Radio Vatikan Archiv

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Sonntag ,13.September 1998 bis Mittwoch, 16.September 1998.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. richtete bei seinem Angelusgebet, am 13.September,Glück-und Segenswünsche an die Schüler und Lehrer anlässlich des beginnenden Schuljahres 1998-1999.

"Haltet die Schule für ein grosses Geschenk-für ein Grundrecht, das sicherlich auch Pflichten mit sich bringt" , sagte der Papst zu den zahlreichen Jugendlichen , die sich im Innenhof seiner Sommerresidenz Castelgandolfo versammelt hatten. Anwesend waren zudem auch mehrere katholische Pfadfindergruppen. Papst Johannes Paul II. richtete an sie eine kurze Ansprache , in der er auf sein Apostlisches Schreiben zum 50. Jahrestag der Gründung der Internationalen Konferenz des Pfadfindertums hinwies. In dem Schreiben fordert Johannes Paul II. die Pfadfinderverbände auf,innere Spaltungen zu überwinden und sich zugleich für Offenheit und ökumene in der Pfadfinderschaft einzusetzen.

Überwindung der sozialen Ungerechtigkeit und mehr Schutz für die sozial Ausgegrenzten hat Papst Johannes Paul II.,von der Regierung in Nicaragua gefordert. Gegenüber der neuen nicaraguanischen Botschafterin am Apostolischen Stuhl, die am 14.September ihr Akkreditierungsschreiben überreichte, bot der Papst die Hilfe der Kirche für den Fortschritt des Landes an.

Der Präsident des Vatikanischen Einheitsrates ,Kardinal Edward Cassidy, hat jetzt in einem Schreiben an den Lutherischen- Weltbund versichert, dass der Vatikan die gemeinsame Rechtfertigungslehre unterzeichnen werde. Sie enthalte Übereinstimmung in Grundwahrheiten der Rechtfertigungslehre.

Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano hat am 15.September mit dem italiensichen Regierungschef Romano Prodi über die Gleichstellung der katholischen Schulen Italiens und über die Vorwürfe gegen den Erzbischof von Neapel, Kardinal Michele Giordano gesprochen. In der Vatikanbotschaft in Rom sprach Sodano auch den Wunsch aus, daß die italienische Regierung mehr für die Familien und die Arbeitslosen unternimmt. Er stimmte dem italienischen Vorschlag zu, eine gemischte Kommission zur Untersuchung der Vorwürfe gegen Kardinal Giordano einzurichten.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Kardinal Alois Grillmeier, in München lebender Jesuit und emeritierter Theologieprofessor, ist am 13. September im Alter von 88 Jahren gestorben. Der in der internationalen Fachwelt hochangesehene Dogmatiker war 1994 überraschend von Papst Johannes Paul II. in den Kardinalsrang erhoben worden. Grillmeier galt als einer der besten Kenner des Zweiten Vatikanischen Konzils.

Deutschland

Zum 32. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel, der in Deutschland am 13. September begangen wird, hat Papst Johannes Paul II. die Medien aufgefordert, Menschen nicht auf eine Konsumentenrolle zu reduzieren. Aufgabe der Medien sei es vielmehr, Menschen zusammenzubringen und ihr Leben zu bereichern, schreibt der Papst in seiner Grussbotschaft.

Deutschland

Die am 11. September von der Bundesärztekammer veröffentlichten "Grundsätze zur ärztlichen Sterbebegleitung" lassen einige zentrale Fragen ungeklärt. Das hat der Vorsitzende der Bischofskonferenz,Karl Lehmann, am 14. September, erklärt.

Dennoch begrüsste er das Dokument prinzipiell. Lehmann lobte insbesondere die Formulierungen der Mediziner, die Wach-Koma-Patienten als Lebende zu betrachten und Neugeborene mit Missbildungen praktisch wie Erwachsene behandelt sehen wollen.

österreich

Papst Johannes Paul II. hat in einer Grussbotschaft an die Teilnehmer der Maria-Name-Feier in der Wiener-Stadthalle seinen Wunsch zum Ausdruck gebracht, besonders den "Dialog für österreich" ins Gebet einzuschliessen. In der Papstbotschaft wurde darauf verwiesen, dass die Teilnehemr am Dialog für österreich bei Maria "in die Schule gehen können" denn das ganze Leben der Gottesmutter sei "ein Dialog des Heils" gewesen.

