Radio Vatikan Archiv

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen ! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Donnerstag, 10. September 1998 bis Samstag, 12. September 1998.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat gleiche Rechte für alle Volksgruppen in Bosnien-Herzegowina gefordert. In einer Ansprache an den neuen Botschafter des Landes beim Apostolischen Stuhl, sprach er auch seine Sorge über die Attentate der jüngeren Zeit aus, die den Frieden weiter gefährden. Der Papst wünscht, dass die katholische Kirche und die anderen Glaubensgemeinschaften die Güter zurückerhalten die ihnen von der früheren jugoslawischen Regierung, durch den jüngsten Krieg, entzogen worden seien.

Derzeit tagt in New York der Weltverband katholischer Ärzte. Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano hat in einem Schreiben an die Kongressteilnehmer auf die theologischen Grundlagen der ärztlichen Arbeit hingewiesen. Ärzte und Krankenpfleger seien demnach Mitarbeiter Christi, denn er ist der grosse Heilende.Mediziner sollten daher voll Hochachtung und Respekt mit den Kranken umgehen. Durch ihr Handeln aus dem Heiligen Geist solle die Liebe Christi die Kranken erreichen.So werde jede Handlung an einem Kranken ein religiöser Akt.

Pressemeldungen zufolge haben mehrere brasilianische Bischöfe die Seligsprechung von Papst Johannes Paul I. gefordert. Vor allem Kardinal Aloisius Lorscheiter habe sich in einem Schreiben an die zuständige Kongregation im Vatikan eingesetzt. Von einer Antwort auf diesen Wunsch ist bisher nichts bekannt.Papst Johannes Paul I.starb vor genau zwanzig Jahren nach nur 33-tägiger Amtszeit.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Aus der rheinischen-evangelischen Landeskirche kommt jetzt ein Zeichen der Ermutigung für die gemeinsame Erklärung der Katholiken und Lutheraner zur Rechtfertigungslehre. Der ökumene-Verantwortliche der Landeskirche,Oberkirchenrat Jürgen Regul,hat die Superintendenten seiner Kirche schriftlich gebeten zu verhindern, dass die evangelischen Kirchen den Eindruck erwecken,sie verhinderten den Konsens mit Rom in dieser wichtigen Frage des Glaubens,nämlich der Rechtfertigung.

Deutschland

Der Islamrat hat die Türkei aufgefordert, die Religionsfreiheit zu achten. Frauen, die aus religiösen Gründen ein Kopftuch trügen,würden von den Universitäten ausgeschlossen, klagten Islamrat und türkische Studentinnen am 10. September in Bonn. Seit September 1997 hätten fast 2000 kopftuchtragende Frauen keine Studentenausweise erhalten. Dozenten, die Frauen mit Kopftüchern in ihre Seminare liessen, würden vom Dienst suspendiert.

Deutschland

Die Bundesärztekammer hat am 11.September ihre umstrittenen Richtlinien zur Sterbebegleitung verabschiedet. Darin lehnt die Ärzteschaft weiterhin jede Form aktiver Sterbehilfe ab. Gleichzeitig wird klargestellt, dass es Situationen geben könne, in denen Massnahmen zur Lebensverlängerung nicht mehr angebracht seien. Auch hier dürfe es keinen Behandlungsabbruch, sondern nur eine Behandlungsveränderung durch die Anwendung von schmerzbekämpfender Mittel, geben. Die Bundesärztekammer distanziert sich mit ihren Richtlinien vom holländischen Modell, das aktive Sterbehilfe unter bestimmten Umständen vorsieht.

Deutschland

Der Berliner Erzbischof, Kardinal Georg Sterzinsky,hat die demokratischen Parteien vor Bündnissen mit extremen Gruppen gewarnt. Dabei wies er in einem Zeitungsartikel auf die Gefahren hin, die diese Parteien darstellten. Namentlich erwähnte der Kardinal PDS und NPD.

österreich

Die Delegiertenversammlung des "Dialogs für österreich" findet Ende Oktober in Salzburg statt. Am 10.September präsentierte der Vorsitzende der Bischofskonferenz,Kardinal Christoph Schönborn, bei einer Pressekonfernz in Wien das Arbeitspapier für die Delegierten. Kardinal Schönborn betonte, der "Dialog für österreich" sei als Gewissenserforschung der Kirche im Land zu betrachten. Er müsse deshalb auch Defizite und Versagen zu Tage fördern.In diesem Prozess sei die Delegiertenversammlung vom 23. bis 26. Oktober in Salzburg ein Höhepunkt.

E U R O P A

Rußland

Erstmals haben sich die Sekretäre der europäischen Bischofskonferenzen zu ihrem Jahrestreffen in Moskau versammelt. Es ging dabei um Erfahrungsaustausch und pastorale Planung, um die Vorbereitung des Jahres 2ooo, um den geistlichen Nachwuchs und die Europa-Bischofssynode.

