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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Sonntag, 20. September 1998 bis Mittwoch, 23. September 1998.

V A T I K A N

Am 20.9. hat Papst Johannes Paul II. Giuseppe Tovini seliggesprochen, der sich in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts aufgrund seines Glaubens ausserordentlich engagiert hatte. In seinen 56 Lebensjahren war er in und um Brescia , seiner Heimat, in fast allen Bereichen tätig: Er gründete Schulen und Wohnheime, Banken, Zeitungen, Eisenbahnlinien, war Schul-leiter, Bürgermeister, Advokat und schliesslich Familienvater mit insgesamt zehn Kindern. Im vergangenen Jahr lag sein Tod 100 Jahre zurück. Ein weiteres Unternehmen von Tovini waren die katholischen Kongresse Italiens. Das Ganze war begleitet von der täglichen Lektüre der Bibel, sowie der täglichen Kommunion und der häufigen stillen Anbetung. Drei seiner Kinder wurden Ordensleute.

Am 20. Oktober wird Papst Johannes Paul II. zum zweiten Mal vom italienischen Präsidenten, Oscar Luigi Scalfaro, empfangen werden. Es wird das siebte Mal sein , dass ein Pontifex sich zum Staatsbesuch in den Quirinalspalast begiebt, der bis 1870 offizielle Papstresidenz war.

Ende Oktober findet im Vatikan eine internationale Konferenz über das Altern statt. Sie wird vom Päpstlichen Rat für die Krankenpastoral durchgeführt. Der Vatikan wird die Fragestellung unter dem Gesichtspunkt des Glaubens betrachten. Themen sind: Die Senioren in der Familie, in der Ortsgemeinde, in den Orden und der Wert der alten Menschen für die Kirche.

Christen und Hindus müssen in Zukunft stärker zusammenarbeiten, für das Wohl der ganzen Menschheit. Diese Botschaft formuliert der Vorsitzende des Päpstlichen Rats für den Interreligiösen Dialog, Kardinal Francis Arinze,in einem Grusswort zum Hindu-Fest Diwali am 19.Oktober.Der Kardinal betont, die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Christen und Hindus hätten in den vergangenen Jahren Fortschritte gemacht.Im Mittelpunkt des Grusswortes steht die Hoffnung auf eine bessere Zukunft für alle Menschen. Nur sie allein könne über Enttäuschungen und schwere Krisen hinweghelfen, schreibt Kardinal Arinze.

Die internationale Theologenkommission befasst sich bei ihrer Jahreskonfernz in der kommenden Woche mit dem schuldhaften Verhalten der Kirche in der Vergangenheit. Die Konferenz ist ein Teil der vom Papst geforderten Gewissenserforschung vor dem Jahr 2000.Diese soll in einem grossen Bussakt im Jahr 2000 enden.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

"Welche Christen braucht das Jahr 2000?" Unter diesem Motto tagt seit 21.9. der Katholische Europäische Kongress für Jugendpastoral in Paderborn. Mehr als 180 Delegierte aus 32 Ländern wollen der kirchlichen Jugendarbeit auf dem ganzen Kontinent neue Impulse geben. Jugendliche aus Ost und West sollen gemeinsam ihre Freundschaft mit Christus vertiefen. Das erklärte der Präsident des Päpstlichen Laienrates , Kurienkardinal James Francis Stafford, zum Auftakt des Jugendkongresses.

Deutschland

Eine "Gigantomachie des immer mehr" hat der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Karl Lehmann,jetzt bei der Eröffnung der Herbstvollversammlung des Gremium beklagt. Ein unendliches Anhäufen von Reichtum und Macht könne dem Menschen nicht genügen, es erfülle nie seine Sehnsucht. In seiner Predigt in Fulda erinnerte Lehmann daran, dass die Stärke des christlichen Glaubens gerade das Teilen und solidarisches Handeln ist. Bereits am 21.9. erinnerte Lehmann, im Zusammenhang mit der gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre daran, dass es zwischen Lutherischem Weltbund und Vatikan einen Konsens in den Grundwahrheiten gebe.

Deutschland

Die evangelische Kirche hat die Rundfunkanstalten aufgefordert, die Videoaufzeichnung mit der Zeugenaussage des US-amerikanischen Präsidenten Bill Clinton nicht auszustrahlen.Es existiere kein vernünftiger Grund, die Aufnahme allen zugänglich zu machen, so der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche, Manfred Kock. Dem deutschen Rundfunkstatut gemäss sind auch die Kirchen im Fernsehrat vertreten.

österreich

Die Kirche möchte ihren Beitrag für den europäischen Einigungsprozess ohne Präpotenz oder Monopolanspruch leisten, aber sie wird sich auch nicht verstecken. Das betonte der Kärtner Diözesanbischof Egon Kapellari bei einer Fachtagung der Bischofskonferenz im Rahmen des "Dialogs für österreich".Jeder Versuch , die Kirchen im Sinn eines falsch verstandenen Laizismus auf den Status von Privatvereinen herunterzustufen,sei nicht zuträglich, so Kapellari.

