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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Donnerstag, 17. September 1998 bis Samstag, 19 September 1998.

 

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. besucht am Wochenende 18.bis 2o.September die norditalienischen Orte Chiavari und Brescia. Bei einer Messe in dem Ort an der ligurischen Küste rief er die Gläubigen dazu auf, den Sinn für das Religiöse wieder sowie die ethischen Werte wieder zu entdecken. Nötig sei dazu ein ähnliches Wunder wie vor 1oo Jahren als Chiavari vor der Cholera bewahrt worden sei. In Brescia spricht der Papst den sozial hochengagierten Familienvater Giuseppe Tovini selig, der sich um die Jahrhundertwende für die Gründung von Kleinbanken und das Schulwesen eingesetzt hatte. Ferner ehrt der Papst seinen Vorgänger Papst Paul VI. der aus Brescia stammte und dessen 2o.Todesjahr im Jahr 1998 begangen wurde.

Niemals mehr dürfen Brüder die Waffen gegeneinander erheben. Diesen eindringlichen Appell hat Papst Johannes Paul II., am 17. September, an die Bischöfe aus Ruanda gerichtet, die sich zu ihrem " Ad-Limina"- Besuch in Rom aufhielten.Mit einem Blick auf den Konflikt im angrenzenden Kongo-Kinshasa, forderte der Papst zu einer friedlichen Lösung durch Dialog auf.

Papst Johannes Paul II. hält sich vom 18. bis 20. September zu einem Pastoralbesuch in Chiavari und in Brescia auf. Dort wird er einen italienischen Sozialreformer der Jahrhundertwende , Giuseppe Tovini, seligsprechen und seinen Vorgänger Papst Paul VI. ehren. Bei dem Besuch in Chiavari werden 60-bis 70.000 Gläubige erwartet, um Johannes Paul II., willkommen zu heissen.

Papst Johannes Paul II. wird im kommenden Jahr erneut Polen besuchen. Das hat jetzt ein Sprecher der polnischen Bischöfe bekanntgegeben.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Die Renovabis-Aktion für Mittel-und Osteuropa, wird 30.000 D-Mark für Kosovo-Flüchtlinge zur Verfügung stellen. Renovabis-Geschäftsführer , Eugen Hillengass, erklärte, der Belgrader Erzbischof Franco Perko habe bei einem Besuch in Freising auf die humanitären Probleme im Kosovo hingewiesen. Hunderttausende von Flüchtlinge seien in Albanien und Montenegro unterwegs. Weitere 200.000 hielten sich im Kosovo auf.

Deutschland

Kardinal Georg Sterzinsky beklagt eine "besorgniserregende" Tendenz in der Europäischen Union , sich gegenüber den sogenannten " Drittstaatsangehörigen" abzuschotten. Anlässlich der Woche der ausländischen Mitbürger warnte er davor, die Sensibilität für die Menschen in Not zu verlieren.

Deutschland

Weiterhin ist in Bayern ein Religionsunterrichts-Mobil unterwegs, um für den Religionsunterricht an öffentlichen Schulen zu werben. Nach neuesten Angaben erfreut es sich grossen Zulaufs.Es wird organisisert vom Verband Katholischer Religionslehrer.

österreich

Wer zum Gebet nicht gerne in eine Kirche geht, kann es jetzt über Internet ausprobieren. So jedenfalls die Vorstellung der Organisatoren eines Internet-Gottesdienstes. Es handelt sich nicht um eine Messe, sondern um eine Art Andacht, an der jeder vor seinem Bildschirm teilnehmen kann.

österreich

Kardinal Christoph Schönborn hat der Wiener israelitischen Kultusgemeinde seine Glückwünsche zum bevorstehenden Neujahrsfest übermittelt. In seiner Botschaft äussert Schönborn den Wunsch,dass das Vertrauen zwischen Juden und Christen auch im neuen Jahr wachsen möge.

E U R O P A

Spanien

Die baskischen Bischöfe haben am 18.9. die Regierung in Madrid gebeten , den einseitigen Waffenstillstand der ETA aus einem höheren Blickwinkel zu beurteilen. Man müsse flexibel mit der Initiative umgehen, damit es keine Frustration gebe.

Frankreich

Die Bischöfe des Landes haben ein geplantes Gesetz zur Gleichstellung von nichtehelichen Paaren mit Verheirateten kritisiert. Wie es in einer am 17. September veröffentlichten Stellungnahme heisst, unterwandere der sogenannte Solidaritätspakt das gesellschaftliche Gefüge. Homosexuelle sollen nicht die gleichen sozialen Rechte geniessen wie Ehepaare.Die Bischöfe beziehen sich auf ein Gesetz , das Unverheirateten die gleichen sozialen und steuerlichen Privilegien einräumen soll wie Vereheirateten.