E U R O P A

Spanien

Die Bischöfe des Landes haben eine geplante liberale Abtreibungsregelung scharf verurteilt. In einem am 13.September veröffentlichten Hirtenwort schreiben sie, die entsprechende Gesetzesnovelle , die am 22. September den Parlament zur Abstimmung vorgelgt wird, sei unmoralisch und nicht verfassungsgemäss. Die Bischöfe schockiert , dass Abtreibungen während der ersten drei Schwangerschaftsmonate möglich sein sollen, allein wenn die werdende Mutter soziale,psychologische oder familiäre Probleme angibt.

Frankreich

Zum Auftakt des 18.Kongresses der katholischen Weltunion der Presse UCIP, im Pariser Sitz der UNESCO, hat Papst Johannes Paul II. die Journalisten aufgefordert, Wahrheit, ethische Grundsätze und die Würde der Person zu respektieren. Mit der immer schnelleren Verbreitung von Nachrichten komme der Presse eine wachsende Verantwortung zu, heisst es in einer Grussbotschaft des Papstes an die Teilnehmer.

Zypern

Der Erzbischof von Nicosia, Chrysostomos und der griechische Kultusminister beschuldigen die Türkei der systematischen Plünderung von Kunstschätzen im türkisch besetzten Norden der Insel. Bei einem Treffen erklärten sie , byzantinische Kirchen und andere christliche Monumente würden von türkischer Seite ausgeraubt und bewusst zerstört.

Warschau

Der Vizepräsident des internationalen Rates für das Museum von Auschwitz-Birkenau hat dazu aufgerufen, das Papstkreuz auf dem Gelände des ehemaligen Vernichtungslagers in Auschwitz zu belassen. Die Juden sollten das Symbol akzeptieren, damit sich das Verhältnis zwischen Polen und Juden wieder verbessern könne. Gleichzeitig müssten aber alle anderen Kreuze, die aus politischen oder antisemitischen Gründen aufgestellt worden seien, verschwinden.

Russland

Der Moskauer Patriarch Alexi II. hat den Serben im Kossovo seine Unterstützung versichert. Bei einem Treffen mit der Präsidentin der bosnischen Serben, Biljana Plavsic, betonte der Patriarch, die Serben kämpften für den Erhalt ihres Kulturerbes in Kossovo.

Slowakei

In einem am 13. September veröffentlichten Hirtenwort fordern die slowakischen Bischöfe die gläubigen Wähler zu einer genauen Prüfung der Wahlprogramme auf. Ohne einer Partei die Unterstützung der Kirche zuzusagen, warnen die Bischöfe jedoch davor, eine Partei zu wählen, die die Abtreibung befürwortet, die beim wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt die Person, vor allem Familien und die Jugendlichen, die Arbeitslosen und die Alten außer Acht läßt. Eindringlich appellieren die Oberhirten, nicht auf die Versprechungen vor der Wahl zu hören, sondern die Aktionen der Parteien in der Vergangenheit zu prüfen.

A S I E N

Indien

Das zweite christlich-buddhistische Kolloquium hat in den vergangenen Tagen in Bangalore stattgefunden. Vertreter der beiden Religionen nutzten das vom päpslichen Rat für den interreligiösen Dialog organisierte Gespräch , um Parallelen zwischen den Glaubensrichtungen auszumachen.

Indien

Die Bischofskonferenz in Neu-Delhi hat die Diskriminierung und Tötung von Mädchen scharf vereurteilt. Die Oberhirten kündigten an, sie wollten ihre Ausbildungs-und Hilfsprogramme für vernachlässigte junge Frauen intensivieren.

Vietnam

Die politische Führung des Landes hat im Lauf des vergangenen Jahres einen bedeutenden Wandel bei der Gewährung von persönlichen Freiheiten, vor allem im kirchlichen und gewerkschaftlichen Bereich, durchgemacht. Diese Einschätzung gab jetzt der US- amerikanische Botschafter in Hanoi, Pete Peterson, gegeben. Man habe in Hanoi erkannt, dass es der Nation nichts nutzt, wenn Meinungen mundtot gemacht werden. In den letzten zwölf Monaten hat Peterson einen deutlichen Wandel zu mehr Toleranz beobachtet.

