weisungen des Papstes zu widersprechen.Konkrete Vorschläge werden bei der nächsten Vollversammlung im Februar zur Entscheidung vorgelegt, so der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Karl Lehmann. Die Bischöfe warnter vor der Entwertung der Ehe. Ausserdem beklagt der Episkopat Diskriminierung und Perspektivlosigkeit der palästinensischen Israelis im Heiligen Land und fordert eine Ankurbelung des Friedensprozesses. Zum Thema Schuldenerlass für arme Länder, erarbeiten die Bischöfe zur Zeit eine Erklärung ,die gemeinsam mit der evangelischen Kirche in Deutschland verabschiedet werden soll.

Deutschland

Der Münchner Kardinal Friedrich Wetter hat vor einer immer stärkeren Dominanz der Wirtschaft gewarnt.Bei einem Gottesdienst auf der Konferenz in Fulda foderte der Erzbischof ein wacheres Bewusstsein der politischen Kräfte. Das Bischofstreffen ging am 24.9. zu Ende.

Deutschland

Am 25.9. ist in Paderborn ein internationaler Kongress über Jugendseelsorge zu Ende gegangen. Am Rande der Veranstaltung wurde die Idee entwickelt, den Weltjugendtag des Jahres 2004 in Deutschland zu halten. Das Motto "Welche Christen braucht das Jahr 2000?" erweckte zwar den Eindruck, man könne heute noch fragen, in welche Richtung junge Christen geformt werden sollten. Die Tagungsteilnehmer diskutieren aber vielmehr, wie das Christentum der nächsten Generation überhaupt weitergegeben werden kann.Die Teilnehmer waren Delegierte von 32 Bischofskonferenzen Europas, sowie von 28 internationalen Bewegungen , Vereinigungen und Gemeinschaften.

Deutschland

Ein Kongress des internationalen katholischen Hilfswerks

"Kirche in Not" in Königstein bei Frankfurt, befasst sich vom 16. bis 18. Oktober mit dem Umbruch in Osteuropa und den Aufgaben der Kirche.Teilnehmen werden unter anderem der Kölner Erzbischof, Kardinal Joachim Meissner, der Erzbischof von Wolgograd,German Timofeev, sowie Bischöfe und andere Kirchenvertreter aus Kroatien, Polen, Rumänien und Bosnien.

österreich

Am 24.9. hat in Wien der erste Privatsender des deutschen Sprachraums in kirchlicher Trägerschaft, Radio Stephansdom, seinen Sendebetrieb begonnen. Kardinal Christoph Schönborn erklärte bei der Eröffnung , der Sender solle einerseits Oasen für die Seele errichten, andererseits die Frohe Botschaft weitersagen. Radio Stephansdom sendet rund um die Uhr. Auf einem Musikteppich stehen zu bestimmten Zeiten Nachrichten und in lockerem Abstand spirituelle Impulse. Ab 18.30 gibt es dann täglich das "Mosaik Kirche" in dem Aktuelles aus der österreichischen und der Weltkirche vermittelt wird. Am Sonntag überträgt der Sender das Hochamt aus dem gleichnamigen Gotteshaus. Rein technisch errichtet der Sender rund 1,4 Millionen Hörer.

E U R O P A

Serbien

Der Bischof von Skopie-Priszren hat am 25.9. einen eindringlichen Appell an die internationale Gemeinschaft gerichtet, den Menschen im Kosovo zu Hilfe zu kommen. Noch sei es bei gutem Willen möglich,eine friedliche Lösung herbeizuführen. Es dürfe aber keine Zeit mehr versäumt werden.

Frankreich

Das Simon-Wiesenthal-Zentrum in Paris hat am 25.9. Papst Johannes Paul II. gebeten, die Seligsprechung von Kardinal Stepinac zu verschieben. Die Historiker müssten zunächst mehr Klarheit über die politische Haltung des Kardinals, während des kroatischen Ustascha-Regimes,erzielen. In einem Schreiben an den Vatikan , verweisst das Zentrum darauf,dass die Seligsprechung des Märtyrers die Versöhnung mit den Juden schwer schädigen könnte. Aus dem Vatikan gibt es dazu bisher keine Stellungnahme. Die Seligsprechung ist für den 3.10. vorgesehen.