Frankreich

Die katholische Weltunion der Presse - UCIPE - hat die kubanische Bistumszeitung, "Palabra Nueva", wegen ihrer mutigen Berichterstattung geehrt. Bei ihrer Jahrestagung in Paris wählten die rund 900 katholischen Journalisten aus aller Welt eine Journalistin aus Malaysia an ihre Spitze. Theresia Ee Chooi ist Mutter von drei Kindern und leitete neben ihrer Tätigkeit als Journalistin für die katholische Nachrichtenagentur Asiens den Verband katholischer Journalisten Ost-Asiens. UCIPE verlangte ferner die Freilassung von 88 gefangenen Journalisten in aller Welt.

Italien

Gegen heterologe Befruchtung und die Zulassung von eheähnlichen Lebensgemeinschaften zur künstlichen Befruchtung hat sich die Zeitschrift der italienischen Jesuiten "Civilta Cattolica" ausgesprochen. Im Hinblick auf die bevorstehende Diskussion eines Gesetzesentwurfes im Parlament, fordert die Zeitschrift die italienischen Politiker auf, ihre Entscheidungen frei von ideologischen Vorurteilen zu treffen.

Italien

Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano hat die Hoffnung ausgesprochen, dass Christen, Juden und Moslems sich für mehr Solidarität untereinander einsetzen. Dies sagte er bei der Eröffnung einer Konferenz des Trinitarierordens über die Sklavenbefreiung. Die Gemeinschaft feiert damit den 800. Jahrestag ihrer Gründung.

Tschechien

Der Vatikan will jetzt selbst die Eingliederung der ehemaligen Geheimpriester in die Kirchenstruktur in die Hand nehmen. Das wird am 18.9. aus Prag gemeldet. Nach dem Ad-Limina-Besuch der tschechischen Bischöfe wurde bekanntgegeben, daß es immer noch Priester gibt, die sich nicht neu weihen lassen wollen unter der Bedigung, daß ihre Geheimweihe ungültig ist. Andere, die verheiratet sind, lehnen es ab, in die griechisch-katholische Kirche eingegliedert zu werden, bei der es verheiratete Geistliche gibt.

Polen

Laufen für den Papst-fünfzehn polnische Athleten haben sich am 19. September in Wadowice, der Geburtsstadt des Papstes, auf den Weg nach Rom gemacht. Sie wollen die rund 1600 Kilometer zu Fuss zurücklegen, um das 20jährige Jubiläum des Kircheoberhauptes zu feiern.

A S I E N

Indien

Erneut haben verschieden christliche Organisationen gegen die Pläne fanatischer Hindugruppen protestiert, alle christlichen Missionare des Landes zu vertreiben. Es handelt sich um Bajrang Dal, die der regierenden Partei nahesteht.

Philippinen

Die Entführer des italienischen Priesters Luciano Benedetti verlangen eine, wie sie sagen "Aufwandsentschädigung" von rund 25.000 D-Mark. Erst dann seien Verhandlungen über eine Freilassung des Geistlichen möglich, hiess es am 18. September aus Manila.

Afghanistan

Der Imam der Moschee der Taliban in Kabul hat am 18. September zum Heiligen Krieg gegen den Iran aufgerufen. Beim Freitagsgebet forderte er alle Afghanen auf, zum Jihad gegen das Nachbarland bereit zu sein, da es den Aufbau einer islamischen Regierung in Kabul zu verhindern versuche. Indes hat der pakistanische Außen-minister in New York vor einem Krieg zwischen Iran und Afghanistan gewarnt. Er würde alle muslimisch geprägten Länder spalten. Die Mehrheit der Iraner ist schiitisch, die Mehrheit in allen anderen Ländern ist sunnitisch.

Südkorea

Alle Bischofskonferenzen Asiens sollten eigene Frauenkommissionen haben. Das hat jetzt eine internationale Konferenz über die Wirtschaftskrise Asiens gefordert, an der auch Kirchenleute teilnahmen. Durch die Frauenkommission sollte wirksamer als bisher gegen Frauendiskriminierung gekämpft werden. Ebenso wurde vorgeschlagen, daß sich alle Frauenverbände Asiens unter einem Dach zusammenschließen.

Pakistan

Die Polizei hat während einer Razzia im ganzen Land ,rund 200 sunnitische Fundamentalisten verhaftet. Diese werden unter anderem beschuldigt, eine Moschee in Brand gesetzt zu haben. Ihre Anhänger haben bereits gedroht, die Gefängnisse zu stürmen, falls ihre Glaubensbrüder nicht binnen weniger Tage freigelassen würden.