Schweiz

Am 22.9. hat der Ständerat in Bern bestätigt, dass Diözesen auch in Zukunft nur mit Genehmigung der Eidgenossenschaft gegründet oder ihre Grenzen verändert werden dürfen. Kirchliche Beobachter sind darüber enttäuscht.Manche sprechen von einem Klima des Kulturkampfes , in dem der Staat der Kirche immer noch keine volle Freiheit gewährt. Das Abstimmungsergebnis im Ständerat war knapp. 20 Mitglieder stimmten für die Beibehaltung des entsprechenden Paragraphen , 19 für eine Aufhebung. Die Kantonsvertretung schloss sich damit der Entscheidung des Bundesrates an.

E U R O P A

Niederlande

Der Generalsekretär des Weltkirchensrates , Konrad Reiser, hat am 19.9. in Amsterdam bei der Feier zum 50.Geburtstag der Organisation die Ansicht vertreten, die Kirchen seien zu lange nur höflich miteinander umgegangen. Die derzeitige Krise ermögliche es ihnen , offener ihre gegensätzlichen Ansichten auszusprechen. Bei der Feier betonte der Weltkirchenratspräsi-dent, der armenische Katholikos, ökumene sei keine freie Wahl, sondern eine Notwendigkeit. Die Hauptspannungen im Weltrat kommen von der Frauenordination und der Weihe von homosexuellen Priestern.

Finnland

In dieser Woche treffen sich die Vorsitzenden der 34 katholischen Bischofskonferenzen Europas in Helsinki zu ihrer jährlichen Vollversammlung. Als Tagungsort wurde das orthodoxe Kloster in Neu Valamo gewählt. Die Tatsache, dass sich die Bischöfe in einem orthodoxen Kloster treffen, soll die bestehenden Schwierigkeiten ins Bewusstsein rufen und den Willen zum Dialog mit der Orthodoxie signalisieren.

Spanien

Das Parlament in Madrid hat den Gesetzentwurf zur Liberalisierung der Abtreibung am 22.9. mit knapper Mehrheit abgelehnt. In den

21.000 Pfarreien war am vergangenen Sonntag ein Aufruf der Bischöfe gegen das neue Abtreibungsgesetz verlesen worden. Die Gläubigen wurden in dem Schreiben aufgerufen,den Parlamentariern, die sich für den Schwangerschaftsabbruch aussprechen,bei den nächsten Wahlen das Mandat zu entziehen.

Frankreich

Die Gründerin und Präsidentin der Fokolar-Bewegung , Chiara Lubich, ist am 22.9. mit dem "Europäischen Menschenrechtspreis 1998" ausgezeichnet worden. Vor den Abgeordneten im Europäischen Parlament sprach sie in diesen Tagen über das Ziel der Bewegung. Es gehe darum , die Menschheit zu einer Familie zusammenzuschliessen . Die Spiritualität der Einheit gehe von christlichen Prinzipien aus, so Chiara Lubich.

Ungarn

Die Regierung in Budapest hat der Diskriminierung von Gläubigen ein Ende gesetzt. Das erklärte der neue Premierminister, Viktor Orban, jetzt bei einem Besuch im Vatikan. Der von den Katholiken des Landes im Wahlkampf unterstützte Regierungschef betonte, es bestehe nun eine Basis gemeinsamer Werte. Darauf könne die Kooperation zwischen Kirche und Staat aufbauen.

Italien

Agenturmeldungen zufolge könnte der vor dreissig Jahren verstorbene Volksapostel, Padre Pio , 1999 seliggesprochen werden. Die Meldung beruft sich auf eine Erklärung des Vizepostulators , Gerardi Di Flumeri. Er nimmt an, dass das entsprechende Dekret noch vor Jahresende veröffentlicht wird.

Italien

Die Oberkirche der Franziskus-Basilika wird bis Weihnachten 1999 wieder für die Gläubigen zugänglich sein. Auch Papst Johannes Paul II. wolle bei der Wiedereröffnung dabei sein,hiess es. Die Kirche war im Septemebr letzten Jahres durch ein Erdbeben schwer beschädigt worden.

A S I E N

Philippinen

Die Entführer des italienischen Missionars, Luciano Benedetti, haben das Militär gewarnt,die Suchoperationen auf der Insel Mindanao fortzusetzen. Andernfalls werde der Missionar Folgen spüren, hiess es in einer jetzt abgefangenen Botschaft der Kidnapper. Nach Erkenntnissen der Behörden soll sich Benedetti in der Gebirgsgegend von Patikul befinden.