A S I E N

Türkei

Die Türen für einen Dialog zwischen der katholischen und der orthodoxen Kirche sind nach Ansicht des Erzbischofs von Florenz offen. Kardinal Silvano Piovanelli hatte sich für mehrere Tage in der Türkei aufgehalten und ausführliche Gespräche mit dem ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel ,

Bartholomäus I.,geführt. Jetzt gelte es , den Dialog fortzuführen und sich durch Rückschläge nicht entmutigen zu lassen, meinte der Kardinal nach seiner Rückkehr.

Israel

Das Grab Christi in Jerusalem besteht teilweise aus Originalsteinen , die noch aus der Zeit Jesu stammen. Zu diesem Ergebnis ist der britische Archäologe , Martin Biddle,nach zehnjährigen Forschungsarbeiten gekommen. Biddle gab am 23.9. bekannt,er sei der festen Überzeugung , dass sich in der Grabeskirche,neben den Überresten dreier anderer Gebäude,auch das Originalgrab Christi befinde. Dies habe die Analyse von Modellen, Strukturbesonderheiten und alten Beschreibungen des Grabes durch Pilger ergeben.

Iran

Staatspräsident Chatami hat jetzt in einem Beitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" seine Überzeugung ausgesprochen, dass keine Religion im Besitz der absoluten Wahrheit ist. Die Religionen müssten miteinander leben und diskutieren. Der grösste Fehler religiöser Menschen sei, dass sie ihre Wahrnehmung von Religion mit Religion gleichsetzten.

Libanon

Am 26.9. ist in Beirut eine arabische Tagung über Jugenderziehung zu Ende gegangen. Auf ihr sollen die Konsequenzen aus der internationalen UNO-Entwicklungskonferenz überprüft werden. An der Tagung hat auch eine Delegation der katholischen Kirche teilgenommen. Ihr Präsident, der Bischof von Baalbeck, legte einige Grundprinzipien der katholischen Kirche dar, wie Familie, hohe Kindersterblichkeit und Sexualerziehung.

Indien

Nach der Vergewaltigung von vier Ordensfrauen hat die Bischofskonferenz am 24.9 in Neu Delhi einen besseren Schutz für christliche Missionare gefordert. Sie kündigte entsprechende Verhandlungen mit der Staatsführung an. Wie die Asiatische Katholische Nachrichtenagentur meldete, war eine Bande von 50 bewaffneten Männern im Bundesstaat Madya Pradesh unter einem Vorwand in ein Kloster eingedrungen , hatte Ordensfrauen vergewaltigt, die Krankenstation durchwühlt und mehr als 1000 Mark entwendet. Bislang gibt es keine Verhaftungen.

Pakistan

Bonn verlangt von der Regierung in Islamabad die Respektierung der Rechte religiöser Minderheiten. Das erklärte am 25.9. ein Sprecher des Entwicklungshilfeministerium und reagierte damit auf eine entsprechende Forderung der deutschen Bischöfe. Sie hatten von Bonn auch wirtschaftlichen Druck auf Pakistan verlangt.

Südkorea

Mehr als 60 Priester aus der Erzdiözese Seoul haben sich freiwillig gemeldet , zur Seelsorge nach Nordkorea zu gehen.Dies hat das " Pastoralkomitee für die Nationale Einheit" am 24.9. mitgeteilt. Der Weihbischof von Seoul hatte Mitte September Diözesanpriester aufgerufen, sich für die Missionsarbeit im nördlichen Landesteil zur Verfügung zu stellen. Das Pastoralkomitee sieht seine Aufgabe darin, den Wiederaufbau der Kirche in Nordkorea zu fördern, um zur Beschleunigung des Aussöhnungsprozesses zwischen den beiden Landesteilen beizutragen.