Frankreich

Die katholische Kirche des Landes ist gegen die rechtliche Gleichstellung homosexueller Paare. Das hat am 10. September der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Louis-Marie Bille, erklärt. Er warnte vor tiefgreifenden gesellschaftlichen Problemen, falls ein entsprechendes Gesetz im Oktober von der Nationalversammlung angenommen werde.

Italien

Das grösste christliche Gotteshaus der Welt nach dem Petersdom, wird zur Zeit im dem apulischen Landstädtchen San Giovanni Rotondo, Wirkungsort des Volksapostels Padre Pio, gebaut.Die Bauarbeiten sollen noch vor dem Jubiläumsjahr 2000 abgeschlossen werden. Zum Grab des als wundertätig bekannten Kapuziners,der demnächst seliggesprochen wird,pilgern schon jetzt an bestimmten Gedenktagen bis zu 60.000 Gläubige.

Italien

Mission ist heute wichtiger denn je. Das hat der Sekretär der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, Marcello Zago, bei der Eröffnung eines Kongresses zum Thema im italienischen Bellaria betont. Dass dieser Notwendigkeit grosse Gefahren gegenüberstehen, geht immer wieder aus Nachrichten über Entführungen und andere Formen von Gewalt gegenüber Ordensleuten, vor allem in Entwicklunsländern,hervor. Der Ort der Mission ist nach Aussage Zagos immer mehr die Stadt, da dort mittlerweile die Hälfte der Weltbevölkerung lebt.

Bulgarien

Die orthodoxe Kirche des Landes weist Vorwürfe von protestantischer Seite zurück,denen zufolge sie sich isoliert und für politische Zwecke missbrauchen lässt. Die Allianz der evangelischen Kirchen hatte in einer öffentlichen Erklärung,die orthodoxe Landessynode kritisiert.In einem Zeitungsartikel heisst es nun, die Orthodoxen würden verfolgt, die Protestanten nähmen schon seit langem eine feindliche Haltung ihren Glaubensbrüdern gegenüber ein. Über das Verhältnis zwischen der bulgarischen Orthodoxie und dem Weltkirchenrat werde bei der Versammlung der Institution im Dezember, im simbabwischen Harare entschieden.

Rumänien

Zu handgreiflichen Auseinandersetzungen ist es zwischen Orthodoxen und katholischen Gläubigen des östlichen Ritus im Streit um ein Kirchengebäude gekommen. Angehörige beider Konfessionen nutzten das Gotteshaus in einem nördlich von Bukarest gelegenen Dorf, bis am vergangenen Dienstag Orthodoxe das Schloss der Kirchentür auswechselten und so den Katholiken den Zutritt verwerten.

Polen

Die Bischöfe des Landes haben die Regierung aufgefordert,ein generelles Verbot von Pornographie auszusprechen. In einem Hirtenbrief erinnert der Episkopat daran, dass der Gebrauch derartigen Materials eine Todsünde darstellt. Seit dem 1.September ist in Polen ein neues Strafrecht in Kraft, in dem pornographische Darstellungen mit Kindern als kriminelle Tat behandelt wird.

Polen

Für eine Wiederaufnahme des Dialogs zwischen Juden und Christen im Streit um die Kreuze beim Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz hat sich, am 12. September, der Vizepräsident des zuständigen Museumsrates,Israel Gutman, ausgesprochen. In einem Fernsehinterview erklärte Gutman,die Juden müssten den Verbleib des Papstkreuzes akzeptieren.Nur dann sei ein Dialog mit den Kreuz-Aktivisten möglich. Die restlichen Kreuze sollten aber schnellstmöglich entfernt werden,so Gutman.

Litauen

Während im katholischen Irland Priesterseminare schliessen,gibt es aus Osteuropa zunehmend positive Nachrichten über Nachwuchs bei den Orden. Am 14. September wird in Vilnius ein neues Seminar feierlich eröffnet.Anwesend soll neben zahlreichen Ortsbischöfen auch Kardinal Pio Laghi von der Kongragation für das Katholische Bildungswesen sein.

Russland

Der Moskauer Patriarch Alexi II. hat den Serben im Kossovo seine Untersützung zugesichert. Bei einem Treffen mit der Präsidentin der bosnischen Serben, Biljana Plavsic in Moskau betonte der Patriarch, die Serben kämpften für den Erhalt ihres Kulturerbes im Kosovo.

Griechenland

Der geplante Besuch des ökumenischen Patriarchen Bartholomäus I. in Athen steht im Zentrum der Gespräche, die am 10. September, zwischen Vertretern des Patriarchats von Istanbul und der griechisch-orthodoxen Kirche begonnen haben.Neben den von beiden Seiten als schwierig eingeschätzten Verhandlungen über den Besuch von Bartholomäus soll es bis zum 11. September in Athen, um zwei Auslandsbüros beider Kirchen gehen. Die griechische Orthodoxie lebt seit 1850 autokephal und hat damit nicht das Recht derartige Vertretungen ohne die Zustimmung aus Istanbul zu unterhalten.