A F R I K A

Somalia

Sechs Personen sind am 19.9. zu je einem Jahr Gefängnis verurteilt worden weil sie, vergangene Woche, die italienische Ordensfrau , Maria Angela Feura, gekidnappt hatten. Die 53jährige war einen Tag nach ihrer Entführung freigelassen worden. Die beliebte Ordensfrau hatte seit 30 Jahren ein SOS-Kinderdorf geleitet.

Senegal

Mit dem Appell "Kinder bauen die Zukunft. Sie sind die Hoffnung für die Völker" ist am 20.9. der 10.internationale Kongress des Katholischen Kinderapostolats in Dakar zu Ende gegangen.

Junge Christen aus insgesamt 37 Ländern der Welt hatten sich zwei Wochen lang in der senegalesischen Hauptstadt versammelt. In Vorträgen und Erfahrungsberichten wurde über die Rolle der Kinder und Jugendlichen für Frieden und Gerechtigkeit referiert. Zum Abschluss wurde noch eindringlich zu einer Annulierung der Dritte-Welt-Schulden aufgerufen.

Sudan

Ab 22.9. führen zwei deutsche Militärflugzeuge Lebensmitteltransporte von Khartoum in die Hungerregion des Süden durch. Ausser den zwei Militärflugzeugen hat die Bundesrepublik Deutschland zu diesem Zweck auch fünfzig Soldaten stationiert.

Südafrika

Die Kirchen des Landes verurteilen die Intervention im Nachbarland Lesotho. In einer Erklärung hat die Anglikanische Kirche am 22. 9. zum sofortigen Rückzug aller ausländischen Truppen aus dem Königreich aufgerufen. Der südafrikanische Kirchenrat schloss sich jetzt dem Appell an und forderte die Regierung auf,sie solle sich bei den Bürgern Lesothos entschuldigen. Von offizieller Seite heisst es, die Regierungen Südafrikas , Simbabwes und Botswanas hätten eingegriffen, um einen Putsch abzuwenden.

A M E R I K A

Guatemala

Ein positives Ereignis der Untersuchungen im Mordfall an dem Bischof von Guatemala-Stadt, Juan Gerardi, ist noch lange nicht in Sicht. Die katholische Kirche ist über das offizielle Ergebnis der Autopsie der kürzlich exhumierten Leiche des Bischofs empört.Nach fünfstündigen Untersuchungen hatte der Chef des internationalen Pathologen-Teams erklärt, dass keine Kratz-und Bisswunden am Leichnam entdeckt worden seien. Der Experte der Staatsanwaltschaft gab stattdessen später bekannt, er habe Anhaltspunkte für derartige Wunden gefunden.

Kolumbien

Marianistenpater Michel Angel Quiroga ist von paramilitärischen Truppen ermordet worden. Der Provinzobere erklärte am 19.9. gegenüber der Presse, seine Gemeinschaft sei von den Paramilitärs oft wegen des Einsatzes für die Menschenrechte gewarnt worden. Sie seien von den Rechtsradikalen auch schon gezwungen worden, ihre Arbeitsplätze zu wechseln.

Chile

"General Augusto Pinochet hat die Kirche verfolgt, obwohl er praktizierender Katholik war".Das erklärte am 22.9. ein spanischer Priester. Vor einer Untersuchungskommission zum Schicksal der verschwundenen Personen betonte er, während der Pinochet-Diktatur seien auch fünf Priester ermordet worden, ein sechster habe entkommen können. Die Kommission untersucht seit 1996 das Verschwinden , die Folter und die Ermordung von rund 4000 Personen.

Vereinigte Staaten

Die religiöse Praxis der US-Amerikaner nimmt zu. Vor allem an ihren Arbeitsplätzen wird bemerkt, dass die Arbeitgeber immer darauf Rücksicht nehmen müßten, ihren Angestellten Freiraum für religiöse Pflichten zu lassen. Der Kongress diskutiert derweil einen Gesetzesentwurf, der die Religionsfreiheit am Arbeitsplatz garantieren soll.

V E R E I N T E N A T I O N E N

Die UNESCO veranstaltet seit 22.9. ein internationales Kolloquium über die Heiligen Stätten der Urbevölkerungen. Fachleute diskutieren vier Tage lang in Paris über die Pflege und Erhaltung von Heiligen Heinen, Quellen und Bergen. Daher nehmen auch Vertreter verschiedener indigenen Völker an den Konferenzen teil.

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Mittwoch:"Römische Woche"

Donnerstag:"Kreuz des Südens"

Freitag:"Prisma-Magazin"

Samstag:"Wochenkommentar "von Viktor Conzemius und

"Biblische Grundworte" von Bertram Meier

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Redaktion dieser Ausgabe: Eva Rohrmann

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten:

Samstag,26.September 1998

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