Pakistan

Militante sunnitische Muslime haben am 14. September einen Brandanschlag auf eine schiitische Moschee verübt. Man vermutet hinter dem Anschlag einen Vergeltungsakt für die Ermordung eines religiösen Führers der Sunniten am vergangenen 12. September.

A F R I K A

Kongo-Kinshasa

Der Erzbischof von Kisangani, Monsengwo-Pasinya hat am 13.September im einer Predigt vor Gewalt gegen Mitglieder anderer Stämme gewarnt. Es sei zwar legitim, das eigene Land zu verteidigen, aber verletzte das Gebot Gottes, auf Mitglieder anderer Völker Jagd zu machen. Der Erzbischof spielte damit auf die Verfolgung von Tutsis aus Ruanda an. Gott frage auch heute die Christen "Wo ist dein Bruder?"

Kenia

Erneut ist ein Kirchenmann Opfer von Gewalt geworden. Wie verschiedene Quellen berichten, erlag der italienische Missionar, Luigi Andeni, am 14. September den Folgen eines bewaffneten Überfalls. Pater Andeni ist der dritte Missionar seines Ordens, der im Regierungsbezirk Samburu erschossen worden ist.

A M E R I K A

Chile

Zum 25. Jahrestag des Putsches in Chile hat der Erzbischof von Santiago de Chile, seine Landsleute beider Lager zur Versöhnung aufgerufen. Bei einem Gottesdienst in der Kathedrale der Hauptstadt,geisselte der Erzbischof die Folterungen und Gewaltverbrechen der Putschisten und erinnerte an die mehr als 1.100 Verschwundenen , von denen immer noch jede Spur fehle.

Honduras

Der Präsident des Rates der katholischen Bischofskonferenzen in Lateinamerika, Erzbischof Oscar Rodrigues Madariaga,hat dazu aufgerufen,US-Präsident Bill Clinton zu vergeben. Ein Mensch der Fehler gemacht habe, habe das Recht auf Verzeihung, sagte der honduranische Erzbischof in Tegucigalpa.

Guatemala

Die Exhumierung der Leiche von Bischof Juan Gerardi findet noch in dieser Woche statt. Der mit dem Fall beauftragte Richter, betonte am 16. September, man erfülle damit die Forderungen der Kirche nach grösstmöglicher Objektivität in den Ermittlungen. Die Exhumierung soll zeigen,ob Gerardis Leiche tatsächtlich Bissspuren aufweist, die vom Schäferhund des angeklagten Priesters, Mario Orantes , stammen könnten.

Mexiko

Papst Johannes Paul II. unterstützt die Betroffenen der Flutkatastrophe in der Chiapas-Region mit knapp 100.000 D-Mark. Die Spende sei Audruck der Verbundenheit des Papstes mit der notleidenden Bevölkerung, hiess es in der Erklärung. Johannes Paul segne die Betroffenen und versichere sie seines Gebets.

V E R E I N T E N A T I O N E N

Die Teilnehmer der UNO-Vollversammlung in New York wollen am 16. September bei einem Gottesdienst für den Weltfrieden beten.

An der interreligiösen Feier werden Vertreter verschiedener christlicher Kirchen, Buddhisten, Hindus und Juden teilnehmen. Generalsekretär Kofi Annan begrüsste die Veranstaltung als Ausdruck der Solidarität und des guten Willens aller Glaubensgemeinschaften.

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Mittwoch: "Römische Woche"

Donnerstag:"Kreuzfeuer"

Freitag: "Prisma-Magazin"

Samstag:"Wochenkommentar" von Viktor Conzemius und

"Biblische Grundworte" von Bertram Meier

Man hört Radio Vatikan

täglich 6.20 ,16.00 und 20.20 Uhr

auf Mittelwelle : 1530 Khz und auf den

Kurzwellen-Frequenzen:5880, 7250 und auf Tonunterträger

vom DSF um 16.15 Uhr und 19.10 Uhr

Vier-Monats Programm kann angefordert werden bei:

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Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:Eva Rohrmann

Redaktion dieser Ausgabe:Eva Rohrmann

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten:

Samstag, 19. September 1998

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