A S I E N

Philippinen

Präsident Joseph Estrada hat am 10. September angeordnet,nach den Kidnappern des entführten italienischen Priesters zu suchen. Nach offiziellen Quellen, haben sich die Kidnapper noch nicht wegen der Forderung eines Lösegeldes gemeldet. Die Praxis der Lösegelderpressung ist in dem Inselstaat weit verbreitet.

Indonesien

Gegen die zunehmende Studentenproteste infolge der steil ansteigenden Lebensmittelpreise, hat Staatspräsident Habibie jetzt den islamischen Klerus zu Hilfe gerufen. Nach einer der jüngsten Demonstrationen vor dem Regierungspalast in Jakarta sagte er, ein Hinweis der Mullahs sei wie ein Licht im Dunkeln. Ihre Worte würden das Volk beruhigen und zugleich neue Hoffnungen aufkommen lassen.

A F R I K A

Kongo-Kinshasa

Der Erzbischof von Kisangani,Monsengwo Pasinya,hat eine zu grosse Anpassung der europäischen Kirche an gesellschaftliche Strömungen scharf kritisiert. In einer Grussbotschaft an den in diesen Tagen in Italien stattfindenden Missions-Kongress schreibt Pasinya, in der westlichen Welt folge die Kirche dem Volk und nicht umgekehrt.

A M E R I K A

Kuba

Die Unsicherheit unter den Jugendlichen zeigt sich in einer Zunahme des Drogenkonsums, der Selbsmordrate und der Prostitution. Dies berichtet jetzt der Vatikanische Informationsdienst FIDES. Nur die Pfarreien auf Kuba würden den drogenabhängigen Hilfe anbieten. Wie FIDES weiter mitteilt, habe die kubanische Regierung, seit dem Besuch des Papstes, keine neuen Visa für Priester oder Missionare ausgestellt.

Kuba

Die Behörden haben vor der traditionellen Madonnen-Prozession am 8.September keine Dissidenten verhaftet. Das erklärte am 11.September ein Sprecher der Erzdiözese in Havanna. Damit dementierte er Berichte, ein Dutzend Personen seien für einige Stunden von der Polizei festgehalten worden, um während der Prozession regierungsfeindliche Äusserungen zu verhindern. Das Aussenministerium kommentierte die Vorfälle nicht.

Nicaragua

Dieser Tage haben die Bischöfe des Landes zum Nationalfesttag,einen eindringlichen Appell an alle Bürger gerichtet,nach den Kriegsjahren ein Zeichen des Friedens zu setzen. Ausserdem mahnten sie Rückkehr zu moralischen Werten an. Mit Stärke und Überzeugung sollen alle Nicaraguaner guten Willens sich für Gerechtigkeit und Frieden einsetzen. Die Bischöfe schreiben in ihrem Hirtenwort, es sei für eine Umkehr unabdingbar, die Fehler der Vergangenheit einzugestehen.

Guatemala

Der mit dem Mord an Bischof Juan Gerardi beauftragte Richter muss in diesen Tagen das Datum der geplanten Exhumierung der Leiche bekanntgeben. Der Leiter des Menschenrechtsbüros der Kirche in Guatemala-Stadt, Mario Rios-Montt, drückte abermals seine Hoffnung aus, die erneute Untersuchung der Leiche Gerardis werde zur Klärung des Falls beitragen.

Kolumbien

Bischof Luis Augusto Castro hat die Regierung aufgefordert,den Rebellenorganisationen einen politischen Status zuzuerkennen.Die Anerkennung des politischen Charakters der Rebellen sei keine Niederlage. Das sei die einzige Möglichkeit, denn es sei schon zuviel Blut vergossen worden, so der Bischof in Bogota.

Vereinigte Staaten

Ein neuer revolutionärer Schritt im Bereich der Fortpflanzung wird jetzt aus den USA gemeldet. Erstmals ist es gelungen,die Erbmasse von Eltern derart zu manipulieren, dass das Geschlecht des Wunschkindes vorherbestimmt werden konnte. Dies geht aus einem, am 9. September, veröffentlichten Bericht von Genexperten hervor. In Deutschland ist die Vorherbestimmung des Geschlechts durch das Embryonenschutzgesetz verboten.

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Samstag: Wochenkommentar von Viktor Conzemius und "Biblische Grundworte" von Bertram Meier

Sonntag:" Menschen in der Zeit" von Aldo Parmeggiani

Montag: Weltkirhcen-Magazin

Dienstag: Radioakademie

Mittwoch:Römische Woche

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten:

Mittwoch,16.September 1998.

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