A F R I K A

Sambia

Kirchenvertreter aus mehreren Ländern des südlichen Afrika konnten bei ihrer jüngsten Konferenz in Lusaka zu keiner übereinstimmenden Bewertung der Lage im Kongo-Kinshasa kommen. Einig waren sie sich darüber dass, der Konflikt von ausländischen Kräften herbeigeführt wurde. Die an den kriegerischen Auseinandersetzungen beteiligten Staaten riefen die Kirchenleute auf,ihr Militär aus dem Kongo zurückzuziehen.

A M E R I K A

Kuba

Das Aussenministerium hat am 18. September einen US-Diplomaten verwarnt,der an einer religiösen Prozession in der Hauptstadt Havanna teilgenommen hatte. Damit habe er sich in die inneren Angelegenheiten Kubas eingemischt und konterrevolutionär gehandelt, kritisierten die Behörden.

Mexiko

Die Finanzkrisen in Russland und Südostasien zeigen die Nachteile der Globalisierung .Das hat der Vorsitzende des Bischofsrates für ganz Lateinamerika CELAM , Oscar Rodriguez,erklärt. Bei einer Tagung zum Thema ,kritisierte der Erzbischof von Tegucigalpa , Finanzprobleme einiger weniger Länder bedohten heute die Zukunft der ganzen , wie er sagte, "überentwickelten Welt".

Guatemala

Die erneute Autopsie der Leiche des ermordeten Weihbischofs von Guatemala-Stadt, Juan Gerardi, hat am 17.9. stattgefunden. Das Ergebnis entlastet den in Haft befindlichen Priester Mario Orantes. Dem Mörder Gerardis ist die Polizei aber noch nicht auf die Spur gekommen. Nicht nur von Kirchenseite glaubt man kaum mehr an den Willen der Behörden , die Gewalttat aufzuklären.

Bolivien

"Die Regierung in La Paz begeht einen Weg des Todes". Diese Einschätzung hat jetzt der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Terrazas Sandoval,geäussert. Ein Jahr nach der Wahl von General Hugo Banzer zum Staatschef gebe es keinen Grund zum Feiern, erklärte der Oberhirte bei einer Messe in Santa Cruz. Die Regierung des ehemaligen Diktators der 50er Jahre sei gleichgültig gegenüber der im Land herrschenden Armut und Ungerechtigkeit , so der Oberhirte.

Brasilien

Die Erzdiözese Uberaba überlässt 60 landlosen Familien ein teueres Stadtgrundstück unter der Bedingung , dass dort von den Neuansiedlern auch soziale und religiöse Treffpunkte errichtet werden. Es soll eine Modellsiedlung mitten in der Stadt werden.

Brasilien

600 aus Afrika stammende schwarze Katholiken des Landes haben jetzt bei einem Kongress Wiedergutmachung für den Schaden verlangt, der ihnen durch die Versklavung zugefügt worden ist.Im Staat San Paolo hielten sie in diesen Tagen ihren ersten nationalen Kongress. Die 60 Millionen Afro-Brasilianer wollen nicht schweigen, bis alle Schäden wieder gutgemacht seien,die man ihnen zugfügt hat.

Vereinigte Staaten

"Der Vatikan soll seine Holocaust-Archive" öffnen". Das hat der New Yorker Kardinal John O'Connor gefordert. Er betonte, es werde der Kirche gut tun, wenn sie sich in den Untersuchungen des Holocaust offener zeige. Er selbst sei davon überzeugt, dass Pius XII. mit seinem Schweigen während des Zweiten Weltkrieges , Leben retten wollte.

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Samstag:"Wochenkommentar" von Viktor Conzemius und

"Biblische Grundworte" von Bertram Meier

Sonntag:"Sie schreiben-wir antworten"

Montag: " Weltkirche-Magazin"

Dienstag:" Radioakademie"

Mittwoch:"Römische Woche"

Man hört Radio Vatikan

täglich 6.20 ,16.00 und 20.20 Uhr

auf Mittelwelle 1530 Khz und auf den

Kurzwellen-Frequenzen:5880 ,7250 9645 Khz

Im Kabel und auf Tonunterträger vom DSF

um 16.15 Uhr und 19.10 Uhr

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen

Tel.: 0 21 02/2 30 31, Fax: 0 21 02/ 2 14 13

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:Eva Rohrmann

Redaktion dieser Ausgabe: Eva Rohrmann

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan: Mittwoch, 23. September 1998

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