A F R I K A

Angola

Eine katholische Ordensfrau und ein Seminarist sind am 24. 9. bei einem bewaffneten Überfall in der Provinz Benguela ermordet worden.Es handelt sich bereits um den zweiten Vorfall dieser Art in Angola innerhalb weniger Wochen.

Sudan

Am 25.9. bringt der Vatikanische Fidesdienst die Sorge der Kirche über zwei verhaftete Priester zum Ausdruck. Ein Weihbischof von Khartoum hätte den Älteren im Gefängnis besuchen dürfen und vermutet,dass er gefoltert worden sei.Kontakt zu dem jungen Priester sei verboten. Beiden wird vorgeworfen, sie seien an einem Bombenanschlag in Khartoum beteiligt gewesen.

Kongo-Brazzaville

Die im Land vertretenen katholischen und protestantischen Missionsinstitute fordern im Hinblick auf eventuelle

"ethnische Säuberungsaktionen"umgehende politische und humanitäre Hilfe. In einem gemeinsamen, an die internationalen Organisationen gerichteten Appell betonen die Unterzeichner, dass nur ein umgehendes Eingreifen weiteres Blutvergiessen verhindern könne. Die systematische Verfolgung und Ausrottung von Mitgliedern verfeindeter Volksstämme gehe indessen weiter.

Kongo-Kinshasa

"Lasst uns dem Krieg , dem Hass und der Vergeltung ein Ende setzen"-so lautet der Aufruf eines " Missionsforums für den Kongo" an die internationale Staatengemeinschaft. In der am 26.9. veröffentlichten Erklärung,mahnt die Vereingung der in dem afrikanischen Land tätigen Missionsinstitute, der Konflikt habe schon zuviel Blutvergiessen gekostet. Die Missionare wenden sich ausserdem an die Glaubensgemeinschaften in aller Welt. Sie sollten alle Völker zur Solidarität mit dem Kongo aufrufen, so die Botschaft.

A M E R I K A

Guatemala

Der des Mordes an Bischof Juan Gerardi angeklagte, inhaftierte

Geistliche, Mario Orantes,darf keine Presseerklärung abgeben.

Der Priester wollte sich öffentlich zu Vorwürfen äussern,sein Schäferhund habe Bischof Gerardi gebissen. Bei der Exhumierung der Leiche des Bischofs in der vergangenen Woche ,waren jedoch keine Anzeichen für Bisswunden festgestellt worden

Kolumbien

In der kommenden Woche beginnen in einer Zone des Konflikts zwischen Militär und Guerilleros Menschenrechtskurse für die bäuerliche Bevölkerung. Das Militär zieht sich , auf Antrag der Guerilleros aus dem Gebiet zurück, um Entspannung und das Klima des Dialogs zu schaffen. Man spricht von Laboratorien für den Frieden.

Brasilien

Zahlreiche Frauen eines vom Aussterben bedrohten Indiostammes, haben ihr Stimmrecht für die Parlamentswahlen gegen eine Sterilisierungsoperation verkauft. Etwa 60 Frauen des Pataxos-Stammes hätten bereits ihrer Sterlisierung zugestimmt.Solche Massenoperationen würden zur Ausrottung des Indiostammes mit nur noch 6.000 Mitgliedern führen. Sie stellten zudem eine eklatante Menscherechtsverletzung durch die brasilianische Regierung dar, so der katholische Indianische-Missionsrat.

Hinweise auf unser Wochenprogramm
Samstag:"Kommentar der Woche" von Viktor Conzemius und "Biblische Grundworte" von Bertram Meier
Sonntag: Sie Schreiben-wir antworten
Montag:" Weltkirchen-Magazin"
Dienstag:"Radioakademie"
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Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:Eva Rohrmann
Redaktion dieser Ausgabe:Eva Rohrmann
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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten:

Mittwoch, 30.September 1998

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